Aus der Wörtersammlung: wesen

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geister

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india : 0.58 — Das töd­li­che Elend kommt nicht in Sekun­den­bruch­tei­len auf arme Men­schen nie­der, als eine Wel­le lang­sam und kon­ti­nu­ier­lich anstei­gen­der Prei­se für Zucker, Mais, für Was­ser kommts daher. Wer sind die­se Per­so­nen, die mit Getrei­de spe­ku­lie­ren? Könn­te man nicht einen Namen fin­den? Ein Gesicht? Ein mensch­li­ches Wesen, Nase, Augen, Ohren, das man befra­gen könn­te: War­um tun Sie das? — stop

ping

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zitronengelb

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char­lie : 7.08 — Über mei­nen Groß­va­ter, den ich nie per­sön­lich ken­nen­ge­lernt habe, ist mir nicht sehr viel bekannt. Er soll ein warm­her­zi­ger Mensch gewe­sen sein, der als Beam­ter der Stadt Mün­chen in ein klei­nes Büro­zim­mer ver­setzt wor­den war, das im Win­ter nicht beheizt wer­den konn­te. Mein Groß­va­ter woll­te nicht in die Par­tei ein­tre­ten, des­halb muss­te er frie­ren, des­halb war er oft krank gewe­sen. Die Fami­lie, mei­ne Mut­ter war ein Mäd­chen von damals fünf oder sechs Jah­ren, bewohn­te eine klei­ne Woh­nung in einem nörd­li­chen Stadt­teil. Sie waren dort zu fünft, die Eltern und ihre drei Töch­ter. In der Küche der Woh­nung im zwei­ten Stock war Par­kett­fuß­bo­den ver­legt, kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit für die­se Zeit. Wenn Bom­ben ins Mün­che­ner Zen­trum fie­len, zit­ter­te in Moos­ach der Boden und die Höl­zer des Par­ketts hüpf­ten wie Frö­sche her­um. Vor einem Spie­gel steht mein Groß­va­ter. Er rasiert sich mit zit­tern­den Hän­den. Er hat Zucker und kein Insu­lin. Er ist immer sehr durs­tig und spricht vom Durch­hal­ten wegen der Ren­te. Vor allem ist sein Gesicht so gelb wie eine Zitro­ne. Die­se Vor­stel­lung habe ich einer Erzäh­lung mei­ner Mut­ter unlängst ent­nom­men, die ich hör­te, als wir über den Nord­fried­hof gin­gen, um das Grab der Groß­mutter und des Groß­va­ters zu besu­chen. Bald wird das Grab ver­schwun­den sein, aber die Kno­chen blei­ben im Boden zurück. Zum Zeit­punkt unse­res Besu­ches war alles anwe­send, wie frü­her noch, als ich selbst, ein Kind, an Sonn­ta­gen vor das Efeu­grab getre­ten war. Ein­mal stand ich dort in blau­en San­da­len. Auf dem Grab­stein spa­zier­te eine Schne­cke. Sie leg­te eine Blei­stift­stre­cke zurück, dann blieb sie sit­zen und schlief in der war­men Herbst­son­ne ein. — stop
ping

