Aus der Wörtersammlung: telefon

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mexico

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nord­pol : 1.15 — Ges­tern Abend ist etwas Lus­ti­ges pas­siert. Schne­cke Esme­ral­da ent­deck­te eine Mög­lich­keit, mein Fern­seh­ge­rät zu bestei­gen. Sie saß wohl schon eine Wei­le dort oben­auf, als ich sie, kurz nach­dem ich das Fern­seh­ge­rät ein­ge­schal­tet hat­te, bemerk­te. Vom auf­blen­den­den Licht unter ihrem Haft­fuß über­rascht, begann sie, kreuz und quer über den Bild­schirm zu flüch­ten, ihre Augen indes­sen streck­te sie so weit wie mög­lich von sich, schließ­lich ließ sie sich ein­fach fal­len, wand sich auf dem Boden als wäre sie ver­rückt gewor­den, lag dann eine Wei­le still, sodass ich mich vor­sich­tig näher­te, weil ich fürch­te­te, sie könn­te ernst­haft Scha­den genom­men haben. Ich fuhr, um ihre Lebens­geis­ter zu locken, mit einem fei­nen Pin­sel über ihre feuch­te, led­ri­ge Haut, und bemerk­te bald, wie ein Schim­mern über ihren Kör­per wan­der­te. Kurz dar­auf streck­te sich ihr Kör­per unter ihrem schwe­ren Gehäu­se in der Art der Sche­cken, wenn sie sich erhe­ben, und wan­der­te über den Boden fort in die Die­le und von dort aus in die Küche hoch auf den Tisch, wo sie nun seit Stun­den auf einer Bana­ne sitzt. Ich glau­be, sie schläft, ihre Turm­au­gen haben sich in den Kör­per zurück­ge­zo­gen, aber sie erwacht unver­züg­lich, wenn ich und solan­ge ich tele­fo­nie­re, zum Bei­spiel mit M., die von ihrem Freund erzählt, der bald nach Mexi­ko rei­sen wird. Sie wohnt seit Jah­ren mit ihm in einer Woh­nung, ohne ein Wort mit ihm zu spre­chen. Sie sagt, jede sei­ner Rei­sen sei­en für sie mit dem Wunsch ver­bun­den, er möge bald zurück­keh­ren, sie sei fröh­lich, sobald er wie­der in die Woh­nung tre­te, spre­chen wer­de sie jedoch nie wie­der mit ihm an die­sem Ort, und das sei gut so, weil sie sich in die­ser Wei­se zu Hau­se nie strei­ten, sie leb­ten sehr har­mo­nisch, er mache immer Früh­stück für sie, er lege Foto­gra­fien, zum Bei­spiel von Mexi­ko, auf ihren gemein­sa­men Tisch, sie suche dann die Guten her­aus, Bil­der, die gelun­gen sind, es gebe nie Dis­kus­sio­nen des­we­gen, weil sie eben nicht mehr mit­ein­an­der spre­chen, höchs­tens mit den Augen und mit den Hän­den oder mit­tels Gegen­stän­den, die irgend­wo lie­gen oder nicht lie­gen. — stop

nach­rich­ten von esmeralda »

