Aus der Wörtersammlung: finger

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giraffe no 1

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alpha : 5.15 — Ich notier­te eine E‑Mail an August Bril­lé, bat ihn, mir in der Ent­schlüs­se­lung eines Tex­tes behilf­lich zu sein, den ich ver­se­hent­lich der­art kodiert hat­te, dass ihn nicht wie­der in einen les­ba­ren Zustand zurück­zu­ho­len ver­moch­te. August ant­wor­te­te, er habe zwei sei­ner Rechen­ma­schi­nen mit die­ser kom­ple­xen Auf­ga­be betraut. Er kön­ne aller­dings nicht garan­tie­ren, in den kom­men­den Jah­ren erfolg­reich zu sein in der Ent­schlüs­se­lung mei­ner Pas­sa­ge, ich sol­le mich des­halb ergän­zend an die Öffent­lich­keit mit der Bit­te um Unter­stüt­zung wen­den. Hier­mit also ersu­che ich Sie um Hil­fe. Soll­ten Sie in der Lage sein, mei­nen ver­schlüs­sel­ten Text zu deco­die­ren, wür­de ich Ihnen mit Freu­de ein klei­nes Geschenk über­mit­teln. Es han­delt sich um eine höl­zer­ne Giraf­fe, die sich mit­tels Fin­ger­dru­ckes zu einer Ver­beu­gung hin­rei­ßen lässt. Ich dan­ke Ihnen im Vor­aus! Ihr Lou­is — Code : start /// g o Q C l v O V 0 s e K Q V A K Q w P 0 I l 6 u q t u 7 3 x g K J b Q u q 3 b u x 5 o b M E h j 0 f W K K e a Q Q C V T n + 7 d o f e Q K 2 d N N a s 9 0 C p T o u q O d n 1 5 n v 6 + J G i N G E 8 6 g T v Z S R n t K r X T j t l 1 8 V u b c N z 2 L 7 T e b 8 m q w q 3 Y d K L P b M Y E h V f W g x m 0 2 b + o G A j e T v L C Q L P o j k z S Q W R i 0 u L G f R M G J C W r e Y 7 J U 9 A O C F u z 4 6 l o t m w T X g F b Y 0 7 L B B k g V Q z m u B P F j p X E O m R 8 3 f c R X Z X t k j 3 \ / y s 3 T p P C R Z v 0 E z r m B 7 5 X w c a J d k 6 d 6 7 1 I n b U + c F r T W 2 O o j r N p z y b P M v Y k s B 5 8 U L + U R I 5 5 I U f 9 Y 7 S 8 t 9 q l 7 J 6 V p s v c B R a c B D i W T f 3 X Z G a H s v U N b R e O 4 E M I C b s J n c y p N b w 1 i 6 6 u 4 N x L E y u 7 t K K m f g z R 0 E k X b g o I o N 2 q y S a x O m B l P n A 3 e z V m C R l l b C K K d 7 b j u 2 B P j e T 1 T 4 M d 6 3 3 A J 3 0 r C P e V K c m 7 s b Y U V 7 T A 1 n y S y G s I 9 H 7 q q r k V P v u 7 U c o Z y O A I Y 4 b n 2 G q C w x 6 7 C q i o C M w h w G C 0 2 R z a O A L T R U G P 7 k u V c d W t m g M K O 9 N M Z e x I K M D a A Y q 8\ / b K 5 M 6 i p X b E r q a z X s 1 C + y 2 q 9 s u 3 N H m R F C f I B mG o 5 w e 8 a H P K 6 J U m P i M x d + E 2 B m U z ZH O k 8 k q m V C f y 5 D t R 7 u J K O 6 N P 8 7 A p C 8 N k + 9 p H d a 4 G d H 1 p g 9 8 g j Y g i — /// end — stop

