Aus der Wörtersammlung: wörter

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beobachtung

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ulys­ses : 6.12 — Wäh­rend ich Jack Kerou­acs Roman On the Road in der unge­kürz­ten Fas­sung als E‑Book las, bemerk­te ich, dass ein Com­pu­ter , ver­mut­lich von Nord­ame­ri­ka aus ver­zeich­ne­te, wel­che Zei­len die­ses Romans von Lesern oder Lese­rin­nen wäh­rend ihrer Lek­tü­re mar­kiert wor­den waren. Eine aus­ge­dehn­te, prä­zi­se Leser­be­ob­ach­tung scheint kaum merk­lich Stun­de, um Stun­de voll­zo­gen zu wer­den. Ich stell­te mir vor, Licht­ma­schi­nen, die von Men­schen in der Hand gehal­ten wer­den, doku­men­tie­ren, wie lan­ge Zeit sich lesen­de Men­schen mit einem bestimm­ten Text beschäf­ti­gen, wie sie den Text stu­die­ren, ob sie die Lek­tü­re der ein oder ande­ren Sei­te wie­der­ho­len, an wel­chen Text­or­ten ihre Augen inne­hal­ten oder ihre Hän­de über den Bild­schirm strei­chend vor­wärts blät­tern, wie vie­le Leser sich zunächst mit dem Ende einer Geschich­te beschäf­ti­gen, ehe sie die ers­te Sei­te des Tex­tes öff­nen, um nun tat­säch­lich mit der Lek­tü­re zu begin­nen, so wie sich der Autor oder Autorin die Lek­tü­re ihres Tex­tes ein­mal vor­ge­stellt haben könn­ten. Dass fun­ken­de Bücher Kör­per­tem­pe­ra­tu­ren mes­sen, Feuch­tig­keit, Sal­ze der Hän­de, wel­che sie berüh­ren, ist nicht unwahr­schein­lich. Man will wis­sen, weil man es wis­sen kann, an wel­cher Stel­le des Tex­tes Leser ver­lo­ren gehen oder von wel­cher Stel­le des Tex­tes an Leser rest­los ein­ge­fan­gen sind, ja, das ist denk­bar. Guten Mor­gen. Es ist der 16. Okto­ber, leich­ter Regen. — stop

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alisa

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fox­trott : 3.02  – Ali­sa, wie sie vor Jah­ren in Holz­schu­hen durch das Trep­pen­haus hüpft, wie sie Rosen­blü­ten in mei­nen Brief­kas­ten wirft, wenn schon nicht tele­fo­nie­ren, dann eben so. Ihre Wild­heit. Ihre Lust auf Foto­ap­pa­ra­te. Ihr blau­es Auge, weil sie eine Foto­gra­fie zu Hau­se zeig­te, die ich ahnungs­los auf­ge­nom­men hat­te, Ali­sa, die Kas­ta­ni­en sam­melt an einer nahen Stra­ßen­bahn­hal­te­stel­le, nie wie­der Rosen­blü­ten. Wie wir uns ein­mal auf die Suche machen, Ali­sas ver­zwei­fel­te Mut­ter, mit Kopf­tuch, und ich, ohne Kopf­tuch. Sie kann nicht mit dem Mund zu mir spre­chen, es feh­len die Wör­ter, also spricht sie mit den Augen. Mit ange­win­kel­ten Bei­nen sitzt Ali­sa in einer Turn­hal­le und sieht rie­si­gen Män­nern zu, die Bas­ket­ball spie­len. Sie hat die Zeit ver­ges­sen, wie alle Kin­der die Zeit ver­ges­sen. Da ist gera­de noch ein Bild in mei­nem Kopf, ein tod­mü­der marok­ka­ni­scher Mann, Ali­sas Vater, mit sei­nem her­un­ter­ge­kom­me­nen roten Auto, wie er an einem spä­ten Frei­tag­abend gebückt und stau­big die Stra­ße über­quert. Plötz­lich waren sie nicht mehr da, Ali­sa, ihre Mut­ter, der Vater, das rote Auto. — stop