ping

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ein ohr

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del­ta : 22.01 — Ich erin­ne­re mich gern an Max. Er war gera­de 6 Jah­re alt gewor­den, als ich ihm zuletzt per­sön­lich begeg­ne­te. Wir saßen damals an einem Küchen­tisch, es war Abend, Max schon müde. Er schüt­tel­te etwas gelang­weilt eine Papri­ka­scho­te und wun­der­te sich, weil in der gel­ben Frucht Bewe­gung zu sein schien. Ich nahm ihm die Papri­ka aus der Hand, und tat­säch­lich war in ihrem Inne­ren etwas lose gewor­den oder exis­tier­te dort, das sich übli­cher­wei­se nicht in einer Papri­ka befin­den soll­te. Also leg­te ich die Papri­ka zur Unter­su­chung auf einen Tel­ler und öff­ne­te sie vor­sich­tig. Es war ein klei­nes Loch, das ich in die Papri­ka schnitt. Sei­te an Sei­te sit­zend, war­te­ten wir gespannt vor der Frucht dar­auf, ob viel­leicht Irgend­et­was oder Irgend­je­mand aus der Öff­nung stei­gen wür­de. Indes­sen erzähl­te ich von der Erfin­dung der Tief­see­ele­fan­ten, von ihren kilo­me­ter­lan­gen Rüs­seln, die sie zur Mee­res­ober­flä­che recken, sofern sie den Atlan­tik durch­que­ren. Bald wur­de Max unge­dul­dig, er nahm die Papri­ka in sei­ne Hän­de, um durch das spar­sa­me Loch zu spä­hen, ohne frei­lich etwas sehen zu kön­nen, es war dun­kel da drin, wes­halb ich das Loch ver­grö­ßer­te, und außer­dem noch zwei klei­ne­re Löcher für das Licht seit­wärts in den Kör­per trieb. Wie­der­um späh­te Max in die Papri­ka, jetzt konn­te er etwas erken­nen. Er stell­te nüch­tern fest, dass sich in der Papri­ka ein Ohr befin­den wür­de, ein Papri­kaohr, ganz ein­deu­tig. Zwei Jah­re sind seit­her ver­gan­gen. Als ich kürz­lich mit Max tele­fo­nier­te, erklär­te er, dass er in der Schu­le Tief­see­men­schen mit Blei­stift zeich­ne­te. Immer wie­der habe er die Kör­per der Tief­see­men­schen, die über den Mee­res­bo­den spa­zier­ten, aus­ra­diert, um sie noch klei­ner zu machen, damit ihre Häl­se auch lang genug wer­den konn­ten auf dem viel zu klei­nen Blatt Papier, das ihm zur Ver­fü­gung gestellt wor­den war. — stop

handschrift

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ai : MEXICO

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MENSCH IN GEFAHR: „Am 14. Novem­ber erhielt der Men­schen­rechts­ver­tei­di­ger Fray Aure­lio Mon­te­ro Vás­quez, der sich für Migrant_innen ein­setzt, einen Droh­an­ruf von einem Mann, der angab, der Anfüh­rer eines der größ­ten Dro­gen­kar­tel­le zu sein. Als Fray Aure­lio Mon­te­ro Vás­quez den Anruf erhielt, befand er sich in einer Kri­sen­sit­zung mit natio­na­len Ermitt­lungs­be­hör­den, um über die jüngs­ten Ent­füh­run­gen von und sexu­el­len Über­grif­fe auf Migrant_innen in der Nähe von Teno­si­que im Bun­des­staat Tabas­co zu spre­chen. Er gab sein Tele­fon an einen Ange­hö­ri­gen der Gene­ral­staats­an­walt­schaft Mexi­kos wei­ter, damit die­ser mit­hö­ren konn­te. Fray Aure­lio Mon­te­ro Vás­quez zufol­ge soll der Anru­fer, der wei­ter in dem Glau­ben war, mit dem Men­schen­recht­ler zu spre­chen, gesagt haben: “Du bist zu weit gegan­gen”. Außer­dem habe er gedroht, ihn anzu­grei­fen, wenn er nicht 50.000 mexi­ka­ni­sche Pesos (ca. 2850 Euro) von ihm erhiel­te. Wäh­rend der Kri­sen­sit­zung rief der­sel­be Mann noch acht wei­te­re Male an, sodass es den Behör­den mög­lich war, her­aus­zu­fin­den, dass die Anru­fe aus einem nörd­li­chen Teil Mexi­kos getä­tigt wur­den. An dem Tag, als Fray Aure­lio Mon­te­ro Vás­quez die Droh­an­ru­fe erhielt, hat­te er zusam­men mit Kolleg_innen der Migran­ten­her­ber­ge La 72 in Teno­si­que im Bun­des­staat Tabas­co Anzei­ge wegen der Ent­füh­rung von Migrant_innen ein­ge­reicht. In den Wochen zuvor berich­te­ten Fray Aure­lio Mon­te­ro Vás­quez und sei­ne Kolleg_innnen über eine star­ke Zunah­me der sexu­el­len Über­grif­fen auf und Ent­füh­run­gen von Migrant_innen, von denen die meis­ten aus Zen­tral­ame­ri­ka stam­men. Fray Tomás Gon­zá­lez, der eben­falls in der Migran­ten­her­ber­ge La 72 tätig ist, hat viel zu die­sen Fäl­len gear­bei­tet und in den ver­gan­ge­nen Wochen Sicher­heits­vor­fäl­le bei den Behör­den gemel­det. Am 16. Novem­ber war die Bun­des­po­li­zei, die für den Schutz der Migran­ten­un­ter­kunft La 72 zustän­dig ist, in der Umge­bung nicht oft genug auf Strei­fe gegan­gen und hat­te die Unter­kunft meh­re­re Stun­den mit­ten in der Nacht und am frü­hen Mor­gen unbe­auf­sich­tigt gelas­sen. Die­se Poli­zei­strei­fen gehö­ren zu den Sicher­heits­maß­nah­men der Regie­rung, damit die Mitarbeiter_innen der Her­ber­ge ihrer Men­schen­rechts­ar­beit wei­ter­hin aus­üben kön­nen.“ — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­le­ne schrift­li­che Aktio­nen, mög­lichst unver­züg­lich und nicht über den 7. Janu­ar 2016 hin­aus, unter »> ai : urgent action

