Aus der Wörtersammlung: boden

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spieldose

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tan­go : 0.03 — Vor Jah­ren, zur Som­mer­zeit, an der Sei­te einer schwer­mü­ti­gen Frau durch trop­fen­den Wald nahe einem Kran­ken­haus. Es hat­te gereg­net, eine Sint­flut, das Kleid der Frau, von dem sie erzähl­te, dass es sich um ein bren­nen­des Kleid han­de­le, kleb­te an ihrem Kör­per fest. Schmal war sie gewor­den, zer­brech­lich, fast durch­sich­tig, die Haut ihrer Hän­de, ihrer Wan­gen, ihres Hal­ses. Ich erin­ne­re mich, dass ich ihr Libel­len zeig­te, sie jag­ten dicht über den damp­fen­den Boden hin, Wald­erd­bee­ren, einen Frosch. Ich frag­te nach ihren Gedan­ken, aber ich konn­te sie nicht errei­chen, auch mit mei­nen Bli­cken nicht, weil sie mich nicht anse­hen woll­te, son­dern vor sich hin starr­te, indem sie vor­sich­tig ihre Schrit­te setz­te, als wür­de der Boden unter ihren Füßen nicht wirk­lich exis­tie­ren. Ihr fei­nes Gesicht, ihre hel­len Augen, hell von Schmerz und Furcht. Wie sie nach einer lan­gen Zeit des Schwei­gens sag­te, nie­mand kön­ne ver­ste­hen, wie sie sich füh­le, kein Mensch, das sei schreck­lich, und das Atmen, die Angst, die Lee­re, der Ein­druck zu fal­len, und dass sie nicht wüss­te, wann das alles wie­der­kommt, wenn es doch ein­mal auf­ge­hört haben soll­te, und war­um. In einer ihrer Hän­de barg sie eine Spiel­do­se. Manch­mal hielt sie die klei­ne Maschi­ne vor ihr Gesicht und dreh­te an einer Kur­bel. Sie neig­te dann den Kopf zur Sei­te, und für einen Moment schien der Schmerz nach­zu­las­sen, eine Ahnung im Som­mer­re­gen, eine Erfah­rung größ­ter Fer­ne und Hilf­lo­sig­keit inmit­ten zir­pen­den, pfei­fen­den, rau­schen­den Lebens. Ges­tern in einer beson­de­ren Wei­se von dem erschüt­tern­den, hoff­nungs­fro­hen Film Helen in die Tie­fe erzählt. — Top five der schlech­tes­ten, gut gemein­ten Rat­schlä­ge von Leu­ten, die über­haupt kei­ne Ahnung haben: Fahr in die Feri­en, lies ein Buch, lass Dir die Haa­re schnei­den, reno­vier Dei­ne Woh­nung, ler­ne Joga. — stop

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iris

ping

ping

tan­go : 0.05 — 1500 Mei­len Wol­ken­tüll über atlan­ti­schem Oze­an. Fünf wei­te­re Stun­den, bald hell­blau der Him­mel, das Was­ser, man könn­te die Welt dort oben auf den Kopf stel­len und wür­de es mit den Augen nicht bemer­ken. Höhe 11887 Meter. Wel­len, leich­tes­te Wel­len, — 55° Cel­si­us, Eis wis­pert in der Pau­ken­höh­le. Rep­ti­li­en von Dunst recken geschärf­te Rücken aus der Tie­fe. Dann wie­der sanf­te Gebil­de, Wol­ken­la­mel­len vom Meer an den Him­mel geat­met. Von dort aus fällt man zu Boden, öff­net Iris der Behör­de, fährt im luft­fe­dern­den Taxi­schiff über alte Brü­cke, Nacht, sand­mü­de Augen spa­zie­ren unter dem Regen­schirm. Der ers­te Blick ins irre Licht. — stop

ny62

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nachtlaufen

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romeo : 0.52 — Nachts, im Lau­fen am See, Geräu­sche des Bodens, die durch den Kör­per drin­gen. Bald das Herz am Hals. Schla­fen­de Schwä­ne, schla­fen­de Enten. Der Flug eines träu­men­den Karp­fens. Und ein Gedan­ke. Und noch ein Gedan­ke. Atem, der zum Wort wird von Run­de zu Run­de. Das Glück der Schrit­te. — stop

