Aus der Wörtersammlung: wesen

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im pullmanwagon

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jul­liet : 17.03 — Traum von einem Fern­rei­se­wa­gon für Schwär­me klei­ner Engel­per­so­nen. Die­ser Fern­rei­se­wa­gon war ein Pull­man­wa­gen gewe­sen, him­mel­blau. Sit­ze, Bän­ke, Kof­fer­ab­la­gen waren voll­stän­dig ent­fernt, an den Wän­den Pfeil­zei­chen, die die Fahr­rich­tung des Zuges defi­nier­ten. Der Wagen fuhr lang­sam dahin. Klei­ne­re, sehr fest gewirk­te Dampf­wol­ken flo­gen im Wag­gon genau in Rei­se­ge­schwin­dig­keit vor­an, sodass ich sie betrach­ten konn­te aus nächs­ter Nähe. Auch die Engel flo­gen prä­zi­se in der Geschwin­dig­keit des Zuges. Es waren eini­ge Hun­dert Engel in der Grö­ße von Koli­bris. Ich glau­be, sie führ­ten Gesprä­che, wäh­rend sie so flo­gen, mit ruhi­gen gleich­mä­ßi­gen Bewe­gun­gen ihrer Flü­gel wie Schwä­ne. Ein Rau­schen, hell, war in der Luft. Man­che der klei­nen Wesen tru­gen Flie­ger­müt­zen. Ein­mal fiel Regen aus den Wol­ken im Zug. — stop

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von den glücksgeräuschen der froschvögel

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ulys­ses : 4.18 — Frü­her Mor­gen. Wind­stil­le. Licht noch schwach. Die Luft ist kühl gewor­den über die Nacht. Vor dem Teich im Gar­ten die Spu­ren mei­ner Füße im Gras. Am Ufer des klei­nen Sees ruht ein Molch, äußerst lang­sam geht sein Herz­schlag, da muss doch ein Geräusch zu hören sein. Ich erin­ne­re mich, ges­tern wur­de die Ent­de­ckung eines neu­en Teil­chens im Atom bekannt gege­ben. Das Teil­chen trägt den Namen: Xi_b^0. Hät­te ich von sei­ner Ent­de­ckung nicht gele­sen, wäre ich in der Beob­ach­tung mei­ner Hand, die auf mei­nem Knie ruht, nicht so auf­merk­sam wie an die­sem frü­hen Mor­gen. Ich fra­ge mich, wie vie­le Teil­chen der Bezeich­nung Xi_b^0 sich in mei­ner halb­schla­fen­den Hand wohl befin­den mögen, wie alt sie sind und woher sie viel­leicht gekom­men waren. Es ist still am Mor­gen heu­te. Die Amseln schla­fen noch. Ein Was­ser­läu­fer über­quert den Teich. In die­sem Moment bemer­ke ich ein bal­lon­ar­ti­ges Wesen, das hoch über mir am Him­mel schwebt. Es nähert sich lang­sam, in dem es tie­fer kommt. Das Wesen ist hell, es ist weiß, es ver­fügt über Flü­gel, die sich sehr schnell bewe­gen, Füh­ler­au­gen, wie die Augen der Lun­gen­schne­cken, es ist ein Vogel. Der Vogel scheint den See unter ihm auf­merk­sam zu betrach­ten. Jetzt öff­net sich sein Bauch an erd­na­her Stel­le, ein Mund spitzt sei­ne fahl­ro­sa Lip­pen, Beu­tel fal­len her­aus aus die­sem Mund, sie schla­gen hohe Wel­len im Teich. Der Molch ver­schwin­det im Gras, Was­ser­läu­fer, die bewe­gungs­los an See­ro­sen­blatt­spit­zen däm­mer­ten, flit­zen auf und davon. Jene Beu­tel­chen, das kann ich von mei­ner Posi­ti­on aus gut erken­nen, die aus dem Vogel her­aus­ge­fal­len sind, haben sich geöff­net, Kaul­quap­pen, tau­sen­de, schwär­men nach allen Rich­tun­gen aus. Noch immer schwebt der Vogel über mir über dem See über der Wie­se. Ein fas­zi­nie­ren­des Geräusch ist von sei­nem Kör­per her zu ver­neh­men, ein Hupen, das Trom­pe­ten­ge­räusch eines Zwerg­ele­fan­ten. Es ist nun denk­bar, dass ich als ers­ter Mensch die Glücks­ge­räu­sche der Frosch­vö­gel wahr­ge­nom­men habe. — stop

