manhattan

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MELDUNG. Manhattan, Lexington Avenue 822, 28. Etage, stei­nernes Zimmer : Kirsche No 1526 [ Marmor, Carrara : 3.08 Gramm ] voll­endet. – stop
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brief an dornier

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echo : 2.02 – Sehr geehrte Damen und Herren von der Stif­tung Dornier für Luft- und Raum­fahrt! Ich wende mich hiermit höflichst mit der Bitte um Unter­stüt­zung an Sie, obgleich ich nicht sicher sein kann, mit meinem Anliegen Ihr Gehör finden zu können, da mein Vorhaben weder Aufgaben bemannter Luft­fahrt, noch Aufgaben bemannter Raum­fahrt berühren wird. Ich hoffe dennoch für einen Moment Ihre Aufmerk­sam­keit zu gewinnen, es geht nämlich darum, einen kugel­för­migen Körper zu entwi­ckeln, nicht schwerer als 1,5 Gramm, der in der Art und Weise der Pflan­zen­flug­samen mit dem Wind durch die Welt reisen könnte. Im Objekt enthalten sein sollten je eine Kamera mit einen 360°- Objektiv, eine höchst leis­tungs­fä­hige Batterie, sowie ein Sender, der in Minu­ten­fre­quenz aufge­nom­mene Bilder des Zufalls an einen Empfänger veräu­ßern würde, an eine mensch­liche Person oder einen Computer, die sich um die Doku­men­ta­tion der über­mit­telten Aufnahmen bemühen, sie kata­lo­gi­sieren, bewerten und gege­be­nen­falls veröf­fent­li­chen würde. Eine außer­ge­wöhn­liche Eigen­schaft dieses mikro­sko­pisch kleinen Wesens sollte sein, dass es in seiner Form sehr flexibel sein wird, einer Flüs­sig­keit ähnlich. In dieser Weise exis­tie­rend würde es beinahe jedes Hindernis über­winden, sich kaum irgendwo dauer­haft verfangen, deshalb für sehr lange Zeit auf Reisen sein, auch mit Meeres­strö­mungen wandern, mit Dünen der Wüsten, durch Stadt­land­schaften vaga­bun­dieren, durch Wald­ge­biete und Steppen, indessen immerzu foto­gra­fie­rend, eine zufäl­lige, von keiner mensch­li­chen Person vorbe­stimmte Spur gefan­genen Lichts verzeich­nend. Melden Sie sich bitte, sofern ich Ihnen aus dem Inneren meiner Vorstel­lung im Detail berichten darf. Ihr Louis – stop

flug

zerzaust

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victor : 0.55 – L. erzählt, sie habe einmal eine Frau gekannt, die weder in Büchern las noch in Zeitungen. Trotzdem sei diese Frau, deren Namen sie nicht in Erin­ne­rung habe, Wörtern sehr eng verbunden gewesen, da sie pausenlos Wörter notierte. Sie schrieb mit der Hand, sie schrieb in Cafes, U-Bahnen, auf Bänken sitzend in Parks einer Stadt, die sie ein Leben lang nie verlassen haben soll. Sie schrieb an einem einzigen Buch, an einem Buch, das sie stets in einer weiteren Vari­ante mit sich führte, im Grunde an einem Buch einer­seits, das sie bereits aufge­schrieben hatte, und einem Buch ande­rer­seits, in dem sie das Buch, das zu Ende geschrieben worden war, wieder­holte, aber natür­lich nicht, ohne das Buch im Prozess des Abschrei­bens zu ergänzen. Jede Ergän­zung wurde sorg­fältig über­legt, manchmal wurden Wörter ersetzt, ganze Sätze oder ein Gedanke hinzu­ge­fügt, sehr selten eine Passage gestri­chen. In dieser Weise verän­derte sich das Buch, das Buch nahm an Umfang zu, wurde langsam schwerer. Immer dann, wenn ein Buch abge­schrieben worden war, verschwand das abge­schrie­bene Buch. Und wiederum begann die Frau eine weitere Kopie anzu­fer­tigen, die sich im Prozess der Verdopp­lung scheinbar nur unwe­sent­lich von ihrem Original unter­scheiden würde. Der Rücken der Frau war leicht gekrümmt, sie ging viel spazieren und war stets sorg­fältig gekleidet. Sie soll schon ein biss­chen wild ausge­sehen haben, irgendwie zersaust, aber glück­lich, sagen wir, zerzaust und immer beschäf­tigt und irgendwie fröh­lich. Sie notierte zier­liche, äußerst exakte Zeichen. – stop
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hibiscilli

