Aus der Wörtersammlung: ware

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dorothy parker

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india : 23.12 — Ein selt­sa­mer Traum. Als ich erwach­te, stol­per­te ich unver­züg­lich zum Schreib­tisch und notier­te: Mit Doro­thy Par­ker spa­ziert. Manch­mal fra­ge ich mich, wie mei­ne Träu­me ent­ste­hen, wie ich dazu kom­me, mir Geschich­ten zu erzäh­len, die von kos­mi­scher Fer­ne sind, obwohl ich doch selbst in ihnen ent­hal­ten bin. Vor dem Hotel im Traum, 37. Stra­ße West, war­te­te eine uralte, strah­lend schö­ne Frau, die nach mei­nem rech­ten Arm ver­lang­te, ohne ein Wort zu spre­chen, eine geschmei­di­ge, eine unwi­der­steh­lich rei­zen­de Ges­te, und schon waren wir auf dem Weg dem Süden zu. Win­ter­zeit, die Stra­ßen dampf­ten. Schwei­gend gin­gen wir neben­ein­an­der her. Die alte Frau trug einen schwe­ren, dunk­len Pelz­man­tel, fei­ne Leder­hand­schu­he von wei­ßer Far­be und einen roten Hut, auf den ich her­ab­se­hen konn­te, weil die Gestalt an mei­ner Sei­te sehr zier­lich gewe­sen war. Ich kann mich nicht erin­nern, wer nun wen durch Man­hat­tan führ­te, jeden­falls pas­sier­ten wir den Broad­way, die Bowery, die Brook­lyn Bridge. Wir muss­ten lan­ge Zeit unter­wegs gewe­sen sein, weil Mrs. Doro­thy Par­ker, die sich selbst im Traum nicht zu erken­nen gab, sehr, sehr lang­sam ging. Ein­mal hob ich sie hoch und trug sie eine Wei­le und sie schlief in mei­nen Armen ein. Dann erreich­ten wir den Pro­s­pect Park, eine Gegend, die mir bekannt zu sein schien. Da war eine Kreu­zung. Und da war Har­vey Kei­tel, der foto­gra­fier­te. Er kam auf mich zu und betrach­te­te das Gesicht der alten Frau und lächel­te und erkun­dig­te sich, ob ich denn wüss­te, wen ich da in den Armen hal­ten wür­de. — Und jetzt ist wie­der Nacht gewor­den und ich habe gute, sehr gute Lau­ne und fun­ken­de Lust traum­wärts wei­ter­zu­er­zäh­len. Wie nur kom­me ich über den Atlan­tik hin­weg genau an den Ort mei­ner klei­nen Schlaf­ge­schich­te zurück?
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weitrufend

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sier­ra

~ : louis
to : Mr. jona­than noe kekkola
sub­ject : RADAR

Mein lie­ber Jona­than. Noch immer kein Zei­chen. Aber ich weiß, ich spü­re, dass Sie am Leben sind. Des­halb schrei­be ich wei­ter, über­mitt­le mei­ne Nach­rich­ten an Sie in der Hoff­nung, dass irgend­wann ein­mal eine Ant­wort ein­tref­fen wird. – Vor zwei Tagen von einer klei­nen Rei­se zurück­ge­kom­men, bin ich noch etwas müde, aber froh und vol­ler Zuver­sicht. Ich habe in einem Saal vor Men­schen aus einem Text vor­ge­le­sen, den Sie bereits ken­nen. Ich konn­te mei­ne Zuhö­rer nicht sehen, weil mein Gesicht beleuch­tet war. Und weil ich sie so wenig hören wie ich sie sehen konn­te, dach­te ich für einen Moment, dass sie viel­leicht auf­ge­hört haben zu atmen oder ganz ver­schwun­den sind, ohne dass ich ihre Flucht bemerk­te. Ich beob­ach­te­te mei­ne Stim­me, wäh­rend ich las. Sie war zunächst eine frem­de, öffent­li­che Stim­me gewe­sen, ent­fernt, aber dann, Wort für Wort, kam sie zu mir zurück. Ja, wie ich lang­sa­mer wur­de, weil mein Herz sich lang­sa­mer, ruhi­ger beweg­te. Wie jene Wör­ter, in einer wei­te­ren Zei­le als der gera­de beschall­ten Zei­le, bereits hör­bar waren in mei­nem Kopf. Ihre besänf­ti­gen­de Gegen­wart, mein lie­ber Jona­than! Und nun bin ich also zurück und den­ke nach und schrei­be Ihnen in der Hoff­nung, dass Sie lesen wer­den, was ich für sie notie­re. Ich habe von Ihnen erzählt, wis­sen Sie! Ich habe erzählt, dass ich mich um Sie sor­ge. Und ich war stolz, von dem ers­ten Men­schen berich­ten zu kön­nen, der sich mit künst­li­chen Lun­gen ver­se­hen, in die nord­ame­ri­ka­ni­sche Wild­nis wag­te. Ja, mein lie­ber Kek­ko­la, ich weiß, dass Sie noch am Leben sind. — Ihr Louis

