Aus der Wörtersammlung: finger

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vom suchen

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india : 14.01 UTC — Im ver­wais­ten Haus mei­ner Eltern hat­te ich 18 Bril­len ent­deckt. Sie waren geputzt, da und dort ein Fin­ger­ab­druck. 4 Bril­len für die Welt. 14 Bril­len für Bücher und Zei­tun­gen. Bril­len wie Schu­he und Hüte, sehr nah wie von Zeit­fä­den an mei­ne Tage genäht. Seit ich nun eine eige­ne Bril­le für die Fer­ne tra­ge, weiß ich, dass sie gern ver­lo­ren geht, und dass ich suchend auf dem Weg durch mei­ne Woh­nung ganz ande­re Din­ge fin­de als mei­ne Bril­le für die Fer­ne, einen Stoff­bä­ren zum Bei­spiel, 8 Zen­ti­me­ter hoch, wel­chen ich in einem Park bei Regen ent­deck­te. Der klei­ne Bär war nass gewe­sen, ich nahm ihn mit. Oder eine flie­gen­de Medu­se, hell­blau und durch­schei­nend und von einem zar­ten Geruch nach Salz und Zimt. So hat­te ich über die Medu­se auf einen Zet­tel notiert, der hin­ter mein Sofa gefal­len war und wie­der­ent­deckt, zu leuch­ten begann, durch­schei­nend von einem Geruch nach Salz und Zimt. — stop
ping

 

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nacht ist um 2

ein roboter

lima : 20.58 UTC – Apro­pos Fin­ger­sträuß­chen. Man darf sich das so vor­stel­len: An jeder Hand tra­ge ich 20 bis 30 Fin­ger­ex­em­pla­re, die meis­ten sind Mit­tel­fin­ger, Dau­men sind kei­ne dar­un­ter. Sobald ich an einem der Fin­ger zie­he, löst er sich, sodass ich ihn wei­ter­rei­chen kann. Für jeden Fin­ger bekom­me ich 5 oder 10 Pfund. Ich erin­ne­re mich immer noch nicht, je Schmerz emp­fun­den oder geblu­tet zu haben. Viel­mehr emp­fin­de ich Ver­gnü­gen, Freu­de und all die­se Din­ge, sobald ich einen Fin­ger ver­schen­ken darf. Ich habe also, könn­te man sagen, aus­ge­sorgt, solan­ge mir neue Fin­ger wach­sen. Es ist im Übri­gen ein stil­ler Pro­zess, es knis­tert kaum hör­bar, wenn sich Kno­chen ent­fal­ten. Sie wach­sen nur dann, wenn kurz nach 2 Uhr in der Nacht gewor­den ist. Man stel­le sich ein­mal vor, nicht aus­zu­den­ken, anstatt Fin­gern wür­den mir Köp­fe wach­sen. — stop