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echo : 12.15 – Wieder der Wunsch eine Gebärde zu erfinden, die das Wort Hibi­scilli voll­ständig enthält. Eine Geste der Freude. – stop

gebaerdensprache

tintenfinger

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lima : 0.55 – Mit dem lang­samen Verschwinden der Briefe flüchten unsere Post­wert­zei­chen in Schach­tel­be­hälter, in Alben, in Museen, kost­bare, bunte Wesen von Papier, die wir noch mit unseren Zungen befeuch­teten, um sie mit Brief­um­schlägen für immer zu verbinden. Auch Gesten, die den Briefen zuge­ordnet sind, werden sich nach und nach verlieren. Die Geste des Zerrei­ßens beispiels­weise, oder die Geste des Zerknül­lens. Wann habe ich zuletzt beob­achtet, wie der Empfänger eines Briefes sich dem geöff­neten Doku­ment mit der Nase näherte, um von der Luft der geliebten schrei­benden Person zu atmen, die mit dem Brief gereist sein könnte? Verloren die Abdrücke der Tinten­finger, die Ränder einer Brief­seite zierten, verloren auch das feine Geräusch der Skal­pelle, indem sie teilend durch das seidene Futter der Kuvertkoffer ziehen. Ein absurder Gedanke mögli­cher­weise, wie ich den E-Mail­brief einer Behörde, der mich zornig werden lässt, ausdrucke, wie ich ihn in einen Umschlag stecke, wie ich ihn für einige Sekunden in Händen halte, wie ich mich konzen­triere, wie ich den Brief genuss­voll in sehr kleine Teile zerlege. – stop

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ein ohr

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delta : 22.01 – Ich erin­nere mich gern an Max. Er war gerade 6 Jahre alt geworden, als ich ihm zuletzt persön­lich begeg­nete. Wir saßen damals an einem Küchen­tisch, es war Abend, Max schon müde. Er schüt­telte etwas gelang­weilt eine Papri­ka­schote und wunderte sich, weil in der gelben Frucht Bewe­gung zu sein schien. Ich nahm ihm die Paprika aus der Hand, und tatsäch­lich war in ihrem Inneren etwas lose geworden oder exis­tierte dort, das sich übli­cher­weise nicht in einer Paprika befinden sollte. Also legte ich die Paprika zur Unter­su­chung auf einen Teller und öffnete sie vorsichtig. Es war ein kleines Loch, das ich in die Paprika schnitt. Seite an Seite sitzend warteten wir gespannt vor der Frucht darauf, ob viel­leicht Irgend­etwas oder Irgend­je­mand aus der Öffnung steigen würde. Indessen erzählte ich von der Erfin­dung der Tief­see­ele­fanten, von ihren kilo­me­ter­langen Rüsseln, die sie zur Meeres­ober­fläche recken, sofern sie den Atlantik durch­queren. Bald wurde Max unge­duldig, er nahm die Paprika in seine Hände, um durch das spar­same Loch zu spähen, ohne frei­lich etwas sehen zu können, es war dunkel da drin, weshalb ich das Loch vergrö­ßerte, und außerdem noch zwei klei­nere Löcher für das Licht seit­wärts in den Körper trieb. Wiederum spähte Max in die Paprika, jetzt konnte er etwas erkennen. Er stellte nüch­tern fest, dass sich in der Paprika ein Ohr befinden würde, ein Papri­kaohr, ganz eindeutig. Zwei Jahre sind seither vergangen. Als ich kürz­lich mit Max tele­fo­nierte, erklärte er, dass er in der Schule Tief­see­men­schen mit Blei­stift zeich­nete. Immer wieder habe er die Körper der Tief­see­men­schen, die über den Meeres­boden spazierten, ausra­diert, um sie noch kleiner zu machen, damit ihre Hälse auch lang genug werden konnten auf dem viel zu kleinen Blatt Papier, das ihm zur Verfü­gung gestellt worden war. – stop