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winterherz

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alpha : 6.52 — Neh­men wir ein­mal an, es exis­tier­ten Men­schen, die je über ein schla­gen­des, also ein akti­ves Herz ver­fü­gen und außer­dem über ein war­ten­des Herz, das ganz still im Brust­korb liegt, klein, gefal­tet, ein Alters­herz oder ein Win­ter­herz. Von die­ser Vor­stel­lung woll­te ich in der ver­gan­ge­nen Nacht einem klei­nen Mann ira­ni­scher Her­kunft erzäh­len. Aber kaum hat­te ich Luft geholt und mei­nen ers­ten Satz zu Ende gespro­chen, begann der klei­ne Mann sei­ner­seits eine Geschich­te zu erzäh­len. Er sag­te, er habe Merk­wür­di­ges erlebt, das Fest­netz­te­le­fon sei­ner Woh­nung sei gestört gewe­sen, er habe des­halb die Tele­fon­ge­sell­schaft über sein Mobil­te­le­fon ange­ru­fen. Eine weib­li­che Stim­me habe sich bald gemel­det, die sich sehr freund­lich mit ihm unter­hal­ten habe in der Art und Wei­se, dass sie Fra­gen stell­te. Sie frag­te zum Bei­spiel: Könn­ten Sie bit­te Ihr Pro­blem genau beschrei­ben. Oder sie erkun­dig­te sich, ob sei­ne Inter­net­ver­bin­dung noch funk­tio­nie­ren wür­de, ob sein Tele­fon über aus­rei­chen­de Strom­ver­sor­gung ver­fü­ge, wie lan­ge Zeit er in etwa nicht mit sei­nem Tele­fon tele­fo­niert habe. Das Gespräch dau­er­te, so erzähl­te der klei­ne Mann, eini­ge Minu­ten, bis er bemerk­te, dass tat­säch­lich eine Maschi­nen­stim­me zu ihm sprach. Wei­te­re drei Minu­ten ver­stri­chen, dann habe er sich vor­sich­tig erkun­digt, ob er mit einem mensch­li­chen Wesen der Tele­fon­zen­tra­le ver­bun­den wer­den könn­te. In die­sem Moment brach das Pro­gramm die Unter­hal­tung ab. Es wur­de still am Tele­fon, kei­ne Fra­gen, kei­ne Ant­wor­ten, kurz dar­auf war ein Pfei­fen zu hören. Und das soll nun einer am frü­hen Mor­gen noch ver­ste­hen. Der Him­mel leicht bewölkt. — stop

melly

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von der sekundenzeit

pic

del­ta : 0.02 — Wie jetzt der Som­mer näher­kommt, ändert sich alles. Im Win­ter erfrie­ren Men­schen, im Som­mer fal­len sie ver­se­hent­lich aus Fens­tern, die sie zum Ver­gnü­gen geöff­net haben. Bern­hardt L., der mich besuch­te, erzähl­te von sei­nen Erfah­run­gen, die er mit Todes­ur­sa­chen betrun­ke­ner Men­schen sam­mel­te. Es war ein ange­neh­mer Abend. Eigent­lich woll­ten wir nicht von trau­ri­gen Geschich­ten spre­chen, aber dann wur­de es doch wie­der ein­mal ernst. Wir saßen auf Gar­ten­stüh­len vor dem Fens­ter zu den Bäu­men, die in den Him­mel staub­ten, und beob­ach­te­ten mei­ne Schne­cke Esme­ral­da, die sich der fri­schen Abend­luft näher­te. Sie kroch ziel­stre­big über den Boden hin, dann die Wand hin­auf und ließ sich auf dem Fens­ter­brett drau­ßen nie­der. Wenn sich Schne­cken set­zen, bewe­gen sie sich kaum noch, ihr feuch­ter Kör­per scheint indes­sen etwas brei­ter zu wer­den. Mein Bekann­ter Bern­hardt L. war sehr inter­es­siert an der Exis­tenz Esme­ral­das in mei­ner Woh­nung, er hat­te sie noch nie zuvor gese­hen und nie von ihr gehört. Er woll­te wis­sen, woher sie gekom­men war, wie alt sie wohl sei, und war­um sie die­sen schö­nen Namen Esme­ral­da von mir erhal­ten habe. Ich erin­ne­re mich, wie er mit einem Fin­ger zärt­lich über Esme­ral­das Häus­chen strich, wäh­rend er von einem unglück­li­chen Mann erzähl­te, der ein Zeit­wirt­schaft­ler von Beruf gewe­sen sein soll. Die­ser Mann habe Minu­ten gezählt, Sekun­den, in der Beob­ach­tung arbei­ten­der Men­schen in einer Fabrik. Sei­ne Auf­ga­be sei gewe­sen, Zeit­räu­me auf­zu­spü­ren, die durch Ver­än­de­run­gen in den Bewe­gun­gen der beob­ach­te­ten Men­schen ein­ge­spart wer­den könn­ten. In einem Brief, der sehr aus­führ­lich sein Unglück notiert, habe er berich­tet, dass es ihm zuletzt nicht mög­lich gewe­sen sei, eine Tas­se Kaf­fee von der Küche in sein Wohn­zim­mer zu tra­gen, ohne dar­über nach­zu­den­ken, ob es wirt­schaft­lich sei, mit nur einer Tas­se Kaf­fee in der Hand die Räu­me zu wech­seln, wenn es doch mög­lich wäre, zwei Tas­sen Kaf­fee zur glei­chen Zeit zu trans­por­tie­ren. — stop

