Aus der Wörtersammlung: stimme

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morsen

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echo : 0.25 — Ges­tern, am spä­ten Abend, eine ers­te Zei­le in mei­nen Bogen leben­den Papiers ein­ge­tra­gen, einen Satz, den Wal­ter Ben­ja­min vor lan­ger Zeit ein­mal unter dem Begriff Kak­tus­blü­te ver­zeich­ne­te. Die­ser Satz geht so: Der wah­re Lie­ben­de freut sich, wenn der gelieb­te Mensch strei­tend im Unrecht ist. — Zärt­lich, ohne zu atmen, arbei­te­te ich Zei­chen für Zei­chen vor­an. Und als ich fer­tig gewor­den war mit einem schlie­ßen­den Punkt, lehn­te ich mich zurück und war­te­te. Ich war­te­te lan­ge. Ich war­te­te so lan­ge, bis ich ein­ge­schla­fen war. Dann wach­te ich auf und staun­te. Sicher ist nun, dass sich Papier­tier­chen mit­tels einer Spra­che ver­stän­di­gen, die mor­sen­den Zei­chen ähn­lich ist. Sie ver­fü­gen dem­zu­fol­ge über Ohren und ihre Stim­men sind hell, sind Fle­der­mäu­sen, Walen und Del­fi­nen nur ver­nehm­bar. — stop
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schirme

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echo

~ : lou­is
to : Mr. jona­than noe kek­ko­la
sub­ject : SCHIRME

Rasend, lie­ber Jona­than, ver­geht die Zeit! Ein Jahr ist es nun her, seit ich das ers­te Mal von Ihnen hör­te. Vie­le Stun­den, gan­ze Tage, Wochen habe ich an Sie gedacht, und doch kei­ne durch belich­te­te Vor­stel­lung gewon­nen. Ihre Augen, hell oder dun­kel? Wie wer­den Sie mir begeg­nen, mit wel­cher Stim­me spre­chen? An die­sem schö­nen Mor­gen darf ich berich­ten, dass ich mich gut erho­len konn­te. Füh­le mich wohl in mei­ner Haut. Sie­ben Uhr. Sie wer­den sicher noch schla­fen, da drü­ben in Ame­ri­ka, und sofort, wenn Sie in Kür­ze erwa­chen, einen ers­ten tie­fen Zug küh­ler Wald­luft zu sich neh­men. Ihre Ver­wun­de­rung, wie immer, dass Sie nicht län­ger unter Was­ser leben, dass Sie frei sich zu bewe­gen in der Lage sind. Wie oft schon habe ich den Ver­such unter­nom­men, mich ein­zu­füh­len in ihre Lage, unvoll­kom­men, sagen wir, aber nicht ver­geb­lich, wie ich hof­fe, weil Sie bemerkt haben wer­den, dass ich mich um Sie küm­me­re, dass ich Fra­gen stel­le, dass ich Sie nicht gedan­ken­los der Welt über­ant­wor­tet habe. Noch zwei­und­zwan­zig Tage, mein lie­ber Kek­ko­la, hören Sie zu! Ich habe Wet­ter­kar­ten stu­diert, fürch­te, wir wer­den unter Regen­schir­men sit­zen. Ihren Eltern im Übri­gen geht es gut! Ahoi! Ihr Louis

gesen­det am
10.04.2010
6.01 MESZ
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lou­is to jona­than
noe kekkola »

 

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papierlicht

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oli­mam­bo : 1.28 — Das Wort Papier in mei­nem Kopf, ein von jeher hel­les, wei­ßes Wort, wes­halb die Erfin­dung leben­der Papie­re, ihre Erfor­schung, ihre Beob­ach­tung in lich­te Räu­me führt. Ich könn­te dem­zu­fol­ge sagen, dass mein loten­des Fabu­lie­ren wie eine Bogen­lam­pe in mein Leben wirkt. – 1 Uhr 28 mit­tel­eu­ro­päi­scher Win­ter­zeit: Auf dem Kapi­tol zu Washing­ton, im Haus der Reprä­sen­tan­ten, erklärt die demo­kra­ti­sche Abge­ord­ne­te Debbie Was­ser­man Schultz / Flo­ri­da wäh­rend der Debat­te zur ent­schei­den­den Abstim­mung über Barak Oba­mas Gesund­heits­re­form mit fes­ter Stim­me: The night­ma­re ends tonight! — stop
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standardminute