harlem

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fliege nachts

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tan­go : 2.15 — Ich saß in der war­men Nacht am Tisch, leg­te ein­mal die lin­ke, dann die rech­te Hand in eine Schüs­sel, die ich mit kal­tem Was­ser füll­te. Auf dem Tisch spa­zier­te eine Flie­ge. Weil ich in die­sem Moment nichts zu tun hat­te, als die­se Flie­ge zu beob­ach­ten, ent­deck­te ich, dass sie ihre Flü­gel ver­lo­ren oder ver­ges­sen zu haben schien, die Flie­ge flog nicht her­um, auch wenn ich mich mit einem Fin­ger näher­te, flog sie nicht davon, son­dern flüch­te­te zu Fuß. Es war eine klei­ne Flie­ge, sie war so klein, dass ich sie mit blo­ßem Auge kaum noch wahr­neh­men konn­te. Nach einer hal­ben Stun­de stand ich auf, such­te nach mei­ner Lese­bril­le und kehr­te an den Tisch zurück. Die Flie­ge lun­ger­te nun unmit­tel­bar neben mei­ner Schreib­ma­schi­ne, ich konn­te sie von mei­ner Posi­ti­on aus gut sehen, sie kam sogar noch näher her­an, als ich mich mit mei­nen Augen hin­ter den Glä­sern der Bril­le über dem Tisch ver­beug­te. In die­sem Augen­blick erleb­te ich den ers­ten Blick­kon­takt mei­nes Lebens mit einer Flie­ge, ich war mir sicher, die­se Flie­ge mus­ter­te mich eben­so wie ich sie mus­ter­te, es war ihre Hal­tung, die mich über­zeug­te, wie sie unmit­tel­bar vor mir auf dem Tisch hock­te, den Kopf ange­ho­ben und sich nicht beweg­te. Nach eini­gen Minu­ten dreh­te sie sich her­um und über­quer­te den Tisch wie­der­um zu Fuß hin zu einem Tel­ler und bestieg eine Man­da­ri­ne. Es war kurz nach zwei Uhr. — stop

ping

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von zeppelinkäfern

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marim­ba : 2.28 — Für einen Moment dach­te ich heu­te Nacht an eine Geschich­te, die ich vor lan­ger Zeit ein­mal erzähl­te. Das war gegen 2 Uhr gewe­sen. Ich beob­ach­te­te aus meh­re­ren Metern Ent­fer­nung, wie ein Käfer, der einem Zep­pel­in­kä­fer ähn­lich war, sehr lang­sam durch mein Zim­mer schweb­te, um auf einer Tisch­lam­pe zu lan­den. Dort blieb er für eini­ge Minu­ten sit­zen. Sofort such­te ich nach jener Geschich­te, die von einem Zep­pel­in­kä­fer han­delt. Sobald ich sie gefun­den hat­te, segel­te der Käfer, der mich an mei­ne Notiz erin­nert hat­te, in die Dun­kel­heit davon, sodass ich ihn bei­na­he für die per­so­ni­fi­zier­te Erin­ne­rung die­ser einen Geschich­te hal­ten möch­te. Sie geht so: Ein selt­sa­mes Wesen schweb­te kurz nach 1 Uhr in der Nacht schnur­ge­ra­de eine unsicht­ba­re Linie über den höl­zer­nen Fuß­bo­den mei­nes Arbeits­zim­mers ent­lang, wur­de in der Mit­te des Zim­mers von einer Luft­strö­mung erfasst, etwas ange­ho­ben, dann wie­der zurück­ge­wor­fen, ohne aller­dings mit dem Boden in Berüh­rung zu kom­men. — Ein merk­wür­di­ger Auf­tritt. – Und die­ser groß­ar­ti­ge Bal­lon von opa­k­em Weiß! Ein Licht, das kaum noch merk­lich fla­cker­te, als ob eine offe­ne Flam­me in ihm bren­nen wür­de. Ich habe mich zunächst gefürch­tet, dann aber vor­sich­tig auf Knien genä­hert, um den Käfer von allen Sei­ten her auf das Genau­es­te zu betrach­ten. — Fol­gen­des ist nun zu sagen. Sobald man einen Zep­pel­in­kä­fer von unten her besich­tigt, wird man sofort erken­nen, dass es sich bei einem Wesen die­ser Gat­tung eigent­lich um eine fili­gra­ne, flü­gel­lo­se Käfer­ge­stalt han­delt, um eine zer­brech­li­che Per­sön­lich­keit gera­de­zu, nicht grö­ßer als ein Streich­holz­kopf, aber schlan­ker, mit acht recht lan­gen Ruder­bei­nen, gestreift, schwarz und weiß gestreift in der Art der Zebra­pfer­de. Fünf Augen in grau­blau­er Far­be, davon drei auf dem Bauch, also gegen den Erd­bo­den gerich­tet. Als ich bis auf eine Nasen­län­ge Ent­fer­nung an den Käfer her­an­ge­kom­men war, habe ich einen leich­ten Duft von Schwe­fel wahr­ge­nom­men, auch, dass der Käfer flüch­tet, sobald man ihn mit einem Fin­ger berüh­ren möch­te. Ein Wesen ohne Laut. – Guten Mor­gen! Heu­te ist Sonn­tag bei gro­ßer Hit­ze. — stop

