Aus der Wörtersammlung: einmal

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PRÄPARIERSAAL : ein arm

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gink­go : 0.18 — Pia erzählt: > Manch­mal, wenn ich abends nach dem Prä­pa­rier­kurs nach Hau­se gehe, bemer­ke ich, dass ich die Ein­drü­cke, die ich im Prä­pa­rier­saal gewon­nen habe, nicht mit der Stra­ße, über die ich spa­zie­re oder mit den Gesprä­chen der Men­schen, die ich in der U‑Bahn höre, in eine Ver­bin­dung brin­gen kann. Ich habe das Gefühl, dass der Saal frei schwebt, also ganz für sich ist, iso­liert. Ich rei­se zwi­schen zwei Wel­ten, von da nach dort und wie­der zurück, und das geht gut so hin und her. Ich wun­de­re mich, dass ich bis­her noch nie vom Prä­pa­rier­saal geträumt habe, ich kann mich jeden­falls nicht dar­an erin­nern, geträumt zu haben. Ich glau­be, ich bin in irgend­ei­ner Wei­se geschützt. Ich kann nicht genau sagen, was mich schützt, viel­leicht ist es die Freu­de an der Arbeit, die Dich­te der Auf­ga­ben, die mir gestellt sind. Ja, es ist viel zu tun. Lei­der kann ich nicht wirk­lich erzäh­len, was ich erle­be, ich mein Zuhau­se mei­nen Eltern oder mei­nen Freun­den. Die­se eine Geschich­te zum Bei­spiel, wie ich an einem Don­ners­tag in den Prä­pa­rier­saal tre­te und sehe, dass etwas grund­sätz­lich anders gewor­den ist. Ich war natür­lich nicht unvor­be­rei­tet gewe­sen, denn in der Prä­pa­rier­an­lei­tung wur­de ver­zeich­net, dass die Lei­chen auf dem Tisch von den Prä­pa­ra­to­ren an einem Mitt­woch­nach­mit­tag zer­legt wer­den. Und so war es gekom­men. Auf den Tischen lagen nur noch Arme und Bei­ne und die Hälf­ten je eines Kop­fes. Selt­sam, sage ich Ihnen, sehr selt­sam! Aber natür­lich sinn­voll. Von die­sem Moment an ist es mög­lich, einen Arm in die Hand zu neh­men und von allen Sei­ten her zu betrach­ten, oder ein Bein. Ich muss­te mich etwas über­win­den, das natür­lich, aber dann habe ich einen der bei­den Arme auf dem Tisch ange­ho­ben, bin mit ihm durch den Saal gelau­fen und habe ihn unter flie­ßen­dem Was­ser gewa­schen. Als ich auf dem Weg zurück an den Tisch war, kam mir eine Kom­mi­li­to­nin ent­ge­gen, auch sie trug einen Arm vor sich her. Der Arm war sehr groß, rich­tig schwer, eine klei­ne Frau und ein gro­ßer Män­ner­arm. Wir lächel­ten uns an, ich glau­be, weil wir bei­de in unse­ren Augen selt­sam aus­ge­se­hen haben könn­ten. Zurück an den Tisch gekom­men, habe ich das Arm­prä­pa­rat unter­sucht, Mus­keln, wo sie anset­zen, und Seh­nen. Ich erin­ne­re mich, ich habe etwas unter­nom­men, das ich nur des­halb tun konn­te, weil der Arm der Kör­per­spen­de­rin ganz für sich gewe­sen war. Ich habe näm­lich an einer Seh­ne des Unter­ar­mes gezupft und beob­ach­tet, wie sich an der Hand in nächs­ter Nähe ein Fin­ger beweg­te. Ein­mal, viel­leicht zwei oder drei Tage spä­ter, beob­ach­te­te ich, wie Kom­mi­li­to­nen an ihren Tischen, bevor sie ihr Prä­pa­rat mit Tüchern bedeck­ten, Arme und Bei­ne und die Hälf­ten der Gesich­ter, so auf dem Tisch anord­ne­ten, dass sie wie­der an einen voll­stän­di­gen Kör­per erin­ner­ten. Das hat mich beru­higt. - stop