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winterzeiten

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dos passos

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india : 0.28 — Der Mann im Traum könn­te John Dos Pas­sos gewe­sen sein. Er trug einen Kit­tel wie ihn Ärz­te tra­gen. Ich kam gera­de sehr vor­sich­tig eine stei­le Trep­pe her­un­ter, als ich ihn ent­de­cke. Er stand breit­bei­nig unter einer Lam­pe, die sich lang­sam hin und her beweg­te, weil wir uns auf einem Schiff befan­den. Leich­ter See­gang. Um die Lam­pe her­um schweb­te ein Kind. Es muss­te gera­de erst gebo­ren wor­den sein, ein Stück der Nabel­schnur bau­mel­te noch von sei­nem Bauch, außer­dem schien das Wesen feucht zu sein, es war so groß wie eine Man­da­ri­ne, anstatt Armen und Hän­den ver­füg­te es über Flü­gel, damit schweb­te das Kind, und John Dos Pas­sos schau­te ihm zu. Er schien sich nicht zu wun­dern, ich hat­te viel­mehr den Ein­druck, als wür­de er das Kind­we­sen prü­fen. Eine Mut­ter war nicht zuge­gen. — stop

ping

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von nelken

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echo : 6.10 — Ich beob­ach­te­te eine alte Frau, wie sie unter einem Regen­schirm im Gar­ten kniend Nackt­schne­cken von Nel­ken­blu­men pflück­te. Neben sich hat­te die alte Frau einen klei­nen Eimer abge­stellt, der sich all­mäh­lich mit Schne­cken­kör­pern füll­te. Hef­ti­ger Regen. Ich konn­te den Regen hören, wie er auf den Schirm der alten Frau trom­mel­te. Und ich hör­te eine hel­le Stim­me, die mit sich selbst oder zu den Schne­cken sprach. Immer wie­der ein­mal stand die alte Frau vor­sich­tig auf, um in ihr Haus zurück­zu­keh­ren. Sie klopf­te dann ihre Schu­he ab, stand hin­ter dem Fens­ter, schau­te in den Gar­ten und war­te­te, bis wei­te­re Schne­cken ohne Häu­ser in die Nähe ihrer Nel­ken gekom­men waren. Die­se Schne­cken reis­ten nicht von der Sei­te her an, son­dern kamen tat­säch­lich von unten aus dem erdi­gen Boden her­auf. Waren es wie­der vie­le Schne­cken gewor­den, kehr­te die alte Frau zurück in ihren Gar­ten und erneut hör­te ich den Regen und eine hel­le Stim­me. Ich hat­te bald den Ein­druck, die­se Schne­cken, die unab­läs­sig aus dem Boden stie­gen, könn­ten rein aus etwas Haut und kla­rem Was­ser bestehen, es waren der­art vie­le, dass sie ganz ein­fach zunächst win­zi­ge Wesen sein muss­ten, die sich zu ihrer vol­len Ent­fal­tung mit Was­ser füll­ten, sobald es reg­ne­te. Nach drei Stun­den war der Eimer gefüllt und die alte Frau deck­te ihn mit einem Koch­topf­de­ckel zu, hol­te aus dem Haus einen wei­te­ren Eimer, der etwas grö­ßer gewe­sen war, als der ers­te Eimer. Es däm­mer­te, dann war es dun­kel, und als es rich­tig dun­kel gewor­den war, fins­ter, kehr­te die alte Frau mit einer Taschen­lam­pe in den Gar­ten zurück. Sie trug jetzt Gum­mi­stie­fel an den Füßen und ein Nacht­hemd und es reg­ne­te noch immer. — stop

ping

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radare

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whis­key : 0.02 — Für die Posi­ti­on par­tic­les in der digi­ta­len Sphä­re waren ges­tern, Frei­tag, 3. Mai, 12.718 Besu­che, Auf­ru­fe, Berüh­run­gen zu ver­zeich­nen. 324 Besu­che schei­nen von mensch­li­cher Natur gewe­sen zu sein, 12394 Besu­che sind ver­mut­lich Maschi­nen, Com­pu­ter­pro­gram­men, Rou­ti­nen wie Rada­ren zuzu­ord­nen. — Past mid­night. Never knew such silence. — stop

menschendaemmerung

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20 Gramm : eine Künstlerin erzählt