drohne7

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vor neufundland 1.16.28 uhr : kirschblüten

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zou­lou : 0.08 — Die Nach­richt, ein afri­ka­ni­scher Mann von der Elfen­bein­küs­te habe bereits am ver­gan­ge­nen Mitt­woch sei­nen 8 Jah­re alten Sohn in einem Roll­kof­fer über die marok­ka­nisch – spa­ni­sche Gren­ze nach Euro­pa trans­fe­riert. Das Kind wur­de wäh­rend einer Kof­fer­durch­leuch­tung lebend ent­deckt, sein Vater fest­ge­nom­men. Ich erin­ne­re mich, vor zwan­zig Jah­ren ein­mal beob­ach­tet zu haben, wie am Zen­tral­bahn­hof ein Kind in ein Gepäck­schließ­fach klet­ter­te, eine Frau, viel­leicht die Mut­ter des Kin­des, klapp­te die Tür des Schließ­fa­ches zu, war­te­te eini­ge Sekun­den, dann öff­ne­te sie die Tür wie­der und das Kind klet­ter­te aus dem Fach. Das Kind lach­te. — Mel­dung von Noe aus 805 Fuß Mee­res­tie­fe vor Neu­fund­land. ANFANG 01.14.02 | | | > s t o p habe das wort som­mer­zeit notiert. s t o p kurz dar­auf ein­ge­schla­fen. s t o p als ich erwa­che liegt mei­ne hand noch auf der tas­ta­tur der maschi­ne. s t o p ein gel­ber fisch. s t o p behut­sam. s t o p als ob er mit mei­nem hand­schuh spre­chen woll­te. s t o p wer­de bald ohne luft sein. s t o p das ist denk­bar, s t o p ohne erin­ne­rung. h u n t i n g r e d f i s h f r o m a b o v e. s t o p plan­los. s t o p ein laut­lo­ses ende. s t o p der duft der kirsch­blü­ten. s t o p von einem atem­zug zum ande­ren. s t o p stark. s t o p süß. s t o p viel­leicht flie­der? t w o y e l l o w f i s h e s l e f t h a n d. s t o p | | | ENDE 01.16.28