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vor schnee

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marim­ba : 6.18 – Ein Zoo­lo­ge, L., mit dem ich ges­tern am spä­ten Abend tele­fo­nier­te, erzähl­te von einer Rei­se nach Grön­land im ver­gan­ge­nen Früh­ling. Er sei ein­ge­la­den gewe­sen, an der Besich­ti­gung eines schla­fen­den Wales teil­zu­neh­men, der in einer tie­fen Bucht vor Oqaats­ut senk­recht mit dem Kopf nach oben im kal­ten Was­ser schweb­te. Ein groß­ar­ti­ger Anblick, die­ser mäch­ti­ge Kör­per, umschwärmt von See­hun­den, die unter glei­cher­ma­ßen neu­gie­ri­gen Fischen wil­der­ten. Von der nau­ti­schen Gesell­schaft der Uni­ver­si­tät Oslo sei­en meh­re­re Kame­ras ein­ge­setzt gewe­sen, die den Wal Zen­ti­me­ter für Zen­ti­me­ter unter­such­ten. Ers­te Hin­wei­se deu­te­ten auf eine mög­li­cher­wei­se noch unbe­kann­te Spe­zi­es hin. Man sei am zwei­ten Tage der Unter­su­chung behut­sam mit­tels eines Kör­per-U-Boo­tes in das Inne­re des Wales vor­ge­drun­gen, habe in die Dun­kel­heit des Magens geleuch­tet, um dort zwei sehr alte Käm­me von Elfen­bein vor­zu­fin­den, ein Kof­fer­ra­dio, drei Ret­tungs­rin­ge ohne Beschrif­tung, einen Peil­sen­der, sowie fünf Bücher, die merk­wür­di­ger­wei­se von was­ser­fes­ter Sub­stanz gewe­sen sei­en. Am kom­men­den Sonn­tag, so L., rei­se er nach Oqaats­ut zurück, der Wal schla­fe noch immer, er habe indes­sen kaum an Kör­per­mas­se ver­lo­ren, was höchst erstaun­lich sei. – Frei­tag. Frü­her Mor­gen. Die Luft duf­tet nach Schnee. – stop
basskäfer

