manhattan

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MELDUNG. Man­hat­tan, Lex­ing­ton Avenue 822, 28. Etage, stein­ernes Zim­mer : Kirsche No 1526 [ Mar­mor, Car­rara : 3.08 Gramm ] vol­len­det. — stop
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brief an dornier

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echo : 2.02 — Sehr geehrte Damen und Her­ren von der Stiftung Dornier für Luft- und Raum­fahrt! Ich wende mich hier­mit höflichst mit der Bitte um Unter­stützung an Sie, obgle­ich ich nicht sich­er sein kann, mit meinem Anliegen Ihr Gehör find­en zu kön­nen, da mein Vorhaben wed­er Auf­gaben beman­nter Luft­fahrt, noch Auf­gaben beman­nter Raum­fahrt berühren wird. Ich hoffe den­noch für einen Moment Ihre Aufmerk­samkeit zu gewin­nen, es geht näm­lich darum, einen kugelför­mi­gen Kör­p­er zu entwick­eln, nicht schw­er­er als 1,5 Gramm, der in der Art und Weise der Pflanzen­flugsamen mit dem Wind durch die Welt reisen kön­nte. Im Objekt enthal­ten sein soll­ten je eine Kam­era mit einen 360°- Objek­tiv, eine höchst leis­tungs­fähige Bat­terie, sowie ein Sender, der in Minuten­fre­quenz aufgenommene Bilder des Zufalls an einen Empfänger veräußern würde, an eine men­schliche Per­son oder einen Com­put­er, die sich um die Doku­men­ta­tion der über­mit­tel­ten Auf­nah­men bemühen, sie kat­a­l­o­gisieren, bew­erten und gegebe­nen­falls veröf­fentlichen würde. Eine außergewöhn­liche Eigen­schaft dieses mikroskopisch kleinen Wesens sollte sein, dass es in sein­er Form sehr flex­i­bel sein wird, ein­er Flüs­sigkeit ähn­lich. In dieser Weise existierend würde es beina­he jedes Hin­der­nis über­winden, sich kaum irgend­wo dauer­haft ver­fan­gen, deshalb für sehr lange Zeit auf Reisen sein, auch mit Meer­esströ­mungen wan­dern, mit Dünen der Wüsten, durch Stadt­land­schaften vagabundieren, durch Waldge­bi­ete und Step­pen, indessen immerzu fotografierend, eine zufäl­lige, von kein­er men­schlichen Per­son vorbes­timmte Spur gefan­genen Lichts verze­ich­nend. Melden Sie sich bitte, sofern ich Ihnen aus dem Inneren mein­er Vorstel­lung im Detail bericht­en darf. Ihr Louis — stop

flug

zerzaust

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vic­tor : 0.55 — L. erzählt, sie habe ein­mal eine Frau gekan­nt, die wed­er in Büch­ern las noch in Zeitun­gen. Trotz­dem sei diese Frau, deren Namen sie nicht in Erin­nerung habe, Wörtern sehr eng ver­bun­den gewe­sen, da sie pausen­los Wörter notierte. Sie schrieb mit der Hand, sie schrieb in Cafes, U-Bah­nen, auf Bänken sitzend in Parks ein­er Stadt, die sie ein Leben lang nie ver­lassen haben soll. Sie schrieb an einem einzi­gen Buch, an einem Buch, das sie stets in ein­er weit­eren Vari­ante mit sich führte, im Grunde an einem Buch ein­er­seits, das sie bere­its aufgeschrieben hat­te, und einem Buch ander­er­seits, in dem sie das Buch, das zu Ende geschrieben wor­den war, wieder­holte, aber natür­lich nicht, ohne das Buch im Prozess des Abschreibens zu ergänzen. Jede Ergänzung wurde sorgfältig über­legt, manch­mal wur­den Wörter erset­zt, ganze Sätze oder ein Gedanke hinzuge­fügt, sehr sel­ten eine Pas­sage gestrichen. In dieser Weise verän­derte sich das Buch, das Buch nahm an Umfang zu, wurde langsam schw­er­er. Immer dann, wenn ein Buch abgeschrieben wor­den war, ver­schwand das abgeschriebene Buch. Und wiederum begann die Frau eine weit­ere Kopie anzufer­ti­gen, die sich im Prozess der Ver­dopplung schein­bar nur unwesentlich von ihrem Orig­i­nal unter­schei­den würde. Der Rück­en der Frau war leicht gekrümmt, sie ging viel spazieren und war stets sorgfältig gek­lei­det. Sie soll schon ein biss­chen wild aus­ge­se­hen haben, irgend­wie zer­saust, aber glück­lich, sagen wir, zerzaust und immer beschäftigt und irgend­wie fröh­lich. Sie notierte zier­liche, äußerst exak­te Zeichen. — stop
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hibiscilli

