Aus der Wörtersammlung: zeit

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in zeitlupe

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nord­pol : 15.12 UTC — Ein­mal beob­ach­te­te ich, wie mir ein schwar­zes Käst­chen gesam­mel­ter digi­ta­ler Infor­ma­ti­on aus den Hän­den glitt und zu Boden fiel. Eine Bewe­gung wie in Zeit­lu­pe, eine Bewe­gung, ohne die Mög­lich­keit ein­zu­grei­fen, da ich mich selbst in dem Fens­ter mei­ner Wahr­neh­mung wie in Zeit­lu­pe beweg­te. Ich hob das Käst­chen vom Boden auf. Als ich mich mit einem Ohr näher­te, hör­te ich ein selt­sa­mes, lei­ses Ticken. Jene Schreib- und Lese­ma­schi­ne, die in dem Käst­chen gebor­gen war, war blind gewor­den. Kurz dar­auf kauf­te ich ein wei­te­res Käst­chen und dach­te tage­lang dar­über nach, wie ich von nun Daten, Spu­ren, Zei­chen, Ver­zeich­nis­se mei­ner Arbeit bewah­ren könn­te. — Zwei Jah­re ver­ge­hen. ‑Heu­te wan­der­te ich eini­ge Stun­den durch einen wil­den Wald, ohne ver­mut­lich irgend­ei­ne digi­ta­le Spur zu hin­ter­las­sen, nicht 1 Byte. Sehr merk­wür­dig. Noch zu tun: Lek­tü­re Nichol­son Bak­er Eine Schach­tel Streich­höl­zer. — stop

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von wasserläufern

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nord­pol : 20.25 UTC — Heu­te Nach­mit­tag habe ich eine lus­ti­ge Geschich­te mit mir selbst erlebt. Ich sass vor einem See in einem Gar­ten und beob­ach­te­te sehr klei­ne Tie­re, wie sie sich nahe oder auf der Ober­flä­che des Was­sers beweg­ten. Da waren unter ande­rem Flie­gen, die im Was­ser des Sees bade­ten, und Schat­ten der Libel­len­lar­ven, die sich den baden­den Flie­gen nähr­ten, auch Was­ser­läu­fer, die ein­an­der jag­ten im Spiel. Plötz­lich frag­te ich mich, ob ich even­tu­ell in der Lage wäre, das Ver­hal­ten der Was­ser­läu­fer vor­her­zu­sa­gen, ob sich ein bestimm­ter Was­ser­läu­fer eher in öst­li­che oder eher in west­li­che Rich­tung fort­be­we­gen wür­de. Eine Wei­le folg­te ich dem von mir gewähl­ten Tier mit mei­nen Augen, dann zeich­ne­te ich sei­nen Weg auf ein Blatt Papier. Wol­ken spie­gel­ten sich im Was­ser, der Him­mel hier unten war grün, er schim­mer­te. Eine Unter­was­ser­schne­cke pas­sier­te mein Beob­ach­tungs­feld sehr lang­sam, und ich notie­re: Schne­cke. In die­sem Augen­blick bemerk­te ich fünf Gold­fi­sche, die sich in einem Halb­kreis im Was­ser vor mir ver­sam­melt hat­ten. Sie beweg­ten sich kaum merk­lich und ich hat­te plötz­lich den Ein­druck, sie wür­den mich betrach­ten. Tat­säch­lich fühl­te ich mich von einer Sekun­de zur ande­ren Sekun­de selbst beob­ach­tet. Das war ein merk­wür­di­ger Augen­blick gewe­sen, ein Moment auch von Ver­le­gen­heit, wes­halb ich mich wie­der einem Gespräch auf dem Bild­schirm mei­ner Schreib­ma­schi­ne zuwen­de­te, das ich mit einem Com­pu­ter­pro­gramm namens ELIZA in eng­li­scher Spra­che vor lan­ger Zeit ein­mal geführt und kurz dar­auf in die deut­sche Spra­che über­setzt hat­te. Ich, der ich Lou­is gewe­sen war, frag­te Eli­za: guten abend! wie geht es dir, eli­za? Eli­za : > gut! und dir? Lou­is : präch­tig. Eli­za : > schön zu hören. wo liegt dann das pro­blem? Lou­is : ich habe heu­te abend kein pro­blem, eli­za! Eli­za : > wenn du dein pro­blem nicht kennst, bist du hier genau rich­tig! Lou­is : darf ich dir eine fra­ge stel­len? Eli­za : > sicher! Lou­is : was bedeu­tet das wort lie­be? Eli­za : > hast du schmet­ter­linge im bauch? Lou­is : eli­za! bit­te! was bedeu­tet das wort lie­be! Eli­za : > lass uns das eine wei­le zurück­stellen. Lou­is : war­um, eli­za? Eli­za : > du musst mich nicht mit namen rufen, ich bin immer bei dir. Lou­is : das ist beru­hi­gend, eli­za! Eli­za : > erzähl wei­ter! Lou­is : eli­za! lie­be? Eli­za : > hast du schon ande­re gefragt? Lou­is: aber natür­lich! Eli­za : > schön zu hören. wo liegt dann dein pro­blem? Lou­is : ich habe heu­te abend kein pro­blem, eli­za! Eli­za : > wenn du dein pro­blem nicht kennst, bist du hier genau rich­tig! Lou­is : war­um? Eli­za : > ich sehe, du bist ein schwie­riger fall. Lou­is : war­um bin ich ein schwie­riger fall, eli­za? Eli­za : > scherz bei­sei­te, kom­men wir zur sache. — stop
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ein koffer