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del­ta : 6.05 — Wie ich abends im Waren­haus eine moder­ne Stan­dard­mi­nu­te erleb­te, das will ich rasch noch berich­ten, eh mir die Augen zufal­len, müde vom Wun­dern. Eine gan­ze Minu­te also. In die­ser Minu­te, an ihrem Anfang genau­er, befin­det sich eine Kas­sie­re­rin mitt­le­ren Alters, unru­hig sind Augen und Mund, und ihre flat­tern­den Hän­de, Werk­zeu­ge, die Waren über Licht­tas­ter zie­hen. Eine alte Dame ist da noch, eine Dame mit Hut, die sich sehr lang­sam bewegt, ein wah­res Rep­til, wür­de­voll, bedäch­tig. Ein wenig zer­streut scheint sie zu sein, hebt immer wie­der den Blick, beob­ach­tet scheu die Bewe­gung des Ban­des, die Rei­se ihrer per­sön­li­chen Ware: eine Schach­tel Pra­li­nen, ein Fläsch­chen Jäger­meis­ter, Salz­stan­gen, drei Dosen Kat­zen­fut­ter, ein duzend Scho­ko­la­den­os­ter­ei­er in Grün, in Gelb, in Rot, und ein wei­te­res Fläsch­chen noch hin­ter­her. Das alles muss jetzt in die Tasche, sofort, und doch ist es schon zu spät. Zwei Apri­ko­sen­saft­tü­ten schie­ben sich, einem Eis­bre­cher ähn­lich, in den war­ten­den Bezirk der alten Frau hin­ein, fal­ten Eier, Salz­stan­gen und ande­re Waren­tei­le steil zur Sei­te. Man kann jetzt hören, wie das klingt, wenn eine Dame höf­lich um Geduld bit­tet, um Nach­sicht, eine freund­li­che, eine herz­er­wär­men­de Stim­me, und das Geräusch einer Fla­sche, die zu Boden fällt. Wie sich die alte Dame nun auf­rich­tet, wie ihre hel­len Augen mei­ne Hän­de beob­ach­ten, die ver­su­chen, wei­te­res Unglück abzu­wen­den. Ungläu­big schaut sie mich an, dann das För­der­band ent­lang, das wei­te­re Waren vor­an trans­por­tiert. Ja, bald ste­hen wir und stau­nen zu zweit, und auch die Ver­käu­fe­rin ist zur mit­füh­len­den Beob­ach­te­rin gewor­den. Sie lurt zum Waren­strom hin, der über die Kan­te der Roll­band­the­ke in die Tie­fe stürzt. Ihre Hän­de, die­se selt­sa­men Hän­de, sie arbei­ten wei­ter und wei­ter, schie­ben und schie­ben, als führ­ten sie ein eige­nes Leben oder gehör­ten schon der Maschi­ne mit ihrem Rot­licht­au­gen­ge­hirn. stop. Minu­te zu Ende. stop. Guten Mor­gen. — stop

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schneekamille

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nord­pol : 0.02 — Dei­ne schnee­wei­ße Hand, die an einem Som­mer­nach­mit­tag auf mei­nem Unter­arm liegt. Wir wan­dern durch einen Wald. Klein bist Du gewor­den und leicht, und ich gehe, Du führst mich, mit geschlos­se­nen Augen neben Dir her. Und plötz­lich bist Du nicht mehr da. Ich sehe Dich, unsi­cher Dei­ne Schrit­te über das Moos. Und wie Du kniest vor den lich­ten Blu­men unse­rer Wie­se. Dei­ne wei­nen­de Stim­me. Dein Kla­gen ohne Wor­te. Dein Schrei­en gegen den Him­mel. Dein Beben in mei­nen Armen. Und wie Du flüs­terst: Ich will nicht ster­ben. - Dann ist Nacht wie an vie­len Tagen Nacht gewor­den. Ich ste­he im hal­ben Dun­kel Dei­nes Zim­mers, so still, so still, und lau­sche nach Dei­nem Atem, sit­ze und lese und schau Dich an. Dei­ne lächeln­den Augen im Schlaf, der süße Him­beer­duft des Mor­phi­ums, das Schnur­ren der Sau­er­stoff­ma­schi­ne, Dein Seuf­zen, und wie Du wach gewor­den bist, Dein Blick für mich, wie Du mit Dei­nen tie­fen Augen vom Wun­der des Lebens erzählst. Nie wie­der, erin­nerst Du Dich, haben wir vom Tod gesprochen.