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von eisbriefboten

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nord­pol : 6.33 — Ein Eis­brief­bo­te war­te­te ges­tern, es war ein Diens­tag, vor mei­ner Woh­nungs­tü­re im 22. Stock. Der Mann trug blaue Turn­schu­he der Mar­ke Nike, kur­ze, hel­le Hosen und ein wei­ßes Hemd, das viel zu groß gewe­sen war für sei­nen schmäch­ti­gen Kör­per. Er schwitz­te, weil er die Trep­pe neh­men muss­te, da in mei­nem Haus kei­ner­lei Auf­zug exis­tiert, wes­halb das Haus nicht sehr beliebt ist bei Gäs­ten und Boten. Meis­tens bie­te ich den hart arbei­ten­den Män­nern über die Funk­sprech­an­la­ge an, ihnen ent­ge­gen­zu­kom­men. Ich sage: Tref­fen wir uns im 11. Stock in 10 Minu­ten! Ges­tern aber war ich sehr müde gewe­sen. Ich trank einen Kaf­fee, tele­fo­nier­te mit einer Behör­de, und war­te­te dann still in aller Ruhe, bis der Mann bei mir oben unter dem Dach ange­kom­men war. Es sind die­se ers­ten Bli­cke, die ich nie ver­ges­se. Der erschöpf­te Bote öff­ne­te sei­ne Kühl­ta­sche und über­reich­te mir einen wei­te­ren eis­ge­kühl­ten wei­chen Behäl­ter, in wel­chem sich nun unmit­tel­bar ein Brief von Eis befand, den ich zunächst in mei­nen Gefrier­schrank zu wei­te­ren Eis­brie­fen und Eis­bü­chern leg­te. Kurz dar­auf setz­te ich mich ins Trep­pen­haus und hör­te dem jun­gen Mann bei sei­nem Abstieg zu. Er war sehr schnell unter­wegs gewe­sen, er schien zu flie­gen, stürz­te im fünf­ten oder sechs­ten Stock, Minu­ten lang war kein Laut zu hören, dann das Wim­mern einer Ambu­lanz. Da saß ich längst in mei­ner Küche und las, was mir ein Freund notier­te, wie er schrieb, mit gro­ßer Freu­de auf dem ver­gäng­lichs­ten Mate­ri­al, das ihm zur Ver­fü­gung ste­he: Lie­ber Lou­is, die­ser Brief ist geheim. Er wird sich auf­lö­sen, sobald oder bevor Du ihn gele­sen haben wirst. Du musst Dich also beei­len oder den Brief immer wie­der ein­mal in den Kühl­schrank zurück­le­gen oder ihn foto­gra­fie­ren, ehe er geschmol­zen sein wird. Sei behut­sam, mein Lie­ber. Lies bit­te nicht an Tagen, da es warm ist in Dei­ner Woh­nung unter dem Dach, es könn­te sein, dass Du in schwü­ler Luft nicht schnell genug lesen kannst. Ich ver­mu­te, ich habe die Wör­ter an die­ser Stel­le bereits ver­geb­lich geschrie­ben. Dein K. – stop
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seepocken