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echo : 12.15 — Wieder der Wun­sch eine Gebärde zu erfind­en, die das Wort Hibis­cil­li voll­ständig enthält. Eine Geste der Freude. — stop

gebaerdensprache

tintenfinger

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lima : 0.55 — Mit dem langsamen Ver­schwinden der Briefe flücht­en unsere Post­wertze­ichen in Schachtel­be­häl­ter, in Alben, in Museen, kost­bare, bunte Wesen von Papi­er, die wir noch mit unseren Zun­gen befeuchteten, um sie mit Briefum­schlä­gen für immer zu verbinden. Auch Gesten, die den Briefen zuge­ord­net sind, wer­den sich nach und nach ver­lieren. Die Geste des Zer­reißens beispiel­sweise, oder die Geste des Zerknül­lens. Wann habe ich zulet­zt beobachtet, wie der Empfänger eines Briefes sich dem geöffneten Doku­ment mit der Nase näherte, um von der Luft der geliebten schreiben­den Per­son zu atmen, die mit dem Brief gereist sein kön­nte? Ver­loren die Abdrücke der Tin­ten­fin­ger, die Rän­der ein­er Brief­seite zierten, ver­loren auch das feine Geräusch der Skalpelle, indem sie teilend durch das sei­dene Fut­ter der Kuvertkof­fer ziehen. Ein absur­der Gedanke möglicher­weise, wie ich den E-Mail­brief ein­er Behörde, der mich zornig wer­den lässt, aus­drucke, wie ich ihn in einen Umschlag stecke, wie ich ihn für einige Sekun­den in Hän­den halte, wie ich mich konzen­triere, wie ich den Brief genussvoll in sehr kleine Teile zer­lege. — stop

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ein ohr

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delta : 22.01 — Ich erin­nere mich gern an Max. Er war ger­ade 6 Jahre alt gewor­den, als ich ihm zulet­zt per­sön­lich begeg­nete. Wir saßen damals an einem Küchen­tisch, es war Abend, Max schon müde. Er schüt­telte etwas gelang­weilt eine Paprikaschote und wun­derte sich, weil in der gel­ben Frucht Bewe­gung zu sein schien. Ich nahm ihm die Papri­ka aus der Hand, und tat­säch­lich war in ihrem Inneren etwas lose gewor­den oder existierte dort, das sich üblicher­weise nicht in ein­er Papri­ka befind­en sollte. Also legte ich die Papri­ka zur Unter­suchung auf einen Teller und öffnete sie vor­sichtig. Es war ein kleines Loch, das ich in die Papri­ka schnitt. Seite an Seite sitzend warteten wir ges­pan­nt vor der Frucht darauf, ob vielle­icht Irgen­det­was oder Irgend­je­mand aus der Öff­nung steigen würde. Indessen erzählte ich von der Erfind­ung der Tief­seeele­fan­ten, von ihren kilo­me­ter­lan­gen Rüs­seln, die sie zur Meere­sober­fläche reck­en, sofern sie den Atlantik durch­queren. Bald wurde Max ungeduldig, er nahm die Papri­ka in seine Hände, um durch das sparsame Loch zu spähen, ohne freilich etwas sehen zu kön­nen, es war dunkel da drin, weshalb ich das Loch ver­größerte, und außer­dem noch zwei kleinere Löch­er für das Licht seitwärts in den Kör­p­er trieb. Wiederum spähte Max in die Papri­ka, jet­zt kon­nte er etwas erken­nen. Er stellte nüchtern fest, dass sich in der Papri­ka ein Ohr befind­en würde, ein Paprikaohr, ganz ein­deutig. Zwei Jahre sind sei­ther ver­gan­gen. Als ich kür­zlich mit Max tele­fonierte, erk­lärte er, dass er in der Schule Tief­seemen­schen mit Bleis­tift zeich­nete. Immer wieder habe er die Kör­p­er der Tief­seemen­schen, die über den Meeres­bo­den spazierten, aus­radiert, um sie noch klein­er zu machen, damit ihre Hälse auch lang genug wer­den kon­nten auf dem viel zu kleinen Blatt Papi­er, das ihm zur Ver­fü­gung gestellt wor­den war. — stop

