Aus der Wörtersammlung: telefon

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in der schnellbahn

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zou­lou : 10.12 UTC — Ges­tern in der Schnell­bahn las ich in mei­nem elek­tri­schen Notiz­buch fol­gen­den Hin­weis: Geschich­te vom Papier­seg­ler. Ich habe die­sen Ver­merk einer Geschich­te, die sich  in mei­nem Kopf befin­den muss, im August des ver­gan­ge­nen Jah­res fest­ge­hal­ten, ver­mut­lich in einer Schnell­bahn fah­rend. Auch in die­sem Moment, wie­der sit­ze ich in einer Schnell­bahn, kom­me ich an mei­ne Geschich­te nicht her­an. Sie ken­nen das viel­leicht. Wie man nach einem Wort sucht oder einer Tele­fon­num­mer, in die­ser Art und Wei­se such­te ich vor weni­gen Minu­ten nach mei­ner Geschich­te. Ich schloss also mei­ne Augen oder öff­ne­te sie, um vor­über­zie­hen­de Wald­land­schaft zu betrach­ten, der eigent­li­che suchen­de Blick aber war nach Innen gerich­tet. Auch mei­ne Gedächt­nis­oh­ren waren indes­sen äußerst auf­merk­sam gewe­sen. Vie­ler­lei Geräu­sche, aber nicht ein ein­zi­ges Geräusch, das mich zu mei­ner Geschich­te führ­te. Ich ahne, dass ich Geschich­ten oder Wör­ter, sobald ich sie gefun­den habe, zunächst höre, mit mei­nem Kopf, erst dann ver­mag ich sie zu lesen. Ich will das wei­ter beob­ach­ten. Jetzt muss ich aus­stei­gen. — stop

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lions writers inc.

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alpha : 17.25 UTC — Eine Notiz der Lions Wri­ters Sup­port Ser­vices. Inc., die ich an die­ser Stel­le mit gro­ßer Freu­de über­setzt wie­der­ge­be, berich­tet von Mr. und Mrs. Sha­pi­ro: > AUF NACH CONEY ISLAND. Als Mr. Sini Sha­pi­ro, wohn­haft zu New York (Park Ave­nue 720), im ver­gan­ge­nen Jahr den drin­gen­den Wunsch äußers­te, end­lich ein­mal sei­ne Woh­nung ver­las­sen zu dür­fen, um sich in der Stadt sei­ner Geburt umzu­se­hen, waren wir mit enor­men Her­aus­for­de­run­gen kon­fron­tiert. Wie könn­te es mög­lich wer­den, frag­ten wir, einem Kie­men­men­schen, der zeit sei­nes Lebens ein hoch spe­zia­li­sier­tes Was­ser­ha­bi­tat in Man­hat­tan bewohnt, einen Zugang zur Stadt zu ermög­li­chen, ohne ihn umzu­brin­gen. Bald folg­ten wir einer kon­kre­ten Spur. Aus der nau­ti­schen Samm­lung der Fami­lie Land­au, die auf Long Island lebt, erwar­ben wir einen Tief­see­tau­cher­an­zug, wel­cher zuletzt in den 40er-Jah­ren der unter­see­ischen Minen­räu­mung dien­te. Der Anzug selbst wog 240, Mr. Sha­pi­ro, ein zar­tes Wesen, 32 Kilo­gramm, die Maße stimm­ten, und der Anzug, wenn man ihn mit Was­ser füll­te, erwies sich als voll­stän­dig dicht über vie­le Tage hin. Am 5. Juni des Jah­res 2016 unter­nah­men wir mit Mr. Sha­pi­ro einen ers­ten Ver­such unter wirk­lich­keits­na­hen Bedin­gun­gen. Getes­tet wur­de in der Woh­nung der Sha­pi­ros zunächst unter Was­ser, ob Mr. Sha­pi­ros Leib sich in den Anzug füg­te und ob er sich gebor­gen füh­len konn­te. In einer zwei­ten Pha­se des Tes­tes ver­such­ten wir einen Ein­druck von der Beweg­lich­keit des Anzugs zu gewin­nen, immer­hin war das Gefäß nun voll­stän­dig mit Was­ser gefüllt. Der Tau­cher­an­zug, Mr. Sha­pi­ro plus Was­ser­fül­lung, sowie ange­schlos­se­ne tech­ni­sche Wei­te­run­gen, Fil­ter und Pum­pen, eine Foto­ka­me­ra sowie zwei Funk­kom­mu­ni­ka­ti­ons­mo­du­le, wogen ins­ge­samt 352 Kilo­gramm. Am 22. Juli dann in den frü­hen Mor­gen­stun­den von sor­gen­vol­len Bli­cken sei­ner Frau beglei­tet, wag­te Mr. Sha­pi­ro sich zum ers­ten Mal in das Leben jen­seits der Schleu­sen­tü­ren sei­ner Woh­nung hin­aus. Der alte Mann wur­de in sit­zen­der Posi­ti­on über Auf­zü­ge des Hau­ses vor­sich­tig zu einem Sub­aru – Sam­bar – Auto­mo­bil trans­por­tiert, das sich, von einem Poli­zei­fahr­zeug eskor­tiert, bald lang­sam über die Man­hat­tan Bridge, kurz dar­auf über die Coney Island Ave­nue süd­wärts beweg­te. Mr. Sha­pi­ro woll­te das Meer mit eige­nen Augen betrach­ten. Brook­lyn, äußer­te er spä­ter, gefal­le ihm. / — stop New York City. May 3 2017 by Miu Gallane 