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60.432875 : 22.158961

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nord­pol : 6.08 — Eine tra­gi­sche Geschich­te soll sich in einer klei­nen, fin­ni­schen Stadt nahe Tur­ku ereig­net haben. Ich konn­te mir den Namen der Stadt nicht mer­ken, aber die Geschich­te sehr wohl, die mir ein Freund erzähl­te, wäh­rend wir gera­de auf ein Flug­zeug war­te­ten. Dort oben im Nor­den soll der Geschich­te zur Fol­ge, eine Frau mitt­le­ren Alters nach Jah­ren des Schrei­bens bemerkt haben, dass sie wie­der­holt bestoh­len wur­de, dass man gedul­dig dar­auf war­te­te, dass sie etwas auf­schrei­ben und im Inter­net ver­öf­fent­li­chen wür­de, dann woll­te man näm­lich sofort inter­es­san­te und auch weni­ger inter­es­san­te Abtei­lun­gen ihrer neu hin­zu­ge­füg­ten Geschich­te und ihre Gedan­ken mar­kie­ren mit­tels eines Maus­zei­gers, um die in die­ser mar­kier­ten Abtei­lung befind­li­chen Wör­ter zu kopie­ren, sie durch Spei­cher eines oder meh­re­rer Com­pu­ter zu trans­por­tie­ren, bis eben jene Zei­chen, die gestoh­le­ne Zei­chen waren, an einer wei­te­ren Stel­le im Inter­net unter Tex­ten, die nicht gestoh­len wor­den waren, zum Still­stand kom­men wür­den. Den Zei­chen selbst war nie­mals anzu­se­hen, dass sie eigent­lich nicht dort hin­ge­hör­ten, dass sie frem­de Zei­chen waren. Als nun die bestoh­le­ne Frau zufäl­li­ger­wei­se bemerk­te, dass sie beraubt und immer wei­ter beraubt wor­den war, woll­te sie sich weh­ren. Sie bemüh­te sich um Unter­stüt­zung, sie bat ihre bes­ten und auch weni­ger gute Freun­de zu lesen, was sie notiert hat­te, Text­stel­len zu ver­glei­chen und Ankla­ge zu erhe­ben. Eini­ge Tage spä­ter bereits mach­te sich die Frau auf den Weg in die Wäl­der, jemand behaup­te­te, sie sei nicht gewan­dert, son­dern geflo­hen. Jetzt, vor­ges­tern, soll sie gefun­den wor­den sein. Man berich­tet, dass sie schwei­gend auf einem recht hohen Baum sit­zen wür­de. Sie lese in Büchern, die sie mit Schnü­ren an Ästen des Bau­mes befes­tigt habe. Sie wol­le par­tout nicht her­un­ter­stei­gen. Es wer­de doch bald Win­ter wer­den. — stop
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vom suchwörterschatten

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echo : 0.55 — Ein fas­zi­nie­ren­der Such­wör­ter­schat­ten, der Par­tic­les in den ver­gan­ge­nen Mona­ten berühr­te: Tat­ter­mandl . Herz­oh­ren . Papier­haut . Schne­cken­ge­schich­ten . Was­ser­woh­nun­gen . künst­li­cher Baby­bauch zum Sel­ber­ma­chen . Andre­as Ein­fin­ger . Brust­milch­gang . Kal­kut­ta . Mann ohne Mund . Stöp­sel­kopf­amei­se. Aber auch Ver­suchum Ver­such, das Wort Par­tic­les zu for­mu­lie­ren: par­tic­lees . par­ti­ce­les . par­ti­cals . xpar­tic­les . part­tic­les. – Habe ich je über Coco Cha­nels Win­ter­müt­ze notiert? – stop

trompetencode

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wörterbilder

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echo : 2.12 — In der Stadt Kyiv sol­len noch Mona­te nach der Hava­rie des Reak­tors 4 in Tscher­no­byl Stra­ße um Stra­ße ent­lang der Häu­ser­wän­de per­fo­rier­te Roh­re instal­liert wor­den sein, aus wel­chen Was­ser ström­te, um das strah­len­de Gift von den Stra­ßen zu schwem­men. Eine Bekann­te erzähl­te mir von der Exis­tenz die­ser Roh­re, sie war damals in Kyjiw für eini­ge Tage. Ich ken­ne die­ses Bild, ich erin­ne­re mich, das ein Wör­ter­bild ist, kein Licht­bild, da ich kei­ne Foto­gra­fie in der digi­ta­len Sphä­re ent­de­cke. Wie lan­ge Zeit soll­te ich suchen? Stun­den? Oder Tage? Das Wör­ter­bild scheint plau­si­bel zu sein, oder sogar wahr­schein­lich. Wie vie­le Men­schen exis­tie­ren in der Stadt, in der ich lebe, also in mei­ner unmit­tel­ba­ren Nähe, die mit dem Tod bedroht wer­den, weil sie sich Glau­ben und wei­te­ren Ritua­len wider­set­zen? — stop