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oli­mam­bo : 2.18 — Sonn­tag. Gro­ße Hit­ze. — Zum ers­ten Mal habe ich eine Serie Foto­gra­fien betrach­tet, die ich mit einer Kame­ra auf­ge­nom­men hat­te, wäh­rend ich die Fifth Ave­nue in Man­hat­tan süd­wärts spa­zier­te. Ich hat­te nur eine vage Idee, was auf die­sen Foto­gra­fien ein­mal zu sehen sein könn­te, weil ich den Foto­ap­pa­rat mit der rech­ten Hand fest­hielt, die an mei­ner Sei­te bau­mel­te. Ich stell­te mir vor, mei­ne Hand wür­de sich in eine Kame­ra ver­wan­delt haben, die in einem regel­mä­ßi­gen Abstand von etwa 5 Sekun­den je eine Auf­nah­me mach­te. Wie erwar­tet, waren Taschen und Bei­ne, Schu­he, Hosen, Röcke, Papier­kör­be, Ampeln, der Asphalt, Rand­stei­ne, Him­mel, Wol­ken und Tau­ben zu sehen, Dächer sehr hoher Häu­ser, gleich­wohl Kli­ma­an­la­gen, die wie See­po­cken an den Fas­sa­den der Häu­ser sit­zen, Feu­er­lei­tern, Dampf­wol­ken, Gesich­ter von Men­schen, die mir ent­ge­gen­ge­kom­men waren, sie sahen mich an, nicht die Kame­ra, son­dern mich selbst viel­leicht, oder sie sahen vor sich hin, lach­ten, träum­ten. Man­che der Men­schen aßen, eini­ge tru­gen dunk­le Bril­len, weil die Son­ne sehr tief in die Stra­ße leuch­te­te, ande­re hat­ten Hüte auf dem Kopf, es waren ein paar aus­ge­spro­chen müde Gesich­ter dar­un­ter, kaum jemand rauch­te. Ich habe in die­ser Art und Wei­se des Gehens 1524 Auf­nah­men gemacht. Kei­ner der foto­gra­fier­ten Men­schen schien indes­sen bemerkt zu haben, dass ich ihn abge­bil­det hat­te. Aber es ist denk­bar, dass der ein oder ande­re der foto­gra­fier­ten Men­schen mein Tun bemerk­te, nach­dem ich längst vor­über­ge­gan­gen war, ein Gedan­ke, ein Gefühl, ein Ver­dacht, lang­sam, sehr viel lang­sa­mer als das Licht, das ich gera­de noch ein­ge­fan­gen hat­te. — stop

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ludmilla

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echo : 6.12 — Ich habe eine E‑Mail bekom­men. Lesen Sie selbst: Ver­ehr­ter Lou­is, wie geht es Ihnen? Ich hof­fe, Sie sind wohl­be­hal­ten zurück­ge­kehrt von Ihrer Rei­se. Lei­der konn­ten wir uns nicht tref­fen, so wie noch im Janu­ar geplant. Es ist schwie­ri­ger gewor­den, das Haus zu ver­las­sen. Ich füh­le mich nicht län­ger sicher auf der Stra­ße. Aber auch unter mei­nem eige­nen Dach habe ich immer wie­der das Gefühl, beob­ach­tet zu wer­den. Ich neh­me an, es exis­tie­ren längst Ideen über mich, viel­leicht wird man sagen: Er könn­te nun doch ver­rückt gewor­den sein. Aber natür­lich weiß ich, was ich tue und wovor ich mich fürch­te. Im April war ich noch lan­ge Stun­den am Strand unter­wegs gewe­sen, besuch­te mei­ne Freun­din Lud­mil­la, die abends vor dem Board­walk mit ihren Freu­den im kal­ten See­wind sitzt. Ihr gehört jetzt ein Roll­stuhl, den sie von eige­ner Hand bewe­gen kann, weil sie zäh und leicht ist, Sie wür­den stau­nen. Irgend­wann muss ich das Haus wie­der ver­las­sen, das ist mir Her­zens­wunsch, ich kann Lud­mil­la doch nicht ver­lie­ren, ohne sie noch ein­mal gese­hen zu haben. Im Dezem­ber wird sie 92 Jah­re alt, da kann man an das Ende schon ein­mal den­ken, nicht wahr! Nun, ich will nicht kla­gen, bin sehr vor­sich­tig gewor­den. Wenn ich zum Ein­kau­fen gehe ein­mal in der Woche, dann nie­mals allein, son­dern immer in der Beglei­tung eines alten Freun­des. Sie wer­den ver­ste­hen, dass ich sei­nen Namen nicht erwäh­ne. Er ist zuver­läs­sig, hilft mir beim Tra­gen der Fla­schen. Was ich sonst noch benö­ti­ge, las­se ich mir kom­men. Ich erin­ne­re mich, jetzt, da ich hier sit­ze und schrei­be, dass ich als Kind ein­mal über­leg­te, eine Spra­che zu erfin­den, die nur ich ver­ste­hen kann. Ich hat­te mir vor­ge­nom­men, alle Wör­ter, die ich kann­te, in mei­ne neue Spra­che zu über­set­zen. Ich woll­te ler­nen, mit­tels die­ser Wör­ter zu den­ken. Seit weni­gen Tagen arbei­te ich nun dar­an, mir genau die­sen uralten Wunsch zu erfül­len. Ist das nicht wun­der­bar! Viel­leicht wer­de ich mich bald wie­der sicher füh­len. See­mö­wen sit­zen auf dem Bal­kon, ihre Augen wir­ken bei­zei­ten so, als wären sie Objek­ti­ve, die man füt­tern kann. Genug! Es ist Sonn­tag. Mor­gen wer­de ich Ihnen einen Brief von Papier über­mit­teln, in wel­chem ich eine Lis­te von Wör­tern ver­merk­te, die Sie in Zukunft bit­te nicht wei­ter ver­wen­den, wenn Sie mir eine E‑Mail schrei­ben. Sie wis­sen, wo der Brief zu fin­den ist. Bis bald, mein lie­ber Lou­is. Ihr Micha­el – stop