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paris : 5 minuten

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sier­ra : 3.15 – Der jun­ge Mann will wis­sen, ob ich viel­leicht gera­de Nach­rich­ten lese, die von der Stadt Paris erzäh­len. Sein Gesichts­aus­druck, indem er auf mein Mobil­te­le­fon deu­tet, ist ernst. Ich woh­ne in Paris, sagt er, ich bin dort auf­ge­wach­sen, ich stu­die­re in Deutsch­land, ich habe ver­sucht mei­nen Groß­va­ter zu errei­chen, aber er mel­det sich nicht, ich kom­me nicht durch, ich bin so auf­ge­regt, auch mei­ne Freun­din ist ver­schwun­den. Wir ste­hen am Bahn­hof, war­ten auf einen Zug, der in Rich­tung des Flug­ha­fens fährt. Es ist kurz nach Mit­ter­nacht. Auf dem Mobil­te­le­fon des jun­gen Man­nes wird von acht­zehn Todes­op­fern berich­tet, auf mei­nem sind bereits über vier­zig Men­schen gestor­ben. Der jun­ge Mann läuft immer wie­der ein­mal eini­ge Meter den Bahn­steig ent­lang, schaut auf sein Tele­fon, hält es an sein Ohr, kommt wie­der zu mir zurück, fragt, ob ich etwas Neu­es in Erfah­rung brin­gen konn­te. Ich sage: Ich glau­be, für Frank­reich wur­de gera­de der Aus­nah­me­zu­stand erklärt. Oh Gott, ant­wor­tet der jun­ge Mann, was ist nur gesche­hen! Er steht ganz still vor mir, schaut mich an. Wir ken­nen uns eigent­lich nicht gut. Fünf oder sechs Minu­ten Zeit sind ver­gan­gen, seit der jun­ge Mann frag­te, ob ich Nach­rich­ten lese, die von der Stadt Paris erzäh­len. Plötz­lich klin­gelt sein Tele­fon. – stop

fest

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abschnitt neufundland

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Abschnitt Neu­fund­land mel­det fol­gen­de gegen Küs­te gewor­fe­ne Arte­fak­te : Wrack­tei­le [ See­fahrt – 108, Luft­fahrt — 322, Auto­mo­bi­le — 16], Gruß­bot­schaf­ten in Glas­be­häl­tern [ 18. Jahr­hun­dert — 17, 19. Jahr­hun­dert – 75, 20. Jahr­hun­dert – 988, 21. Jahr­hun­dert — 532 ], Trol­ley­kof­fer [ blau : 143, rot : 643, gelb : 88, schwarz : 1734 ] phy­si­cal memo­ries [ bespielt — 1186, gelöscht : 34 ], See­not­ret­tungs­wes­ten : [ 1801 ], Amei­sen [ Arbei­ter ] auf Treib­holz [ 1453 ], Brumm­krei­sel : 5, Öle [ 0.06 Ton­nen ], Matrosch­ka — Pup­pen von Bir­ken­holz : 5, Pro­the­sen [ Herz — Rhyth­mus­be­schleu­ni­ger – 77, Knie­ge­len­ke – 345, Hüft­ku­geln – 16, Bril­len – 6754 ], Halb­schu­he [ Grö­ßen 28 – 39 : 133, Grö­ßen 38 — 45 : 766 ], Plas­tik­san­da­len [ 1562 ], Kühl­schrän­ke [ 1 ], Tele­fo­ne [ 874 ], Pup­pen­köp­fe [ 102 ] Gas­mas­ken [ 2 ], Tief­see­tauch­an­zü­ge [ ohne Tau­cher – 3, mit Tau­cher – 1 ], Engels­zun­gen [ 56 ] | stop |

