Aus der Wörtersammlung: mensch

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radare

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whis­key : 0.02 — Für die Posi­ti­on par­tic­les in der digi­ta­len Sphä­re waren ges­tern, Frei­tag, 3. Mai, 12.718 Besu­che, Auf­ru­fe, Berüh­run­gen zu ver­zeich­nen. 324 Besu­che schei­nen von mensch­li­cher Natur gewe­sen zu sein, 12394 Besu­che sind ver­mut­lich Maschi­nen, Com­pu­ter­pro­gram­men, Rou­ti­nen wie Rada­ren zuzu­ord­nen. — Past mid­night. Never knew such silence. — stop

menschendaemmerung

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chicago

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tan­go : 6.05 — Im Pal­men­gar­ten abends bei leich­tem Regen auf einer Bank. Neben mir saß ein Mann, der mich nicht sehen, aber hören konn­te. Ich bemerk­te nicht sofort, dass er blind war, weil ich unter einem Regen­schirm saß, auch der Mann hat­te einen Regen­schirm über sich auf­ge­spannt. Kaum hat­te ich Platz genom­men, notier­te ich zunächst eine Lis­te von Büchern in mein Note­book, die sich mit der Arbeits­welt der Men­schen beschäf­ti­gen. Sie schrei­ben schnell, sag­te der Mann plötz­lich, sie sind wohl geübt. Sie haben viel­leicht etwas im Kopf, das sie los­wer­den wol­len. Als ich mich dem Mann zuwen­de­te, bemerk­te ich, dass er den Regen­schirm in eine lang­sa­me Dre­hung ver­setzt hat­te, sein Gesicht konn­te ich nicht erken­nen. Wenn das mei­ne Schreib­ma­schi­ne wäre, könn­te ich Ihnen genau sagen, was sie gera­de geschrie­ben haben. Ich kann hören, was mei­ne Schreib­ma­schi­ne schreibt. Der Mann mach­te eine kur­ze Pau­se. Was haben sie denn auf­ge­schrie­ben, woll­te er dann wis­sen. Ich ant­wor­te: Eini­ge Namen, Namen, die sie viel­leicht schon ein­mal gele­sen haben. Mel­ville. Bukow­ski. Upt­on Sin­clair. Max von der Grün. – Gele­sen nicht, ant­wor­te­te der Mann, aber gehört habe ich zwei der Namen. Upt­on Sin­clairs Dschun­gel­buch exis­tiert in eng­li­scher Spra­che als Hör­buch für Blin­de oder für Men­schen, die nicht lesen wol­len. Ich wür­de ger­ne lesen, aber das geht ja nicht so leicht, wenn man nichts sieht. Der Mann lach­te. Ich höre dem Regen ger­ne zu, aus mei­ner Sicht der Din­ge ist das so, als wür­de der Regen schrei­ben, hören Sie, wie es reg­net, wie es schreibt. Ist das nicht wun­der­bar! – Ich frag­te den Mann, ob er denn lesen oder hören kön­ne, was der Regen genau notiert in die­sem Augen­blick. – Aber natür­lich, ant­wor­te­te der Mann, es ist mit jedem Regen etwas ande­res, nicht wahr, der Regen, der auf das Meer fällt, erzählt etwas ande­res, als die­ser Regen hier, der über einem klei­nen See nie­der­geht. Für einen Moment stand der Regen­schirm neben mir ganz still. Ich hör­te ein Flüs­tern: Die­ser Regen hier erzählt von Chi­ca­go. — stop