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kekkola

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ulys­ses : 22.00 — Schnell erzäh­len, was ich ent­deck­te, als ich Kek­ko­la besuch­te, dem ich seit eini­gen Jah­ren ver­bun­den bin, weil er gern sehr selt­sa­me Din­ge tut. Eigent­lich ist er nicht son­der­lich ver­rückt, viel­mehr sind die Men­schen ver­rückt, von deren Leben Kek­ko­la erzählt. Ich habe kei­ne Ahnung, ob sie tat­säch­lich jemals exis­tier­ten, jeden­falls nimmt es Kek­ko­la sehr genau damit, sie zu ver­ste­hen, sich in sie ein­zu­füh­len. Ein­mal soll er drei Tage lang mit einem Luft­ge­wehr reg­los auf sei­nem Bal­kon gekau­ert haben. Er ziel­te gegen einen wei­te­ren Bal­kon, oder auf ein Fens­ter, das sich hin­ter die­sem Bal­kon befand. Er war­te­te. Es war im Win­ter gewe­sen und es war kalt im 38. Stock, ein Schnee­sturm pas­sier­te, ohne Kek­ko­la vom Bal­kon ver­trei­ben zu kön­nen. Als ich ges­tern mit ihm tele­fo­nier­te, hör­te ich im Hin­ter­grund Was­ser­ge­räu­sche. Ich frag­te, ob er zu Hau­se sei und ob ich vor­bei­kom­men sol­le. Ich hat­te den Ein­druck, dass er viel­leicht Fie­ber haben könn­te, weil er nicht sehr deut­lich for­mu­lier­te, schläf­rig und etwas irr. Also eil­te ich zu ihm. Er bemerk­te noch, dass er mir nicht öff­nen wür­de, weil er sich in einem Ver­such befän­de, der Schlüs­sel zur Woh­nung sei in der Lob­by abzu­ho­len. Kek­ko­la saß im Bad auf einem Stuhl vor sei­ner Wan­ne. Um ihn her­um auf dem Boden lagen Was­ser­fla­schen, auch Whis­key, Brot­stan­gen, Bücher und eine Decke, die ihm von den Schen­keln gerutscht sein muss­te. Sei­ne Füße stan­den in der Bade­wan­ne in Salz­was­ser, das von einer grün­li­chen Far­be war. Es roch moo­rig in der Zel­le gleich neben der Küche. Glück­li­cher­wei­se war Kek­ko­la noch am Leben. Er hat­te tat­säch­lich hohes Fie­ber. Ich bat einen Nach­barn um Hil­fe. Wir hoben sei­ne Bei­ne vor­sich­tig aus dem Was­ser, sie waren schwer ent­zün­det, an sei­nen Zehen begann sich die Haut vom Kör­per zu lösen, eine Blau­krab­be hat­te sich in sei­ne lin­ke Wade ver­bis­sen. Kekkola’s Füße stan­ken fürch­ter­lich, er fluch­te, wie wir ihn ins Schlaf­zim­mer schlepp­ten. Vier Tage hat­te er in beschrie­be­ner Hal­tung aus­ge­harrt, fünf Tage woll­te er schaf­fen. Als ich die Bade­wan­ne, der Aus­fluss war ver­stopft, von Hand aus­zu­schöp­fen begann, ent­de­cke ich einen jun­gen Horn­hecht, drei Atlan­ti­kaa­le, Sand­wür­mer, Glas­scher­ben, Schlick­gar­ne­len, Muschel­scha­len und fünf wei­te­re Blau­krab­ben, die sich hef­tig wehr­ten. — stop
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cairo