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nord­pol : 5.05 — Schreib­ma­schi­nen, die nicht eigent­lich Schreib­ma­schi­nen sind, son­dern Per­so­nal Com­pu­ter, wel­che unter ande­rem als Schreib­ma­schi­nen ver­wen­det wer­den kön­nen, sind selt­sa­me Wesen. Drei die­ser Wesen woh­nen in mei­ner Nähe. Kürz­lich, wäh­rend ich schlief, wur­den über das Inter­net fri­sche Pro­gramm­ver­sio­nen in ihre Spei­cher gela­den, wes­we­gen sie sich jedem mei­ner Ver­su­che eines Zugriffs ver­wei­ger­ten an die­sem neu­en Tag, den ich mit sinn­vol­ler Arbeit zu ver­brin­gen plan­te. Auf hell beleuch­te­ten Bild­schir­men war je eine Fort­schritts­an­zei­ge in Form eines dunk­len Stri­ches oder Bal­kens zu erken­nen, die sich in einer recht­ecki­gen Form beweg­te, das heißt, eben nicht beweg­te, son­dern war­tend ver­harr­te, mal rück­wärts­zu­lau­fen schien, dann wie­der vor­wärts, ein Oszil­lie­ren vor den Augen des War­ten­den, das ver­mut­lich Aus­druck hof­fen­der Sin­nes­täu­schung gewe­sen ist. Wer nicht mehr schrei­ben kann, oder nur noch sehr lang­sam mit der Hand, beginnt zwangs­läu­fig zu tele­fo­nie­ren. Es waren Anwei­sun­gen, die ich hör­te, in wel­cher Rei­hen­fol­ge ich wel­che Tas­ten mei­ner Schreib­ma­schi­nen bewe­gen soll­te, um sie anzu­trei­ben. Ein Tag ver­ging, an des­sen Ende ich den Ein­druck hat­te, er habe nicht exis­tiert. Aber Spu­ren von Hand­schrift auf einem Blatt Papier, Wör­ter, Zeich­nun­gen, Zah­len­rei­hen. Ein­mal muss ich notiert haben, ohne mich dar­an erin­nern zu kön­nen: No signal, going to sleep! — stop

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giuseppi

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oli­mam­bo : 2.05 — Eine Schwe­fel­wol­ke, von Feu­er­wer­kern über dem Fluss an den Him­mel gesetzt, walzt nachts durch mein Arbeits­zim­mer. Ich war­te in die­sem Moment vor dem Bild­schirm und tele­fo­nie­re und beob­ach­te zur glei­chen Zeit, wie mein Ver­schlüs­se­lungs­pro­gramm mel­det, eine ent­fern­te Com­pu­ter­ma­schi­ne habe in den ver­gan­ge­nen 5 Minu­ten ver­sucht, mei­nen Basis­schlüs­sel her­aus­zu­fin­den. Ich erhal­te 1218 War­nun­gen inner­halb 1 Minu­te per E‑Mail zuge­stellt. Und wäh­rend ich von Giu­sep­pi Logan (Hört ihm zu!) erzäh­le, dem ich, ohne es zu bemer­ken, im Jah­re 2010 im Thomp­kins Squa­re Park per­sön­lich begeg­net sein könn­te, geht das immer wei­ter so fort, in klei­ne­ren Pake­ten tref­fen rasend schnell alar­mie­ren­de E‑Mails bei mir ein. In die­sem Moment könn­te ich wirk­lich nicht sagen, ob ich nicht viel­leicht träu­me, was ich vor mir auf dem Bild­schirm beob­ach­te. Vor­hin zähl­te ich Mari­en­kä­fer nahe der Lam­pen. Zur­zeit leben 22 Per­sön­lich­kei­ten in mei­ner Woh­nung, 1 Käfer sitzt schon seit Stun­den auf dem Gehäu­se Esme­ral­das fest. — stop

nach­rich­ten von esmeralda »

giuseppi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Nie­mand klang in einem Ensem­ble so wie Giu­sep­pi [Logan]. Bei sei­nem Spiel hielt er sei­nen Kopf weit zurück; dazu erklär­te er: „Auf die­se Art ist mei­ne Keh­le weit offen“, so konn­te er mehr Luft ein­zie­hen. Er spiel­te in einem Umfang von vier Okta­ven auf dem Alt­sa­xo­phon. Was ihn als Impro­vi­sa­tor von ande­ren unter­schied, war die Art, wie er sei­ne Noten plat­zier­te und damit einen bestimm­ten Klang schuf, dem die ande­ren der Grup­pe dann folg­ten. Sei­ne Stü­cke waren aus die­sem Grund sehr attrak­tiv; Giu­sep­pi hat­te sei­ne ganz eige­nen Ansich­ten über Musik …“ – Bill Dixon