gesen­det am
28.10.2009
23.58 MESZ
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lou­is to jonathan
noe kekkola »

 

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srebrenica

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marim­ba : 14.05 – Zur Zeit unse­rer ers­ten Begeg­nung war Anisha zwan­zig Jah­re alt gewe­sen, hat­te gera­de ihr Medi­zin­stu­di­um auf­ge­nom­men und ging gern spa­zie­ren, wäh­rend ich Fra­gen stell­te, zum Bei­spiel, ob es für sie, eine Mus­li­ma, nicht schwie­rig sei, mensch­li­che Kör­per zu zer­glie­dern. Ich erin­ne­re mich, auch im Prä­pa­rier­saal lief sie gern her­um, immer­zu muss­te ich nach ihr suchen und ich such­te gern, weil sie oft fein­sin­ni­ge Gedan­ken in mein klei­nes Ton­band­ge­rät dik­tier­te. Ein­mal stan­den wir in einem Waren­haus vor Fern­seh­ge­rä­ten. Ein Doku­men­tar­film wur­de gezeigt, Sre­bre­ni­ca, wie die Bür­ger der Stadt an ser­bi­sche Trup­pen aus­ge­lie­fert wur­den. Eine Wei­le schau­te Anisha schwei­gend zu. Dann erzähl­te sie in kur­zen Sät­zen eine schwer­wie­gen­de Geschich­te. Das digi­ta­le Auf­nah­me­ge­rät lief wei­ter, wäh­rend ich ihr zuhör­te, wes­we­gen ich ihre Stim­me bald dar­auf mit mir neh­men konn­te, und ich notier­te ihre Bemer­kun­gen so genau wie mög­lich. Ges­tern Abend nun las ich Anisha per­sön­lich vor, was ich damals ein­ge­fan­gen hat­te. Ein selt­sa­mer Moment. Der Ein­druck, dass erst jetzt, sehr viel spä­ter, mit jedem gele­se­nen Wort mein Text authen­tisch wur­de. Die Geschich­te geht so: Stell Dir Män­ner vor, die Apri­ko­sen­bäu­me rau­chen. Wenn Abend wird, zün­den wir Ker­zen an, die wir aus dem Öl der Fisch­kon­ser­ven fabri­zie­ren. Und dann ist Nacht. Mut­ter steht am Fens­ter. Und dann ist Mor­gen und die schwe­ren Män­tel, die wir als Nacht­hem­den tra­gen, sind kalt gewor­den. Anstatt der Häh­ne unse­res Dor­fes, die wir längst gefres­sen haben, krä­hen uns Schüs­se an. Ich sehe die dür­ren Fin­ger mei­nes Vaters, die in sei­nem Gesicht nach Aus­we­gen gra­ben. Sie kom­men über eine graue Woll­de­cke spa­ziert und put­zen mir den Ruß von der Nase. Mut­ter steht immer noch am Fens­ter. Sie summt vor sich hin. Und dann gehen wir fort. Ich tra­ge einen Kof­fer, der groß ist wie ich. Auf einer Wie­se bren­nen Kühe.
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schneelicht