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eine telefongeschichte

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hima­la­ya : 17.50 UTC — Ges­tern klin­gel­te mein Tele­fon, nein, wirk­lich, mein Tele­fon mel­de­te nicht nur einen Anruf, es klin­gel­te tat­säch­lich, weil ich einen Signal­ton ein­ge­stellt hat­te, der einem Klin­gel­ton der Tele­fo­ne mei­ner Kind­heit sehr ähn­lich ist. Mein Tele­fon ver­mag gleich­wohl zu zwit­schern oder zu sum­men oder zu trom­pe­ten, wie Ele­fan­ten spre­chen, aber wenn mein Tele­fon klin­gelt in der Wei­se mei­ner Kind­heit, mag ich das am liebs­ten, oder wenn es Ben­ny Good­man spielt, aber dann gehe ich nicht dran, dann hebe ich nicht ab, dann höre ich zu und tan­ze ein wenig in der Woh­nung her­um bis die Vögel an mein Fens­ter klop­fen: Lou­is komm, die Arbeit war­tet! — Ges­tern also klin­gel­te mein Tele­fon. B. mein Paten­kind, war in der Lei­tung, und ich freu­te mich sehr, weil ich ein hal­bes Jahr nichts von ihr gehört hat­te. Kannst du dich erin­nern an unse­re Affen­ge­schich­te? Oh, ja, sag­te B., da habe ich mich gefürch­tet, da war ich noch klein. Es ist inter­es­sant, fuhr sie fort, ich fürch­te mich vor der Geschich­te noch immer, obwohl ich schon erwach­sen gewor­den bin. B. erzähl­te noch ein wenig von Ber­lin und von New York, und als sie auf­ge­legt hat­te, such­te ich nach einer Notiz der Affen­ge­schich­te, die schon so lan­ge Zeit in der Ver­gan­gen­heit liegt, dass B. bald selbst ein­mal von Affen erzäh­len wird. Die Geschich­te geht so: Ein­mal, früh­mor­gens, kam ein schläf­ri­ges Mäd­chen zu mir in die Küche, setz­te sich auf mei­ne Knie und sag­te: Du, Lou­is, ich muss Dir was erzäh­len. Ein Mann lebt in Ame­ri­ka. Er lässt sich sei­nen Kopf abneh­men und auf einen Affen ver­pflan­zen. – War­um, frag­te ich, will der Mann das tun? – Bei dem Mann lebt nur noch der Kopf, antwor­tete das Mäd­chen und gähn­te. – War­um nur noch der Kopf, frag­te ich. – Er ist gelähmt. – Und der Affe? – Der Affe nicht. – Was geschieht mit dem Kopf des Affen? – Weiß nicht, sag­te das Mäd­chen, und stürm­te davon. — stop