für mei­ne Mut­ter,
für mei­nen Vater

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subnautilus aquarius

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hima­la­ya : 0.05 — Nach viel­stün­di­ger, kon­zen­trier­ter Arbeit ist die Erfin­dung einer wei­te­ren Gat­tung schau­keln­der Perl­boo­te end­lich denk­bar gewor­den. Sub­nau­ti­lus aqua­ri­us, Geschöpf rei­nen Wun­sches. Wesent­li­che Merk­ma­le kurz notiert: Perl­boo­te der Gat­tung Sub­nau­ti­lus aqua­ri­us leben aus­schließ­lich in Süß­was­ser­um­ge­bung, vor­nehm­lich in fla­chen Gewäs­sern, das heißt, in Gewäs­sern bis fünf Meter Tie­fe. Tem­pe­ra­tu­ren jen­seits 30° Cel­si­us (doch unter 40° Cel­si­us) sind Vor­aus­set­zung, um höhe­res Alter errei­chen zu kön­nen. Grö­ße in Rei­fe: 150 mm. Gas­steue­rung sowohl auf als auch abwärts. Äuße­re Hül­le: Ara­go­nit. Inne­re Hül­le: Perl­mutt. Fang­ar­me: 120. Perl­boo­te der Gat­tung Sub­nau­ti­lus aqua­ri­us gebie­ten wei­ter­hin über die Fähig­keit, Licht zu erzeu­gen in viel­fäl­ti­gen Far­ben. Algen (5 bis 8 Gramm pro Tag), aber auch Schup­pen mensch­li­cher Haut, wer­den bevor­zugt aus dem Was­ser genom­men. Man kann hören. — stop

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luftzungen

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nord­pol

~ : lou­is
to : dai­sy und vio­let hil­ton
sub­ject : LUFTZUNGEN

Lie­be Dai­sy, lie­be Vio­let! Was für ein stür­mi­scher Mor­gen hier bei uns in Mit­tel­eu­ro­pa. Wet­ter, wie ich es mir wün­sche in die­sen Tagen. Eis­kör­ner pfei­fen durch die Luft, Wol­ken­däm­me­rung. Ich ver­mu­te, Ihr wer­det bemerkt haben, mein Vater ist gestor­ben. Drei Stun­den war ich noch an sei­nem Bett gewe­sen, habe von Bil­dern eines nahen Sees berich­tet, den ich vom Zim­mer des Hos­pi­tals aus sehen konn­te. Ein Schau­fel­rad­damp­fer fuhr hin und her, der Wind schrieb mit Luft­zun­gen schim­mern­de Spu­ren ins Was­ser, Möwen segel­ten über den Ufer­bäu­men. Wie mein Vater gestor­ben ist, war es noch hell, die Son­ne nicht unter­ge­gan­gen, weiß der Him­mel, ob er sie zu erken­nen ver­moch­te, sein Blick war ein Blick, wie ich mein­te, der schon nach innen sich rich­te­te. Wenn ich Euch sage, es ist nicht wirk­lich begreif­bar, nicht wirk­lich fühl­bar, dass ein gelieb­ter Mensch nie wie­der neben uns am Tisch sit­zen wird, wer­det Ihr viel­leicht ver­ste­hen, wovon ich spre­che. Die­ses Nie­wie­der macht einen Ein­druck von Unwirk­lich­keit, von Unwirk­sam­keit, als wür­de man ver­su­chen, eine Trom­pe­te vom Schall­be­cher her zu bespie­len. Und doch, nach und nach wer­de ich ruhi­ger, ich schla­fe tief, träu­me selt­sa­me Geschich­ten. Ja, so ist das, lie­be Dai­sy, lie­be Vio­let. Was machen die Sim­mons? Ist alles o. k.? Ahoi – Euer Lou­is — stop

gesen­det am
22.04.2012
7.05 MEZ
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lou­is to dai­sy and violet »

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am telefon

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romeo : 0.03 — Ich hat­te vor­ges­tern mit einem Amt tele­fo­niert. Ich saß auf einem Stuhl und ver­zeich­ne­te in einem Notiz­block, wel­che Papie­re das Amt benö­tigt, um ent­schei­den zu kön­nen, was nun von amt­li­cher Sei­te her zu tun ist, nach­dem mein Vater nicht mehr lebt. Ich hör­te die Stim­me einer jun­gen Frau, sie sag­te: Haben sie schon eine Ster­be­ur­kun­de erhal­ten? Wenn sie eine Ster­be­ur­kun­de erhal­ten haben, sen­den Sie uns das Doku­ment bit­te zu, damit wir nach­voll­zie­hen kön­nen, dass ihr Vater gestor­ben ist. Solan­ge wir ihre Urkun­de nicht erhal­ten haben, ver­ste­hen sie, ist ihr Vater den Fak­ten nach noch am Leben. Ich schick­te ein lei­ses Lachen durchs Tele­fon, ein lei­ses Lachen kehr­te von der ande­ren Sei­te her zurück. Ges­tern tele­fo­nier­te ich wie­der­um mit der jun­gen Frau vom Amt. Ich teil­te ihr mit, dass ich das Doku­ment zu ihr hin abge­schickt haben wür­de. Ein sehr selt­sa­mer Moment. Ich war, wäh­rend ich tele­fo­nier­te, wie­der ein­mal in der Lage gewe­sen, mei­nen Vater zu sehen, wie er vor­sich­tig, Schritt um Schritt, die Trep­pe her­un­ter­kommt. Ich press­te den Tele­fon­ap­pa­rat an mein rech­tes Ohr, mit dem lin­ken Ohr erwar­te­te ich, dass die Stim­me mei­nes Vaters in der nächs­ten Sekun­de hör­bar wer­den wür­de. — stop

