Aus der Wörtersammlung: warten

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ohren gebraten

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tan­go

~ : lou­is
to : dai­sy und vio­let hil­ton
sub­ject : OHREN

In der ver­gan­ge­nen Nacht hab ich von Euch geträumt. Hört zu! Wir spa­zier­ten am Atlan­tik an einem frü­hen Abend in der Däm­me­rung. Schnee war gefal­len. Eis schin­del­te in der Bucht vor Coney Island, ein ver­rück­tes Geräusch, eines, das ich nicht beschrei­ben kann, viel­leicht weil das Geräusch so flüch­tig gewe­sen war, dass ich nichts fest­hal­ten konn­te von sei­ner Sub­stanz in mei­ner Erin­ne­rung, obwohl uns das Geräusch über Stun­den beglei­te­te. Ihr hat­tet rote Stie­fel an den Füßen und wart in Pel­ze gewi­ckelt, viel zu groß, sodass man Euch kaum noch sehen konn­te. Ein­mal wach­te ich auf, sah mich im Zim­mer um, schlief dann sofort wei­ter, weil ich Eue­re hel­len Stim­men noch hören konn­te. Ihr hat­tet Euch in der Nähe einer fahr­ba­ren Bude in den Schnee gesetzt. Feu­er fla­cker­ten in Fäs­sern. Unweit lag ein Wal­fisch im Was­ser ohne Haut. Über den Flam­men schau­kel­ten Pfan­nen, in wel­chen mensch­li­che Ohr­mu­scheln in der Hit­ze saus­ten. Das Kra­chen, das Knis­tern des knusp­ri­gen Flei­sches zwi­schen unse­ren Zäh­nen beglei­te­te mich durch den ver­gan­ge­nen Tag, der ein Tag gewe­sen war, da ich bald stünd­lich die Gegen­wart mei­ner Wach­oh­ren prüf­te. Nie zuvor habe ich mir vor­zu­stel­len ver­sucht, wie ich selbst oder mei­ne Ohren, – nein, das ist schon eine ganz ande­re Geschich­te, die ich Euch nur dann erzäh­len wer­de, wenn Ihr mir schrei­ben soll­tet, dass ihr sie unbe­dingt hören wollt. Euer Lou­is, gute Nacht!

gesen­det am
27.05.2011
8.48 MESZ
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lou­is to dai­sy and violet »

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unter apfelbäumen

9

sier­ra : 5.12 — Wir ste­hen auf einem Bahn­steig und war­ten auf einen Zug. D. ist Leh­rer für Geo­gra­fie und Eng­lisch. Er spricht schnell, ich höre, wie er sagt, dass man ihn ein­mal im Alter von 17 Jah­ren an der Gren­ze zu Öster­reich fest­ge­hal­ten und wie­der nach Mün­chen zurück-geschickt habe. Das war im Jahr 1994 gewe­sen, er hat­te sich auf den Weg gemacht, sei­ne kroa­ti­sche Hei­mat zu ver­tei­di­gen. Er woll­te kämp­fen an der Sei­te sei­ner Schul­ka­me­ra­den, kämp­fen für die Frei­heit. Wäh­rend eines frü­he­ren Besu­ches hat­te er im Gar­ten sei­nes Eltern­hau­ses unter blü­hen­den Apfel­bäu­men Lei­chen gefun­den. Er habe die toten Men­schen, die kürz­lich noch gelebt hat­ten, sodass sie nicht tot sein konn­ten, alle per­sön­lich gekannt. Eine furcht­ba­re Erfah­rung. Das Prin­zip sei ein­fach gewe­sen. Zunächst habe die eine Sei­te Spe­zi­al­kräf­te in ein Dorf geschickt. Man habe im Hand­streich alle mensch­li­chen Lebe­we­sen, auch Rin­der und Vögel, umge­bracht. Weni­ge Stun­den oder Tage spä­ter habe die ande­re Sei­te Spe­zi­al­kräf­te in ein wei­te­res Dorf geschickt und man habe im Hand­streich Men­schen und Rin­der und Vögel umge­bracht. So war das gewe­sen, des­halb habe er, als er noch Schü­ler gewe­sen war, kämp­fen wol­len, mit einem Gewehr. Glück habe er gehabt, ver­damm­tes Glück. Er hät­te ums Leben kom­men kön­nen oder Schlim­me­res. — stop
ping