für marik­ki im himmel

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amerikafahrt

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marim­ba : 0.02 — Sekun­den­brief­mar­ke aus dem Jahr 1959, zu einer Zeit notiert, da ich selbst, auch als Idee, noch nicht gebo­ren war: Das Taxi war groß wie eine Loko­mo­ti­ve. Und es war grell­gelb ange­stri­chen wie ein deut­scher Brief­kas­ten. Auf sei­nem Dach funk­te es blau­ro­te Licht­si­gna­le, sie ähnel­ten dem blit­zen­den wach­sa­men Auge der Poli­zei, und für eine Wei­le hat­te ich das Gefühl, ein Ehren­gast zu sein, der eskor­tiert und ohne Berüh­rung mit Land und Leu­ten an ein Ziel gebracht wer­den soll. Die Pols­ter des Wagens waren hart, und der nack­te Stahl­bo­den war schmut­zig; man bot dem Fahr­gast den Trans­port, man bot ihm nicht mehr. Andau­ernd erreich­ten den Wagen­len­ker durch die Luft gesand­te Bot­schaf­ten; Unsicht­ba­re spra­chen zu ihm, beschwo­ren ihn, quäl­ten ihn, hetz­ten ihn. Zuwei­len ant­wor­te der Mann den Stim­men der befeh­len­den Luft­geis­ter. Wolf­gang Koep­pen A m e r i k a f a h r t
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hydra No 2

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lima : 22.55 — Es schneit angeb­lich, mag es schnei­en. Über dem Schnee und sei­nen Wol­ken scheint der Mond. — Was haben wir heu­te eigent­lich für einen Tag, Sonn­tag viel­leicht oder Mon­tag? Abend jeden­falls, einen schwie­ri­gen Abend. Wür­de ich aus mei­ner Haut fah­ren, sagen wir, oder mit einem Auge mei­nen Kör­per ver­las­sen und etwas in der Zeit zurück­rei­sen, dann könn­te ich mich selbst beob­ach­ten, einen Mann, der gegen sechs Uhr in der Küche steht und spricht. Der Mann spricht mit sich selbst, wäh­rend er Tee zube­rei­tet, er sagt: Heu­te machen wir das, heut ist es rich­tig. Ein Bün­del von Melis­se zieht durchs sam­tig hei­ße, flim­mern­de Was­ser. Jetzt trägt er sei­ne damp­fen­de Tas­se durch den Flur ins Arbeits­zim­mer, schal­tet den Bild­schirm an, sitzt auf einem Gar­ten­stuhl vor dem Schreib­tisch und arbei­tet sich durch elek­tri­sche Ord­ner in die Tie­fe. Dann steht er, steht zwei Meter vom Bild­schirm ent­fernt, ein Mensch kniet dort auf dem Boden, ein Mensch, der sich fürch­tet. Da ist eine Stim­me. Eine schril­le Stim­me spricht schep­pernd Sät­ze in ara­bi­scher Spra­che, uner­träg­lich die­se Töne, sodass der Mann vor dem Schreib­tisch einen Schritt zurück­tritt. Er scheint sich zur Betrach­tung zu zwin­gen. Zwei Fin­ger der rech­ten Hand bil­den einen Ring. Er hält ihn vor sein lin­kes Auge, das ande­re Auge geschlos­sen, und sieht hin­durch. So ver­harrt er, leicht vor­ge­beugt, bewe­gungs­los, zwei Minu­ten, drei Minu­ten. Ein­mal ist sein Atmen hef­tig zu hören. Kurz dar­auf steht er wie­der in der Küche, lehnt mit dem Rücken am Kühl­schrank, denkt, dass es schneit und spürt eine Unru­he, die lan­ge Zeit in die­ser Hef­tig­keit nicht wahr­zu­neh­men gewe­sen war. Ein Mensch, Dani­el Pearl, wur­de zur Ansicht getö­tet. – Was machen wir jetzt? — stop
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fotografieren

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echo : 0.52 — Die­ses klei­ne Stück hier, zur Voll­mond­nacht, han­delt von einer Frau, die mir vor weni­gen Stun­den nach lan­ger Zeit der Abwe­sen­heit wie­der begeg­net ist, weil ich den sil­ber­grau­en Mond am wol­ken­lo­sen Abend­him­mel bemerkt hat­te, und aus die­sem hei­te­ren Luft­raum her­aus, war sie dann plötz­lich zu mir her­ein­ge­fal­len, selbst ihre Stim­me, eine außer­or­dent­lich lei­se Stim­me, ist nun so gegen­wär­tig als wäre kaum Zeit ver­gan­gen seit unse­rer Unter­hal­tung im Prä­pa­rier­saal der Mün­che­ner Ana­to­mie. Ich hät­te sie damals bei­na­he über­se­hen, eine klei­ne Gestalt, die prä­pa­rie­rend auf einem Sche­mel knie­te und merk­wür­di­ge Bewe­gun­gen mit den Augen mach­te. Sie betrach­te­te den Kör­per vor sich auf dem Tisch mit einem ruhi­gen, mit einem fes­ten Blick für je eini­ge Sekun­den, dann schloss sie die Augen für etwa die­sel­be Zeit, die sie geöff­net gewe­sen waren, und so wie­der­hol­te sich das Stun­de um Stun­de. Ein­mal setz­te ich mich neben sie an den Tisch und erzähl­te, dass ich ihre Augen, ihren Blick beob­ach­tet haben wür­de und den Ein­druck gewon­nen, sie mache Bewe­gun­gen mit ihren Augen, die der Lin­sen­be­we­gung eines Foto­ap­pa­ra­tes ähn­lich sei­en. Rich­tig, ant­wor­te­te die Frau, ich schlie­ße mei­ne Augen und schaue mir im Dun­keln an, was ich gespei­chert habe. — Eine selt­sa­me Stim­me. Sehr hell. Und scheu. Ein Zit­tern. Wie durch einen Kamm gebla­sen. — stop
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brooklynites