ping

ping

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lilly

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del­ta : 0.05 — Ich woll­te mit einem armen Men­schen spre­chen, woll­te erfah­ren, wie es ist, mit­tel­los gewor­den zu sein. Ich hat­te Glück, eine Bekann­te, die für die Bahn­hofs­mis­si­on arbei­tet, erwähn­te eine selt­sa­me Frau, Lil­ly, die sich seit Mona­ten auf den Bahn­stei­gen 22, 23 oder 24 gewöhn­li­cher­wei­se auf­hal­ten wür­de, sie sei sehr lieb und sehr arm und wür­de ger­ne erzäh­len. Ich ent­deck­te Lil­ly auf einer Bank sit­zend, Bahn­steig 18, sie war zunächst eher scheu gewe­sen, aber dann doch bereit sich mit mir zu unter­hal­ten. Ja, Lil­ly. Sie spricht schnell, wenn sie spricht, und sie schämt sich ein biss­chen, viel­leicht des­halb, weil sie ahnt, dass sie nicht so gut riecht, wie sie ger­ne rie­chen möch­te, und ihr Haar, das hell gewor­den ist an der ein oder ande­ren Stel­le, scheint feucht und kleb­rig gewor­den zu sein vom Talg. Ich fas­se zusam­men, was Lil­ly etwas durch­ein­an­der her­umer­zähl­te. Wenn eine Frau arm gewor­den sei, wenn eine Frau auf der Stra­ße leben müs­se, erklär­te Lil­ly, soll­te sie zunächst ver­su­chen, solan­ge Zeit wie mög­lich ihren Sta­tus der Armut zu ver­ber­gen, sie soll­te so wir­ken, als habe sie noch Geld zur Ver­fü­gung, als sei alles in Ord­nung, dann wür­de man sie aus den War­te­räu­men eines Bahn­ho­fes bei­spiels­wei­se oder eines Flug­ha­fens nicht ver­trei­ben. Sie tra­ge aus genau die­sem Grund noch immer einen Hosen­an­zug, manch­mal, bei gnä­di­gem Licht, wir­ke sie so, als wür­de sie zur Arbeit gehen oder soeben von der Arbeit kom­men. Mei­ne Schu­he sind geputzt, und wenn ich sie scho­nen wer­de, soll­ten sie doch noch lan­ge Zeit als Schu­he einer erfolg­rei­chen Frau erschei­nen. Ich habe gelernt, im Sit­zen zu schla­fen, weiß jeder­zeit, wo ich mich waschen könn­te, auch mei­ne Blu­se, mei­ne Strümp­fe, es ist sehr anstren­gend, mich selbst und mei­ne Klei­dung in all­ge­mein zugäng­li­chen Toi­let­ten­räu­men zu säu­bern, immer­zu bin ich erschöpft, nie­mand kennt mich per­sön­lich, weiß, woher ich kom­me, ahnt, wer ich ein­mal gewe­sen bin. Ich esse spar­sam, ich esse, was ich fin­de, und trin­ke aus öffent­li­chen Brun­nen. Ich darf nicht rau­chen, ich darf kei­nen Alko­hol trin­ken, das ist ja selbst­ver­ständ­lich in mei­ner Lage! Ein­mal im Jahr neh­me ich einen Zug und fah­re im Win­ter nach Süden, ein wei­te­res Mal fah­re ich im Som­mer nach Nor­den, aber das ist nur aus­ge­dacht. Ich lese Zei­tun­gen, die ich da und dort ent­de­cke. Ich spre­che mit den Tau­ben, lei­se, sehr lei­se, damit ich nicht ver­rückt wer­de. In mei­nem Kof­fer befin­det sich eine zwei­te Blu­se, und dies und das und ein Paar Turn­schu­he, ein Hals­tuch in roter Far­be, ein Hals­tuch in gel­ber Far­be, ein Hals­tuch in blau­er Far­be, das grü­ne Tuch tra­ge ich gera­de in die­sem Moment, ich habe einen schö­nen Hals, nicht wahr! Ja, ich darf nicht rau­chen und nicht trin­ken und nicht ver­rückt wer­den, das ist drin­gend, ich muss bei mir sein, ich fürch­te Schlaf­häu­ser, ich fürch­te die­se schreck­li­chen Schlaf­häu­ser, ich bin mir nicht sicher, ob ich noch bin. — stop