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alpha : 4.32 — Ich erin­ne­re mich an ein Gespräch, das ich vor zwei Jah­ren mit einem Bekann­ten führ­te, der lan­ge Zeit in Ägyp­ten leb­te, genau­er in Kai­ro am Nil. Er wur­de in der alten, rie­si­gen Stadt gebo­ren, vor einem hal­ben Jahr­hun­dert. Ich hat­te von unse­rem Gespräch bereits erzählt. Immer, wenn ich ihn seit­her getrof­fen hat­te, stell­te ich ihm Fra­gen: Warst Du zu Hau­se im Som­mer? Wie geht es Dei­ner Fami­lie? Was kos­tet ein Hotel­zim­mer in Kai­ro in siche­rer Lage? Ich bemerk­te, dass Belem sich über mei­ne Fra­gen freu­te, aber er ant­wor­te­te nur sel­ten prä­zi­se, er sag­te immer wie­der, dass es eine Fra­ge des Respekts sei, dass man irgend­wie ler­nen müs­se, gemein­sam zu arbei­ten und zu leben. Vie­le Men­schen sei­en arm, das sei das größ­te Pro­blem, sie könn­ten nicht lesen und schrei­ben. Ein­mal frag­te ich, ob er bereit wäre, einen klei­nen Text aus der ara­bi­schen Spra­che für mich zu über­set­zen, einen Twit­ter­brief, den ich nicht lesen konn­te. Aber das woll­te Belem nicht, er schien sich in die­sem Moment vor mir oder den Zei­len, die ich auf ein Stück Papier gedruckt hat­te,  zu fürch­ten. — Mon­tag. Seit Stun­den kom­me ich nicht wei­ter in der Lek­tü­re digi­ta­ler Nach­rich­ten aus Kai­ro. Ich ver­su­che, zu ver­ste­hen. Es sind sehr selt­sa­me Tex­te, die mir Über­set­zungs­ma­schi­nen lie­fern, Bruch­stü­cke, Ahnun­gen, Wort­sand: Gott Ylank­wa auf der Erde und im Him­mel ein Fluch und Fluch ya Welad El Bha­im o obers­te Kar­te Hun­de vor Aiallk Ein­ak Ahan füh­len Sod­bren­nen Herz Eltern und alle da Les Ahan Scha­fe Iowa euch haben tat­säch­lich Amor­pho­phal­lus Rivie­ri CDDA Scha­fe ich Wor­te von Belei­di­gung und defekt, aber nach Li da Sie lip Tstahl­wa schmut­zigs­ten Belei­di­gung in Alas­han Antua eigent­lich Scha­fe und Hun­de und Skla­ven und Amrk­wa wel­che Hatb­ko­wa brau­chen euch eine Betharb­wa Alhan Cuesh Reli­gi­on und nicht in die Hei­mat Euch Betharb­wa Alhan 7tt jeder Hund und Ely ist Mur­si nicht bei­gelegt. Mur­si da wenn Ragel har­te Masche 7tt Khrong wur­de das Blut Divi­si­on zu hal­ten oder sogar min­des­tens sei­ner Fami­lie und sei­nen Clan aber Lebens­dau­er Staa­ten Khai­nin Brü­dern und bei­de Alai­kum Ya Ya Welad Hun­de Hun­de / Und Gott Staats­si­cher­heit haben sie Gna­de, die uns von DVD Elly Zico Btal­wa ver­ließ die Sicher­heit des Staa­tes und die Her­stel­lung da Ret­tung, wel­che Bek­tosh ken­nen sie lachen über Leu­te und Leu­te ich Tani Les ein Raza Ullah Ein­woh­ner in Sidi Gaber in der elf­ten Run­de ihre Brü­der Embareh Æøá­úæç Úáì Ãç Íþæã Èå Archi­tek­tur und schla­gen den Por­tier und sie in ihrer Woh­nung waren und eine Stim­me hör­te zu mir spre­chen und ich traf den Schuss und Aial­ha Hor­ror und wein­te und floh die besetz­ten Ober­flä­che Btaa Archi­tek­tur, und Vio­li­ne von Atrmi wur­de die Vio­li­ne ein Ver­bre­cher und Embareh füh­ren den Sicher­heits­sta­tus / Ers­te Bewer­tun­gen über den Stau­see ist klar, dass Kin­der nicht müs­sen manu­el­le Illus­tra­tor Gabe Archi­tek­tur der Ein­gang Por­tal Teil­neh­mer arbei­ten und mehr Men­schen sind ent­we­der Kin­der, ihre Eltern-Wäch­ter, die nur Sie der Stau­see-Ent­wick­lung her­aus­neh­men, aber sie Men­schen, die sie benö­ti­gen sind, um Schutz gegen unse­re Herrn sagen Ahan Mikhlinash Brü­der hass­te Sie jeden Bedarf wir sagen ganz klar die Sze­ne zu einem mei­ner Brü­der ist Bdkon NAS Keteer sehr Päd­ago­gen Dkonhm Ägyp­tens und Fami­li­en starr­te ist rüh­rend, mei­ne Brü­der und Les in eine fes­te Schie­ne Und sie neh­men ihre Mode Welaikh und Gen­tle­man und Men­schen Wakhd­in­ha das Alter des Pro­phe­ten Chris­ti­an Leh­man Daq­qoun Kin­der-und Jugend­sport hal­ten Masche einer Bank, es nicht Brü­der, ist vor­aus­ge­setzt die Tah­r­ir Daq­qoun Kteer waren die Rebel­len, nicht Brü­der natür­lich sage ich allen mein Ziel, dass alle Medi­en benö­tig­ten zu Fuß und wir sahen, Schlie­ßung des Auges Ehna Lina in ich weg­ge­las­sen Z Mabens­hov CBC tags­über Dream­Works benö­tigt, fin­den Sie unter Nile News und Ara­bisch und Al-Jaze­era sie­he Ent­war­nung Not­wen­dig­keit gezeigt Nicht alle Kanä­le Val­fol Wahr­heit und Bedau­ern-Ver­län­ge­rung. — stop
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sieben punkte