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kein schnee

mwriupol

gink­go : 20.16 UTC – Auf einem Tisch ruht eine Foto­gra­fie. Ich hat­te sie auf ein Blatt star­ken Papie­res (180 Gramm) gedruckt. Es ist Abend. Som­mer­licht. Ein Tisch von Holz. Blät­ter­schat­ten, die sich kaum bewe­gen. Mei­ne Hand hält die Foto­gra­fie an ihrem west­li­chen Rand mit zwei Fin­gern fest. Die Hand einer wei­te­ren Per­son hält die Foto­gra­fie an ihrem öst­li­chen Rand mit einem Fin­ger fest. Die Foto­gra­fie zeigt eine Bus­hal­te­stel­le der Stadt Mariu­pol. Split­ter lie­gen auf der Stra­ße. Glas, Stei­ne, Metall. Und zwei mensch­li­che Kör­per. Die Gesich­ter der Kör­per sind von wei­ßen Tüchern bedeckt. Es reg­net. Einer der Kör­per trägt eine blaue Hose, der ande­re eine gel­be Hose. Ein Stoff­tier liegt in der Nähe auf dem Boden. Die Kör­per sind klei­ne Kör­per. Die Kör­per sind Kin­der­kör­per. Ein Fuß in einem Schuh steht etwas ent­fernt auf dem Boden. Ein Turn­schuh mit einem Fuß und einem hal­ben Bein. Der Fin­ger, der die Foto­gra­fie an ihrer öst­li­chen Sei­te berührt, tippt auf das Bild nahe des ein­sa­men Fußes. Der Fin­ger berührt die Stra­ße. Die Stim­me einer Frau ist zu hören. Sie sagt: Das ist nicht echt. Das ist gut gemacht. Wo hast Du das Foto her? Das ist gut erfun­den. Die hal­be Welt wird das glau­ben, so gut ist das erfun­den, aber nicht gut genug, nur die hal­be Welt wird das glau­ben. Du siehst, die­se Unmen­schen erschie­ßen ihre eige­nen Kin­der. Und dann sagen sie, die Anden waren das. Aber das ist kom­plett gut erfun­den! So etwas gibt es nicht. Das ist ein Kunst­fuß, alles künst­lich. Das ist wirk­lich gut gemacht. Du redest Unsinn! Du warst nicht dort, Du hast das nicht mit eige­nen Augen gese­hen. Man stirbt nicht, wenn ein Fuß ver­lo­ren geht. Es war Win­ter dort. Es muss geschneit haben. Wo ist der Schnee? Du musst wis­sen, dass das alles gefälscht ist, das sieht doch jeder ver­nünf­ti­ge Mensch auf der Stel­le. Du darfst nicht immer glau­ben, was Du siehst. War­um steht der Fuß auf­recht? Irgend­je­mand hat ihn dort auf die Stra­ße gestellt. Sie haben sich Mühe gege­ben, das muss man Ihnen las­sen. Das ist gut gemacht. Der Turn­schuh müss­te blu­tig sein. Da haben sie einen Feh­ler gemacht. Schön mon­tiert, aber mit einem Feh­ler, das Blut fehlt, schon wie­der ein­mal fehlt das Blut. Sie sagen, die Orks haben das gemacht. Wir machen so etwas nicht. Wir sind kei­ne Orks. Wir glau­ben an Gott. Du weißt, dass wir an Gott glau­ben, es ist eine Schan­de. War­um zeigst Du mir so etwas? Du warst nicht in Mariu­pol. Wenn Du in Mariu­pol gewe­sen wärest, wür­dest Du das wis­sen, dass man so etwas nie­mals dort gese­hen haben kann. Es war Win­ter im März. Kein Schnee, siehst Du, kein Schnee.- stop

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


der Inarisee
im november
mit uhrzeit
ursprung

 

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von ziffern

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bamako : 23.02 UTC — Ich packe einen Kof­fer. Har­te, sehr har­te Scha­le, hart wie die Scha­le der Pekan­nüs­se. Ich lege Hem­den hin­ein, und Hosen und eine Jacke, es könn­te kalt wer­den nachts dort, wohin ich rei­se. Bril­le, Turn­schu­he, bun­te Strümp­fe und 1 Paar Hand­schu­he, Hals­tü­cher in Gelb und Rot und Blau. 2 Bücher, die von Vögeln erzäh­len, 1 Land­kar­te, 2  star­ke Bat­te­rien für Schreib­ma­schi­ne, 1 Gum­mi­band, Sei­fe, 1 Stet­son Hut, 1 Pull­over tau­ben­grau, 1 Pull­over gelb, 1 Tele­fon. Letz­te Pha­se vor Abrei­se. Ich sit­ze und schau mir an, was ich als Rei­se­ord­nung betrach­te. Ich klap­pe den Kof­fer zu und ver­schlie­ße mein Gepäck, in dem ich das Zah­len­schloss wild bewe­ge.  Der Kof­fer ist zu, ich kann ihn nicht öff­nen. Ich suche nach einem Zet­tel.  Ich bin auf­ge­regt. Ich mah­ne zur Ruhe. Ich sage: Sei gleich­mü­tig, Lou­is! Geduld, Lou­is!  Eine Zahl ist zu erin­nern, vier Stel­len. Noch ist Zeit. Ich begin­ne mit der Zahl 001. Zwei Flie­gen sau­sen her­um. Im Café um die Ecke wird gefei­ert. Ich beob­ach­te, als gehör­ten sie nicht zu mir, mei­ne Fin­ger, die in rhyth­mi­scher Bewe­gung Zah­len ver­su­chen. Astor Piaz­zolla: Tiem­po Nue­vo. Es geht dar­um, kei­ne der mög­li­chen Zah­len zu über­ge­hen, es geht um Prä­zi­si­on. Eine wun­der­ba­re Nacht, noch früh. — stop

