Aus der Wörtersammlung: geste

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beobachtung

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ulys­ses : 6.12 — Wäh­rend ich Jack Kerou­acs Roman On the Road in der unge­kürz­ten Fas­sung als E‑Book las, bemerk­te ich, dass ein Com­pu­ter , ver­mut­lich von Nord­ame­ri­ka aus ver­zeich­ne­te, wel­che Zei­len die­ses Romans von Lesern oder Lese­rin­nen wäh­rend ihrer Lek­tü­re mar­kiert wor­den waren. Eine aus­ge­dehn­te, prä­zi­se Leser­be­ob­ach­tung scheint kaum merk­lich Stun­de, um Stun­de voll­zo­gen zu wer­den. Ich stell­te mir vor, Licht­ma­schi­nen, die von Men­schen in der Hand gehal­ten wer­den, doku­men­tie­ren, wie lan­ge Zeit sich lesen­de Men­schen mit einem bestimm­ten Text beschäf­ti­gen, wie sie den Text stu­die­ren, ob sie die Lek­tü­re der ein oder ande­ren Sei­te wie­der­ho­len, an wel­chen Text­or­ten ihre Augen inne­hal­ten oder ihre Hän­de über den Bild­schirm strei­chend vor­wärts blät­tern, wie vie­le Leser sich zunächst mit dem Ende einer Geschich­te beschäf­ti­gen, ehe sie die ers­te Sei­te des Tex­tes öff­nen, um nun tat­säch­lich mit der Lek­tü­re zu begin­nen, so wie sich der Autor oder Autorin die Lek­tü­re ihres Tex­tes ein­mal vor­ge­stellt haben könn­ten. Dass fun­ken­de Bücher Kör­per­tem­pe­ra­tu­ren mes­sen, Feuch­tig­keit, Sal­ze der Hän­de, wel­che sie berüh­ren, ist nicht unwahr­schein­lich. Man will wis­sen, weil man es wis­sen kann, an wel­cher Stel­le des Tex­tes Leser ver­lo­ren gehen oder von wel­cher Stel­le des Tex­tes an Leser rest­los ein­ge­fan­gen sind, ja, das ist denk­bar. Guten Mor­gen. Es ist der 16. Okto­ber, leich­ter Regen. — stop

ping

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kalkutta

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del­ta : 5.02 — Ein Brief, 12.5 Gramm schwer, den ich vor zwei Jah­ren als Son­de per Luft­post nach Kal­kut­ta schick­te, ist ges­tern zu mir zurück­ge­kom­men. Irgend­wann wäh­rend der ver­gan­ge­nen Mona­te muss ich ihn doch tat­säch­lich ver­ges­sen haben. Jetzt, da der Brief vor mir auf dem Schreib­tisch liegt, erin­ne­re ich mich prä­zi­se, dass ich ihn an ein zwei­stö­cki­ges Haus in einer Stra­ße adres­sier­te, die sich nicht in unse­rer Wirk­lich­keit befin­det. Da in Kal­kut­ta zahl­rei­che stra­ßen­lo­se Häu­ser exis­tie­ren sol­len, stell­te ich mir vor, ein Brief­trä­ger habe sich in dem Wunsch, mei­nen Brief erfolg­reich zustel­len zu kön­nen, ein Haus aus­ge­dacht, das an einer Stra­ße liegt, die tat­säch­lich exis­tiert, oder eine Stra­ße, die nicht exis­tiert für ein Haus, in dem ein Mann namens Sini Sha­pi­ro lebt. Spu­ren, die ich auf dem Kuvert des Brie­fes ent­deck­te, erzäh­len von drei oder vier Ver­su­chen, das Schrift­stück an Mr. Sha­pi­ro aus­zu­hän­di­gen, so fin­den sich auf der Ansichts­sei­te des Brie­fes die Stem­pel­mo­ti­ve Adres­se insuf­fi­san­te (Anschrift unvoll­stän­dig) sowie Pas de boî­te à ce nom (Kein Namens­schild), auf der Rück­sei­te indes­sen unles­ba­re hand­schrift­li­che Zei­chen, die mit Füll­fe­der oder Blei­stift auf­ge­tra­gen wor­den waren. Mög­li­cher­wei­se lager­te mein Brief zwei Jah­re lang auf einem Schreib­tisch in Kal­kut­ta unter wei­te­ren Brie­fen, die nicht zustell­bar waren. Mög­li­cher­wei­se, auch das ist denk­bar, wur­de von Zeit zu Zeit ein pos­ta­li­scher Spä­her in die Stadt ent­sandt, um nach­zu­se­hen, ob das Haus oder die Stra­ße, die kurz zuvor noch nicht exis­tier­ten, nun doch zu fin­den waren. Kürz­lich wur­de dann jeder wei­te­re Zustel­lungs­ver­such auf­ge­ge­ben. Ja, das ist denk­bar. Ich wer­de mei­nen weit gereis­ten Brief sorg­fäl­tig ver­wah­ren. Sicher ist: Mr. Sini Sha­pi­ro exis­tiert tat­säch­lich. Er lebt in Man­hat­tan in einem Haus an der Park Ave­nue Höhe 70. St., er liebt Brook­lyn. — stop