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ai : SUDAN

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MENSCH IN GEFAHR: „Sand­ara Farouq Kadou­da wur­de am 12. April ver­mut­lich von Ange­hö­ri­gen des suda­ne­si­schen Geheim­diens­tes ent­führt. Der Ver­bleib der Ärz­tin und zwei­fa­chen Mut­ter ist unbe­kannt. Sand­ara Farouq Kadou­da war am 12. April zu einer Ver­an­stal­tung in Omdur­man unter­wegs, die von der poli­ti­schen Oppo­si­ti­on in den Räum­lich­kei­ten der Natio­nal Umma Par­ty orga­ni­siert wor­den war. Kurz nach 17.00 Uhr wur­de ihr Wagen von eini­gen Män­nern in Zivil­klei­dung ange­hal­ten, die allem Anschein nach Ange­hö­ri­ge des Geheim­diens­tes (Natio­nal Intel­li­gence Secu­ri­ty Ser­vice — NISS) waren. Die Män­ner nah­men ihr das Han­dy ab, als sie gera­de mit einer Freun­din tele­fo­nier­te. Die­se hör­te lau­te Stim­men, als Sand­ara Farouq Kadou­da jeman­den nach sei­nem Aus­weis frag­te. Kurz dar­auf wur­de das Han­dy abge­stellt. Der Wagen von Sand­ara Farouq Kadou­da wur­de 30 Minu­ten spä­ter an der Stra­ße gefun­den, er war ver­las­sen und die Schlüs­sel steck­ten noch. Die Fami­lie von Sand­ara Farouq Kadou­da zeig­te den Vor­fall bei der Poli­zei und dem NISS an. Bis­her wei­gern sich die Behör­den jedoch, Infor­ma­tio­nen über ihren Ver­bleib und ihren Gesund­heits­zu­stand preis­zu­ge­ben. Sand­ara Farouq Kadou­da hat kei­nen Zugang zu einem Rechts­bei­stand oder ihrer Fami­lie. Sie lei­det an chro­ni­scher Unter­zu­cke­rung und muss daher einen spe­zi­el­len Ernäh­rungs­plan ein­hal­ten und täg­lich Medi­ka­men­te ein­neh­men. Aller­dings ist unklar, ob sie Zugang zu der benö­tig­ten medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung hat. Sie ist zudem in Gefahr, gefol­tert und ander­wei­tig miss­han­delt zu wer­den.“ — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­le­ne schrift­li­che Aktio­nen, mög­lichst unver­züg­lich und nicht über den 25. Mai hin­aus, unter »> ai : urgent action

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von fröschen

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echo : 5.16 — Ein Buch, das ich ges­tern in einer Post­fi­lia­le, Prenz­lau­er­stra­ße 86, abho­len woll­te, war nicht erreich­bar, da die Post­fi­lia­le, die mich von der Lage­rung des Buches tele­fo­nisch unter­rich­tet hat­te, geschlos­sen wer­den muss­te, die Ange­stell­ten der Filia­le sind in einen Streik getre­ten. Das war nicht wei­ter schlimm, weil vor­sorg­lich am Abend zuvor Brie­fe und Bücher­sen­dun­gen in eine benach­bar­te Post­fi­lia­le abtrans­por­tiert wur­den, wie eine hand­schrift­li­che Notiz bezeug­te. Ich setz­te mich auf mein Fahr­rad und fuhr in die Ber­li­ner­stra­ße 8, wo sich mein Buch inzwi­schen auf­hal­ten soll­te. Aber auch dort war nie­mand anzu­tref­fen, aller­dings der Hin­weis, alle Sen­dun­gen die­ser Filia­le, sowie über­nom­me­ne Sen­dun­gen der Prenz­lau­er­stra­ße 86, sei­en wegen außer­or­dent­li­cher Betriebs­ver­samm­lung in die Filia­le am Madri­der Platz ver­bracht. Zügig radel­te ich wei­ter, eine doch beträcht­li­che Stre­cke war zurück­zu­le­gen quer durch die Stadt, es reg­ne­te, und ich dach­te noch, der Him­mel scheint beheizt zu sein, som­mer­lich war­mes Was­ser, die Luft duf­te­te nach Flie­der, über den Asphalt der Stra­ßen hüpf­ten tau­sen­de umbra­far­be­ne Frö­sche, wei­che Kör­per, laut­los, klag­los. Nahe dem Madri­der Platz, unter Kas­ta­ni­en­bäu­men, hock­ten ein paar Leu­te wie unter Schir­men dicht an dicht. Es wur­de lang­sam dun­kel. Ich mei­ne, zu die­sem Zeit­punkt bemerkt zu haben, dass man an der Art und Wei­se, wie Men­schen sich Schutz suchend auf den Boden set­zen, erken­nen kann, wie alt sie sind. – stop