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von handboten

9

sier­ra : 22.01 UTC — Ter­ro­ris­ten plan­ten einen Angriff auf zivi­le Men­schen im Süden Isra­els jah­re­lang. Ihre Kom­mu­ni­ka­ti­on, bis zuletzt unbe­merkt, muss über Papie­re und mensch­li­che Boten orga­ni­siert wor­den sein. Spä­ter höre ich, sie tele­fo­nier­ten mit­tels von Hand geleg­ter Tele­fon­lei­tun­gen in Tun­neln unter der Stadt Gaza. Ich stel­le fest, die Fol­gen ihrer Tat, wer­den noch immer in der digi­ta­len Sphä­re ver­han­delt. Ich beob­ach­te die­se freund­li­chen Vögel, die rück­lings in Hän­den der Men­schen lie­gen, indes­sen sie mit ihren Fin­gern durch blu­ti­ge Kanä­le segeln. Nie könn­te ich prä­zi­se sagen, wie sich jene Men­schen, die ich beob­ach­te, in die­ser Zeit ihres Segelns ver­än­dern, ihr Gehirn, ihre Ansich­ten, ihre zukünf­ti­ge Hand­lungs­wei­se. — stop


 

 

 

 

 

 

 

 

Mut­ters letzter
Som­mer­hut der ihr immerzu
in die Stirn rutschte
als noch Som­mer mit
Mut­ter war

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meine hände : sars cov 2

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zou­lou : 15.58 UTC — Hän­de, mei­ne Hän­de, die sich beneh­men, als wären sie Lebe­we­sen für sich, dahin tas­ten, dort­hin tas­ten, über Hand­läu­fe glei­ten, Klin­gel­knöp­fe berüh­ren, Äpfel und Bir­nen, ein Päck­chen, ein Buch, ein Tele­fon, mei­ne Schreib­ma­schi­ne, auch plötz­lich, ich bemer­ke es zu spät, über mei­ne Stirn spa­zie­ren, über Nase und Mund, weil sie sich Jahr­zehn­te lang unge­straft in die­ser Wei­se bewe­gen durf­ten. Wie nur soll ich sie kon­trol­lie­ren? Ich dach­te an Glöck­chen, die an mei­nen Fin­gern befes­tigt, mich war­nen wür­den, sobald ich mei­ne Hän­de bewe­ge, damit ich sie nie­mals ver­ges­se, oder an elek­tri­sche Kon­takt­blätt­chen, die mich per Funk­si­gnal unver­züg­lich infor­mie­ren wür­den, sobald ich mich mit mei­nen Hän­den eben Mund, Nase Wan­gen, Stirn und Augen, zu nähern droh­te. Selt­sa­me Sache. — stop
ping

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unbemerkt

pic

tan­go : 0.28 UTC — Spät, indem ich den Bild­schirm, mein Nacht­licht, betrach­te, bemer­ke ich Nach­richt von der ers­ten Schi­mä­re eines grö­ße­ren Tie­res, das von chi­ne­si­schen For­schern erzeugt wor­den sein soll. Ein Wesen, von Affen­ge­stalt, ein Affe, des­sen Augen und Fin­ger­kup­pen von einem grü­nen Leuch­ten sind. Unheim­lich ist, das Unheim­li­che, wie ES sich nahe­zu unbe­merkt ereig­net. — stop