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sier­ra : 0.02 – 2 2. j a n u a r   2 0 0 7 / Schnee über Nacht. Die Umris­se der Bäu­me, die sich auf den opa­ken Schei­ben der hohen Fens­ter des Präpariersaal’s abbil­de­ten, waren kaum noch zu erken­nen, als wären sie von einem hauch­dün­nen Pin­sel neu gezeich­net. Ein selt­sam hel­les Licht, ein Licht war im Raum, von dem ich nicht sagen konn­te, ob es tat­säch­lich anwe­send war oder von dem Wort Schnee her leuch­te­te, mit dem ich erwach­te. Auch die Geräu­sche, waren ande­re Geräu­sche als zuvor, gedämpf­te, sanf­te Traum­ge­räu­sche. Ich erin­ne­re mich, dass ich den Ein­druck hat­te, ich könn­te rei­ne Erfin­dung sein, eine Figur, auch die Tische der Toten, die unter roten Pla­nen ver­bor­gen lagen, rei­ne Erfin­dung, die Bäu­me, der Schnee und die Schul­kin­der, deren Lachen von der Stra­ße her zu hören war. Dann öff­ne­te sich die Tür des Auf­zu­ges, ein Prä­pa­ra­tor trat in den Saal. Er sag­te: Guten Mor­gen! Er nann­te mich beim Namen.
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djuna barnes

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tan­go : 6.38 – Mit Blit­zen, die Him­mel und Erde ver­bin­den, ist das so eine Sache. Man hört sie nicht kom­men. Sie sind immer Erin­ne­rung, nie Ereig­nis, haar­fei­ne Dampf­luft­röh­ren, die Erschei­nung erzeu­gen. Unlängst, wäh­rend ich im Regen spa­zier­te, muss ich von einem Blitz die­ser Art getrof­fen wor­den sein, weil ich kurz dar­auf auf einer Roll­trep­pe Dju­na Bar­nes gesich­tet habe. Sie fuhr nach unten, ich nach oben. Ein fas­zi­nie­ren­der Anblick. Da waren ein Paar hel­ler, ele­gan­ter Schu­he, ein dun­kel­grü­nes, ver­we­gen geschnit­te­nes Kleid, wei­ter­hin ein blau­er Som­mer­hut. Die­ser Hut nun brann­te lich­ter­loh auf ihrem Kopf. Eine Art Feu­er war das gewe­sen, das ölig ruß­te, und als sie nahe her­an­ge­kom­men war, auf glei­che Höhe unge­fähr, Ruß auch auf ihrer Nase. Dann wach­te ich auf und hör­te noch, wie ich zu mir sag­te: Es reg­net. – Die­se klei­ne Geschich­te ereig­ne­te sich vor etwa einer Stun­de. Gera­de eben wird es hell und es reg­net tat­säch­lich, wes­halb ich im Moment nicht ganz sicher bin, wo ich mich eigent­lich befin­de. — stop