ping

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radionuklidbatterie

pic

~ : louis
to : mr. eliot
sub­ject : RADIONUKLIDBATTERIE

Lie­ber Eli­ot! Guten Mor­gen! Wie geht’s, wie steht’s? Ich frag­te mich, ob Du die Hit­ze, — auch bei Dir drü­ben soll es sehr heiß sein -, gut ver­tra­gen kannst? Ich sor­ge mich ein wenig, ver­mut­lich ohne Grund! Mir jeden­falls bekommt die Hit­ze nicht sehr gut. Auch Vaters alter Uhr nicht. Ich tra­ge sie, seit er gestor­ben ist vor vier Jah­ren. Jetzt ist sie ste­hen­ge­blie­ben, ver­mut­lich weil ihre Bat­te­rien in der war­men Luft müde gewor­den sind. Für ein paar Stun­den habe ich mir aus­ge­malt, dass die Zeit mei­nes Vaters nun end­gül­tig ende­te. Das ist schmerz­voll, ich wür­de ihm gern noch ein­mal erzäh­len von mei­nen Wün­schen, von einem Vogel bei­spiels­wei­se, der mein Leben verzeich­net, der mich beglei­tet, Gesprä­che, die ich täg­lich mit Men­schen füh­re oder heim­li­che Gesprä­che mit mir selbst. Auch wür­de vom Vogel auf­ge­nom­men, was ich gese­hen habe wäh­rend ich reis­te, einen Ken­tau­ren im Gebir­ge, Regen­trop­fen am Strand von Coney Island, eine schla­fen­de Hand, die zeich­ne­te. Manch­mal ist es ange­nehm, sich wün­schen zu kön­nen, was nicht mög­lich zu sein scheint, eine gro­ße Frei­heit der Spe­ku­la­tion. Aber in den ver­gan­ge­nen Tagen wur­de mir bewusst, dass die Ver­wirk­li­chung eines mich beglei­ten­den Vogel­we­sens nicht län­ger uto­pi­sch sein muss. Ich kann mir eine flie­gende Maschi­ne ohne wei­tere Anstren­gung vor­stel­len, ein künst­li­ches Luft­we­sen, vier Pro­pel­ler, ange­trie­ben von einer leich­ten Radio­nu­klidbat­te­rie, die sich tat­säch­lich für Jahr­zehnte an mei­ner Sei­te in der Luft auf­hal­ten könn­te, ein bei­nahe laut­lo­ses Wesen in der Gestalt eines Koli­bris, eines Tau­ben­schwänz­chens oder einer Bie­ne, davon erzähl­te ich schon. Ich weiß nicht war­um das so ist, ich habe den Ein­druck, wenn ich Vaters Uhr bald wie­der in Gang set­zen wer­de, wird sie mei­ne Uhr gewor­den sein, das ist viel­leicht ein wenig ver­rückt, oder auch nicht. Ges­tern habe ich eine Geschich­te von 18 Sei­ten Län­ge auf ein Ton­band gespro­chen und der­art beschleu­nigt, dass mei­ne Stim­me zu einem Geräusch von 10 Sekun­den Dau­er wur­de, eine Art Hoch­ge­schwin­dig­keits­hör­spiel, das ich selbst nicht hören konn­te, weil ich sehr hohe Geräu­sche seit lan­ger Zeit nicht mehr wahr­neh­me. Ich sen­de Dir die Datei anbei. Wür­dest Du bit­te prü­fen, ob Du selbst sie viel­leicht noch hören kannst, oder irgend­je­mand sonst? Mel­de Dich bald! Dein Lou­is