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ai : IRAN

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MENSCH IN GEFAHR: „Nahid Tag­ha­vi ist eine ira­nisch-deut­sche Frau­en­recht­le­rin, die im Tehe­ra­ner Evin-Gefäng­nis inhaf­tiert ist. Seit ihrer Fest­nah­me im Okto­ber 2020 muss­te sie mona­te­lang in Iso­la­ti­ons­haft. Sie wur­de gefol­tert. In einem unfai­ren Gerichts­ver­fah­ren wur­de sie wegen angeb­li­cher Betei­li­gung an einer “ille­ga­len Grup­pe” und wegen “Pro­pa­gan­da gegen den Staat” zu zehn Jah­ren und acht Mona­ten Haft ver­ur­teilt. Ihr Gesund­heits­zu­stand ist besorg­nis­er­re­gend: Nahid Tag­ha­vi hat so star­ke Schmer­zen, dass sie kaum mehr aus dem Bett auf­ste­hen kann. Sie bekommt star­ke Schmerz­mit­tel inji­ziert. Sie lei­det an tau­ben Fin­gern und star­ken Schmer­zen in ihrem Nacken, am Rücken und an den Hän­den. Im Juli 2022 wur­de Nahid in den drin­gend benö­tig­ten medi­zi­ni­schen Haft­ur­laub ent­las­sen. Die lan­ge Haft und die desas­trö­sen Haft­be­din­gun­gen haben ihren Gesund­heits­zu­stand mas­siv ver­schlech­tert. Am 13. Novem­ber 2022 muss­te sie wie­der ins Gefäng­nis, obwohl ihre medi­zi­ni­sche Behand­lung noch nicht abge­schlos­sen ist. Die erneu­te Inhaf­tie­rung von Nahid erfolg­te unmit­tel­bar auf die Ankün­di­gung der deut­schen Bun­des­re­gie­rung, wei­te­re Sank­tio­nen gegen die ira­ni­sche Regie­rung zu ver­ab­schie­den. Nahid ist eine gewalt­lo­se poli­ti­sche Gefan­ge­ne und muss umge­hend und bedin­gungs­los frei­ge­las­sen wer­den.” — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­le­ne schrift­li­che Aktio­nen unter > ai : urgent action

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unsichtbare Koffer

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hima­la­ya : 0.03 UTC — Mein Vater war ein Lieb­ha­ber tech­ni­scher Mess­ge­rä­te gewe­sen. Er notier­te mit ihrer Hil­fe Dau­er und Kraft des Son­nen­lichts bei­spiels­wei­se, das auf den Bal­kon über sei­nem Gar­ten strahl­te. Die Tem­pe­ra­tu­ren der Luft wur­den eben­so regis­triert, wie die Men­ge des Regens, der in den war­men Mona­ten des Jah­res vom Him­mel fiel. Selbst die Bewe­gun­gen der Gold­fi­sche im nahen Teich wur­den ver­zeich­net, Erschüt­te­run­gen des Erd­bo­dens, Tem­pe­ra­tu­ren der Pro­zes­so­ren sei­ner Com­pu­ter­ma­schi­ne. Es ist merk­wür­dig, bei­na­he täg­lich gehe ich zur Zeit auf die Suche, weil wie­der irgend­ei­ne die­ser Mess­ap­pa­ra­tu­ren einen piep­sen­den Ton von sich gibt, als ob mein Vater mit­tels sei­ner Maschi­nen noch zu mir spre­chen wür­de. Eine Foto­gra­fie, ich erin­ne­re mich, zeigt mich neben mei­nem ster­ben­den Vater. Ich sit­ze auf einem Stuhl, mein Vater liegt in einem Bett. Es ist ein Bild, das ich zunächst kaum anzu­se­hen wag­te. Ich habe tat­säch­lich eine Hand vor Augen gehal­ten und zwi­schen mei­nen Fin­gern her­vor­ge­späht. Jetzt ist mir warm, wenn ich das Bild betrach­te. Die Foto­gra­fie zeigt einen fried­li­chen Moment mei­nes Lebens. Etwas geschieht, wovor ich mich lan­ge Zeit gefürch­tet habe. Wei­nen und Lachen fal­ten sich wie Hän­de sich fal­ten. Mut­ter irr­te etwas spä­ter dann zwi­schen Haus und Fried­hof hin und her, als wür­de sie irgend­ei­ne unsicht­ba­re Ware in gleich­falls unsicht­ba­ren Kof­fern tra­gen. — Das Radio erzählt, Men­schen wür­den, ehe sie nach Wochen des Beschus­ses Kel­ler ver­lies­sen, gebe­tet haben. Im Kel­ler lagen ihre Toten. — stop