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windstille

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echo

~ : lou­is
to : Mr. jona­than noe kek­ko­la
sub­ject : WINDSTILLE

Es war Mitt­woch, lie­ber Jona­than, trau­ri­ger Tag, mein letz­ter Fisch ist von mir gegan­gen. Als ich ihn besu­chen woll­te, ruh­te er seit­wärts auf san­di­gem Boden, eine schein­bar schla­fen­de Gestalt. Das Gewicht sei­nes Kör­pers kurz dar­auf in mei­ner Hand, nicht erwar­te­te Küh­le und die Rau­heit sei­nes Kop­fes, den ich nie zuvor berührt hat­te, ein selt­sa­mer, ein bewe­gen­der Moment. Sie wer­den, lie­ber Kek­ko­la, mei­ne lei­se Trau­er nach Jah­ren gemein­sa­men Lebens ver­ste­hen, Sie ganz gewiss! — Sagen Sie, wie geht es Ihren Lun­gen, haben Ihre Atem­flü­gel den Win­ter gut über­stan­den, ist alles so wie gewünscht, oder sind Sie viel­leicht Stun­den oder Tage ins Was­ser zurück­ge­kehrt, um Luft zu holen in ver­trau­ter Art und Wei­se? Eine kurio­se Vor­stel­lung, wie mir scheint, Mr. Kek­ko­la tau­chend unter der Eis­haut eines nord­ame­ri­ka­ni­schen Sees. Ich darf Ihnen sagen, dass ich mich ein wenig vor Ihnen fürch­te! Trotz­dem hof­fe ich, Sie haben sich bereits auf süd­öst­li­chen Kurs bege­ben. Ein wol­ken­lo­ser Him­mel soll­te Sie erwar­ten, Wind­stil­le bei 17° Cel­si­us, dort, wo ich Sie lebend ver­mu­te. – Ihr Lou­is, ahoi!

gesen­det am
18.03.2010
4.38 MESZ
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lou­is to jona­than
noe kekkola »

 

ping

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standardminute

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del­ta : 6.05 — Wie ich abends im Waren­haus eine moder­ne Stan­dard­mi­nu­te erleb­te, das will ich rasch noch berich­ten, eh mir die Augen zufal­len, müde vom Wun­dern. Eine gan­ze Minu­te also. In die­ser Minu­te, an ihrem Anfang genau­er, befin­det sich eine Kas­sie­re­rin mitt­le­ren Alters, unru­hig sind Augen und Mund, und ihre flat­tern­den Hän­de, Werk­zeu­ge, die Waren über Licht­tas­ter zie­hen. Eine alte Dame ist da noch, eine Dame mit Hut, die sich sehr lang­sam bewegt, ein wah­res Rep­til, wür­de­voll, bedäch­tig. Ein wenig zer­streut scheint sie zu sein, hebt immer wie­der den Blick, beob­ach­tet scheu die Bewe­gung des Ban­des, die Rei­se ihrer per­sön­li­chen Ware: eine Schach­tel Pra­li­nen, ein Fläsch­chen Jäger­meis­ter, Salz­stan­gen, drei Dosen Kat­zen­fut­ter, ein duzend Scho­ko­la­den­os­ter­ei­er in Grün, in Gelb, in Rot, und ein wei­te­res Fläsch­chen noch hin­ter­her. Das alles muss jetzt in die Tasche, sofort, und doch ist es schon zu spät. Zwei Apri­ko­sen­saft­tü­ten schie­ben sich, einem Eis­bre­cher ähn­lich, in den war­ten­den Bezirk der alten Frau hin­ein, fal­ten Eier, Salz­stan­gen und ande­re Waren­tei­le steil zur Sei­te. Man kann jetzt hören, wie das klingt, wenn eine Dame höf­lich um Geduld bit­tet, um Nach­sicht, eine freund­li­che, eine herz­er­wär­men­de Stim­me, und das Geräusch einer Fla­sche, die zu Boden fällt. Wie sich die alte Dame nun auf­rich­tet, wie ihre hel­len Augen mei­ne Hän­de beob­ach­ten, die ver­su­chen, wei­te­res Unglück abzu­wen­den. Ungläu­big schaut sie mich an, dann das För­der­band ent­lang, das wei­te­re Waren vor­an trans­por­tiert. Ja, bald ste­hen wir und stau­nen zu zweit, und auch die Ver­käu­fe­rin ist zur mit­füh­len­den Beob­ach­te­rin gewor­den. Sie lurt zum Waren­strom hin, der über die Kan­te der Roll­band­the­ke in die Tie­fe stürzt. Ihre Hän­de, die­se selt­sa­men Hän­de, sie arbei­ten wei­ter und wei­ter, schie­ben und schie­ben, als führ­ten sie ein eige­nes Leben oder gehör­ten schon der Maschi­ne mit ihrem Rot­licht­au­gen­ge­hirn. stop. Minu­te zu Ende. stop. Guten Mor­gen. — stop

