Aus der Wörtersammlung: tief

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ein zierliches mädchen

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echo : 7.18 — In einem Hos­pi­tal­pas­sa­gen­raum saß ein zier­li­ches Mäd­chen in einem Roll­stuhl. Ihr Gesicht war bis unter die Augen hin­auf von einem Mund­schutz bedeckt, von einem gefal­te­ten Segel, das sich bläh­te im Rhyth­mus des Atmens. Sie hat­te ihre Hän­de aus dem Schoß geho­ben und drück­te sie pul­sie­rend so fest gegen­ein­an­der, dass sie zit­ter­ten. Schläu­che, trans­pa­ren­te, gewun­de­ne Röh­ren, führ­ten von einer Sau­er­stoff­fla­sche, – sie war hin­ter der Leh­ne des Roll­stuhls befes­tigt -, zur Nase des Mäd­chens. Wenn sie hus­te­te, war ein tie­fes, feuch­tes, ein brum­men­des Geräusch zu ver­neh­men, ein Ton, der durch die Luft roll­te, ein unsicht­ba­res Wesen, das sich befrei­te, um sich irgend­wo in einer Ecke des War­te­rau­mes zu wei­te­ren unsicht­ba­ren Wesen zu fal­ten. Hin­ter einem Vor­hang, der eine Behand­lungs­ka­bi­ne ver­deck­te, zwit­scher­te ein Radio. Bald wird Schnee fal­len, bald Eis auf den Stra­ßen wach­sen. Die jun­ge Frau war müde gewe­sen, von einer Art der Müdig­keit, die ich selbst nie erfah­ren habe. Immer wie­der fie­len ihr die Augen zu, sie schwitz­te, ihre Hän­de zu heben, schien ihr alle Kraft abzu­ver­lan­gen, die zu die­sem Zeit­punkt in ihr zu fin­den war. Ein­mal bemerkt sie, dass ich sie anse­he, dass ich notie­re, dass ich ihre Hän­de beob­ach­te. — stop

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polartrompete

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gink­go : 6.55 — Eine Käfer­ge­stalt, die glei­cher­ma­ßen die Eigen­schaf­ten eines Trom­pe­ten­kä­fers wie die Eigen­schaf­ten eines Polar­kä­fers in sich ver­ei­ni­gen wür­de, ein Käfer dem­zu­fol­ge, der Trom­pe­ten­ge­räu­sche von sich zu geben in der Lage wäre einer­seits, ander­seits sich vom Licht der Son­ne ernähr­te, von feins­ten Stäu­ben der Luft und vom gefro­re­nen Was­ser zu sei­nen Füßen. Die­se Per­sön­lich­keit wäre das ers­te Wesen sei­ner Gat­tung, die ant­ark­ti­sche Land­schaft bewohn­te, ein Käfer feins­ter Musik. Er wür­de ver­mut­lich Geräu­sche der Eis­stür­me nach­emp­fin­den, wür­de sich mit Horn­fü­ßen in den Boden stem­men, wür­de das erin­ner­te Sau­sen pola­rer Nord­win­de mit dem erin­ner­ten Sau­sen pola­rer Süd­win­de ver­quir­len, West und Ostor­ka­ne dar­über pfei­fen, ohne je zu wis­sen, war­um er in die­ser Wei­se han­del­te. Und wenn man nun reis­te? Nun, der Kof­fer eines Trom­pe­ten­kä­fers pola­ren Ursprungs soll­te einer Zigar­ren­kis­te ähn­lich sein. Ich mei­ne die Grö­ße des Kof­fers, in deren gefüt­ter­ter Mit­te eine Ver­tie­fung zu fin­den wäre, den prä­zi­sen Kör­per­li­ni­en des Käfers fol­gend, sodass sich der Käfer dort ein­schmie­gen wür­de, schla­fen, ohne im Kof­fer selbst hin und her zu fal­len. Nicht rot der Samt des Fut­te­rals, son­dern weiß, näm­lich von Schnee gemacht, weil es sich bei dem Rei­se­kof­fer eines Trom­pe­ten­kä­fers pola­ren Ursprungs nicht eigent­lich um eine Zigar­ren­schach­tel han­del­te, viel mehr um einen Rei­se­kühl­schrank in der Gestalt eines höl­zer­nen Behäl­ters für Rauch­wa­ren in läng­li­cher Form. — Ort: Dome A. Posi­ti­on: 80°22’ S 77° 21’E. Tem­pe­ra­tur: — 82,5 °C. – stop