ping

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kaktusblüte

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nord­pol : 18.52 UTC — Ein Zufall führ­te mich in einem Moment zu Herrn K., als er gera­de zum ers­ten Mal sein neu­es Büro­zim­mer betrat. Er führ­te einen Kar­ton mit sich, nicht grö­ßer als eine Schuh­schach­tel. Aus die­sem Behält­nis hob er eine Note­book­schreib­ma­schi­ne, ein Mäpp­chen mit Blei­stif­ten, eine far­bi­ge Foto­gra­fie sowie einen Kak­tus, der blüh­te. Herr K. prüf­te die Schub­la­den des Schreib­ti­sches, der zu dem klei­nen Zim­mer mit Aus­blick auf einen Park gehör­te, sie waren leer. Sei­nen Kak­tus stell­te er auf die Fens­ter­bank, die Foto­gra­fie neben ein Tele­fon, das sich bereits im Zim­mer befun­den hat­te, ehe Herr K. ein­ge­tre­ten war. Er setz­te sich auf einen Stuhl und sag­te: Wis­sen Sie, mehr brau­che ich nicht. Das soll­ten Sie immer beden­ken, nur nie­mals hei­misch wer­den, nur nicht glau­ben, dass Ihnen die­ses Büro gehört. Im Gegen­teil, Sie selbst gehö­ren die­sem Zim­mer wie jeder ande­re, der nach Ihnen an die­ser Stel­le arbei­ten wird. Wer in und von die­sem Zim­mer aus ope­riert, muss sich bewusst sein, dass er jeder­zeit eben­so plötz­lich wie er gekom­men ist, auch wie­der gehen wird. In die­ser Pos­ti­on, die Sie hier oben beklei­den, haben Sie Erfolg oder sie haben kei­nen Erfolg. Bin­den Sie sich also nicht, arbei­ten Sie kon­zen­triert und genie­ßen Sie die Aus­sicht, aber, um Him­mels wil­len, füh­len Sie hier nie­mals zu Hau­se! — Die­se Geschich­te ereig­ne­te tat­säch­lich an einem Frei­tag im Juli des ver­gan­ge­nen Jah­res. — stop

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2 engel

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sier­ra : 16.15 UTC — Ein Freund zeig­te eine Map­pe, die er stets mit sich nimmt, um zur Arbeit zu fah­ren. Schau, sag­te er, bei die­sem Fach hier han­delt es sich um ein ope­ra­ti­ves Fach, in wel­chem sich vier wei­te­re Fächer befin­den, dort ruhen Schlüs­sel, Porte­mon­naie, Code­kar­ten, Han­dy­te­le­fon. Das zwei­te grö­ße­re Fach lin­ker Hand birgt Abtei­le für mei­ne Rei­se­bü­cher für die Stra­ßen­bahn, 1 Kühl­fach für Scho­ko­la­de, 1 Fach, in wel­chem 2 fin­ger­lan­ge Engel hau­sen, das öff­nen wir lie­ber nicht, und in die­sem Fach hier nun befin­den sich wei­te­re sehr wesent­li­che Din­ge, Blü­ten­sa­men bei­spiels­wei­se, 1 Streich­holz­schach­tel, 1 Kom­pass und 1 Wan­der­kar­te, 1 Kaf­fee­ther­mos­kan­ne, 1 Foto­ap­pa­rat, 28 Beu­tel Trink­was­ser des Jah­res 1988, 16 Por­tio­nen Fer­tig­nah­rung, 3 Kilo­gramm Tro­cken­brot, 36 Tablet­ten gegen See­krank­heit, 1 schwimm­fä­hi­ges Mes­ser, 5 Signal­fa­ckeln in Rot, 2 Signal­fa­ckeln in Gelb, 1 Signal­flö­te, 1 Schöpf­ge­fäß, 1 Ret­tungs­wes­ten, 1 Wurf­ring mit Lei­ne, 1 was­ser­dich­te Taschen­lam­pe, 14 Bat­te­rien, 1 Gas­feu­er­zeug, 5 Fett­stif­te, 1 Über­le­bens­hand­buch in fin­ni­scher Spra­che, 1 Funk­schreib­ma­schi­ne mit Hand­kur­bel. — Selt­sa­me Geschich­te. — stop

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vom suchen und finden

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zou­lou : 15.01 UTC — Das Suchen nach Gegen­stän­den in Gär­ten, oder das Suchen nach Men­schen in Wäl­dern oder Park­land­schaf­ten, wo sie sich frei­wil­lig ver­steck­ten, Ver­gnü­gen, Freu­de, Glück, wie das Suchen nach Büchern oder Zita­ten in Anti­qua­ria­ten, die zum Zeit­punkt der Suche noch nicht digi­ta­li­siert wor­den waren. Ein­mal hör­te ich eine Freun­din an ihrem 85. Geburts­tag, wie sie sich nach ihrer Bril­le erkun­dig­te. Ich wuss­te genau, wo sich die Bril­le in dem Moment ihrer Fra­ge auf­ge­hal­ten hat­te, aber mei­ne alte Freun­din schimpf­te, wäh­rend sie nach ihrer Bril­le such­te, so freund­lich vor sich hin, und erzähl­te Geschich­ten, die sie ent­deck­te, obwohl sie doch nach ihrer Bril­le such­te, dass ich mir ein wenig Zeit ließ, um ihr zu sagen, wo sie ihre Bril­le sofort fin­den könn­te. Ich erin­ne­re mich, wie ich als Kind einen Wald durch­such­te, in dem ein wei­te­rer, etwas klei­ne­rer Wald ent­hal­ten war, ein Efeu­dschun­gel näm­lich, es war ein feucht­war­mer Tag und die Luft duf­te­te nach Löwen­mäul­chen. Anstatt der erwar­te­ten Schne­cken­ge­häu­se, fand ich eine Her­de gold­brau­ner Frö­sche vor, die sich ver­mut­lich über mein Erschei­nen wun­der­ten. Vor drei Tagen bemüh­te ich mich län­ge­re Zeit um die Erfin­dung einer Tele­fon­num­mer, die in der Stadt Chi­ca­go vor­kom­men könn­te, aber garan­tiert nicht exis­tiert. Und noch heu­te, vor drei Stun­den, such­te ich nach einer grö­ße­ren oder klei­ne­ren Stadt, in der fol­gen­de Adres­se exis­tiert: im Schnee 10. Obwohl ich zahl­rei­che, auch spe­zi­el­le Such­ma­schi­nen ver­wen­de­te, war ich nicht erfolg­reich gewe­sen. Ich soll­te viel­leicht sagen, dass manch­mal wun­der­bar ist, nicht zu fin­den, was man sucht, es könn­te dann rei­ne Erfin­dung sein. — stop