handschrift

mexico

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nord­pol : 1.15 — Gestern Abend ist etwas Lustiges passiert. Sch­necke Esmer­al­da ent­deck­te eine Möglichkeit, mein Fernse­hgerät zu besteigen. Sie saß wohl schon eine Weile dort obe­nauf, als ich sie, kurz nach­dem ich das Fernse­hgerät eingeschal­tet hat­te, bemerk­te. Vom auf­blenden­den Licht unter ihrem Haft­fuß über­rascht, begann sie, kreuz und quer über den Bild­schirm zu flücht­en, ihre Augen indessen streck­te sie soweit wie möglich von sich, schließlich ließ sie sich ein­fach fall­en, wand sich auf dem Boden als wäre sie ver­rückt gewor­den, lag dann eine Weile still, so dass ich mich vor­sichtig näherte, weil ich fürchtete, sie kön­nte ern­sthaft Schaden genom­men haben. Ich fuhr, um ihre Lebens­geis­ter zu lock­en, mit einem feinen Pin­sel über ihre feuchte, ledrige Haut, und bemerk­te bald wie ein Schim­mern über ihren Kör­p­er wan­derte. Kurz darauf streck­te sich ihr Kör­p­er unter ihrem schw­eren Gehäuse in der Art der Scheck­en, wenn sie sich erheben, und wan­derte über den Boden fort in die Diele und von dort aus in die Küche hoch auf den Tisch, wo sie nun seit Stun­den auf ein­er Banane sitzt. Ich glaube, sie schläft, ihre Tur­mau­gen haben sich in den Kör­p­er zurück­ge­zo­gen, aber sie erwacht unverzüglich, wenn ich und solange ich tele­foniere, zum Beispiel mit M., die von ihrem Fre­und erzählt, der bald nach Mexiko reisen wird. Sie wohnt seit Jahren mit ihm in ein­er Woh­nung, ohne ein Wort mit ihm zu sprechen. Sie sagt, jede sein­er Reisen seien für sie mit dem Wun­sch ver­bun­den, er möge bald zurück­kehren, sie sei fröh­lich, sobald er wieder in die Woh­nung trete, sprechen werde sie jedoch nie wieder mit ihm an diesem Ort, und das sei gut so, weil sie sich in dieser Weise zu Hause nie stre­it­en, sie lebten sehr har­monisch, er mache immer Früh­stück für sie, er lege Fotografien, zum Beispiel von Mexiko, auf ihren gemein­samen Tisch, sie suche dann die Guten her­aus, Bilder, die gelun­gen sind, es gebe nie Diskus­sio­nen deswe­gen, weil sie eben nicht mehr miteinan­der sprechen, höch­stens mit den Augen und mit den Hän­den oder mit­tels Gegen­stän­den, die irgend­wo liegen oder nicht liegen. — stop

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vor neufundland 02.12.08 : atem

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alpha : 0.02 — Vom Fen­ster aus beobachte ich seit zwei Stun­den ein Rudel Eich­hörnchen, das auf der Straße weit unten tollt, als gäbe es irgen­det­was zu feiern. Wenn ich sie mit ein­er Taschen­lampe beleuchte, bleiben sie für einen Moment still sitzen, ich kann sie zählen, es sind 12 Eich­hörnchen, sie schauen zu mir her­auf, ich habe keine Ahnung, ob sie mich erken­nen. Ich dachte an Tauch­er Noe, der gestern eine Nachricht sendete und an Nathalie Sar­raute, ihre Bemerkung, sie habe mit ihrem Roman Kind­heit ver­sucht, Bilder ihrer Erin­nerung zusam­men­zustellen, die sie wie aus einem Stück Wat­te her­ausziehen kon­nte. Gerne würde ich Noe von Nathalie Sar­raute erzählen. Er ist nicht erre­ich­bar, er ver­mag zu senden, aber kann keine Nachricht­en emp­fan­gen. Gestern zulet­zt aus 785 Fuß Tiefe vor Neu­fund­land > ANFANG 02.12.08 | | | > s t o p. niemals werde ich aufhören zu schreiben und wenn ich nur noch ein wort schreiben kön­nte weil mir kein weit­eres wort ein­fall­en wird. s t o p an welchem wort werde ich mich fes­thal­ten? s m a l l g r e e n f i s h m a k i n g b a c k f l i p s . s t o p ich wün­schte ich kön­nte lesen was ich je geschrieben habe. s t o p zurück­kehren in zeit­en die ich denke. s t o p kor­rigieren. s t o p löschen was ich ein­mal geschrieben und gedacht haben werde. t w o b l u e f i s h e s i n l o v e r i g h t w a r d s . s t o p solange ich schreibe atme ich. s t o p es ist ein und das selbe. s t o p ich hebe meinen linken fuß und sinke nach rechts. s t o p ich hebe meinen recht­en fuß und sinke nach links. s t o p. erstaunlich. s t o p | | | ENDE 02.15.32 — stop