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tan­go : 6.03 – Das lang­sa­me Durch­que­ren einer nächt­li­chen Land­schaft frem­der Stim­men: Ten-four. David-David. Woman, black, in con­fu­si­on. 75, Varick­street. 12th flo­or. Ten-four. Ten-four. Ser­geant? — Ich hat­te, mei­ner neu­en Lei­den­schaft fol­gend, den Klän­gen des New Yor­ker Poli­zei­funks zuzu­hö­ren, gegen Mit­ter­nacht eine Ver­bin­dung über den Atlan­tik her­ge­stellt. Wie das dann genau gekom­men sein mag, all das Flüs­tern in der Dun­kel­heit, kann ich nicht sagen, viel­leicht war zu einer Zeit, da ich noch wach gewe­sen war, mei­ne trans­at­lan­ti­sche Über­tra­gung für zwei oder drei Stun­den unter­bro­chen gewe­sen, oder man schwieg in New York, wes­halb ich die geöff­ne­te Ver­bin­dung ver­ges­sen haben könn­te. Ich schlief jeden­falls ein gegen zwei Uhr, müde gewor­den vom Den­ken, und wie ich so schlief, kehr­ten die Stim­men zurück, ich träum­te Geräu­sche, die in der ame­ri­ka­ni­schen Spra­che plau­der­ten. Ten-Four. Ten-four. Auch mei­ne eige­ne Stim­me, sie berich­te­te von einer Wan­de­rung durch Brook­lyn, war in der Däm­me­rung deut­lich zu hören gewe­sen. Ein schnel­les, ein rasen­des Spre­chen, Lou­is, als hin­ge sein Leben davon ab. Dann fehl­te ihm ein Wort, ein ent­schei­den­des Wort. Von suchen­der Stil­le erwacht. — stop
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schweizer jazz : paul nizon

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india : 0.03 — Ges­tern bin ich Paul Nizon wie­der­be­geg­net. Durf­te beob­ach­ten, wie er in Paris eine sei­ner Arbeits­woh­nun­gen spa­zier­te. Natür­lich waren zwi­schen ihm und mir eine Kame­ra­lin­se, ein Bild­schirm und dort etwas ver­gan­ge­ne Zeit auf­ge­spannt. Trotz­dem konn­te ich ihn gut erken­nen. Er trägt jetzt einen klei­nen run­den Bauch vor sich her und sein Haar ist grau gewor­den, und doch ist er ganz der alte, ver­ehr­te Schrift­stel­ler geblie­ben. Vor allem sei­ne schö­ne Stim­me, das sorg­fäl­ti­ge Spre­chen, die war­me Melo­die der Spra­che, das Schwei­ze­ri­sche, hier waren sie wie­der, und auch das Ton­band­ge­rät, das auf einem Tisch ruhend die Luft­wel­len der notier­ten Sät­ze eines Tages erwar­te­te. In die­sem Moment, grad ist Diens­tag gewor­den, erin­ne­re ich mich, dass ich Paul Nizon ein­mal per­sön­lich begeg­net war in der Stra­ße, in der ich woh­ne, und dar­an, dass ich damals dach­te: Er ist klei­ner, als ich erwar­tet habe. Er trug einen grau­en Man­tel, weiß der Teu­fel, wes­halb ich die Far­be sei­nes Man­tels gespei­chert habe, und einen Hut, neh­me ich an. Und da war noch etwas gewe­sen, mein Herz näm­lich schlug in einer Wei­se, dass ich’s in mei­nem Kopf hören konn­te. — Ein Früh­lings­abend. — Ja, ein Früh­lings­abend. — Und ich sag­te zu mir: Lou­is, reg dich nicht auf! Du bist an einem fla­nie­ren­den Geist vor­über gekom­men. – Nacht. stop. Schnee. stop. Flü­gel. — stop
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