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uhrwesen

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fox­trott : 0.05 — In der lin­ken Hand hal­te ich Ilja Trojanow’s Roman Eis­tau fest, an der rech­ten Hand sitzt die Küh­le der Uhr mei­nes Vaters. Ich habe sie zur Pro­be ange­legt. Vor zwei Wochen war sie noch an sei­ner Hand gewe­sen. Es ist erstaun­lich, die Uhr geht noch immer auf die Sekun­de genau, wie seit vie­len Jah­ren schon. Immer dann, wenn ich sie betrach­te, mei­ne ich, die Zeit als ein eigen­sin­ni­ges Wesen zu sehen, die Zeit mei­nes Vaters, die sich ohne ihn fort­setzt. Ich gehe mit den Augen durch das Zim­mer spa­zie­ren. An den Wän­den Bil­der, die Leben­de und Tote zei­gen. Und die­ser Regen. Sand­warm und müde. — stop

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apollo

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ulys­ses : 0.05 — Im Alter von drei Jah­ren lie­ge ich auf war­mem Land, das atmet. Bald flie­ge ich durch die Luft, schwe­be über dem Bauch mei­nes Vaters und lache, weil ich gekit­zelt wer­de. Mei­ne Stim­me, mei­ne kind­li­che Stim­me. Und da sind eine höl­zer­ne Eisen­bahn, das Licht der Dioden, damp­fen­des Zinn, Loch­kar­ten einer Com­pu­ter­ma­schi­ne und die Geheim­nis­se der Alge­bra­bü­cher, die der Jun­ge von sechs Jah­ren noch nicht ent­zif­fern kann. Aber For­scher, wie der Vater, will er schon wer­den, wes­halb er die Schnee­spu­ren der Amseln, der Fin­ken, der Dros­seln in ein Schul­heft notiert. Zu jener Zeit drif­te­ten Men­schen bereits in Gemi­ni­kap­seln durch den Welt­raum, um das Stern­rei­sen zu üben. Nur einen Augen­blick spä­ter waren sie schon auf dem Mond gelan­det, in einer Nacht, einer beson­de­ren Nacht, in der ers­ten Nacht, da der Jun­ge von sei­nem Vater zu einer Stun­de geweckt wur­de, als noch wirk­lich Nacht war und nicht schon hal­ber Mor­gen. Die zwei Män­ner, der klei­ne und der gro­ße Mann, saßen vor einem Fern­seh­ge­rät auf einem wei­chen Tep­pich und schau­ten einen schwarz-wei­ßen Mond an und lausch­ten den Stim­men der Astro­nau­ten. Man sprach dort nicht Eng­lisch auf dem Mond, man sprach Ame­ri­ka­nisch und immer nur einen Satz, dann pieps­te es, und auch der Vater pieps­te auf­ge­regt, als sei er wie­der zu einem Kind gewor­den, als sei Weih­nach­ten, als habe er soeben ein neu­es Teil­chen im Atom ent­deckt. In jener Nacht, in genau der­sel­ben beson­de­ren Nacht, saß zur glei­chen Minu­ten­stun­de irgend­wo im Süden der Dich­ter Giu­sep­pe Unga­ret­ti vor einem Fern­seh­ge­rät in einem Ses­sel und deu­te­te in Rich­tung des Gesche­hens fern auf dem Tra­ban­ten auf der Bild­schirm­schei­be, auf einen Astro­nau­ten, wie er gera­de aus der Lan­de­fäh­re klet­tert, oder habe ich da etwas in mei­nem Kopf ver­scho­ben? Sicher ist, auf jenem Fern­seh­ge­rät, vor dem Unga­ret­ti Platz genom­men hat­te, waren drei wei­te­re, klei­ne­re Appa­ra­te abge­stellt. Alle zeig­ten sie die­sel­be Sze­ne. Echt­zeit. Giu­sep­pe Unga­ret­ti war begeis­tert, wie wir begeis­tert waren. Ja, so ist das gewe­sen, wie heu­te, vie­le Jah­re spä­ter. – stop
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trillerpfeife