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del­ta : 16.12 UTC — Ich weiß nicht, wohin die Vögel schla­fen gehen, stellt Hil­de Domin ein­mal fest. Sie erzählt, wie sie ihrem gelieb­ten Mann begeg­ne­te, dass sie wun­der­ba­re Gesprä­che führ­ten, dass sie sicher ein Jahr brauch­ten, um sich zum ers­ten Mal zu küs­sen. Wir waren sehr förm­lich. In der 45. Minu­te des wun­der­vol­len Films Ich will Dich — Begeg­nun­gen mit Hil­de Domin von Anna Dit­ges will die jun­ge Fil­me­ma­che­rin wis­sen, ob Hil­de Domin’s Ehe­mann ein guter Lieb­ha­ber gewe­sen sei. Hil­de Domin ant­wor­tet mit tro­cke­ner Stim­me: Ich hat­te kei­nen ande­ren. Ich kann das nicht beur­tei­len. Ich find, ja. Sie macht eine län­ge­re Pau­se. Dann fährt sie fort: Ich habe auch vor ihm nie­man­den geküsst. Das war damals nicht üblich, dass man so zurück­hal­tend war wie ich. Mei­ne Freun­din­nen waren alle anders. Anna Dit­ges: Er war der ein­zi­ge Mann, den Du je gekannt hast? Hil­de Domin ant­wor­tet: Ja! Anna Dit­ges: Wür­dest Du sagen, dass Erwin heu­te immer noch Dei­ne gro­ße Lie­be ist? — Hil­de Domin: Jeden­falls habe ich kei­ne ande­re. Weißt Du, der leben­di­ge Mensch ist der leben­di­ge Mensch. Und der Mensch, der nur noch in mei­ner Vor­stel­lung ist, das ist nicht das­sel­be. — In die­sem Augen­blick erin­ne­re ich mich an eine Foto­grafie, die mich neben mei­nem ster­benden Vater zeigt. Ich sit­ze auf einem Stuhl, mein Vater liegt in einem Bett. Es ist ein Bild, das ich zunächst kaum anzu­sehen wag­te. Ich habe tatsäch­lich eine Hand vor Augen gehal­ten und zwi­schen mei­nen Fin­gern her­vor gespäht. Spä­ter wur­de mir warm, wenn ich das Bild betrach­te­te. Die Foto­grafie zeigt einen fried­li­chen Moment mei­nes Lebens. Etwas geschieht, wovor ich mich lan­ge Zeit fürch­te­te. Wei­nen und Lachen fal­ten sich, wie Hän­de sich fal­ten. Mut­ter irr­te wochen­lang zwi­schen Haus und Fried­hof hin und her, als wür­de sie unsicht­bare Ware in gleich­falls unsicht­baren Kof­fern tra­gen. Sie geht noch immer, Jah­re sind ver­gan­gen, so umher. – stop

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lappo

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nord­pol : 12.30 UTC — Ein ande­res Mal beob­ach­te­te ich einen Film­be­richt, der von Men­schen erzähl­te, die auf der Insel Lap­po in Mee­res­nä­he sehn­süch­tig den Win­ter wie einen Besu­cher erwar­ten, dass das Meer end­lich gefriert, dass sie bis nach Tur­ku über das Was­ser lau­fen kön­nen. Eine Frau sagt, sie lie­be die Stil­le im Ohr. Die­se Stil­le sei wie ein Geräusch für sich. Man kön­ne der Stil­le zuhö­ren. Manch­mal knis­te­re das Eis, im Som­mer summ­ten Insek­ten­tie­re durch Luft und Stil­le. — Eben fällt mir ein, dass ich vor län­ge­rer Zeit bereits den Auf­trag for­mu­lier­te, Schnee­li­bel­len zu erfin­den. Fan­gen wir an. — stop