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amerikafahrt

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marim­ba : 0.02 — Sekun­den­brief­mar­ke aus dem Jahr 1959, zu einer Zeit notiert, da ich selbst, auch als Idee, noch nicht gebo­ren war: Das Taxi war groß wie eine Loko­mo­ti­ve. Und es war grell­gelb ange­stri­chen wie ein deut­scher Brief­kas­ten. Auf sei­nem Dach funk­te es blau­ro­te Licht­si­gna­le, sie ähnel­ten dem blit­zen­den wach­sa­men Auge der Poli­zei, und für eine Wei­le hat­te ich das Gefühl, ein Ehren­gast zu sein, der eskor­tiert und ohne Berüh­rung mit Land und Leu­ten an ein Ziel gebracht wer­den soll. Die Pols­ter des Wagens waren hart, und der nack­te Stahl­bo­den war schmut­zig; man bot dem Fahr­gast den Trans­port, man bot ihm nicht mehr. Andau­ernd erreich­ten den Wagen­len­ker durch die Luft gesand­te Bot­schaf­ten; Unsicht­ba­re spra­chen zu ihm, beschwo­ren ihn, quäl­ten ihn, hetz­ten ihn. Zuwei­len ant­wor­te der Mann den Stim­men der befeh­len­den Luft­geis­ter. Wolf­gang Koep­pen A m e r i k a f a h r t
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hydra No 2

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lima : 22.55 — Es schneit angeb­lich, mag es schnei­en. Über dem Schnee und sei­nen Wol­ken scheint der Mond. — Was haben wir heu­te eigent­lich für einen Tag, Sonn­tag viel­leicht oder Mon­tag? Abend jeden­falls, einen schwie­ri­gen Abend. Wür­de ich aus mei­ner Haut fah­ren, sagen wir, oder mit einem Auge mei­nen Kör­per ver­las­sen und etwas in der Zeit zurück­rei­sen, dann könn­te ich mich selbst beob­ach­ten, einen Mann, der gegen sechs Uhr in der Küche steht und spricht. Der Mann spricht mit sich selbst, wäh­rend er Tee zube­rei­tet, er sagt: Heu­te machen wir das, heut ist es rich­tig. Ein Bün­del von Melis­se zieht durchs sam­tig hei­ße, flim­mern­de Was­ser. Jetzt trägt er sei­ne damp­fen­de Tas­se durch den Flur ins Arbeits­zim­mer, schal­tet den Bild­schirm an, sitzt auf einem Gar­ten­stuhl vor dem Schreib­tisch und arbei­tet sich durch elek­tri­sche Ord­ner in die Tie­fe. Dann steht er, steht zwei Meter vom Bild­schirm ent­fernt, ein Mensch kniet dort auf dem Boden, ein Mensch, der sich fürch­tet. Da ist eine Stim­me. Eine schril­le Stim­me spricht schep­pernd Sät­ze in ara­bi­scher Spra­che, uner­träg­lich die­se Töne, sodass der Mann vor dem Schreib­tisch einen Schritt zurück­tritt. Er scheint sich zur Betrach­tung zu zwin­gen. Zwei Fin­ger der rech­ten Hand bil­den einen Ring. Er hält ihn vor sein lin­kes Auge, das ande­re Auge geschlos­sen, und sieht hin­durch. So ver­harrt er, leicht vor­ge­beugt, bewe­gungs­los, zwei Minu­ten, drei Minu­ten. Ein­mal ist sein Atmen hef­tig zu hören. Kurz dar­auf steht er wie­der in der Küche, lehnt mit dem Rücken am Kühl­schrank, denkt, dass es schneit und spürt eine Unru­he, die lan­ge Zeit in die­ser Hef­tig­keit nicht wahr­zu­neh­men gewe­sen war. Ein Mensch, Dani­el Pearl, wur­de zur Ansicht getö­tet. – Was machen wir jetzt? — stop
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dämmerschritte

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kili­man­dscha­ro : 6.26 — Tief­see­ele­fan­ten, wo auch immer sie sich befin­den, schla­fen gemein­sam zur sel­ben Zeit. Sie gehen dann lang­sam, step by step, träu­mend rück­wärts über den Mee­res­bo­den hin. — Selt­sa­me Sache. – An die­sem frü­hen Mor­gen denk ich noch etwas ande­res von Schla­fes­din­gen. Gera­de öff­net Ber­fin die Tür ihrer Woh­nung. Sie kommt von einer Nacht­schicht zurück. Fünf Stun­den Arbeit. Jetzt wird sie noch eine hal­be Stun­de schla­fen, dann auf­ste­hen, ihre Kin­der, drei Mäd­chen, mit Küs­sen auf klei­ne hei­ße Ohren wecken, Früh­stück berei­ten und sie zur Schu­le brin­gen. Ber­fin schläft 21 Stun­den pro Woche. Sie lacht gern. Ein zar­tes Gesicht. Augen, die viel Krieg gese­hen haben. Meis­tens pla­gen sie Kopf­schmer­zen. Müde bin ich, sagt sie, dafür gibt’s kein Wort. 
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augenzeit