gesen­det am
10.09.2016
22.56 UTC
2453 zeichen

segelpferdchen

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60.432875 : 22.158961

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nord­pol : 6.08 — Eine tra­gi­sche Geschich­te soll sich in einer klei­nen, fin­ni­schen Stadt nahe Tur­ku ereig­net haben. Ich konn­te mir den Namen der Stadt nicht mer­ken, aber die Geschich­te sehr wohl, die mir ein Freund erzähl­te, wäh­rend wir gera­de auf ein Flug­zeug war­te­ten. Dort oben im Nor­den soll der Geschich­te zur Fol­ge, eine Frau mitt­le­ren Alters nach Jah­ren des Schrei­bens bemerkt haben, dass sie wie­der­holt bestoh­len wur­de, dass man gedul­dig dar­auf war­te­te, dass sie etwas auf­schrei­ben und im Inter­net ver­öf­fent­li­chen wür­de, dann woll­te man näm­lich sofort inter­es­san­te und auch weni­ger inter­es­san­te Abtei­lun­gen ihrer neu hin­zu­ge­füg­ten Geschich­te und ihre Gedan­ken mar­kie­ren mit­tels eines Maus­zei­gers, um die in die­ser mar­kier­ten Abtei­lung befind­li­chen Wör­ter zu kopie­ren, sie durch Spei­cher eines oder meh­re­rer Com­pu­ter zu trans­por­tie­ren, bis eben jene Zei­chen, die gestoh­le­ne Zei­chen waren, an einer wei­te­ren Stel­le im Inter­net unter Tex­ten, die nicht gestoh­len wor­den waren, zum Still­stand kom­men wür­den. Den Zei­chen selbst war nie­mals anzu­se­hen, dass sie eigent­lich nicht dort hin­ge­hör­ten, dass sie frem­de Zei­chen waren. Als nun die bestoh­le­ne Frau zufäl­li­ger­wei­se bemerk­te, dass sie beraubt und immer wei­ter beraubt wor­den war, woll­te sie sich weh­ren. Sie bemüh­te sich um Unter­stüt­zung, sie bat ihre bes­ten und auch weni­ger gute Freun­de zu lesen, was sie notiert hat­te, Text­stel­len zu ver­glei­chen und Ankla­ge zu erhe­ben. Eini­ge Tage spä­ter bereits mach­te sich die Frau auf den Weg in die Wäl­der, jemand behaup­te­te, sie sei nicht gewan­dert, son­dern geflo­hen. Jetzt, vor­ges­tern, soll sie gefun­den wor­den sein. Man berich­tet, dass sie schwei­gend auf einem recht hohen Baum sit­zen wür­de. Sie lese in Büchern, die sie mit Schnü­ren an Ästen des Bau­mes befes­tigt habe. Sie wol­le par­tout nicht her­un­ter­stei­gen. Es wer­de doch bald Win­ter wer­den. — stop
ping

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von hinten oder von der seite her