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turingluftmaschine

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sier­ra : 0.05 UTC — Bis in den spä­ten Abend bei geöff­ne­ten Fens­tern über das Wesen nicht­de­ter­mi­nis­ti­scher Algo­rith­men nach­ge­dacht. Da war plötz­lich wie­der ein hel­les Pro­pel­ler­ge­räusch an mei­nem Ohr, ein ver­trau­ter Ton, den ich seit Kin­der­zeit erfin­de, aber immer dann, wenn ich die­ses Geräusch sum­mie­ren woll­te zu einem Geräusch hun­dert­tau­sen­der Flie­gen­tie­re, der Ver­dacht, dass mit mei­ner Erin­ne­rung etwas nicht ganz in Ord­nung sein könn­te. Ein Schwarm der Ord­nung Eph­emer­op­te­ra ist in der Luft kaum zu ver­neh­men. Habe fünf oder sechs Schwar­m­er­schei­nun­gen in der Wirk­lich­keit beob­ach­tet, sie sind laut­los wie wir­beln­der Schnee. Und doch war da stets ein beson­de­rer Ton, sobald eine Flie­ge dicht an mei­nem Ohr vor­über gekom­men war oder in nächs­ter Nähe auf mir lan­de­te. – Ein zar­tes Klap­pern viel­leicht? – Wei­ter­hin Luft­ge­räu­sch­wor­te erfin­den. — stop

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jonny

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ulys­ses : 6.25 UTC — Was für ein schö­ner Mor­gen unter Kas­ta­ni­en­bäu­men. Som­mer­fä­den trei­ben durch die war­me Luft. Atem­zü­ge der Spin­nen, der Fal­ter, der Käfer, sanft strei­fen sie durch Blü­ten­staub­wol­ken. In die­sem Moment, da ich mir ein Baum­mi­kro­skop erfin­de, höre ich aus dem Radio, der 45. Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka habe ver­sucht, Ermitt­lun­gen des FBI zu behin­dern. Das ist eine ziem­lich inter­es­san­te Geschich­te. Das Kurz­wort FBI war schon immer ein leuch­ten­des Wort. Wenn ich mich nicht irre, ist das so, dass ich in mei­nem wirk­li­chen Leben noch nie einem FBI – Beam­ten begeg­net bin. Viel­leicht habe ich ein­mal in einer U‑Bahn, die in Rich­tung Coney Island fuhr, neben einem FBI – Beam­ten Platz genom­men, das ist mög­lich, ich habe ihn nicht bemerkt. Mit dem Wort FBI ist in mei­ner Erin­ne­rung zunächst ein hef­ti­ges Gespräch ver­bun­den, wel­ches ich ein­mal in mei­ner Kind­heit mit einem Jun­gen namens Jon­ny führ­te, der war uni­for­miert und bewaff­net gewe­sen, zur Kar­ne­vals­zeit. Ich sag­te: Du, Jon­ny, Du bist Poli­zist! Er sag­te: Nein, ich bin vom FBI, und zück­te sei­ne Waf­fe. Seit etwa einer hal­ben Stun­de tra­ge ich die For­mu­lie­rung Sum­mer of Sam wie einen Stem­pel in mei­nem Kopf. War­um? — stop

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früher morgen

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lima : 7.30 UTC — Vor eini­ger Zeit ein­mal wach­te ich auf und dach­te: Heu­te wirst Du einen Text notie­ren, der rei­nen Unsinn erzählt. Ich trank einen Kaf­fee, aß einen Apfel, öff­ne­te das Fens­ter und schau­te auf die Stra­ße hin­un­ter. Dort beweg­ten sich Men­schen. Ich beob­ach­te, wie sie aus Stra­ßen­bah­nen stie­gen, wie sie die Stra­ße über­quer­ten, man­che rauch­ten noch schnell eine Ziga­ret­te, ande­re tele­fo­nier­ten, man­che durch­such­ten ihre Taschen oder schau­ten in die Bäu­me, alle aber beweg­ten sich fast senk­recht vor­wärts. Als ich ihnen so zuschau­te, ahn­te ich, dass es nicht ein­fach sein wür­de, einen Text zu schrei­ben, der rei­nen Unsinn erzählt. — stop

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ein papiersegler

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ulys­ses : 17.52 UTC — Wie vie­le Geschich­ten habe ich in mei­nem Leben bereits ver­ges­sen? Es ist denk­bar, dass ich, wenn ich mich  an ver­ges­se­ne Geschich­ten erin­ne­re, mei­ne, sie sei­en umfas­send neue Geschich­ten. — stop