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von eichhörnchen

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tan­go : 8.12 — Vor weni­gen Tagen hör­te ich am Tele­fon, ein Freund sei wegen eines Pos­tings auf Posi­ti­on Face­book bedroht wor­den, das war eine Dro­hung gegen Leib und Leben. Er hat­te sich einem Pegi­da-Fan gegen­über kri­tisch geäu­ßert, dar­auf­fol­gen­de öffent­li­che Unter­hal­tun­gen eska­lier­ten. Mein Freund bemüh­te sich zunächst, Spu­ren im Inter­net, die zu sei­nem Wohn­ort füh­ren könn­ten, zu löschen, eine schwie­ri­ge Arbeit, sehr vie­le Spu­ren waren zu notie­ren und jede ein­zel­ne für sich bedeu­te­te bit­ten­de oder for­dern­de Kom­mu­ni­ka­ti­on über Ein­ga­be­mas­ken mit ent­spre­chen­den Web­sei­ten oder Insti­tu­tio­nen. Seit zwei Wochen trai­niert er Mög­lich­kei­ten, sich eines kör­per­li­chen Angrif­fes zu erweh­ren, nach Ein­bruch der Dun­kel­heit ver­lässt er das Haus durch einen Hin­ter­ein­gang, die Stra­ße vor dem Haus wird von ihm beob­ach­tet, wes­halb er zum ers­ten Mal ent­deck­te, dass in den Bäu­men jen­seits der Stra­ße zwei Eich­hörn­chen woh­nen. Heu­te ist Don­ners­tag. — stop

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lamelleniris

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char­lie : 3.12 — Ich stell­te mir eine Ver­suchs­an­ord­nung vor. Ich soll­te für die Ver­wirk­li­chung die­ser Ver­suchs­an­ord­nung Nah­rungs­mit­tel hor­ten, zwei oder drei Enten ( je 1 kg), Maro­nen ( 1 kg ) , Was­ser ( 10 l ), Man­da­ri­nen ( 2 kg ), dunk­les Brot ( 2 kg ), hel­les Brot ( 1 kg ), Mar­me­la­de ( 0,5 kg ), Kaf­fee ( 3 Pfund ) und But­ter ( 0,5 kg ). Ich wür­de mei­ne Com­pu­ter­ma­schi­nen einer Nach­ba­rin über­ge­ben, mein Fest­netz­te­le­fon zer­trüm­mern ( ich brau­che ohne­hin ein Neu­es ), mein Han­dy ins Eis­fach legen und dort ver­ges­sen, wei­ter­hin Film­ab­spiel­ma­schi­nen jeder Art aus der Woh­nung tra­gen, auch alle Bücher, aber im Gegen­zug eini­ge Tau­send Kar­tei­kar­ten auf mei­nem Küchen­tisch sta­peln. Dann lan­ge Zeit von Stil­le, Tage der Ruhe und Kon­zen­tra­ti­on, ich sit­ze oder gehe in der Woh­nung unter dem Dach auf und ab, und notie­re Wör­ter. Es geht näm­lich dar­um, alle Wör­ter mei­ner Spra­che, die ich erin­nern kann, auf­zu­schrei­ben, je ein Wort auf eine Kar­te, um her­aus­zu­fin­den, über wie vie­le Wör­ter ich ver­fü­ge. Mit wel­chem Wort wer­de ich begin­nen? — stop

drohne14



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