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landschaft überall

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romeo : 1.02 — Irgend­wann, nach­dem er wach gewor­den am Nach­mit­tag, muss K. einen Brief notiert haben. Bei die­sem Brief nun han­delt es sich um einen beson­de­ren Brief, denn er ist von einem muti­gen Mann aus­ge­dacht, von einem Mann, der lan­ge Zeit über­leg­te, wie er sei­ne Gedan­ken for­mu­lie­ren soll­te, an den Vor­stand, der über sein Leben zu bestim­men wünscht. K. sol­le anstatt vier in Zukunft sechs Näch­te einer Woche zur Arbeit an den Maschi­nen erschei­nen. Es sind fei­ne, ja zar­te Wor­te, die K. für sei­ne Anspra­che wähl­te, ich hät­te sie ihm nie­mals zuge­traut, höf­lich und trau­rig: Nun wer­de ich, schrieb K., sechs wei­te­re Stun­den in einem Zug ver­brin­gen, die nicht bezahlt sein wer­den, Stun­den, da mei­ne Frau mich ver­mis­sen und mög­li­cher­wei­se ein­mal des­halb ver­las­sen wird, es ist eine Tra­gö­die! Ich habe die­sen Brief, in dem von einer Tra­gö­die die Rede ist, vor weni­gen Minu­ten foto­gra­fiert, er wur­de von Hand geschrie­ben, ich erkann­te die Schrift eines betrun­ke­nen Kin­des, die­se Hän­de, sie zit­ter­ten, weil K. sich fürch­te­te, in dem Moment, da er schrieb, oder über­haupt. Ob er mir den Brief auf sei­nem Com­pu­ter auf­schrei­ben kön­ne, frag­te ich K.: Wür­dest Du mir Dei­nen Brief bit­te per E‑Mail sen­den, damit ich ihn wei­ter­ge­ben kann? So etwas habe ich nicht, ant­wor­te­te K., einen Com­pu­ter, E‑Mail, Inter­net. Er habe auch kein Tele­fon, fuhr er fort, kein Tele­fon mit Schnur, und auch kein Tele­fon, das er sich in die Hosen­ta­sche ste­cken könn­te. Du bist der ers­te Mensch, setz­te K. hin­zu, der einen Brief, den ich geschrie­ben habe, foto­gra­fiert, als sei er eine Land­schaft. Manch­mal begeg­ne ich K. im Zug, der zum Flug­ha­fen fährt, ich grü­ße ihn und er freut sich. Er liest dort seit Jah­ren immer in dem­sel­ben Buch. Manch­mal hält er das Buch fest an sei­ne Brust gedrückt, dann ist er ein­ge­schla­fen. — stop

hanoi

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mitternacht im garten von gut und böse