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kvarøy sjøhus

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MELDUNG. Tief­seeele­fan­ten, 205 hupende Rüs­sel­rosen, nahe Kvarøy Sjøhus gesichtet. Man wan­dert in süd­west­liche Rich­tung. — stop
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ai : ÄGYPTEN

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MENSCH IN GEFAHR : “Am 9. Jan­u­ar um etwa 14.30 Uhr führten drei Ange­hörige des ägyp­tis­chen Geheim­di­en­sts, die in Ziv­il gek­lei­det waren, eine Razz­ia in einem Café des Kairoer Stadt­teils El Agouza durch. Es ist bekan­nt, dass sich der Men­schen­rechtler Dr. Ahmed Abdul­lah häu­fig dort aufhält. Die Sicher­heit­skräfte legten keinen Durch­suchungs- oder Haft­be­fehl vor, durch­sucht­en aber den­noch das Café nach Dr. Ahmed Abdul­lah und erkundigten sich bei den Angestell­ten nach seinem Aufen­thalt­sort. / Dr. Ahmed Abdul­lah erstat­tete daraufhin Anzeige bei der Staat­san­waltschaft und gab zu Pro­tokoll, dass alle Ver­suche, ihm Schaden zuzufü­gen, vom Innen­min­is­teri­um zu ver­ant­worten seien. Es sind keine strafrechtlichen Ermit­tlun­gen gegen Dr. Ahmed Abdul­lah bekan­nt, und er hat bish­er keine Vor­ladung von der Staat­san­waltschaft erhal­ten. Die Kom­mu­nika­tion­skanäle von Dr. Ahmed Abdul­lah, ins­beson­dere sein Tele­fon, wer­den jedoch seit einiger Zeit von den Sicher­heit­skräften abge­hört. Sie haben mehrfach tele­fonisch damit gedro­ht, ihn festzunehmen. / Seit Okto­ber 2015 läuft eine medi­ale Ver­leum­dungskam­pagne gegen Dr. Ahmed Abdul­lah. Er ist Vor­sitzen­der des Stiftungsrats der Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tion “Ägyp­tis­che Kom­mis­sion für Rechte und Frei­heit­en” (ECRF) und wird eben­so wie der Leit­er der Organ­i­sa­tion, Mohamed Lot­fy, von der Presse als Gefahr für die nationale Sicher­heit porträtiert. Medi­en­bericht­en zufolge sollen die bei­den Män­ner geheime Tre­f­fen mit US-amerikanis­chen und europäis­chen Behördenvertreter_innen abge­hal­ten haben, um die nationale Sicher­heit Ägyptens zu gefährden und den Ruf des Lan­des im Aus­land zu schädi­gen.” — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­lene schriftliche Aktio­nen, möglichst unverzüglich und nicht über den 25. Feb­ru­ar 2016 hin­aus, unter > ai : urgent action