handschrift

mexico

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nordpol : 1.15 – Gestern Abend ist etwas Lustiges passiert. Schnecke Esme­ralda entdeckte eine Möglich­keit, mein Fern­seh­gerät zu besteigen. Sie saß wohl schon eine Weile dort obenauf, als ich sie, kurz nachdem ich das Fern­seh­gerät einge­schaltet hatte, bemerkte. Vom aufblen­denden Licht unter ihrem Haftfuß über­rascht, begann sie, kreuz und quer über den Bild­schirm zu flüchten, ihre Augen indessen streckte sie soweit wie möglich von sich, schließ­lich ließ sie sich einfach fallen, wand sich auf dem Boden als wäre sie verrückt geworden, lag dann eine Weile still, so dass ich mich vorsichtig näherte, weil ich fürch­tete, sie könnte ernst­haft Schaden genommen haben. Ich fuhr, um ihre Lebens­geister zu locken, mit einem feinen Pinsel über ihre feuchte, ledrige Haut, und bemerkte bald wie ein Schim­mern über ihren Körper wanderte. Kurz darauf streckte sich ihr Körper unter ihrem schweren Gehäuse in der Art der Sche­cken, wenn sie sich erheben, und wanderte über den Boden fort in die Diele und von dort aus in die Küche hoch auf den Tisch, wo sie nun seit Stunden auf einer Banane sitzt. Ich glaube, sie schläft, ihre Turmaugen haben sich in den Körper zurück­ge­zogen, aber sie erwacht unver­züg­lich, wenn ich und solange ich tele­fo­niere, zum Beispiel mit M., die von ihrem Freund erzählt, der bald nach Mexiko reisen wird. Sie wohnt seit Jahren mit ihm in einer Wohnung, ohne ein Wort mit ihm zu spre­chen. Sie sagt, jede seiner Reisen seien für sie mit dem Wunsch verbunden, er möge bald zurück­kehren, sie sei fröh­lich, sobald er wieder in die Wohnung trete, spre­chen werde sie jedoch nie wieder mit ihm an diesem Ort, und das sei gut so, weil sie sich in dieser Weise zu Hause nie streiten, sie lebten sehr harmo­nisch, er mache immer Früh­stück für sie, er lege Foto­gra­fien, zum Beispiel von Mexiko, auf ihren gemein­samen Tisch, sie suche dann die Guten heraus, Bilder, die gelungen sind, es gebe nie Diskus­sionen deswegen, weil sie eben nicht mehr mitein­ander spre­chen, höchs­tens mit den Augen und mit den Händen oder mittels Gegen­ständen, die irgendwo liegen oder nicht liegen. – stop

nach­richten von esme­ralda »

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vor neufundland 02.12.08 : atem

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alpha : 0.02 – Vom Fenster aus beob­achte ich seit zwei Stunden ein Rudel Eich­hörn­chen, das auf der Straße weit unten tollt, als gäbe es irgend­etwas zu feiern. Wenn ich sie mit einer Taschen­lampe beleuchte, bleiben sie für einen Moment still sitzen, ich kann sie zählen, es sind 12 Eich­hörn­chen, sie schauen zu mir herauf, ich habe keine Ahnung, ob sie mich erkennen. Ich dachte an Taucher Noe, der gestern eine Nach­richt sendete und an Nathalie Sarraute, ihre Bemer­kung, sie habe mit ihrem Roman Kind­heit versucht, Bilder ihrer Erin­ne­rung zusam­men­zu­stellen, die sie wie aus einem Stück Watte heraus­ziehen konnte. Gerne würde ich Noe von Nathalie Sarraute erzählen. Er ist nicht erreichbar, er vermag zu senden, aber kann keine Nach­richten empfangen. Gestern zuletzt aus 785 Fuß Tiefe vor Neufund­land > ANFANG 02.12.08 | | | > s t o p. niemals werde ich aufhören zu schreiben und wenn ich nur noch ein wort schreiben könnte weil mir kein weiteres wort einfallen wird. s t o p an welchem wort werde ich mich fest­halten? s m a l l g r e e n f i s h m a k i n g b a c k f l i p s . s t o p ich wünschte ich könnte lesen was ich je geschrieben habe. s t o p zurück­kehren in zeiten die ich denke. s t o p korri­gieren. s t o p löschen was ich einmal geschrieben und gedacht haben werde. t w o b l u e f i s h e s i n l o v e r i g h t w a r d s . s t o p solange ich schreibe atme ich. s t o p es ist ein und das selbe. s t o p ich hebe meinen linken fuß und sinke nach rechts. s t o p ich hebe meinen rechten fuß und sinke nach links. s t o p. erstaun­lich. s t o p | | | ENDE 02.15.32 – stop