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malta : schnüre von luft

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ping

sier­ra : 15.08 – Heu­te Mor­gen, der Kof­fer lag bereits geöff­net auf dem Bett, konn­te ich wie­der das Was­ser hören, wies sich in nächs­ter Nähe beweg­te. Hat­te ein Ohr an eine Zim­mer­wand gelegt, da waren Stim­men, die sich mit dem Was­ser unter­hiel­ten, gedämpf­te Geräu­sche, Wör­ter, die ich noch nie zuvor ver­nom­men hat­te. War dann spa­zie­ren in den Schat­ten, habe Namen gesam­melt, Türen und ihre Far­ben, die Gestalt der Trep­pen, der Brief­käs­ten, der Fens­ter­räu­me, Men­schen­spu­ren, durch all­täg­li­che Bewe­gung der Jahr­hun­der­te in die Stein­haut der Stra­ßen ein­ge­tra­gen. Wil­de Lei­tun­gen kreuz­ten von Haus zu Haus. Ich stell­te mir vor, Schnü­re umman­tel­ter Luft, jedes Tele­fon sei mit wei­te­ren Tele­fo­nen durch je eine eige­ne Lei­tung ver­bun­den. Und da waren beleuch­te­te Chris­tus­fi­gu­ren an Häu­ser­ecken. Ein paar Jungs spiel­ten Fuß­ball gegen stärks­te Nei­gung des Bodens, mit einem Ball, der ost­wärts flüch­ten woll­te. Am Hafen hock­ten Män­ner auf leich­ten Stüh­len von Holz. Sie schau­kel­ten Ruten über kla­rem Was­ser, in dem kein Fisch zu sehen war. Lan­ge Zeit der Beob­ach­tung. Die Män­ner plau­der­ten in ihrer wei­chen mal­te­si­schen Spra­che, für einen Moment war mir gewe­sen, als ob sie durch Beschwö­rung, durch ihr Lachen, Fische erzeug­ten, die genau in dem Moment ihrer Ent­ste­hung sich in die war­ten­den Haken der Jäger ver­bis­sen, um auf der Stel­le in die Luft gezo­gen zu wer­den, Fische mit sil­ber­nen Bäu­chen, blau­en Rücken, gel­ben Augen, Erfin­dun­gen, wie Wör­ter aus dem Nichts, die sich zu Lini­en for­mie­ren und blei­ben. Dann wei­ter. — stop

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malta : operation odyssey dawn

9

echo : 22.01 – Zu Fuß die Stra­ße von Mdi­na rauf zu den fel­si­gen Höhen, ihrem groß­ar­ti­gen Blick süd­wärts über das Meer. Links und rechts der asphal­tier­ten Stra­ße, Fel­der, wie in Fächer gelegt von stei­ner­nen Wäl­len umge­ben. In den Blät­tern der Kak­teen­ge­wäch­se sit­zen Schne­cken in Höh­len und schmau­sen vom fau­lig gewor­de­nen Fleisch. Was ich höre in die­sen Minu­ten des Lau­fens ist der Wind, der sich an den Wider­stän­den der wil­den Land­schaft reibt. Er scheint gegen die stei­len Fel­sen, die schon in nächs­ter Nähe sind, him­mel­wärts zu pfei­fen, ein afri­ka­ni­scher Wind an die­sem Tag ein Mal mehr, ein Wind aus einem mili­tä­ri­schen Ope­ra­ti­ons­ge­biet, das einen Namen trägt: Odys­sey Dawn. Aber vom Krieg ist nichts zu sehen an die­ser Stel­le, in die­sem Moment, da ich die Cliffs errei­che, wie mein Augen­licht sich zu einem Kame­ra­licht ver­wan­delt, wie das Land unter den Füßen weicht, wie ich für einen kur­zen Moment glau­be, abhe­ben zu kön­nen und zu flie­gen weit raus auf  him­mel­blaue Was­ser­flä­che, deren Ende nicht zu erken­nen ist. Kein Flug­zeug, kein Schiff, außer einem klei­ne­ren Boot, das auf dem Weg nach Misu­ra­ta sein könn­te, ein­ge­schlos­se­nen Men­schen Mehl und Medi­ka­men­te zu brin­gen. Tau­ben lun­gern im bereits tief über dem Hori­zont ste­hen­den Licht der Son­ne auf war­men Stei­nen, Eidech­sen, grün und blau und gol­den schim­mernd, sit­zen erho­be­nen Kop­fes und war­ten. Sie beneh­men sich, als hät­ten sie noch nie zuvor ein mensch­li­ches Wesen gese­hen. — stop