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nachtkäfer

2

lima : 2.28 UTC — Für einen Moment dach­te ich heu­te Nacht an eine Geschich­te, die ich vor lan­ger Zeit ein­mal erzähl­te. 2 Uhr. Ich hat­te beob­ach­tet aus meh­re­ren Metern Ent­fer­nung, wie ein Käfer, der einem Zep­pel­in­kä­fer ähn­lich war, sehr lang­sam durch mein Zim­mer schweb­te, um auf einer Tisch­lam­pe zu lan­den. Dort blieb er für eini­ge Minu­ten sit­zen. Sofort such­te ich nach jener Geschich­te, die von einem Zep­pel­in­kä­fer han­delt. Sobald ich sie gefun­den hat­te, segel­te der Käfer, der mich an mei­ne Notiz erin­nert hat­te, in die Dun­kel­heit davon, sodass ich ihn bei­na­he für die per­so­ni­fi­zier­te Erin­ne­rung die­ser einen Geschich­te hal­ten möch­te. Sie geht so: Ein selt­sa­mes Wesen schweb­te kurz nach 1 Uhr in der Nacht schnur­ge­ra­de eine unsicht­ba­re Linie über den höl­zer­nen Fuß­bo­den mei­nes Arbeits­zim­mers ent­lang, wur­de in der Mit­te des Zim­mers von einer Luft­strö­mung erfasst, etwas ange­ho­ben, dann wie­der zurück­ge­wor­fen, ohne aller­dings mit dem Boden in Berüh­rung zu kom­men. — Ein merk­wür­di­ger Auf­tritt. – Und die­ser groß­ar­ti­ge Bal­lon von opa­k­em Weiß! Ein Licht, das kaum noch merk­lich fla­cker­te, als ob eine offe­ne Flam­me in ihm bren­nen wür­de. Ich habe mich zunächst gefürch­tet, dann aber vor­sich­tig auf Knien genä­hert, um den Käfer von allen Sei­ten her auf das Genau­es­te zu betrach­ten. — Fol­gen­des ist nun zu sagen. Sobald man einen Zep­pel­in­kä­fer von unten her besich­tigt, wird man sofort erken­nen, dass es sich bei einem Wesen die­ser Gat­tung eigent­lich um eine fili­gra­ne, flü­gel­lo­se Käfer­ge­stalt han­delt, um eine zer­brech­li­che Per­sön­lich­keit gera­de­zu, nicht grö­ßer als ein Streich­holz­kopf, aber schlan­ker, mit acht recht lan­gen Ruder­bei­nen, gestreift, schwarz und weiß gestreift in der Art der Zebra­pfer­de. Fünf Augen in grau­blau­er Far­be, davon drei auf dem Bauch, also gegen den Erd­bo­den gerich­tet. Als ich bis auf eine Nasen­län­ge Ent­fer­nung an den Käfer her­an­ge­kom­men war, habe ich einen leich­ten Duft von Schwe­fel wahr­ge­nom­men, auch, dass der Käfer flüch­tet, sobald man ihn mit einem Fin­ger berüh­ren möch­te. Ein Wesen ohne Laut. – Das Radio erzählt, im Kel­ler eines ver­schüt­te­ten Hau­ses der Stadt Mariu­pol wür­de seit zwei Tagen ein Tran­sis­tor­ra­dio selt­sa­me Geräu­sche machen, pfei­fen, piep­sen, ver­mut­lich des­halb, weil der Strom zurück­ge­kom­men ist. — stop



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