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muschelsegel

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tan­go : 8.25 — Eine Maschi­ne, die selt­sam brau­sen­de Strö­me zu erzeu­gen ver­mag, wird gleich zum Ein­satz kom­men. Nicht viel grö­ßer als ein Hand­te­le­fon sit­zen zwei Fort­sät­ze von Plas­tik an ihrem Gehäu­se wie leben­de Muscheln fest. In der Nähe die­ser Muschel­rä­der ent­kom­men dem Kör­per des Gerä­tes zwei Dräh­te, die sich an ihren Enden tei­len. Metal­le­ne Segel sind dort befes­tigt, die ich an mei­nem Arm der­art anle­gen kann, dass sie sich fest­zu­hal­ten schei­nen. In dem Moment nun, da ich an den Muschel­räd­chen dre­he, beginnt der Appa­rat zu brum­men. Ein leich­tes Bren­nen auf der Haut und in die Tie­fe, und schon beginnt sich mein Arm zu heben und zu sen­ken, ohne dass ich ihm Anwei­sung zu die­ser Bewe­gung erteilt haben wür­de. Wenn ich nun die Hand mei­nes elek­tri­sier­ten Armes auf die Leh­ne eines Stuh­les sin­ken las­se, scheint das Holz unter ihr zu wan­dern, obwohl ich mit mei­nen Augen wahr­neh­men kann, dass der Stuhl sich nicht im Gerings­ten bewegt. Bald wan­dert auch der Boden, die Wän­de des Zim­mers schlie­ßen sich an, das Fens­ter zu den Ber­gen hin, die Ber­ge selbst. Sechs Uhr und zehn Minu­ten. Ein Ober­arm­mus­kel flat­tert. — stop

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metamorphose

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india : 7.32 — An einem Tisch im wil­den Gar­ten. Die Son­ne schien kräf­tig über nahen Ber­gen, wärm­te mich und eine Amei­se, die über das Holz des Tisches spa­zier­te, als wür­de sie einen Aus­weg suchen, auf und ab, hin und her. Ich habe sofort bemerkt, dass es sich bei die­ser Amei­se um eine sehr beson­de­re Amei­se han­del­te, es war näm­lich die ers­te Novem­ber­amei­se mei­nes bewuss­ten Lebens, wes­we­gen ich ihr einen Trop­fen Mar­me­la­de vor­ge­legt habe, was das fieb­ri­ge Insekt zu erfreu­en schien, weil es den Trop­fen zunächst umkreis­te, um sich kurz dar­auf mit Zan­gen­werk­zeug an die Arbeit zu machen. Ich stell­te mir vor, in dem ich die Amei­se beob­ach­te­te, dass sie, satt gewor­den, zum Rand des Tisches lau­fen könn­te und sich in die Tie­fe stür­zen. Ihr groß­ar­ti­ger Flug weit über das Gar­ten­land auf Leder­häu­ten, die sich zwi­schen ihren zar­ten Bein­chen ent­fal­te­ten. Statt­des­sen fiel eine Flie­ge vom Him­mel, über­schlug sich zwei­fach und blieb auf dem Rücken unmit­tel­bar vor mei­nen Augen lie­gen. Aber das ist jetzt schon eine ganz ande­re Geschich­te. — stop
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alpenregen

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echo

~ : oe som
to : louis
sub­ject : ALPENREGEN
date : okt 31 11 10.52 p.m.