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kili­man­dscha­ro : 1.52 — Es ist heiß und schwül. Ein Ven­ti­la­tor dreht sich lang­sam über dem Tre­sen einer Bar. Zwie­licht. Auf einem Hocker vor einem Glas Whis­key sitzt ein trin­ken­der Mann, der bereits betrun­ken zu sein scheint. Wir befin­den uns in Ame­ri­ka irgend­wo im Süden, ich glau­be in Sav­an­nah. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, auch nicht in wel­chem Film prä­zi­se der trin­ken­de Mann auf einem Stuhl vor einem Glas Whis­key sitzt. Das Selt­sa­me, das Beson­de­re an die­sem Mann ist, dass um sei­nen Kopf her­um Flie­gen schwir­ren, die sich nicht ent­fer­nen, weil sie in irgend­ei­ner Wei­se an dem Kopf selbst oder in sei­ner Nähe befes­tigt wur­den, Flie­gen, die sozu­sa­gen Gefan­ge­ne oder Haus­tie­re des trin­ken­den Man­nes sind. Plötz­lich fällt mir ein, dass sich die­se Sze­ne in dem Film Mit­ter­nacht im Gar­ten von Gut und Böse ereig­net haben könn­te, den ich vor eini­ger Zeit beob­ach­tet und in Besitz genom­men hat­te. Also suche ich nach der Sze­ne im Film und ent­de­cke bald einen hel­len Ort, einen Imbiss, in dem ein Mann namens Lucer vor einem Tre­sen sitzt. Der Mann ist weder betrun­ken noch exis­tiert ein Glas Whis­key, aber eine Tas­se Kaf­fee. Um sei­nen Kopf her­um schwir­ren Bie­nen, deren Kör­per nun tat­säch­lich an Fäden befes­tigt sind, wel­che wie­der­um mit Hemd und Hose des Man­nes unmit­tel­bar in Ver­bin­dung ste­hen. Eini­ge Bie­nen haben auf dem haar­lo­sen Kopf des Man­nes Platz genom­men, er scheint sich dar­über zu wun­dern, dass man ihn beob­ach­tet. In der 46. Minu­te der Film­zeit ver­lässt der Mann den klei­nen Laden, um sofort wie­der rück­wärts ein­zu­tre­ten. Ich neh­me an, ich erin­ner­te mich an die­se Sze­ne, weil ich gegen 22 Uhr eine Nach­richt von Atom­bat­te­rien gele­sen hat­te, die nicht stär­ker als ein mensch­li­ches Haar sein sol­len und in der Lage, hun­der­te Jah­re klei­ne­re Maschi­nen mit Strö­men zu ver­sor­gen. Das war in der Tat eine wun­der­ba­re Nach­richt, weil ich jetzt ernst­haft über die Exis­tenz künst­li­cher Tau­ben­schwänz­chen nach­zu­den­ken ver­mag, Wesen, die ein mensch­li­ches Leben von sei­nem Anfang bis zu sei­nem Ende als flie­gen­de Satel­li­ten beglei­ten und doku­men­tie­ren könn­ten. Wie sie nun in der Nacht lei­se sum­mend dicht über den Schla­fen­den schwe­ben und war­ten. — stop
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ai : KONGO