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echo : 2.12 — Ich dach­te ges­tern noch, dass ich den Faden einer Geschich­te mit Möwe, die mich kürz­lich auf einem Fähr­schiff besuch­te, ver­mut­lich so nie wie­der erle­ben wer­de. Trotz­dem beach­te­te ich in den dar­auf­fol­gen­den Tagen die Erschei­nun­gen der Möwen, wel­che auf dem Dach des alten Hau­ses saßen. Etwas war anders gewor­den. Ich hat­te bemerkt, dass es sich bei dem alten Haus um ein Hotel han­del­te. Ich kann­te nun den Namen des Hotels, obwohl ich nie dort gewe­sen war, ich hat­te das Gebäu­de in der digi­ta­len Sphä­re iden­ti­fi­ziert. Tage ver­ge­hen. Plötz­lich sit­ze ich in einem Zug. Es ist spät, dun­kel drau­ßen, Men­schen in mei­ner Nähe schla­fen, von Zeit zu Zeit tau­chen Lich­ter einer Stadt oder eines Dor­fes aus der Licht­lo­sig­keit. Ich beob­ach­te einen Film auf dem Bild­schirm mei­ner Schreib­ma­schi­ne. Es geht schön laut zu in dem Film, ich tra­ge Kopf­hö­rer, und ich den­ke, wenn ich nun in ein Atten­tat gera­ten wür­de, ich wür­de mög­li­cher­wei­se das Atten­tat nicht bemer­ken, solan­ge nicht bemer­ken, bis mir jemand von hin­ten oder von der Sei­te her in den Kopf schießt, auch das wür­de ich even­tu­ell nicht bemer­ken. — stop

josephine

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eine geschichte von büchern

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nord­pol : 4.02 — B. erzähl­te ges­tern, war­um sie ihren Lieb­ha­ber M. nun wirk­lich zum letz­ten Mal aus ihrer Woh­nung gewor­fen habe. Sie sei, sag­te sie, ihrem jun­gen Freund noch immer sehr ver­bun­den, aber es sei eben auch so, dass sie gelernt habe, nie­mals vor­her­sa­gen zu kön­nen, was M. Ver­rück­tes in der nächs­ten oder über­nächs­ten Stun­de unter­neh­men wür­de. Ein­mal habe er sich auf eine Stra­ße gelegt, um Kin­dern, die ihn beob­ach­te­ten, vor­zu­füh­ren, was gesche­hen wür­de, wenn sie bei Rot über die Stra­ße gin­gen. Er sei dann bald selbst über­fah­ren wor­den, nur weil die Kin­der win­kend auf der Stra­ße einem sich nähern­den Bus ent­ge­gen­ge­lau­fen sei­en, war er ver­mut­lich am Leben geblie­ben. Wie­der­holt, sie­ben oder acht Male, sei er außer­dem in das Klas­sen­zim­mer, in dem B. gera­de unter­rich­te­te, ein­ge­drun­gen, um ihr, mit Rosen bewaff­net, je einen Hei­rats­an­trag zu eröff­nen. Ein­mal, das wer­de sie nie­mals ver­ges­sen, sei M. wäh­rend einer Film­vor­füh­rung im Metro­po­lis-Kino auf­ge­sprun­gen und habe dar­um gebe­ten, den Film sofort anzu­hal­ten, zurück­zu­spu­len und lang­sam wie­der vor­wärts­lau­fen zu las­sen, da er etwas Beson­de­res beob­ach­tet haben woll­te, er sei sich aber nicht sicher gewe­sen, er müss­te das über­prü­fen. Nun also habe sich M. an ihrer, B.’s, Biblio­thek ver­grif­fen. Zwei­tau­send Bücher, sorg­fäl­tigst sor­tiert, Phi­lo­so­phie, Kunst, Rei­se, Dich­tung, ein Sys­tem, in dem sie sofort jedes gesuch­te Buch noch im Traum fin­den konn­te. Auch wenn er in guter Absicht gehan­delt haben moch­te, an einem Vor­mit­tag, da sie unter­rich­te­te, habe M. ihre Biblio­thek voll­kom­men neu orga­ni­siert, er habe ihre Bücher sowohl der Grö­ße, als auch der Far­be ihrer Buch­rü­cken nach in die Rega­le ein­sor­tiert, noch schlim­mer sei gewe­sen, dass er sich ihre Empö­rung nicht erklä­ren konn­te. Sie habe ihn in die Arme genom­men, und dann habe sie ihn behut­sam auf den Geh­steig vor ihr Haus gestellt. — stop
ping