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auf schienen

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alpha : 0.10 — Als würde sich diese merk­würdi­ge Frau auf unsicht­baren Geleisen durch die Zeit bewe­gen, so kommt sie in unregelmäßi­gen Abstän­den immer wieder ein­mal an mir vorüber, arm­selig gek­lei­det, jawohl, auf das Äußer­ste arm­selig gek­lei­det, trägt sie im Som­mer wie im Win­ter eine Polizeis­chir­m­mütze, einen merk­würdig grü­nen, zer­schlis­se­nen Fal­tenrock, eine gelbe, ver­schmutzte Bluse und darüber eine Jean­s­jacke, mein Gott, außer­dem Turn­schuhe, die möglicher­weise längst über kein­er­lei Sohlen­werk mehr ver­fü­gen. Aber das mit den Schuhen ist gar kein Wun­der, sie läuft andauernd sehr schnell herum, ich habe sie niemals ste­hend oder irgend­wo sitzend angetrof­fen. Ungewöhn­lich an dieser Frau ist ins­beson­dere ein Papp­schild, welch­es an einem län­geren Stock befes­tigt wurde. Sie trägt das Papp­schild hoch über dem Kopf, stolz schein­bar, es ist immer das­selbe Schild, geschützt von ein­er feinen Folien­haut. Auf diesem Schild nun ist mit akku­rater Schrift fol­gende Forderung aufgeze­ich­net: Keine Gewalt gegen unsere Polizei! Die Ver­bre­itung dieser Botschaft scheint ihr wesentlich­es Anliegen zu sein, ich habe mehrfach ver­sucht, an die eilende Per­son her­anzutreten, verge­blich, entwed­er war sie zu schnell oder ich war zu langsam in der Ver­fol­gung gewe­sen. Tat­säch­lich beschle­u­nigt sie ihre Schritte unverzüglich, wenn ich ver­suche mich ihr zu näh­ern. Ein­mal, es war hoher Som­mer, tele­fonierte ich ger­ade, als ich sie kom­men sah. Ich nahm meinen Tele­fon­com­put­er vom Ohr und richtete ihn auf die demon­stri­erende Frau, um sie zu fotografieren. Gestern, Son­ntag um kurz vor Mit­ter­nacht: Sie scheint sehr leicht gewor­den zu sein, andere wür­den vielle­icht sagen, dass sie äußerst mager gewor­den ist. Sie raucht wie eine Loko­mo­tive. — stop

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pocket george

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tan­go : 2.58 — George schrieb vor weni­gen Tagen einen hand­schriftlichen Brief. Er wende sich mit ein­er drin­gen­den Bitte an mich, er benötige etwas Geld, weil er im Moment zu wenig davon habe. Seine Tele­fon­rech­nung sei ihm über den Kopf gewach­sen, außer­dem habe er sich bei einem Auf­trag für den Druck eines Buch­es ver­tippt, er habe anstatt 200 Exem­plaren 20000 Exem­plare sein­er Geschichte vom Wal­fischorch­ester bestellt. Diese wun­der­bare Auflage sei prompt und ohne jede Nach­frage geliefert wor­den. Während er sich noch wun­derte, wie ein Paket nach dem anderen Paket von drei oder vier Män­nern in seine Woh­nung ver­frachtet wurde, war bere­its ein erhe­blich­er Betrag von seinem Kon­to abge­bucht, so dass er jet­zt kaum noch die Möglichkeit habe, sich Brot, Käse oder Wass­er zu besor­gen, er sei ver­schuldet bis über bei­de Ohren hin­aus bere­its seit drei Monat­en. Natür­lich habe er gehofft, aber sein Hof­fen habe nicht gewirkt, nun seien nicht nur er selb­st, son­dern auch seine Archive bedro­ht, die er in dig­i­taler Sphäre auf Posi­tion POCKET gesam­melt habe. Ihm sei damit gedro­ht, bei weit­erem Zahlungsverzug, sein pro­fes­sionelles Kon­to unverzüglich in ein nicht pro­fes­sionelles Kon­to zu ver­wan­deln, seine Dat­en wür­den ver­loren gehen, weswe­gen er nun sehr verzweifelt sei, nicht nur verzweifelt, son­dern müde, er zögere, seinen Com­put­er über­haupt noch mit dem Inter­net zu verbinden, weil das Inter­net dann seine Dat­en sogle­ich aus seinen Spe­ich­ern zurück­holen würde, er habe nicht geah­nt, dass er ein­mal in eine der­art verzweifelte Lage kom­men, dass sich das Inter­net als ein der­art gefräßiges Tier darstellen würde, welch­es seinen Com­put­er, seine Samm­lung aus dem Web ver­schwun­den­er Seit­en an sich reißen würde, man kann mit diesen Raubtieren nicht ein­mal tele­fonieren, schrieb George vor weni­gen Tagen.- stop