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samstags

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fox­trott : 5.12 — Frü­her Nach­mit­tag, Som­mer. Ich beob­ach­te auf einem Fähr­schiff, das nach Sta­ten Island fährt, einen älte­ren Mann bei kon­zen­trier­ter Arbeit. Er sitzt auf einer Bank des Pro­me­na­den­decks, tief über ein Buch gebeugt. Eini­ge Kin­der tol­len in sei­ner Nähe her­um, er nimmt, so sehr ist er bemüht, mit einem Blei­stift den Zei­len eines Buches zu fol­gen, kei­ne Notiz von ihnen. Ich den­ke zunächst, der alte Mann wür­de sei­ne Augen mit­hil­fe eines Blei­stifts ent­lang der Zei­chen­li­nie füh­ren, aber als ich mich nähe­re, ent­de­cke ich Wort für Wort eine leich­te Ver­zö­ge­rung der Bewe­gung, die aus der Ent­fer­nung betrach­tet doch wie eine flie­ßen­de Bewe­gung wirkt. Am Ende jeder Zei­le notiert der Mann eine Zif­fer, ver­mut­lich des­halb, weil er die Wör­ter des Buches zählt. Das ist selt­sam und zugleich berüh­rend, wie er so selbst­ver­ges­sen auf dem gro­ßen Schiff ver­weilt, und ich hof­fe, er möge auf Sta­ten Island ange­kom­men, mit dem nächs­ten Schiff zurück­fah­ren nach Man­hat­tan, und wie­der­um auf sei­nem Trans­fer Wör­ter zäh­len. Als das Schiff an das St. Geor­ge Ter­mi­nal anlegt, schließt der alte Mann das Buch, ver­staut sei­nen Blei­stift in einer Tasche sei­nes Jacketts, erhebt sich mühe­voll, um das Schiff lang­sam gehend über die Brü­cke, die sich zur Fäh­re hin senk­te, zu ver­las­sen. Im Saal des Ter­mi­nals bleibt er für einen Augen­blick vor einem Aqua­ri­um ste­hen, betrach­tet die Fische oder sein Spie­gel­bild, um sich weni­ge Minu­ten spä­ter von der Men­schen­men­ge, die auf das war­ten­de Schiff strömt, mit­neh­men zu las­sen. Nebel ist auf­ge­kom­men, die Möwen, die das Schiff auf sei­nem Weg nach Man­hat­tan beglei­ten, still. Ich ste­he drau­ßen auf der Pro­me­na­de und beob­ach­te das Was­ser, wie es weit unten ent­lang des Schiffs­kör­pers schäumt. Gele­gent­lich schaue ich durch Fens­ter zu dem alten Mann hin, zu sei­nem Buch, sei­nem Blei­stift, sei­nen Hän­den. — stop
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schatten eines mädchens

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nord­pol : 0.58 — Ich notier­te: Viel­leicht ist das so, dass sich die See­le eines Ortes, bei­spiels­wei­se die See­le eines Fähr­schif­fes, auf Wör­ter über­trägt, wenn die­se Wör­ter an dem Ort, von dem sie erzäh­len, geschrie­ben wer­den wäh­rend einer län­ge­ren Zeit der Beob­ach­tung. Ich sehe, was ich nicht erfin­den kann. Oder ich erfin­de, was ich nur hier erfin­den kann. Ja, so könn­te das sein. South Fer­ry. Hur­ri­ca­ne Deck. Zit­tern­des, schep­pern­des Brum­men. Obwohl Mai, bläst eis­kal­ter Wind durch eine halb­ge­öff­ne­te Tür ins Inne­re des Schif­fes. Ein Mäd­chen, das unent­wegt lei­se spricht, hüpft über den höl­zer­nen Boden des Decks. May i have your atten­ti­on, plea­se. The Fer­ry is docking short­ly. Die Stim­me des Mäd­chens, die kaum hör­bar ist, aber sicht­bar, spricht die Sät­ze der Maschi­nen­stimm­loops nach. Sie lacht und eilt, ihre Mut­ter hin­ter sich her zie­hend, zum Heck des Schif­fes, wo sich in die­sem Moment das Land dem Schiff durch die Dun­kel­heit in Gestalt einer eiser­nen Brü­cke ent­ge­gen fal­tet, Trom­pe­ten­ge­räu­sche, wim­mern­des Metall, Klän­ge, die das lachen­de Mäd­chen imi­tie­rend zu über­tö­nen sucht. Ein paar Möwen, die dicht über dem Schiff krei­sen, ver­ren­ken ihre Köp­fe, als ob sie dem Mäd­chen zuhö­ren wür­den. — stop
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minutenzeitung