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hima­la­ya : 5.06 — Drau­ßen, vor weni­gen Stun­den noch, rausch­te Was­ser vom Him­mel. Aber jetzt ist es still. Es ist eine tat­säch­lich nahe­zu geräusch­lo­se Nacht. Die letz­te Stra­ßen­bahn ist längst abge­fah­ren, kein Wind, des­halb auch die Bäu­me still und die Vögel, alle Men­schen im Haus unter mir schei­nen zu schla­fen. Für einen Moment dach­te ich, dass ich viel­leicht wie­der ein­mal mein Gehör ver­lo­ren haben könn­te, ich sag­te zur Sicher­heit ein Wort, das ich ges­tern ent­deck­te: Kapr­un­bi­ber. Das Wort war gut zu hören gewe­sen, mei­ne Stim­me klang wie immer. Aber auf dem Fens­ter­brett hockt jetzt ein Mari­en­kä­fer, einer mit gel­bem Pan­zer, sie­ben Punk­te, ich habe nicht bemerkt, wie er ins Zim­mer geflo­gen war. Es ist nicht der ers­te Käfer die­ses Jah­res, aber einer, den ich mit ganz ande­ren Augen betrach­te. Ich hat­te für eine Sekun­de die Idee, die­ser Käfer könn­te viel­leicht ein künst­li­cher Käfer sein, einer, der mich mit dem Vor­satz besuch­te, Foto­gra­fien mei­ner Woh­nung auf­zu­neh­men, oder Gesprä­che, die ich mit mir selbst füh­re, wäh­rend ich arbei­te. War­um nicht auch ich, dach­te ich, ein Ziel. Ich nahm den Käfer, der sei­ne Geh­werk­zeu­ge unver­züg­lich eng an sei­nen Kör­per leg­te, in mei­ne Hän­de und trans­por­tier­te ihn in die Küche, wo ich ihn in das grel­le Licht einer Tisch­lam­pe leg­te. Wie ich ihn betrach­te­te, bemerk­te ich zunächst, dass ich nicht erken­nen konn­te, ob der Käfer in der künst­li­chen Hel­lig­keit sei­ne Augen geschlos­sen hat­te. Weder Herz­schlag noch Atmung war zu erken­nen, auch nicht unter einer Lupe, nicht die gerings­te Bewe­gung, aber ich fühl­te mich von dem Käfer selbst beob­ach­tet. Also dreh­te ich den Käfer auf den Rücken und such­te nach einem Zugang, nach einem Schräub­chen da oder dort, einer Ker­be, in wel­che ich ein Mes­ser­werk­zeug ein­füh­ren könn­te, um den Pan­zer vom Käfer zu heben. Man stel­le sich ein­mal vor, ein sehr klei­ner Motor wäre dort zu fin­den, Mikro­fo­ne, Sen­der, Lin­sen, es wäre eine unge­heu­re Ent­de­ckung. Gegen­wär­tig zöge­re ich noch, den ers­ten Schnitt zu setz­ten, es reg­net wie­der, jawohl, ich wer­de am bes­ten zunächst noch ein wenig den Regen beob­ach­ten, es ist kurz nach drei. – stop