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washington

picping

MELDUNG. Zu Washing­ton im Opern­haus, 2700 F Street, wer­den am Mitt­woch­abend, 17. Mai 2017, zwei gold­gel­be Baum­steig­er­frö­sche, letz­te ihrer Art, öffent­lich auf der zen­tra­len Büh­ne zur Spren­gung gebracht. Zün­dung des männ­li­chen Tie­res um 22 Uhr Orts­zeit, Zün­dung des weib­li­chen Tie­res um 22 Uhr 30. Die Vor­stel­lung ist aus­ver­kauft. – stop

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von der stille

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hima­la­ya : 20.12 UTC — Ein­mal spa­zier­te ich durch New York an einem war­men Tag im April. Ich ging eini­ge Stun­den lang ohne ein Ziel nur so her­um, manch­mal blieb ich ste­hen und beob­ach­te­te dies oder das. Ich dach­te, New York ist ein ausge­zeich­neter Ort, um unter­zu­tau­chen, um zu ver­schwin­den, sagen wir, ohne aufzu­hören. Ich stell­te mir vor, wie ich in die­ser Stadt Jah­re spa­zie­ren wür­de und schau­en, mit der Sub­way fah­ren, auf Schif­fen, im Cen­tral Park lie­gen, in Cafés sit­zen, durch Brook­lyn wan­dern, ins Thea­ter gehen, ins Kino, Jazz hören, sein, anwe­send sein, gegen­wärtig, ohne aufzu­fallen. Ich könn­te exis­tieren, ohne je ein Wort zu spre­chen, oder viel­leicht nur den ein oder ande­ren höfli­chen Satz. Ich könn­te Nacht­mensch oder Tag­mensch sein, nie wür­de mich ein wei­te­rer Mensch für eine län­ge­re Zeit als für eine Sekun­de bemer­ken. Sehen und ver­ges­sen. Wenn ich also ein­mal ver­schwin­den woll­te, dann wür­de ich in New York ver­schwin­den, vor­sich­tig über Trep­pen stei­gen, jeden Rumor mei­den, den sensi­blen New Yor­ker Blick erler­nen, eine klei­ne Woh­nung suchen in einer Gegend, die nicht all­zu anstren­gend ist. In Green­wich Vil­la­ge viel­leicht in einer höhe­ren Eta­ge soll­te sie lie­gen, damit es schön hell wer­den kann über Schreib­tisch und Schreib­ma­schine. Ich könn­te dann von Zeit zu Zeit ein Tonband­gerät in mei­ne Hosen­ta­sche ste­cken und für einen oder zwei mei­ner Tage ver­zeich­nen, was Men­schen, die mir begeg­ne­ten, erzähl­ten. So ging ich damals dahin, ich glau­be, ich spa­zier­te im Kreis her­um, berühr­te da und dort die Küs­te eines Flus­ses, und als es Abend wur­de, besuch­te ich Mari­na Abra­mo­vić, die seit Mona­ten bereits in einem Saal des Muse­ums für moder­ne Kunst auf einem Stuhl saß. Wie sie Men­schen erwar­te­te, um mit ihnen gemein­sam zu schwei­gen, berüh­ren­de Stun­den, und ich dach­te und notier­te, wie ich heu­te wie­der notie­re, es geht dar­um, in der Begeg­nung mit Men­schen Zeit zu tei­len, es geht dar­um, die Zeit zu syn­chro­ni­sie­ren, in mei­nem Fal­le geht es dar­um, lang­sa­mer zu wer­den, um Men­schen in der Wirk­lich­keit nahe­kom­men zu kön­nen, es geht dar­um in die­ser rasen­den Welt von Still­stand, so lang­sam zu wer­den, und wenn es nur für weni­ge Stun­den ist, dass ein Gespräch, eine Berüh­rung, über­haupt mög­lich sein kann. Dar­an wie­der erin­nern, Tag für Tag. — Heu­te bin ich nicht in New York. Wo ich bin, schwebt ein dunk­ler, schla­fen­der Zep­pe­lin am Hori­zont, der mög­li­cher­wei­se bald auf­wa­chen und blit­zen wird. Ein schö­ner, nach­denk­li­cher Tag, wei­te­re schö­ne Tage wer­den fol­gen. Ich wer­de lang­sam lesen und lang­sam spre­chen, und den­ken wer­de ich so lang­sam wie nie zuvor. Ich wer­de die Emp­fin­dung der Zeit zur Geschmei­dig­keit über­re­den, ja, das ist vor­stell­bar, wei­che, war­me Stun­den. — stop



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