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luftgespräch

9

echo : 8.18 – Ich spa­zier­te in einer Stadt selt­sa­mer Men­schen. Die­se Men­schen waren Wesen ohne Augen in ihrem Gesicht, wes­we­gen ich sie nicht begrü­ßen konn­te, was ich natür­lich schon des­halb ver­such­te, weil ich her­aus­fin­den woll­te, ob die­se Men­schen, die sich in engen Stra­ßen fort­be­weg­ten, ohne je anein­an­der­zu­sto­ßen, even­tu­ell über gehei­me Augen ver­füg­ten, sehr klei­ne Augen in den Nasen­flü­geln, sagen wir, oder ihren Wan­gen, feins­te Facet­ten. Als ich ein­mal den Him­mel über mir betrach­te­te, bemerk­te ich weg­wei­sen­de Sät­ze auf Schil­dern und Pfei­le und Spie­gel, sodass ich mich selbst betrach­ten konn­te, mei­nen in den Nacken gewor­fe­nen Kopf. In einer Bahn­hofs­hal­le ruh­ten war­ten­de Rei­sen­de auf Bän­ken. Sie lagen so zuein­an­der, dass ihre Schä­del­dä­cher sich fast berühr­ten. Man­che schlie­fen, ande­re unter­hiel­ten sich. Je ein Auge dort pro Kopf von fei­nem Haar umge­ben. Aus der Fer­ne betrach­tet sah das ganz so aus, als wür­den jene Lie­gen­den Selbst­ge­sprä­che füh­ren oder mit der Luft. Dann wach. — stop. — Mon­tag. Acht Uhr zwei­und­zwan­zig Minu­ten in Ben­ga­si, Liby­en. — stop
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existenz

9

hima­la­ya : 3.38 — Von allen inten­si­ven Lebens­mo­men­ten war einer der Schöns­ten jener gewe­sen, als mich ein Mensch, der mir sehr nahe ist, wie­der­erkann­te. Ein Blitz war ihm nachts in den Kopf gefah­ren, hat­te Bedeu­tun­gen der Gegen­stän­de und Orte und Men­schen der­art umge­schrie­ben, dass er nicht mehr sagen konn­te, wo er sich gera­de befand, dass er einen Baum für eine Bir­ne hal­ten woll­te, einen Fern­seh­ap­pa­rat für den Mond, und mich per­sön­lich für einen wild­frem­den Men­schen, eine Per­son, deren Namen und deren Gesicht er nie zuvor gese­hen haben woll­te. Ein Blick, fremd, kalt. Ein Blick, der nach lan­gen Wochen des War­tens nach­denk­lich wur­de, der wie­der wär­men konn­te, weil er sich der Ver­traut­heit sei­nes Gegen­übers zu erin­nern schien. Wie ich in der Zeit der Ver­lo­ren­heit mit mei­ner Stim­me lock­te, mit Geschich­ten, die wir gemein­sam erleb­ten, klei­nen All­tags­ver­bre­chen, Foto­gra­fien, Musik. Ich bin kein Ande­rer! Und wie der suchen­den Nach­denk­lich­keit Erin­ne­rung folg­te, ein Licht, Iris­bren­nen, das mei­nen Namen noch vor Mund und Stim­me for­mu­lier­te. Und wie ich nach lan­ger Abwe­sen­heit von einer Minu­te zur ande­ren im gemein­sa­men Augen­raum wie­der zu exis­tie­ren begann, davon wird ein­mal zu erzäh­len sein. stop. Heu­te ist Mon­tag. stop. Leich­ter Regen. stop. Drei Uhr zwei­und­fünf­zig in Ben­ga­si, Liby­en. — stop