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bildschirmlicht

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hima­la­ya : 7.30 UTC — Ers­ter Twit­ter­film: Ein Mäd­chen, das in Alep­po lebt, sagt: Viel­leicht ist es das letz­te Mal, dass Sie mich lebend sehen! Das Mäd­chen scheint in einem Kel­ler zu sit­zen. Sie ist zum Zeit­punkt die­ser Auf­nah­me viel­leicht acht Jah­re alt, ver­mut­lich ist Abend. Der Angriff der syri­schen Armee auf die Stadt wird für die kom­men­de Nacht erwar­tet. — Ein zwei­ter Twit­ter­film: Auf einer Bah­re in einem Kran­ken­haus liegt eine Frau, fah­le Haut, sie sieht in die Kame­ra und sagt: Bit­te hel­fen Sie uns! Im Hin­ter­grund sind Deto­na­tio­nen zu hören. — Ein drit­ter Twit­ter­film: Der jun­ge Mann, der erzählt, dass die Kämp­fe in der Stadt wie­der zuge­nom­men haben, sieht sich immer wie­der um. Er müs­se jetzt von der Stra­ße, hier sei es zu gefähr­lich. Es wird sogleich dun­kel auf dem Bild­schirm, indem der jun­ge Mann die Lin­se sei­ner Kame­ra mit einer Hand bedeckt. — Ich den­ke in die­sem Moment, dass das Licht der hand­li­chen Film­ma­schi­nen immer näher an mein Leben her­an­kommt, jeder­zeit mög­li­ches Licht, das auf Ser­vern der Welt auf mich war­tet. Ich spre­che dar­über mit einem Freund, des­sen Auf­ga­be ist, Fil­me aus dem syri­schen Bür­ger­kriegs­ge­biet zu ana­ly­sie­ren. Ja, soviel mög­li­ches Licht ist in der Welt, sagt N., dass man sich die See­le an die­sem Licht schwer ver­bren­nen kann. Er habe vor einem Jahr einen Ruhe­tag pro Woche defi­niert, da er sei­ne Com­pu­ter­ma­schi­ne nicht anschal­te. Was machst Du an die­sen Tagen, frag­te ich. Ich lese, ich gehe mit mei­ner Lebens­ge­fähr­tin spa­zie­ren, ich lie­ge im Som­mer stun­den­lang neben ihr in einer Wie­se und schaue den Wol­ken zu. Dann wird Nacht und ich sit­ze mor­gens wie­der vor mei­nen Bild­schir­men und rufe Film­licht auf, das neu hin­zu­ge­kom­men ist. Da sind zwei Män­ner, sie hal­ten den Split­ter eines Geschos­ses vor die Kame­ra ihres Mobil­te­le­fons. Ich stop­pe den Film, notie­re Schrift­zei­chen in gel­ber Far­be, Rudi­men­te, betrach­te die Umge­bung der Män­ner, ver­su­che her­aus­zu­fin­den, wo sie sich viel­leicht befin­den, ob sie sich wirk­lich dort befin­den, wo sie zu sein behaup­ten, wel­che Tages­zeit. Ich habe Algo­rith­men ent­wi­ckelt, der Film­be­fra­gung. Ich wer­de dadurch schnel­ler. — stop