Bes­ten Dank, lie­ber Lou­is, für das fei­ne Ton­ma­te­ri­al, das Du uns gesen­det hast. Wir haben Dei­ne Alpen­re­gen­ge­räu­sche am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag zu Noe in die Tie­fe über­mit­telt. Gro­ße Freu­de! Gleich­wohl sehnt Noe sich nach wie vor eine Uhr her­bei, die wir ihm lei­der nicht gewäh­ren kön­nen. Es ist nun fol­gen­des gesche­hen. Noe press­te, viel­leicht zunächst ohne einen Vor­satz, sei­ne rech­te Hand gegen die Innen­sei­te sei­nes Tau­cher­an­zu­ges und konn­te in die­ser Wei­se Pul­se erspü­ren. Von die­sem Moment an zähl­te Noe die Schlä­ge sei­nes Her­zens, er zähl­te bis er die Zahl 70 erreich­te, eine Minu­te Zeit, seit zwei Tagen immer­zu der­sel­be Pro­zess der Zäh­lung mit lau­ter Stim­me, eine Demons­tra­ti­on sei­ner Wil­lens­stär­ke, die uns nach und nach unheim­lich wird, Noe, eine Uhr, auch schla­fend, däm­mernd, träu­mend, eine Uhr, ver­dammt, ich war mehr­fach ver­sucht gewe­sen, Noes Mikro­phon aus­zu­schal­ten, Ruhe an Bord, eine Gewalt­tat, die Bewe­gung eines klei­nen Fin­gers nur, Stil­le, und doch nicht Stil­le, weil ich die Fort­set­zung des Zäh­lens in der Tie­fe anneh­men müss­te, ein­und­fünf­zig, zwei­und­fünf­zig, drei­und­fünf­zig. Kurz nach 10 Uhr, eis­kal­te Nacht, auf­kom­men­der Wind von Nord­west, wir haben schwe­ren See­gang zu erwar­ten. Dein OE SOM – Ahoi!

gesen­det am
31.10.2011
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abschnitt montauk

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Abschnitt Montauk mel­det fol­gen­de gegen Küs­te gewor­fe­ne Arte­fak­te : Wrack­tei­le [ See­fahrt – 2078, Luft­fahrt — 703, Auto­mo­bi­le — 6044 ], Gruß­bot­schaf­ten in Glas­be­häl­tern [ 18. Jahr­hun­dert — 5, 19. Jahr­hun­dert – 102, 20. Jahr­hun­dert – 865 , 21. Jahr­hun­dert — 23 ], phy­si­cal memo­ries [ bespielt — 17, gelöscht : 28 ], Tele­fon­bü­cher [ Chi­ca­go — 5, New Orleans — 2 ] Licht­fang­ma­schi­nen [ Min­ox AF X 5 : 3 ], Öle [ 0.8 Ton­nen ], Pro­the­sen [ Herz­rhyth­mus­be­schleu­ni­ger – 16, Knie­ge­len­ke – 8, Hüft­ku­geln – 32, Bril­len – 1071 ], Schu­he [ Grö­ßen 28 – 39 : 1001, Grö­ßen 38 — 45 : 178 ], Kühl­schrän­ke [ 321 ], Tief­see­tauch­an­zü­ge [ ohne Tau­cher – 8, mit Tau­cher – 22 ], Engels­zun­gen [ 158 ] — stop 