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ping

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von der sekundenzeit

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del­ta : 0.02 — Wie jetzt der Som­mer näher­kommt, ändert sich alles. Im Win­ter erfrie­ren Men­schen, im Som­mer fal­len sie ver­se­hent­lich aus Fens­tern, die sie zum Ver­gnü­gen geöff­net haben. Bern­hardt L., der mich besuch­te, erzähl­te von sei­nen Erfah­run­gen, die er mit Todes­ur­sa­chen betrun­ke­ner Men­schen sam­mel­te. Es war ein ange­neh­mer Abend. Eigent­lich woll­ten wir nicht von trau­ri­gen Geschich­ten spre­chen, aber dann wur­de es doch wie­der ein­mal ernst. Wir saßen auf Gar­ten­stüh­len vor dem Fens­ter zu den Bäu­men, die in den Him­mel staub­ten, und beob­ach­te­ten mei­ne Schne­cke Esme­ral­da, die sich der fri­schen Abend­luft näher­te. Sie kroch ziel­stre­big über den Boden hin, dann die Wand hin­auf und ließ sich auf dem Fens­ter­brett drau­ßen nie­der. Wenn sich Schne­cken set­zen, bewe­gen sie sich kaum noch, ihr feuch­ter Kör­per scheint indes­sen etwas brei­ter zu wer­den. Mein Bekann­ter Bern­hardt L. war sehr inter­es­siert an der Exis­tenz Esme­ral­das in mei­ner Woh­nung, er hat­te sie noch nie zuvor gese­hen und nie von ihr gehört. Er woll­te wis­sen, woher sie gekom­men war, wie alt sie wohl sei, und war­um sie die­sen schö­nen Namen Esme­ral­da von mir erhal­ten habe. Ich erin­ne­re mich, wie er mit einem Fin­ger zärt­lich über Esme­ral­das Häus­chen strich, wäh­rend er von einem unglück­li­chen Mann erzähl­te, der ein Zeit­wirt­schaft­ler von Beruf gewe­sen sein soll. Die­ser Mann habe Minu­ten gezählt, Sekun­den, in der Beob­ach­tung arbei­ten­der Men­schen in einer Fabrik. Sei­ne Auf­ga­be sei gewe­sen, Zeit­räu­me auf­zu­spü­ren, die durch Ver­än­de­run­gen in den Bewe­gun­gen der beob­ach­te­ten Men­schen ein­ge­spart wer­den könn­ten. In einem Brief, der sehr aus­führ­lich sein Unglück notiert, habe er berich­tet, dass es ihm zuletzt nicht mög­lich gewe­sen sei, eine Tas­se Kaf­fee von der Küche in sein Wohn­zim­mer zu tra­gen, ohne dar­über nach­zu­den­ken, ob es wirt­schaft­lich sei, mit nur einer Tas­se Kaf­fee in der Hand die Räu­me zu wech­seln, wenn es doch mög­lich wäre, zwei Tas­sen Kaf­fee zur glei­chen Zeit zu trans­por­tie­ren. — stop

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winterzeiten

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ein alter mann

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sier­ra : 4.03 — Auf dem Meer. Es ist Nacht, kaum Licht. Die Luft, feucht und warm, ich bin nicht im Was­ser, könn­te sein, dass ich flie­ge, ein Brum­men oder Sum­men ist zu hören. Bie­nen sind in der Luft, umkrei­sen ein Schiff, tau­sen­de Fin­ger­lu­ken im Rumpf, dort flie­gen Bie­nen­we­sen ein und aus. Man­che kom­men aus der Dun­kel­heit her­an, ande­re flie­gen in die Dun­kel­heit davon. Ihre Köp­fe leuch­ten, sie schei­nen über Lam­pen zu ver­fü­gen, Fin­ger von Licht, die durch die Dun­kel­heit zit­tern. Was da summt, Pro­pel­ler viel­leicht. Ich mag nicht schwim­men, den­ke immer wie­der, ich will nicht ins Was­ser fal­len. Dann bin ich plötz­lich in einer Woh­nung im 12. oder 14. Stock eines Hau­ses nahe Cen­tral Park, auch hier Pro­pel­ler­bie­nen. Ich ste­he nahe einem Fens­ter, leh­ne an einer Wand. Ich glau­be, ich selbst habe das Fens­ter geöff­net. Im Zim­mer lun­gern Stüh­le her­um, auf dem höl­zer­nen Boden eine Linie von blau­er Far­be, sie kommt aus einem wei­te­ren Zim­mer, führt durch das Zim­mer, in dem ich war­te, in ein ande­res Zim­mer. Atem­ge­räu­sche. Ein alter Mann, wei­ße Haut, kommt her­an, läuft auf der blau­en Linie, er ist unbe­klei­det, trägt nur ein Paar Turn­schu­he. Der Mann herrscht mich an, ich sol­le das Fens­ter schlie­ßen. Auch um sei­nen Kopf her­um Bie­nen, ein Schwarm, sie wol­len auf ihm lan­den, dann lan­ge Zeit Ruhe, Sire­nen­lau­te, dann wie­der das Geräusch des Atems, das näher kommt. Auf­ge­wacht bin ich gegen zwei. — stop