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von blüten

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india : 5.08 — In einer expe­ri­men­tel­len Abtei­lung der Aka­de­mie bil­den­der Küns­te zu Man­aus wur­de ges­tern Abend gegen 18 Uhr eine Haut­zwerg­tul­pe auf die lin­ke Schul­ter einer jun­gen Künst­le­rin ver­pflanzt. Dort­hin wur­den bereits am Sonn­tag wäh­rend einer mehr­stün­di­gen Ope­ra­ti­on wei­te­re Haut­ge­wäch­se trans­por­tiert, ein Leber­blüm­chen, eine Nacht­schat­te­ni­ris, sowie zwei Sil­ber­dis­teln, die unver­züg­lich blüh­ten. Ein Wun­der, möch­te man mei­nen. — stop

mikroskop6

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k.a.i.r.o.

picping

MELDUNG. Fünf mit Hand­feu­er bewaff­ne­te Beam­te [ Soko K.a.i.r.o ] haben zu Arles zwei Ägyp­ter sicher­ge­stellt, fili­gra­ne Mei­ßel wei­ter­hin [ 0.3 Zoll Kan­ten­län­ge ], sowie zwei Hand­täsch­chen [ tür­ki­se ]. Fol­gen­de kryp­ti­sche Signa­tur war dem Sockel­ge­stein des Amphi­thea­ters [ inne­re Nord­sei­te ] bei­gebracht : 6MUG5DRS8. Auch die­se Ägyp­ter [ Ägyp­ter No 17 und 18 des lau­fen­den Jah­res ], je 178 cm hoch, mitt­le­res Alter, ver­wei­gern freund­lich jede Aus­sa­ge. – stop

ping

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auf stelzen

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del­ta : 5.15 — Ein merk­wür­di­ger Tag, die hal­be Stadt steht im Was­ser wie auf Stel­zen. Man hört das Was­ser nicht, aber es ist anwe­send, in den Kel­lern, in den Stim­men in den Tele­fo­nen, den Unter­füh­run­gen, den tie­fer gele­ge­nen Stra­ßen. Spät, hoch auf einem Stelz­haus, sag­te Mar­gue­ri­te Duras in einem Gespräch mit dem fran­zö­si­schen Regis­seur Benoît Jac­quot ges­tern auf einem Fern­seh­bild­schirm berüh­ren­de Sät­ze über das wil­de Schrei­ben, über die Ver­bin­dung von Zwei­fel und Ein­sam­keit. Ein Schrift­stel­ler sei stumm. Unmög­lich, über ein Buch zu spre­chen, das gera­de im Ent­ste­hen begrif­fen ist. Ein Buch sei Nacht. — stop

duras

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zebraaffen

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whis­key : 0.01 — Ich soll­te einen Brief schrei­ben. Der Inhalt des Brie­fes wäre bedeu­tungs­los, wes­we­gen ich auf ein Schrift­stück im Umschlag ver­zich­ten könn­te. Ich wer­de per E‑Mail Fol­gen­des notie­ren: Lie­ber L., in weni­gen Tagen, wenn alles gut gegan­gen sein wird, wirst Du einen Brief erhal­ten. Soll­te Dich der Brief tat­säch­lich errei­chen, musst Du ihn nicht öff­nen, das Kuvert ist leer. Wür­dest Du mir bit­te den Emp­fang des Brie­fes bestä­ti­gen. Ich wäre Dir dank­bar, es ist ein Ver­such. Ja, so wer­de ich notie­ren, den Brief sorg­fäl­tig adres­sie­ren, auch mein Absen­der wird nicht feh­len. Ich stel­le mir vor, einen grö­ße­ren Brief­um­schlag zu ver­wen­den, ich wer­de 1 gül­ti­ges Post­wert­zei­chen befeuch­ten und auf dem Brief befes­ti­gen. Von die­sem gül­ti­gen Post­wert­zei­chen abge­se­hen, wer­den 25 wei­te­re Post­wert­zei­chen auf dem Umschlag zu fin­den sein, sagen wir Brief­mar­ken, die Giraf­fen und Fische zei­gen, Schmet­ter­lin­ge, Zebra­af­fen, Vögel, Insek­ten. Die­se Brief­mar­ken fer­ner Län­der, die ich von wei­te­ren Brie­fen lös­te, wer­den natür­lich bereits gestem­pelt sein, man könn­te sagen, die­ser Brief wird geschrie­ben wer­den, um die Sorg­falt der Behör­den zu pro­bie­ren. — stop

george1



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