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sekundenzeit

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india : 10.01 — Ich habe eine lus­ti­ge Geschich­te mit mir selbst erlebt. Ich stand in einem Gar­ten am spä­ten Abend und ver­such­te, indem ich mich kon­zen­trier­te, die Umris­se mei­nes Kör­pers wahr­zu­neh­men, nicht die Umris­se einer bestimm­ten, einer aus­ge­wähl­ten Regi­on mei­nes Kör­pers, son­dern die Umris­se mei­nes Kör­pers ins­ge­samt. Plötz­lich mein­te ich, mich in einem Film zu befin­den, einem Film, der sich sehr lang­sam beweg­te, mit einem Bild pro Jahr­hun­dert, sagen wir, sodass ich mich nicht erin­nern konn­te, über­haupt schon ein­mal in Bewe­gung gewe­sen zu sein. Auch der wol­ken­lo­se Him­mel über mir hat­te sich noch nie zuvor bewegt, und die gefro­re­nen Blät­ter der Bäu­me und ihre Nacht­schat­ten. Wie ich in die­ser Wei­se ver­harr­te und mich in die Vor­stel­lung der Bewe­gungs­lo­sig­keit ver­tief­te, für einen Moment der Ein­druck, Minu­ten­zeit wahr­neh­men zu kön­nen. — stop

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naturbeobachtung

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india : 8.12 — Sagen wir so, sagen wir: Savan­ne. Sagen wir: Abend. Sagen wir: vor­schrift­li­che Zeit. Dort – zwei Män­ner. Der eine der bei­den Män­ner liegt auf dem Rücken. Die­ser Mann, von Staub bedeckt, – ein toter Mann. Sein Bauch ist geöff­net. Viel­leicht ist der Mann gestürzt, viel­leicht wur­de der Mann von einem Raub­tier ange­fal­len. Der zwei­te vor­ge­stell­te Mann kniet vor dem Toten und betrach­tet die Wun­de. Nun zieht die­ser Mann sei­ne Waf­fe und hebt einen Lap­pen Haut zur Sei­te. Er setzt das Werk­zeug in der Wun­de an und schnei­det so lan­ge in die Mus­ku­la­tur des Bau­ches, bis die Bauch­höh­le des Toten offen liegt. Eine Ges­te der Unter­su­chung, eine Ges­te des Ein­drin­gens, der Inva­si­on, eine vor­sich­ti­ge Bewe­gung ohne ein bestimm­tes Ziel. Da ist der Wunsch, Tie­fe zu gewin­nen, Unsicht­ba­res, Ver­deck­tes, Unbe­kann­tes sicht­bar zu machen. Viel­leicht wird sich die­ser Mann zunächst von dem Toten ent­fer­nen, viel­leicht des­halb, weil eine wei­te­re Raub­kat­ze sich nähert. Viel­leicht wird der Mann, aus der Erin­ne­rung her­aus, den Umriss eines Man­nes, der tot ist, in eine Fels­wand rit­zen. Viel­leicht wird er in die­sen Umriss eines Man­nes, der steht oder liegt, die Form eines Organs ein­tra­gen, – genaue Lage, exak­te Grö­ße. Die Abbil­dung eines Organs, für des­sen Exis­tenz zum Zeit­punkt der Ent­ste­hung weder ein Zei­chen noch ein Begriff erfun­den wur­de. — stop