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blaue kamele

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tan­go : 3.28 – Wie wir auf den Schul­tern unse­res Vaters durch die Welt schau­kel­ten, als säßen wir auf dem Rücken eines Dro­me­dars, das die mensch­li­che Spra­che spre­chen konn­te. Wie er uns das Licht erklär­te, die Geschwin­dig­keit und die Zeit, die das Licht unter­wegs gewe­sen war, um zu uns zu kom­men. Sei­ne gro­ßen Schu­he, in wel­chen wir durch den Gar­ten segel­ten. Und Gene Krup­pa, Drum­mer­man, dort, noch lan­ge vor unse­rer Zeit, Vater, mit Schlips im Anzug als jun­ger Mann. Heu­te Nacht erzäh­len wir uns Geschich­ten. Und schon ist es kurz nach zwei Uhr gewor­den. Ich habe ganz heim­lich mei­ne Schreib­ma­schi­ne ange­schal­tet, um eine wei­te­re klei­ne Geschich­te auf­zu­schrei­ben, weil Geschich­ten auf Papier oder Geschich­ten, die man von einem Bild­schirm lesen kann, wie alle ande­ren Geschich­ten als lei­se beten­de Stim­men zu ver­neh­men sind. Die­se Geschich­te nun geht so. Immer an Frei­ta­gen, ich war fünf oder sechs Jah­re alt gewe­sen war, brach­te mein Vater aus dem Insti­tut, in dem er als Phy­si­ker arbei­te­te, Kar­ten mit nach Hau­se, die ich bema­len durf­te, Com­pu­ter­loch­kar­ten, kräf­ti­ge, beige Papie­re, in wel­chen sich selt­sa­me Löcher befan­den. Die­se Löcher waren nie­mals an der­sel­ben Stel­le zu fin­den, und ich erin­ne­re mich, dass ich mich über ihr Ver­hal­ten hef­tig wun­der­te. Ich war zu jener Zeit ein begeis­ter­ter Maler, ich mal­te mit Wachs­krei­de und ich mal­te in allen Far­ben, über die ich ver­fü­gen konn­te, weil ich das Bunt­sein schon immer moch­te. Ich mal­te blaue Kame­le und schwar­ze Blu­men und rote Mon­de. Ein­mal frag­te ich mei­nen Vater, was jene Löcher bedeu­te­ten, über deren Exis­tenz ich mich freu­te, weil sie ver­steck­te Bil­der zeig­ten, die ich so lan­ge such­te, bis ich sie gefun­den hat­te. Hör zu, sag­te mein Vater. — stop
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korrespondenz

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echo : 0.02 — Wie­der wirk­li­che Brie­fe schrei­ben, Brie­fe, die man in die Hand neh­men kann, Brie­fe, auf kost­ba­re Papie­re notiert, Bot­schaf­ten, die in eben­so kost­ba­ren Cou­verts durch die Luft flie­gen wer­den. Fol­gen­des habe ich mir aus­ge­dacht. Ich könn­te zunächst einen Blei­stift besor­gen und ein wenig üben, mit der Hand Zei­chen auf unsicht­ba­ren Lini­en zu Wör­tern zu set­zen. Ein oder zwei Wochen der Pro­be soll­ten genü­gen. Dann nach fei­nen Brief­mar­ken suchen, nach Miros und Zep­pe­li­nen und Leucht­tür­men und ande­ren Iko­nen unse­rer Zeit. Ich ste­he in einer Kolo­ni­al­wa­ren­hand­lung und glü­he vor Begeis­te­rung, weil die Segel, die ich in Hän­den hal­te, eigent­lich nicht anwe­send sind, so leicht, so licht. — Exis­tie­ren even­tu­ell Papie­re, die Kor­re­spon­den­zen unter Kie­men­men­schen zuge­eig­net sind? — stop

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aquarium

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whis­key : 0.01 — Ein selt­sa­mes Geräusch, das mich weck­te, als wür­den sin­gen­de Gril­len in mei­nem Zim­mer sit­zen. Ich stand dann auf und träum­te in der Küche, wäh­rend ich das Früh­stück mach­te, noch etwas wei­ter, aber bald hör­te ich es wie­der, das Geräusch durch den Flur um die Ecke. Nein, Gril­len waren das nicht, auch kei­ne hei­se­ren Vögel. Was ich hör­te, war das glück­li­che Trom­pe­ten einer Her­de Tief­see­ele­fan­ten, die im Aqua­ri­um zwi­schen John­son und Mel­ville im Kreis her­um­spa­zier­te. Nicht grö­ßer als Mur­meln und von tief­blau­er Far­be, tas­te­ten sie mit haar­fei­nen Rüs­seln im Sand und an den Schei­ben. Die ein oder ande­re Dschun­gel­pflan­ze hat­ten sie, wäh­rend ich schlief, aus dem Boden geris­sen, über­haupt war die Land­schaft, die ich seit Jah­ren ken­ne, in Auf­ruhr gera­ten, Muschel­häu­ser segel­ten durchs war­me Was­ser, auch Pan­zer­wel­se und ein paar Suma­trabar­ben, ohne Fas­sung, wie irr, mit dem Bauch nach oben. Ein fas­zi­nie­ren­der Anblick, ein Toll­haus. Wie ich mich lie­be­voll über das Aqua­ri­um beug­te, hoben sie ihre Rüs­sel aus dem Was­ser und ich spür­te den Luft­zug ihrer Instru­men­te auf der Stirn. Und jetzt ist Mit­ter­nacht gewor­den, das Ende eines wun­der­schö­nen Tages der Beob­ach­tung, den ich auf mei­nem Gar­ten­stuhl ver­brach­te. Ich habe weder gele­sen noch sonst gear­bei­tet, nur geschaut habe ich und gestaunt. — stop
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im albtraum