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zou­lou : 18.25 — Inés, die meh­re­re Jah­re lang in einem zen­tra­len Madri­der Post­amt arbei­te­te, erzählt, sie habe in der Stun­de etwa 3200 Kurz­brie­fe mit der Hand sor­tiert. Jeder ihrer Arbeits­ta­ge dau­er­te 6 Stun­den rei­ner Arbeits­zeit, das heißt, Stun­den­zeit ohne Pau­se, da ihre Hän­de ruh­ten. Manch­mal, wenn ihre rech­te Hand schmerz­te, habe sie mit der lin­ken Hand sor­tiert, da sei sie aber nicht so schnell gewe­sen. Ein­mal habe sie errech­net, pro Nacht oder Schicht mit ihren Hän­den 385 Kilo­gramm ange­ho­ben und durch die Luft trans­por­tiert zu haben. Sie leb­te damals in der Cal­le José Abas­cal in einem klei­nen Ate­lier unter dem Dach, nun, im Alter von bald 40 Jah­ren, kön­ne sie Grund der Bil­der, die sie zeich­ne, her­vor­ra­gend leben. Ein­mal woh­ne sie in Lon­don, dann wie­der in Ber­lin, Mün­chen, Paris. Manch­mal träu­me sie noch von Brie­fen, die sie in ihrer pos­ta­li­schen Zeit ger­ne betrach­tet habe, Kuverts, die selbst Kunst­wer­ke gewe­sen sei­en, lie­be­voll gestal­tet. Aber das genaue Betrach­ten der Brie­fe war natür­lich nicht gestat­tet, da das Betrach­ten eines Brie­fes viel zu lan­ge daue­re. Dass ich jetzt Zeit habe, nie­mals het­zen muss, sogar selbst ent­schei­den kann, wie schnell ich mein Abend­brot zu mir neh­me, ist mein größ­tes Glück. — stop