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PRÄPARIERSAAL : periskop

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echo : 8.15 — Zur Win­ter­zeit mit einer jun­gen Frau, einer Male­rin, in einem bota­ni­schen Gar­ten spa­ziert. Sie erzähl­te von ers­ten Beob­ach­tun­gen im Prä­pa­rier­saal. Ihre lei­se Stim­me, tief, die hel­le Wölk­chen in der eis­kal­ten Luft erzeug­te. Und ein Blick, wenn sie mich ansah, der wie durch ein Seh­rohr zu kom­men schien. Auf dem Dach eines Glas­schau­hau­ses balan­cier­te ein Mann mit einer Schau­fel. Schwä­ne klap­per­ten Schnä­bel durch knie­ho­hen Schnee. Ent­deck­te eine Notiz, die sie mir weni­ge Wochen spä­ter über­mit­telt hat­te, weil ihr Kopf nach unse­rem Spa­zier­gang wei­ter­hin ana­to­mi­sche Sät­ze erzeug­te. Ein Aus­schnitt. Sophie schreibt: > Was ich sah, war Cha­os. Merk­wür­digs­te, fremd­ar­ti­ge For­men auf Tischen, die von Stu­die­ren­den bewegt wur­den. Es war absto­ßend und ängs­ti­gend. Ich dach­te dar­an, dass dies ein­mal Men­schen gewe­sen waren. Dann aber wur­den in mei­nen Gedan­ken aus jenen gewe­se­nen Men­schen Kör­per, und es wur­de mög­lich, das, was ich sah, mit Begrif­fen zu ver­se­hen. Ganz mecha­nisch sag­te ich Bezeich­nun­gen für Kör­per­tei­le, die ich iden­ti­fi­zie­ren konn­te, vor mich hin. Ich glau­be, dass sich in die­sem Moment mei­ne Emo­tio­na­li­tät von mei­nem Intel­lekt trenn­te und sich irgend­wo – sicher vor wei­te­ren Ein­drü­cken – ver­steck­te. Und ich war erleich­tert, zu sehen, dass das Geheim­nis des Todes ein Geheim­nis geblie­ben war. Ich beob­ach­te­te mit Ver­stand. Trotz­dem sah ich tief aus mir selbst her­aus. Ich wan­der­te zwi­schen Lei­chen umher, die von wei­ßen Kit­teln umringt waren, wie in einer Bla­se, die mich schütz­te, und doch war ich sehr zer­brech­lich. In der Mit­te der Kör­per, dort wo nor­ma­ler­wei­se der Bauch ist, war jeweils ein Loch zu sehen. Neu­gie­rig gewor­den, muss­te ich näher an die toten Kör­per her­an­tre­ten. Ich sah das vie­le Fleisch, gel­be fet­ti­ge Far­be unter farb­lo­ser Haut. Ich war über­haupt über­rascht von der Farb­lo­sig­keit der Kör­per und stell­te fest, wie wenig Mensch­li­ches, wie wenig Per­sön­li­ches noch an ihnen zu erken­nen gewe­sen war. Obwohl ich die­sen Ort besuch­te, um zu zeich­nen, hat­te ich bei mei­nen ers­ten Besu­chen weder Papier noch Blei­stift dabei. Ich woll­te zunächst nur sehen. — stop

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schnecken

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echo

~ : oe som
to : louis
sub­ject : SCHNECKEN
date : sept 24 11 7.12 p.m.

Frü­her Abend, ruhi­ge See. Möwen, die unser Schiff wie eine Insel bewoh­nen, krei­sen dicht über dem Was­ser. Gera­de eben mel­de­te Noe, zwei Schne­cken näher­ten sich sei­nem Gesicht. Er müs­se jetzt vor­sich­tig sein, um sie nicht zu ver­let­zen, soll­ten sie in sei­nen Mund gelan­gen. Noe wohl­auf. Seit zwei Wochen sen­den wir Jazz, wann immer Noe Jazz zu hören wünscht. Wir haben zunächst Char­lie Par­ker gela­den, das mach­te ihn ner­vös, weil er sich nicht bewe­gen kann im Tau­cher­an­zug, im Rhyth­mus, der schnell geht, ruhe­los. Wir pro­ben, for­schen nach sanf­te­ren Takes. Er kön­ne, das sei neu, berich­tet Noe, wenn er das Wort Regen lese, sich das Geräusch des Regens nicht län­ger in Erin­ne­rung rufen, als wür­de sich das Wort Regen nach und nach ent­lee­ren. Wir haben ver­spro­chen, Regen für ihn auf­zu­zeich­nen und in die Tie­fe zu schi­cken. Ges­tern, als wir nachts allei­ne mit­ein­an­der spre­chen konn­ten, wünsch­te Noe, dass ich ihm das Schiff beschrei­be, unter wel­chem er schwebt. Er sei glück­lich, sag­te Noe, aber er seh­ne sich nach einer Uhr. — Dein OE SOM

gesen­det am
24.09.2011
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