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an der nachtzeitküste

9

gink­go : 6.00 – Flug­ha­fen. Ter­mi­nal 1. Drei Uhr und fünf­zehn Minu­ten. Ich sto­ße auf Char­lie, 36, Arbei­ter. Der Mann, der in Togo gebo­ren wur­de und lan­ge Zeit dort gelebt hat­te, sitzt unter schla­fen­den Rei­se­men­schen an der Nacht­zeit­küs­te. Er sieht selt­sam aus an die­ser Stel­le, ein Mann, der in sei­nem Leben noch nie mit einem Flug­zeug reis­te, statt­des­sen in Zügen, Bus­sen, Schif­fen durch den afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent Rich­tung Euro­pa geflüch­tet war, ja, merk­wür­dig sieht Char­lie aus, wie er so unter schlum­mern­den Nord­ame­ri­ka­nern, Usbe­ken, Chi­le­nen, Japa­nern, Neu­see­län­dern sitzt. Er trägt Sicher­heits­schu­he, ein karier­tes Holz­fäl­ler­hemd und Hosen von kräf­ti­gem Stoff, mit Kat­zen­au­gen besetz­te dun­kel­blaue Bein­klei­der, die in jede Rich­tung reflek­tie­ren. Nein, unsicht­bar ist Char­lie, auch im Dun­keln, sicher nicht. Er macht gera­de Pau­se, trinkt Kaf­fee aus einer schrei­end gel­ben Ther­mos­kan­ne und genießt ein Stück­chen Brot und etwas Käse, den er aus einer Dose fischt. Sorg­fäl­tig kaut er vor sich hin, nach­denk­lich, viel­leicht weil er sich auf ein Spiel kon­zen­triert, das er seit Jah­ren bereits an die­ser Stel­le war­tend stu­diert. Char­lie tippt Lot­to. Char­lie ist ein Meis­ter des Lot­to­spiels, Char­lie spielt mit Sys­tem. Er hat noch nie ver­lo­ren. Er hat noch nie ver­lo­ren, weil er noch nie einen wirk­li­chen Cent auf eine der Zah­len­rei­hen setz­te, die er in sei­ne Notiz­bü­cher notiert. Char­lie ist ein beob­ach­ten­der Spie­ler, Vater von fünf Kin­dern, immer ein wenig müde, weil er eben ein Nacht­ar­bei­ter ist. Wenn ich mich neben ihn set­ze und ihm zuse­he, wie er mit einem roten Kugel­schrei­ber Zah­len­ko­lon­nen in sei­ne Hef­te notiert, freut er sich, macht eine klei­ne Pau­se, erkun­digt sich nach mei­nem Befin­den, und schon schreibt er wei­ter, ana­ly­siert, rech­net, sucht nach einer For­mel, die sei­ne Fami­lie zu einer rei­chen Fami­lie machen wird. Ein­mal fra­ge ich Char­lie, ob er noch Brie­fe schrei­ben wür­de an sei­ne Eltern in Lomé. Ja, sagt Char­lie, jede Woche schrei­be er einen Brief an sei­ne Eltern, die am Meer leben, am Atlan­tik näm­lich. Ein ander­mal will ich wis­sen, war­um er nicht einen Com­pu­ter ein­set­zen wür­de, um viel­leicht schnel­ler fin­den zu kön­nen, was er sucht. Char­lie lacht, sieht mich an durch kräf­ti­ge Glä­ser einer Bril­le, sagt, dass er wis­se, wie bedeu­tend Com­pu­ter sei­en für die Welt, in der wir leben, sei­ne Kin­der spiel­ten mit die­sen Maschi­nen, für ihn sei das aber nichts. Und sofort schreibt er wei­ter. Eine ruhi­ge, kla­re Schrift. Rote Zei­chen. In die­sem Moment begrei­fe ich, dass ich einer Beschwö­rung bei­woh­ne, einem Gebet, Male­rei, einer Kom­po­si­ti­on, der all­mäh­li­chen Ver­fer­ti­gung der Idee beim Schrei­ben. Her­mann Bur­ger — stop
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traumstempel