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tan­go : 0.05 — Ich hat­te ein Muse­um geträumt, ein Alb­traum, ein Muse­um, des­sen Säle für Besu­cher zur Nacht­zeit nur geöff­net waren. Fol­gen­des: Eine Spiel­zeug­ma­schi­ne erhebt sich dort, Saal 107, von einem Tisch, eine Stadt ohne Staub. Da sind Häu­ser, Bara­cken, geschot­ter­te Wege, Mau­ern, ein Platz. Und Bäu­me sind da noch. Und Schie­nen. Und Tür­me. Höl­zer­ne Tür­me. Guss­ei­ser­ne Lam­pen. Schar­fes Licht, wei­ßes Licht, Gewit­ter­licht. Kein Laut, kein Schat­ten, kei­ne Bewe­gung. Aber in den Kro­nen der Bäu­me, Unru­he, beben­des War­ten. Es ist wie­der die sechs­te Sekun­de, dann die sieb­te, dann die ach­te. Jetzt geht alles sehr schnell von­stat­ten. Ein hel­ler Ton, ein Pfiff, kaum hör­bar. Eine Loko­mo­ti­ve, wei­ßer Dampf, rast auf Schie­nen aus dem Halb­dun­kel jen­seits der Umzäu­nung her­an, ein Zug, ein lan­ger Zug. Auch in die Stadt ist nun Bewe­gung gekom­men. Per­so­nen. Vögel. Hun­de. All das so vor­an, als wäre es auf­ge­zo­gen, wür­de sich ent­la­den, ruck­ar­tig, als habe man einem Film Sekun­de für Sekun­de Bil­der ent­nom­men. Der Zug stoppt. Figu­ren, Men­schen­fi­gu­ren, Hun­der­te, auch Kin­der­fi­gu­ren, flie­ßen aus Wag­gons, for­mie­ren sich zu einer Linie, die sich bald teilt. Wis­pern und Zwit­schern. Dann Rauch. Nadeln von schwar­zem Rauch. Rauch bis zur Him­mels­de­cke. Und Geruch. Ein selt­sa­mer Geruch, sehr senk­recht, selt­sam, Geruch von geschmol­ze­nem Metall, von Zinn, süß, von Gebäck. Alles ist wie von Sand bewor­fen, so ein­ge­färbt, auch jene Men­schen, die klein sind und schnell und bald schon ver­schwun­den, waren von der Far­be hel­len San­des. Dann wie­der Stil­le. Kei­ne Bewe­gung. Nur die Bäu­me, das Blatt­werk, unru­hig. — stop

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bingbing

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echo : 2.28 — Ich hör­te, mei­ne Augen, sobald ich sie öff­ne, sei­en rund. Und ich dach­te mir, so lan­ge Zeit schon hast Du aus run­den Augen in die Welt hin­aus­ge­schaut, ohne das Run­de Dei­ner Augen zu bemer­ken. Ich lag auf einer Wie­se im Park und weil ich so schön glück­lich war, schlief ich ein. Da drü­ben war die Luft voll klei­ner Flie­gen, die gol­den leuch­te­ten und selt­sa­me Geräu­sche mach­ten, bing bing. Das hör­te sich an, als wür­den sie mit Zun­gen schnal­zen, aber dann wur­den sie zu sin­gen­den Fischen und ich hol­te mei­ne Augen aus dem Kopf und die Fische spiel­ten mit ihnen her­um, und ich sah, mei­ne Augen waren tat­säch­lich run­de Geschöp­fe. — Noch zu tun: Herz­kam­mern stu­die­ren. — stop

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