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alpha : 0.03 — Im Regen her­um­spa­ziert, wollt ein Paar neu­er Augen besor­gen, hat­te so lan­ge Zeit Papie­re und Zei­chen betrach­tet, dass ich blind für jede Bedeu­tung gewor­den war. Im Wald tropf­te das Was­ser von den Bäu­men, eine Amsel lief auf feuch­ten Wegen vor mir her, da und dort Spu­ren von Schnee. — Schnee­ku­chen. — Schnee­sup­pe. —  Schnee­bü­cher. -  Nach einer Stun­de dann waren mir neue Augen gewach­sen, ich kehr­te zurück und jetzt ist schon wie­der heim­lich Nacht gewor­den. Merk­wür­dig, wie man einen Abend lang in einem Zim­mer auf dem Boden sit­zen kann und den­ken und zugleich nichts den­ken. Nur noch atmen. Und die Augen bewe­gen. — stop

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marie

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alpha : 0.02 — Zwei Stun­den mit Anna Thom­son, mit Sue in New York, mit einer Frau, die an Ein­sam­keit und Alko­hol zugrun­de geht. Wollt gern hin­ter die elek­tri­sche Haut mei­ner Film­ma­schi­ne sprin­gen, um der Geschich­te eine glück­li­che Wen­dung zu geben. Ein­mal hielt ich die Geschich­te ein­fach an, in dem ich ihr wei­te­ren Strom ver­wei­ger­te. Aber das ergab natür­lich kei­nen Sinn, weil Geschich­ten, wie die­se Geschich­te, sich so lan­ge fort­set­zen im Kopf, bis sie zu Ende gekom­men sind. Und an Marie habe ich gedacht, an Marie, jawohl. Wie sie ver­rückt gewor­den ist. Als ich Marie zuletzt gese­hen habe, lag sie im Flur ihrer Woh­nung auf dem Boden her­um und sah Geckos an den Wän­den sit­zen und ihre Zäh­ne klap­per­ten und ich muss­te aus der Bar im Erd­ge­schoss eine Fla­sche Cognac holen und sie damit füt­tern, damit sie wie­der so ruhig wer­den woll­te, dass ich sie zu ihrem Bett füh­ren konn­te. Aber dort kamen ihr die Geckos sofort wie­der und spa­zier­ten über die Decke und sie muss­te sie mit einem wei­te­ren Glas aus dem Zim­mer fegen und ihr Kör­per gab rest­los nach und sie schäm­te sich, obwohl ich ihr flüs­ter­te, dass das nicht so schlimm sei, dass ich ihr hel­fen wür­de, sich zu waschen, dass sie jetzt end­lich auf­hö­ren müs­se, die­se ver­damm­ten Fil­me zu dre­hen, und dass sie den Schwei­zer zum Teu­fel jagen sol­le, der nicht ein Freund sei, son­dern ein mie­ser, klei­ner Kun­de, der nur dann in ihrem Wohn­zim­mer über sie her­fal­len wol­le, wenn sie so betrun­ken gewor­den sei, dass er sich vor ihr nicht mehr fürch­ten müs­se. Aber Marie hör­te mich nicht, son­dern wein­te und ver­lor schnell das Bewusst­sein und ich hol­te den Not­arzt und wir fuh­ren in ein Hos­pi­tal, wo man sie schon kann­te. Und wie ich das jetzt so schrei­be, erin­ne­re ich mich, dass Marie ein­mal über das Tele­fon eine uralte Geschich­te erzähl­te. Sie habe zu sich gesagt, so die Geschich­te, dass sie jetzt auf­hö­ren wer­de. Schluss mit dem gan­zen Wahn­sinn, Schluss mit Por­no­bang­bang, Schluss mit der Trin­ke­rei. Sie habe alte Schul­freun­din­nen ein­ge­la­den zu sich in die Woh­nung. Sie habe zunächst einen Apfel­stru­del geba­cken und alles habe sehr schön nach Vanil­le geduf­tet. Sie habe noch die gan­ze Woh­nung auf den Kopf gestellt und nur ein ganz klein wenig getrun­ken und kaum sei sie fer­tig gewe­sen mit der Put­ze­rei, sei­en die Freun­din­nen ange­kom­men, so sei­en sie her­ein­spa­ziert, als wür­den sie einen zoo­lo­gi­schen Gar­ten besu­chen. Sie haben, sag­te Marie, Marie gefragt, ob Marie ihre Woh­nung sham­poo­niert habe. Die haben sich nicht mal gesetzt! Und so ist Marie also ver­rückt gewor­den. — Ich geh’ jetzt noch ein paar Schrit­te wan­dern im Schnee. — stop

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