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modern

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char­lie : 8.01 UTC — Die selt­sa­me Spra­che der moder­nen Welt im all­täg­li­chen Gebrauch. Einer sagt, nach­dem er sich ver­liebt hat­te, er wer­de mutig in Gefüh­le inves­tie­ren. Ein ande­rer trifft sich mit Freun­den und spricht am Tele­fon davon, sich gera­de in einem Mee­ting zu befin­den. Vor zwei Tagen wur­de ich von einer Freun­din gebrieft, sie habe sich von ihrem Mann getrennt. Ein Clus­ter von Kom­pli­ka­tio­nen ver­hin­der­te die Zulas­sung sei­nes Soh­nes zur Prü­fung am MIT, berich­tet ein alter Bekann­ter. Er schrei­be ein Memo, ver­spricht ein Nach­bar, ich weiß nicht wor­über. Unlängst war ich ver­sucht, Fol­gen­des zu sagen: Ich arbei­te in der erzäh­len­den Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung. Ich sag­te dann: Ich schrei­be Geschich­ten. — stop

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vom drohnenvögelchen

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echo : 17.18 UTC — Er fliegt nicht, sag­te die klei­ne S. am Tele­fon. Es ist frü­her Abend, die hel­le Stim­me am Tele­fon klang ängst­lich. — Wer fliegt nicht, woll­te ich wis­sen? — Na, der Vogel, den Du mir geschenkt hast, er sitzt auf dem Boden und bewegt sich nicht. S. war beun­ru­higt, sie sag­te, der Vogel sei gera­de noch durch die Küche geflo­gen, dann sei er vor dem Küchen­tisch gelan­det, jetzt sit­ze er reg­los auf dem Boden. Sind denn sei­ne Lich­ter noch an, erkun­dig­te ich mich. Nein, sag­te S., auch die Lich­ter bren­nen nicht, und er sagt nichts, kei­nen Pieps. — Ich über­leg­te kurz, wech­sel­te den Hörer mei­nes Tele­fons vom lin­ken an mein rech­tes Ohr: Ich glau­be, ich weiß, war­um Dein Vogel gera­de nicht fliegt. Hör zu, ich wer­de mich ein wenig umhö­ren, dann rufe ich Dich wie­der an! — Viel­leicht soll­te ich an die­ser Stel­le schnell erzäh­len, dass ich mei­ner Nich­te S. im ver­gan­ge­nen Jahr zu Weih­nach­ten eine fin­ger­lan­ge Droh­ne für Kin­der schenk­te, die wun­der­bar blin­ken kann in blau­en und roten Far­ben. Bis­wei­len gibt sie Geräu­sche von sich, als wäre sie eine Loko­mo­ti­ve. Die­ses Wesen, dem Ver­neh­men nach welt­weit die ein­zi­ge Loko­mo­ti­ven­gat­tung, die zu flie­gen ver­mag, lässt sich über eine hand­li­che Funk­steue­rung manö­vrie­ren. Ich habe das selbst aus­pro­biert, das ist nicht ganz ein­fach für Kin­der, und auch für erwach­se­ne Per­so­nen eine Her­aus­for­de­rung. Ich ver­mu­te­te nun, dass die Strom­ver­sor­gung der Droh­ne mög­li­cher­wei­se aus­ge­fal­len sein könn­te. Kurz nach­dem ich her­aus­ge­fun­den hat­te, wie man die Bat­te­rien der Loko­mo­ti­ve aus­wech­seln könn­te, rief ich mei­ne Nich­te wie­der an. Ihre Mut­ter kam ans Tele­fon, Sekun­den spä­ter S., die fröh­lich erzähl­te, der Vogel sei wie­der in der Luft, sie kön­ne im Moment nicht reden, sie müs­se auf­pas­sen, dass der Vogel sich nicht wie­der auf den Boden setzt. Ein lei­ses Sur­ren war zu hören, dann Schrit­te, dann eine hel­le Stim­me, die bereits zum Vogel sprach: Komm, wir flie­gen jetzt ins Wohn­zim­mer. — stop

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nuevo mundo

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lima : 12.15 UTC — Ich stel­le mir einen Film vor, ein media­les Arche Noah Prin­zip, jedes Lebe­we­sen unse­res Pla­ne­ten wäre dar­auf ver­zeich­net, jede Pflan­ze, auch das mikro­sko­pisch Kleins­te, Mikro­ben, Bak­te­ri­en, Viren. In kür­zes­te Schnitt­fol­gen müss­te die­ser Film zer­legt sein, um in mensch­li­cher Lebens­zeit je betrach­tet wer­den zu kön­nen. Wel­ches Lebe­we­sen könn­te auf dem letz­ten ver­füg­ba­ren Bild des Fil­mes zu sehen sein? — stop

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