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MENSCHEN IN GEFAHR: „Zahl­rei­che Men­schen­rechts­ver­tei­di­ger wer­den in der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go seit dem 15. März ohne Kon­takt zur Außen­welt fest­ge­hal­ten. Sie hat­ten im Elo­ko-Maka­si-Jugend­zen­trum in der Haupt­stadt Kin­sha­sa eine Pres­se­kon­fe­renz gege­ben, die von Sicher­heits­kräf­ten gewalt­sam auf­ge­löst wur­de. / Am 15. März stürm­ten Sicher­heits­kräf­te eine Pres­se­kon­fe­renz im Elo­ko-Maka­si Jugend­zen­trum in Kin­sha­sa, der Haupt­stadt der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go. Sie nah­men etwa 30 Per­so­nen fest, dar­un­ter Mit­glie­der der kon­go­le­si­schen Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on Lut­te pour le Chan­ge­ment (LUCHA), der sene­ga­le­si­schen Bewe­gung Y’en a Mar­re, der bur­k­in­i­schen Grup­pe Balai Citoy­en, sowie einen US-ame­ri­ka­ni­schen Diplo­ma­ten und anwe­sen­de Journalist_innen. Die Pres­se­kon­fe­renz wur­de im Anschluss an einen Work­shop über die Betei­li­gung von Jugend­li­chen an poli­ti­schen Pro­zes­sen im Vor­feld der anste­hen­den Wah­len im Land abge­hal­ten. Ver­an­stal­ter waren die ört­li­chen NGOs la Jeu­nesse pour une Nou­vel­le Socié­té (JNS), le Forum Natio­nal de la Jeu­nesse pour l’Ex­cel­lence (FNJE) und Lut­te pour le Chan­ge­ment (LUCHA). / Amnes­ty Inter­na­tio­nal lie­gen Infor­ma­tio­nen dar­über vor, dass eini­ge Per­so­nen wäh­rend der Fest­nah­me von den Sicher­heits­kräf­ten miss­han­delt wur­den. Ein Augen­zeu­ge berich­te­te, dass Per­so­nen von den Sicher­heits­kräf­ten schi­ka­niert und grob behan­delt wur­den, bevor man sie an unbe­kann­te Orte ver­brach­te. Der US-ame­ri­ka­ni­sche Diplo­mat und die aus­län­di­schen Journalist_innen wur­den noch am sel­ben Tag wie­der frei­ge­las­sen, die sene­ga­le­si­schen und bur­k­in­i­schen Aktivist_innen wur­den aus­ge­wie­sen. Wei­te­re kon­go­le­si­sche Menschenrechtler_innen befin­den sich nach wie vor ohne Kon­takt zur Außen­welt an unbe­kann­ten Orten in Haft. Ihnen dro­hen Fol­ter und ande­re Miss­hand­lun­gen. / Amnes­ty Inter­na­tio­nal sieht die­se Angrif­fe auf die Meinungs‑, Ver­samm­lungs- und Ver­ei­ni­gungs­frei­heit mit gro­ßer Sor­ge.“ — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­le­ne schrift­li­che Aktio­nen, mög­lichst unver­züg­lich und nicht über den 4. Mai hin­aus, unter »> ai : urgent action

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masuleh

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nord­pol : 15.08 — Fol­gen­de E‑Mail, die ein Mann namens Lorenz geschrie­ben haben könn­te, erreich­te mich in der ver­gan­ge­nen Nacht um 2.07.15 Uhr: fd gmzin­li­qj cey­o­jii dy inti­ai lai­mi­su­uv tie­hurehn dw. Ich wun­der­te mich, weil ich Lorenz nicht ken­ne. Weder war ein Link zu fin­den, noch konn­te ein Über­set­zungs­pro­gramm den Text erschlie­ßen. Auch mit­tels der feh­len­den Zei­chen im Text, die für einen kom­plet­ten Daten­satz unse­res Alpha­be­tes unver­zicht­bar wären, ließ sich kei­ne ver­ständ­li­che Nach­richt ent­zif­fern: b k p x. Sobald ich Lorenz ant­wor­te­te, erhielt ich den Hin­weis, mein Schrei­ben sei nicht zustell­bar. Denk­bar ist, dass ich einen ver­schlüs­sel­ten Text emp­fan­gen habe, oder einen Brief ohne jeden Sinn, ein Par­ti­kel vom Hin­ter­grund­rau­schen, das zuneh­men, das immer lau­ter wer­den könn­te. — An alten, höl­zer­nen Türen der ira­ni­schen Stadt Masu­leh sol­len je zwei Tür­klop­fer befes­tigt sein, einer für männ­li­che, der ande­re für weib­li­che Men­schen. — stop

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