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gramm

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delta : 0.55 — Das Wort Sind­schar in meinem Gehirn, sobald ich das Wort Sind­schar denke. Wie viel Gramm?
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vom zeitfalten

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alpha : 0.55 — Ich erin­nerte mich, ich weiß nicht warum, an eine Geschichte Julio Cortázars, die von ein­er Fliege erzählt, die auf dem Rück­en geflo­gen sein soll, als der Autor sie ent­deck­te, Augen nach unten demzu­folge, Beinchen nach oben, ein für Fliegen­tiere nicht üblich­es Ver­hal­ten. Natür­lich musste diese selt­same Fliege unverzüglich näher betra­chtet wer­den. Julio Cortázar erfand deshalb ein Zim­mer, in welchem die Fliege for­t­an existierte, und einen Mann, der die Fliege zu fan­gen suchte. Wie zu erwarten gewe­sen, war der Mann in sein­er Beweglichkeit viel zu langsam, um die Fliege behut­sam, das heißt, ohne Beschädi­gung, erhaschen zu kön­nen. Er bemühte sich redlich, aber die Fliege schien jede sein­er Bewe­gun­gen vorherzuse­hen. Nach ein­er Weile machte sich der Mann daran, das Zim­mer, in dem er sich mit der Fliege aufhielt, zu verklein­ern. Er fal­tete Papiere zu Schachteln, die den Flu­graum der beson­deren Fliege nach und nach der­art begren­zten, dass sie sich zulet­zt kaum noch bewe­gen kon­nte. Fliege und Fänger waren in einem licht­losen Raum inner­halb eines Schachtelz­im­mers gefan­gen, daran erin­nere ich mich noch gut, oder auch nicht, weil ich diese Geschichte bere­its vor langer Zeit gele­sen habe, immer wieder von ihr erzählte, weshalb sich die Geschichte verän­dert, von der ursprünglichen Geschichte ent­fer­nt haben kön­nte. Sich­er ist, dass diese Geschichte von ein­er Fliege erzählt, die auf dem Rück­en fliegt, und auch, dass ich nicht sagen kann, warum ich mich plöt­zlich an sie erin­nerte, und auch nicht, ob ich mich jemals wieder an sie erin­nern werde. — stop

mikroskop3

abschnitt neufundland

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Abschnitt Neu­fund­land meldet fol­gende gegen Küste gewor­fene Arte­fak­te : Wrack­teile [ Seefahrt – 112, Luft­fahrt — 86, Auto­mo­bile — 231], Grußbotschaften in Glas­be­häl­tern [ 18. Jahrhun­dert — 0, 19. Jahrhun­dert – 32, 20. Jahrhun­dert – 1458, 21. Jahrhun­dert — 532 ], Trol­leykof­fer [ blau : 5, rot : 88, gelb : 67, schwarz : 1231 ] phys­i­cal mem­o­ries [ bespielt — 3256, gelöscht : 355 ], Seenotret­tungswest­en : [ 2477 ], Ameisen [ Arbeit­er ] auf Treib­holz [ 5 ], Brummkreisel : 2, Öle [ 0.18 Ton­nen ], Matrosch­ka — Pup­pen von Birken­holz : 3, Prothe­sen [ Herz — Rhyth­mus­beschle­u­niger – 3, Kniege­lenke – 1455, Hüftkugeln – 87, Brillen – 236 ], Halb­schuhe [ Größen 28 – 39 : 778, Größen 38 — 45 : 201 ], Plas­tik­san­dalen [ 5786 ], Reise­doku­mente [ 1205 ], Kühlschränke [ 3 ], Tele­fone [ 386 ], Pup­penköpfe [ 52 ] Gas­masken [ 8 ], Tief­see­tauchanzüge [ ohne Tauch­er – 2, mit Tauch­er – 5 ], Engel­szun­gen [ 88 ] | stop |

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himalaya : 2.55 — Die Beobach­tung vor weni­gen Minuten, dass ich mir selb­st niemals die Hand geben kön­nte, so wie ich ein­er Per­son zur Begrüßung meine rechte Hand ent­ge­gen­strecke, wenn ich höflich zu sein wün­sche. Wie auch immer ich je meine linke und meine rechte Hand simulierend wen­dete, kippte, ver­drehte und ver­renk­te, ich scheit­erte. Erstaunlich. — stop

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