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alpha : 8.25 — Vor einem Jahr im Früh­ling, wäh­rend eines Spa­zier­gan­ges, erzähl­te eine Freun­din vom Tod ihres Vaters. Dass sie sich lan­ge Zeit vor­be­rei­tet habe. Ihn manch­mal betrach­te­te, als sei er schon nicht mehr anwe­send, eine Vor­stel­lung, eine Erin­ne­rung. Sie habe ihn dann berührt, um sich zu ori­en­tie­ren. In den letz­ten Jah­ren sei­nes Lebens habe ihr Vater vor­wie­gend geschla­fen. Er konn­te die Ber­ge vor sei­nem Fens­ter nicht mehr sehen, obwohl er noch gute Augen hat­te, eine Bewe­gung, als wür­de er sei­nen Blick nach innen rich­ten. Als dann der Vater tat­säch­lich gestor­ben war, sei nichts so gewe­sen, wie sie es sich aus­ge­malt hat­te. Man kön­ne sich, sag­te sie, nicht vor­be­rei­ten, es sei ein sehr merk­wür­di­ges Gefühl, ein Pas­sa­gen­ge­fühl, wie auf einer wil­den Schau­kel flie­gend. – Die Schu­he mei­nes Vaters an die­sem Mor­gen. Der Ses­sel, in dem er saß. Sein Foto­ap­pa­rat. Sei­ne Com­pu­ter­ma­schi­ne. Sein Radio. Sei­ne Bril­le. Die Tril­ler­pfei­fe, mit wel­cher er uns um Hil­fe rufen konn­te. Sei­ne Uhr. — stop
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stift

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echo : 5.01 — Ich hat­te vor weni­gen Tagen einen ange­neh­men Traum. Wenn ich könn­te, wür­de ich die­sen Traum gern wie­der­ho­len. Des­halb habe ich den Traum in ein Notiz­buch notiert, und zwar mit der Hand, damit ich das Schrei­ben mit einem wirk­li­chen Blei­stift nicht ver­ler­ne. Es exis­tie­ren näm­lich Blei­stif­te in mei­ner Arbeits­at­mo­sphä­re, die sich auf Bild­schir­men befin­den, die nicht wirk­li­che Blei­stif­te sind, son­dern digi­ta­le Figu­ren, die man nie­mals spit­zen muss. Mit die­sen digi­ta­len Wesen kann in Notiz­bü­cher geschrie­ben wer­den, die gleich­wohl nicht wirk­lich sind. Auch die Schrift, die man erzeugt, ist nicht wirk­lich Schrift, son­dern Male­rei, ein gemal­tes e, ein gemal­tes m, ein gemal­tes z. Ich hat­te also einen Traum, der mir gefiel. Der Traum befin­det sich hand­schrift­lich nie­der­ge­legt in einem Notiz­buch, das unter mei­nem Kopf­kis­sen liegt. Mehr kann ich im Moment nicht tun, als vor dem Schlaf im Notiz­buch zu lesen und zu hof­fen, dass der Traum wie­der zu Besuch kom­men wird. — stop
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die stimme meines Vaters

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ulys­ses : 22.18 — Im Som­mer des Jah­res 2007, wäh­rend ich gera­de an mei­ner Bir­dy­ma­schi­ne arbei­te­te, tele­fo­nier­te ich mit mei­nem Vater. Es war eine war­me Zeit gewe­sen, die Fens­ter im weit ent­fern­ten Arbeits­zim­mer stan­den offen. Ich hör­te über eine Tele­fon­lei­tung, die ver­mut­lich durch den Welt­raum führ­te, Vögel im Gar­ten pfei­fen. Und da war noch etwas ande­res, da waren Funk­ge­räu­sche und der Gesang der Wale und ein Ras­peln, das Stimm­ge­räusch Bir­dys. Ich erin­ne­re mich, mein Vater beob­ach­te­te in jenem Som­mer Bir­dy täg­lich stun­den­lang vor sei­nem Com­pu­ter sit­zend. Sobald er einen Feh­ler bemerk­te, mel­de­te er den Feh­ler unver­züg­lich an mich wei­ter. Er nahm in die­ser zeit­li­chen Nähe Instru­men­te der klei­nen Erzähl­ma­schi­ne wahr, die ich gera­de erst in Betrieb genom­men hat­te. Von jeder Ent­de­ckung berich­te­te er in einer Wei­se, als ob er der ers­te Mensch gewe­sen sei, der sie zu Gesicht bekom­men hat­te, auf­ge­regt, kom­men­tie­rend, fra­gend. Ein sanf­ter Gedan­ke an einem Tag, da ich seit weni­gen Stun­den weiß, dass ich die Stim­me mei­nes Vaters nie wie­der hören wer­de. — stop
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