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alpha : 20.48 — Wie­der ein­mal von Regen­schirm­tie­ren geträumt. Es ist immer der­sel­be oder ein ähn­li­cher Traum, der in einer pen­deln­den Bewe­gung durch mein Leben streift. Sofort einen Text erin­nert, der sich nun­mehr wie ein Traum­er­zähls­tem­pel zu ver­hal­ten scheint: Die Luft im Traum war hell vom Was­ser gewe­sen, und ich wun­der­te mich, wie ich in die­ser Wei­se, bei­de Hän­de frei, durch die Stadt gehen konn­te, obwohl ich doch allein unter einem Schirm spa­zier­te. Als ich an einer Ampel war­ten muss­te, betrach­te­te ich mei­nen Regen­schirm genau­er und staun­te, weil ich nie zuvor eine Erfin­dung die­ser Art zu Gesicht bekom­men hat­te. Ich konn­te dunk­le Haut erken­nen, die zwi­schen bleich schim­mern­den Kno­chen auf­ge­spannt war, Haut, ja, Haut von der Art der Flug­haut eines Abend­seg­lers. Sie war durch­blu­tet und so dünn, dass die Rinn­sa­le des abflie­ßen­den Regens deut­lich zu sehen waren. In jener Minu­te, da ich mei­nen Schirm betrach­te­te, hat­te ich den Ein­druck, er wür­de sich mit einem wei­te­ren Schirm unter­hal­ten, der sich in nächs­ter Nähe befand. Er voll­zog leicht schau­keln­de Bewe­gun­gen in einem Rhyth­mus, der dem Rhyth­mus des Nach­bar­schirms ähnel­te. Dann wach­te ich auf. Es reg­net noch immer. – Guten Abend! — stop

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salamander

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echo : 16.22 — Das erfin­den­de Schrei­ben scheint ein Vor­gang des War­tens zu sein. Immer wie­der fällt etwas zu mir her­ein, ohne dass ich sagen könn­te, war­um gera­de die­ses und war­um gera­de jetzt. Merk­wür­di­ge Ver­schie­bun­gen der Spra­che in der Nähe ana­to­mi­scher Arbeit, indem ich, bei­spiels­wei­se, von inne­rer Schön­heit spre­che. stop. Nach­mit­tag. stop. Leich­ter Schnee­fall. — stop

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panther

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lima : 1.42 – Etwas Merk­wür­di­ges muss gesche­hen sein, wäh­rend ich schlief. Als ich erwach­te, konn­te ich nicht sagen, ob ich eine Frau bin oder ein Mann. Ich öff­ne­te die Augen und bemerk­te einen Pan­ther, der vor mei­nem Bett auf und ab spa­zier­te. Das war ein merk­wür­di­ger Pan­ther gewe­sen, der vor mei­nem Bett spa­zier­te. Der Pan­ther war schwarz wie alle Pan­ther, wenn sie wirk­li­che Pan­ther sind. Die­ser wirk­li­che Pan­ther nun aber trug Men­schen­haut und hat­te grü­ne, anstatt gel­be Augen. Wenn ich mich beweg­te, fauch­te der Pan­ther und mach­te einen Satz auf mich zu, sodass ich mich ent­schloss abzu­war­ten, viel­leicht weil ich hoff­te, er wür­de bald schla­fen oder ganz aus mei­nen Zim­mern ver­schwin­den. — Es ist jetzt wie­der Nacht gewor­den. Noch immer habe ich mein Bett nicht ver­las­sen. Der Pan­ther ruht vor mir auf dem Boden. Wei­ter­hin genie­ße ich sei­ne unge­teil­te Auf­merk­sam­keit. Nicho­las Bak­ers Buch der Streich­höl­zer, das ich in der Nähe auf dem Boden gefun­den hat­te und gera­de noch unter mei­ner Decke ver­ste­cken konn­te, ist kreuz und quer zu Ende gele­sen. Ich spü­re ein lei­ses Hun­ger­ge­fühl in mir auf­stei­gen, der quä­len­de Durst der Wüs­ten­wan­de­rer klebt schon seit Stun­den an mei­nem Gau­men. Soll­te, sobald in fünf Stun­den die Däm­me­rung ein­set­zen wird, zum Angriff über­ge­hen. Ich muss, kein Aus­weg, die Küche, das heißt, die nächs­te Was­ser­stel­le errei­chen. Viel­leicht sind die­se Zei­len, die ich in weni­gen Minu­ten über mein Funk­netz abset­zen wer­de, die letz­ten Zei­len, die ich als leben­der Mensch notier­te. — stop



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