ping

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lilly

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del­ta : 0.05 — Ich woll­te mit einem armen Men­schen spre­chen, woll­te erfah­ren, wie es ist, mit­tel­los gewor­den zu sein. Ich hat­te Glück, eine Bekann­te, die für die Bahn­hofs­mis­si­on arbei­tet, erwähn­te eine selt­sa­me Frau, Lil­ly, die sich seit Mona­ten auf den Bahn­stei­gen 22, 23 oder 24 gewöhn­li­cher­wei­se auf­hal­ten wür­de, sie sei sehr lieb und sehr arm und wür­de ger­ne erzäh­len. Ich ent­deck­te Lil­ly auf einer Bank sit­zend, Bahn­steig 18, sie war zunächst eher scheu gewe­sen, aber dann doch bereit sich mit mir zu unter­hal­ten. Ja, Lil­ly. Sie spricht schnell, wenn sie spricht, und sie schämt sich ein biss­chen, viel­leicht des­halb, weil sie ahnt, dass sie nicht so gut riecht, wie sie ger­ne rie­chen möch­te, und ihr Haar, das hell gewor­den ist an der ein oder ande­ren Stel­le, scheint feucht und kleb­rig gewor­den zu sein vom Talg. Ich fas­se zusam­men, was Lil­ly etwas durch­ein­an­der her­umer­zähl­te. Wenn eine Frau arm gewor­den sei, wenn eine Frau auf der Stra­ße leben müs­se, erklär­te Lil­ly, soll­te sie zunächst ver­su­chen, solan­ge Zeit wie mög­lich ihren Sta­tus der Armut zu ver­ber­gen, sie soll­te so wir­ken, als habe sie noch Geld zur Ver­fü­gung, als sei alles in Ord­nung, dann wür­de man sie aus den War­te­räu­men eines Bahn­ho­fes bei­spiels­wei­se oder eines Flug­ha­fens nicht ver­trei­ben. Sie tra­ge aus genau die­sem Grund noch immer einen Hosen­an­zug, manch­mal, bei gnä­di­gem Licht, wir­ke sie so, als wür­de sie zur Arbeit gehen oder soeben von der Arbeit kom­men. Mei­ne Schu­he sind geputzt, und wenn ich sie scho­nen wer­de, soll­ten sie doch noch lan­ge Zeit als Schu­he einer erfolg­rei­chen Frau erschei­nen. Ich habe gelernt, im Sit­zen zu schla­fen, weiß jeder­zeit, wo ich mich waschen könn­te, auch mei­ne Blu­se, mei­ne Strümp­fe, es ist sehr anstren­gend, mich selbst und mei­ne Klei­dung in all­ge­mein zugäng­li­chen Toi­let­ten­räu­men zu säu­bern, immer­zu bin ich erschöpft, nie­mand kennt mich per­sön­lich, weiß, woher ich kom­me, ahnt, wer ich ein­mal gewe­sen bin. Ich esse spar­sam, ich esse, was ich fin­de, und trin­ke aus öffent­li­chen Brun­nen. Ich darf nicht rau­chen, ich darf kei­nen Alko­hol trin­ken, das ist ja selbst­ver­ständ­lich in mei­ner Lage! Ein­mal im Jahr neh­me ich einen Zug und fah­re im Win­ter nach Süden, ein wei­te­res Mal fah­re ich im Som­mer nach Nor­den, aber das ist nur aus­ge­dacht. Ich lese Zei­tun­gen, die ich da und dort ent­de­cke. Ich spre­che mit den Tau­ben, lei­se, sehr lei­se, damit ich nicht ver­rückt wer­de. In mei­nem Kof­fer befin­det sich eine zwei­te Blu­se, und dies und das und ein Paar Turn­schu­he, ein Hals­tuch in roter Far­be, ein Hals­tuch in gel­ber Far­be, ein Hals­tuch in blau­er Far­be, das grü­ne Tuch tra­ge ich gera­de in die­sem Moment, ich habe einen schö­nen Hals, nicht wahr! Ja, ich darf nicht rau­chen und nicht trin­ken und nicht ver­rückt wer­den, das ist drin­gend, ich muss bei mir sein, ich fürch­te Schlaf­häu­ser, ich fürch­te die­se schreck­li­chen Schlaf­häu­ser, ich bin mir nicht sicher, ob ich noch bin. — stop

ping

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kekkola im eisfach

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ulys­ses : 0.05 — Seit eini­gen Stun­den bereits lese ich Berich­te der New York Times, die Kor­re­spon­den­ten kurz vor dem Ein­tref­fen des Wir­bel­sturms San­dy in einem Web­log notier­ten. Bald wer­de ich mei­ne Lek­tü­re unter­bre­chen. Das ist näm­lich so, dass ich mir für die kom­men­den Stun­den vor­ge­nom­men habe, eine Nacht des Jah­res 2012 zu wie­der­ho­len, sagen wir zur Fei­er des Tages. In weni­gen Minu­ten wer­de ich also vor mei­nen Kühl­schrank tre­ten, um in Lou­is Kekkola’s Eis­buch Das Wal­fisch­or­ches­ter wei­ter­zu­le­sen. Ich wer­de die Baum­woll­hand­schu­he der Archi­va­re tra­gen wie vor Jah­ren, wer­de mein Ton­band­ge­rät ein­schal­ten und lei­se spre­chen, indem ich das zer­brech­li­che Buch­we­sen vor­sich­tig in Hän­den hal­te. Sobald eine Sei­te des Buches abge­tas­tet sein wird, wer­de ich das Eis­fach schlie­ßen und in der Woh­nung spa­zie­ren, ein Gramm Wal­fisch­or­ches­ter im Kopf für ein Jahr.  — Eliza­bot ist zurück. — stop

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