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hima­la­ya : 5.16 — Ges­tern erzähl­te Mut­ter, nein, nein, sie lese kei­nes­wegs lang­sa­mer durch ihre mor­gend­li­che Zei­tung als frü­her noch, viel­mehr sei­en die Zei­tun­gen selbst schwe­rer, das heißt, umfang­rei­cher oder dicker gewor­den. Das kön­ne nie­mand mehr lesen, jeden Tag eine neue dicke Zei­tung. Ich dach­te, man müss­te ein­mal die Zeit anhal­ten, sagen wir für zwei oder drei Mona­te. Alles wür­de zit­ternd still­ste­hen auf unse­rer Erd­ku­gel, allein Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten wären noch beweg­lich. Sie rei­sen nun her­um, betrach­te­ten fünf Minu­ten Zeit welt­weit, die sich über­all so lan­ge wie­der­holt, bis sie von Spra­che und Foto­gra­fie erfasst sein wird. In einem Flücht­lings­la­ger hält eine Groß­mutter ein gera­de gebo­re­nes Kind aus einem Zelt her­aus, der Vater kippt etwas Regen­was­ser über den klei­nen rosa­far­be­nen Leib, und schon sind fünf Minu­ten Zeit ver­gan­gen und das Kind wie­der in den Leib der Mut­ter zurück­ge­kehrt. Als das Kind unver­züg­lich erneut gebo­ren wird, sind drei wei­te­re Foto­gra­fen vor das Zelt getre­ten, um das Kind zu foto­gra­fie­ren, wie es von sei­nem Vater gewa­schen wird. In Oslo sto­ßen zwei Stra­ßen­bah­nen so lan­ge gegen­ein­an­der, bis end­lich über sie berich­tet wird. Auf Neu­see­land, nahe Parapa­ra, fällt ein Kind von einem Baum, Minu­ten­wei­se klet­tert es wie­der hin­auf und fällt wie­der zu Boden, ehe ein Repor­ter vor­über kom­men wird, um viel­leicht gera­de noch recht­zei­tig das Kind auf­zu­fan­gen. Auch die alte Mar­tha will bemerkt wer­den, sie hat wie­der ein­mal ein paar Match­box­au­tos ver­schluckt in Lon­don im Kauf­haus bei Har­rods. Eine umfang­rei­che Zei­tung könn­te ent­ste­hen, eine Welt­zei­tung von 5 Minu­ten Zeit, die von zehn­tau­sen­den Jour­na­lis­ten notiert wur­de, die wie Wan­der­amei­sen Blät­ter, Wör­ter, Gedan­ken, Foto­gra­fien sam­mel­ten, um zu erzäh­len, was der Fall ist. – Fünf Uhr sech­zehn in Ido­me­ni, Grie­chen­land. – stop
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herzhaut

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vic­to­ry : 0.55 — Ein grie­chi­scher Minis­ter soll geäu­ßert haben, sein Land sei doch kein Lage­r­ort mensch­li­cher See­len. In der Zei­tung, die von die­sem Ereig­nis berich­te­te, waren auf einer Foto­gra­fie Fern­seh­ka­me­ras und eben ein klei­ner, run­der Herr zu sehen, der im Moment der Auf­nah­me zu spre­chen schien. Tat­säch­lich wür­de der Aus­druck sei­nes Gesich­tes sich gut sei­nem doku­men­tier­ten Gedan­ken fügen, der in der Bild­un­ter­schrift ver­zeich­net ist, ein wenig Wut dort, Empö­rung, gleich­wohl eine Trau­rig­keit, die nahe der Wahr­neh­mung tau­sen­der Ret­tungs­wes­ten, die an grie­chi­schen Strän­den lie­gen, wohl­tu­end authen­tisch wirkt. Erin­ner­te mich an einen Satz, den Tho­mas Bern­hard einer Kame­ra erzähl­te: Das, was nie­mand sieht, das hat einen Sinn auf­zu­schrei­ben. Aber zunächst ist alles noch gut sicht­bar. Men­schen sit­zen in einem Bus, vor dem Bus tobt eine dunk­le Men­schen­kopf­wol­ke, die gif­ti­ge Wör­ter spukt. Rei­se­ge­nuss in gel­ber Leucht­schrift, wie eine Ver­höh­nung, ist an der Kopf­sei­te des Bus­ses anstatt einer Ziel­an­ga­be zu lesen, wo Claus­nitz ste­hen könn­te. Einen Tag spä­ter wird der Ver­such unter­nom­men, Schuld­last in den Bus zu ver­schie­ben, es wer­de, sagt ein Poli­zei­of­fi­zier, auch gegen Geflüch­te­te ermit­telt. Wenn man nun lan­ge genug spre­chen und schrei­ben wird in den Räu­men der Bewe­gung, wird das Gewünsch­te zur wirk­li­chen Wirk­lich­keit wer­den. Es ist zum Fürch­ten, wie frü­her, alles noch da, der har­te Blick auf Men­schen in Not, auf Men­schen mit Kof­fern in der Hand. — stop

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