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tokio

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gink­go : 0.22 — Ein Kind will sehen. So fängt es immer an, und auch damals fing es so an. Ein Kind woll­te sehen. Der Jun­ge konn­te lau­fen, und er konn­te an eine Tür­klin­ke her­an­rei­chen. Es steck­te kei­ner­lei Absicht dahin­ter, nur der instink­ti­ve Tou­ris­mus des Kin­des­al­ters. Eine Tür war dazu da, auf­ge­sto­ßen zu wer­den; er ging hin­ein, blieb ste­hen, schau­te. Da war nie­mand, der ihn beob­ach­tet hät­te; er dreh­te sich um und ging fort, wobei er sorg­sam die Tür hin­ter sich zumach­te. — Ich erin­ner­te mich an die­se Zei­len Juli­an Bar­nes, als ich zum ers­ten Mal von B. hör­te, der eine tie­fe Lei­den­schaft für die Stadt Tokio ent­wi­ckelt haben soll, obwohl er nie dort gewe­sen ist. Was weiß ich von B. an die­sem Abend? Eigent­lich nicht sehr viel. B. ist 52 Jah­re alt, unge­fähr 1,88 Meter groß, schlank, stu­dier­te sla­wi­sche Spra­chen, arbei­te­te als Über­set­zer, Alten­pfle­ger, Autor von Restau­rant­be­schrei­bun­gen, Dra­ma­turg, Post­schaff­ner, seit vier Jah­ren nun weder das eine noch das ande­re, weil er wohl­ha­bend gewor­den ist durch uner­war­te­te Erb­schaft. Er blieb damals vor vier Jah­ren in sei­ner klei­nen Woh­nung, kauf­te sich einen Com­pu­ter mit einem gro­ßen Bild­schirm und muss irgend­wie in Tokio gelan­det sein. Sei­nen ers­ten Besuch mit­tel der Street­views (Goog­le-Maps) beschreibt er als ein wesent­li­ches Ereig­nis sei­nes Lebens, er sei irgend­wo in der Stadt gelan­det, habe sich gewun­dert über die Enge der Stra­ße, auf wel­cher er sich plötz­lich befand, und über Bäu­me, die aus Häu­sern zu wach­sen schie­nen. Ein Mann stand vor einem Geträn­ke­au­to­ma­ten, er schau­te in die Kame­ra, die ihn gera­de ablich­te­te. Sei­ne Augen, durch Unschär­fe ver­frem­det, waren nicht zu erken­nen, aber eine Ziga­ret­te, die der Mann zwi­schen Fin­ger sei­ner rech­ten Hand geklemmt hat­te. So, erzähl­te B., habe es ange­fan­gen. Stun­de um Stun­de, Tag für Tag, beweg­te er sich fort­an durch die Stadt. Immer wie­der ent­de­cke er Spu­ren selt­sams­ter Geschich­ten. Ich habe eine Tür geöff­net. — stop

joseph

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kakteenorchester : telegramm ohne zwischenstops

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marim­ba : 15.02 — Im Pal­men­gar­ten im Wüs­ten­haus das fei­ne Geräusch der Kak­teen, sobald ich ihr Sta­chel­horn mit einem Pin­sel, einem Mika­do­stäb­chen, einem Fin­ger berüh­re. Hell. Federnd. Pro­pel­lernd. Klän­ge, für die in mei­nem suchen­den Wort­ge­hör noch kei­ne eige­ne Zei­chen­fol­ge zu fin­den ist. Oder in der Man­gro­ven­ab­tei­lung die­se merk­wür­di­ge Stil­le beim Durch­blät­tern eines feucht gewor­de­nen Buches. — Die­se Beob­ach­tun­gen habe ich zu einem frü­he­ren Zeit­punkt bereits ein­mal notiert. Sie sind mir so nah, als wür­de ich sie soeben erfun­den haben. — stop.

polaroidselbstaufnahme



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