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mikrogramme

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del­ta : 5.25 — Seit Tagen den­ke ich an Robert Wal­ser, an sei­ne Schrift, an sei­ne her­aus­ra­gen­de Bega­bung, kleins­te Zei­chen zu notie­ren auf jede denk­ba­re Art von Papier. Der pri­va­te Raum eines zier­li­chen Notiz­bu­ches, das als Insti­tu­ti­on wie­der bedeu­tend zu wer­den scheint, könn­te für Men­schen wie ihn erfun­den wor­den sein. Neh­men wir ein­mal an, Robert Wal­ser und ich wür­den je ein Notiz­buch von 4 cm Höhe und 4 cm Brei­te erhal­ten, 100 Blätt­chen Papier, das heißt, 200 Flä­chen zur frei­en Beschrif­tung, ein Notiz­buch, das im Not­fall ver­schluckt wer­den könn­te, die­ses eine Notiz­buch also, nur die­ses eine, um dar­in zehn Jah­re zu arbei­ten, ich wäre bereits nach ein oder zwei Tagen zu Ende gekom­men, so volu­mi­nös mei­ne Schrift im Ver­gleich zu Robert Walsers Schrift. Ich müss­te von vorn begin­nen, radie­ren, dann wie­der schrei­ben. Mit der ver­ge­hen­den Zeit wür­den die Sei­ten mei­nes Buches dün­ner und dün­ner wer­den, trans­pa­rent viel­leicht, feins­te Löcher ent­ste­hen, ers­te Zei­chen, dass mein Notiz­buch bald ver­schwun­den sein wird. – Sams­tag. Frü­her Mor­gen. Leich­ter Regen. — stop

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liliput

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romeo : 10.12 — Von äußerst heim­li­cher Art und Wei­se, Gedan­ken zu notie­ren, berich­tet Patri­cia High­s­mith in ihrer Erzäh­lung Der Mann, der sei­ne Bücher im Kopf schrieb. Wenn ich nicht irre, so ruht der Mann, von dem in der Geschich­te die Rede ist, stun­den­lang in einem Lie­ge­stuhl, indes­sen er laut­los an sei­nen Roma­nen arbei­tet. Ein glei­cher­ma­ßen Wör­ter erobern­des wie Wör­ter sichern­des Ver­hal­ten. Es ist schwie­rig für mich, in ähn­li­cher Wei­se vor­zu­ge­hen, nahe­zu unmög­lich, ich habe es ver­sucht, ich kom­me je nur weni­ge Sät­ze weit. Nicht, weil ich ver­ges­sen wür­de, was ich bereits erzähl­te, nein, ich ver­ges­se das Erzäh­len selbst, ich begin­ne zu kon­stru­ie­ren, die Sät­ze geben sich nicht die Hand wie üblich, jeder neue Satz scheint leb­los zu sein, erstarrt, ver­traut, erle­digt. Wenn ich nun doch so heim­lich wie mög­lich zu schrei­ben ver­su­che, schrei­be ich in ein Notiz­buch, schrei­be, sagen wir, ein­hun­dert Sei­ten weit, bis das Notiz­buch mit Zei­chen gefüllt ist. Was aber ist nun zu tun mit die­sem Buch, das nie­mand lesen darf, nur ich allein, weil es ein pri­va­tes Buch sein soll, weil das mein Wunsch, mein Wil­le ist, dass nur ich die­ses Buch lesen wer­de, solan­ge ich nicht ent­schei­de, dass das Buch ein öffent­li­ches Buch wer­den könn­te. Ich müss­te das Buch ver­ste­cken, was nicht wirk­lich mög­lich ist, oder ich müss­te das Buch codie­ren, also ein zwei­tes Buch ver­fas­sen, in dem das ers­te Buch ent­hal­ten ist, aller­dings ver­frem­det durch eine Metho­de, durch einen Schlüs­sel (Lili­put), zu Auf­be­wah­rung in mei­nem Kopf. Sobald nun das ers­te Buch in ein zwei­tes Buch ver­setzt wur­de, wür­de es mög­lich sein, das ers­te Buch ver­schwin­den zu las­sen, mit­tels eines Feu­ers bei­spiels­wei­se. Man stel­le sich ein­mal vor, ich wür­de mei­nen Schlüs­sel zur Metho­de der Ent­zif­fe­rung des zwei­ten Buches ver­ges­sen. Bei­de Bücher ver­lo­ren, wäre ich gezwun­gen, das ist ver­rückt, mein ver­schlüs­sel­tes Buch einer Behör­de zu offe­rie­ren, die über aus­rei­chen­de Rechen­leis­tung ver­fügt, um mei­nen Text zu Leb­zei­ten noch dechif­frie­ren zu kön­nen. — stop

polaroidantennen

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regen

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ulys­ses : 6.06 — Ges­tern Abend tele­fo­nier­te ich mit einer Freun­din. Sie hat­te kurz zuvor geschrie­ben, Hoch­was­ser habe den Kel­ler ihres Hau­ses erreicht. Sie erzähl­te, das Was­ser kom­me nun durch zwei klei­ne Löcher in Boden und Wand her­ein, 5 Liter in einer hal­ben Stun­de. Ich hör­te ihre Stim­me, erschöpft, müde, sie wol­le sich einen Wecker stel­len und jede hal­be Stun­de Was­ser schöp­fen. Eine har­te Sache, die noch einen Tag und eine gan­ze Nacht so wei­ter­ge­hen kön­ne. Wäh­rend wir spra­chen, war das Geräusch trop­fen­den Was­sers im Hin­ter­grund zu ver­neh­men, als wür­de mei­ne Gesprächs­part­ne­rin in einer Höh­le sit­zen, in einer ent­fern­ten Zeit, auf dem Mond oder auf dem Mars. Als ich klein und sehr uner­fah­ren gewe­sen war, hat­te ich die Vor­stel­lung, nach star­kem Regen könn­te das Was­ser in Tele­fon­lei­tun­gen drin­gen. Ich wun­der­te mich des­halb, dass das Tele­fo­nie­ren nach Gewit­ter­re­gen noch funk­tio­nier­te. Wenn ich dann etwas spä­ter durch den Gar­ten spa­zier­te, mein­te ich zu beob­ach­ten, wie unse­re Tele­fon­lei­tun­gen aus dem Boden flüch­te­ten. Sie hat­ten sich zu Tei­len auf­ge­löst und schlän­gel­ten, hell­ro­te, glän­zen­de Wür­mer, durch das feuch­te Gras. Ich konn­te sie berüh­ren, und wenn ich sie ihn mei­ne Hän­de nahm, kit­zel­te es sehr ange­nehm auf den Hand­flä­chen. Ein­mal setz­te ich eine flüch­ten­de Tele­fon­lei­tung in ein Mar­me­la­den­glas. Es waren ein gutes Dut­zend Wür­mer gewe­sen, die sich um Aus­gang bemüh­ten. Ich beäug­te sie lan­ge Zeit, die Wän­de des Gla­ses beschlu­gen rasch, sodass ich das Glas immer wie­der öff­nen muss­te. Wenn ich mein Ohr an den Behäl­ter drück­te, konn­te ich sie hören, einen eigen­tüm­li­chen Laut der Not, für des­sen Beschrei­bung ich bis­her kein Wort ent­deck­te. Damals nahm ich das Glas mit in mein Zim­mer. Ich stell­te es unter mein Bett. Am nächs­ten Mor­gen hat­te ich sei­ne Exis­tenz ver­ges­sen. — stop

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