nach­richten von noe »

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kvarøy sjøhus

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MELDUNG. Tief­see­ele­fanten, 205 hupende Rüssel­rosen, nahe Kvarøy Sjøhus gesichtet. Man wandert in südwest­liche Rich­tung. – stop
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ai : ÄGYPTEN

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MENSCH IN GEFAHR : “Am 9. Januar um etwa 14.30 Uhr führten drei Ange­hö­rige des ägyp­ti­schen Geheim­diensts, die in Zivil gekleidet waren, eine Razzia in einem Café des Kairoer Stadt­teils El Agouza durch. Es ist bekannt, dass sich der Menschen­rechtler Dr. Ahmed Abdullah häufig dort aufhält. Die Sicher­heits­kräfte legten keinen Durch­su­chungs- oder Haft­be­fehl vor, durch­suchten aber dennoch das Café nach Dr. Ahmed Abdullah und erkun­digten sich bei den Ange­stellten nach seinem Aufent­haltsort. / Dr. Ahmed Abdullah erstat­tete daraufhin Anzeige bei der Staats­an­walt­schaft und gab zu Proto­koll, dass alle Versuche, ihm Schaden zuzu­fügen, vom Innen­mi­nis­te­rium zu verant­worten seien. Es sind keine straf­recht­li­chen Ermitt­lungen gegen Dr. Ahmed Abdullah bekannt, und er hat bisher keine Vorla­dung von der Staats­an­walt­schaft erhalten. Die Kommu­ni­ka­ti­ons­ka­näle von Dr. Ahmed Abdullah, insbe­son­dere sein Telefon, werden jedoch seit einiger Zeit von den Sicher­heits­kräften abge­hört. Sie haben mehr­fach tele­fo­nisch damit gedroht, ihn fest­zu­nehmen. / Seit Oktober 2015 läuft eine mediale Verleum­dungs­kam­pagne gegen Dr. Ahmed Abdullah. Er ist Vorsit­zender des Stif­tungs­rats der Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­tion “Ägyp­ti­sche Kommis­sion für Rechte und Frei­heiten” (ECRF) und wird ebenso wie der Leiter der Orga­ni­sa­tion, Mohamed Lotfy, von der Presse als Gefahr für die natio­nale Sicher­heit porträ­tiert. Medi­en­be­richten zufolge sollen die beiden Männer geheime Treffen mit US-ameri­ka­ni­schen und euro­päi­schen Behördenvertreter_innen abge­halten haben, um die natio­nale Sicher­heit Ägyp­tens zu gefährden und den Ruf des Landes im Ausland zu schä­digen.” – Hinter­grund­in­for­ma­tionen sowie empfoh­lene schrift­liche Aktionen, möglichst unver­züg­lich und nicht über den 25. Februar 2016 hinaus, unter > ai : urgent action

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auf schienen

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alpha : 0.10 – Als würde sich diese merk­wür­dige Frau auf unsicht­baren Geleisen durch die Zeit bewegen, so kommt sie in unre­gel­mä­ßigen Abständen immer wieder einmal an mir vorüber, armselig gekleidet, jawohl, auf das Äußerste armselig gekleidet, trägt sie im Sommer wie im Winter eine Poli­zei­schirm­mütze, einen merk­würdig grünen, zerschlis­senen Falten­rock, eine gelbe, verschmutzte Bluse und darüber eine Jeans­jacke, mein Gott, außerdem Turn­schuhe, die mögli­cher­weise längst über keinerlei Sohlen­werk mehr verfügen. Aber das mit den Schuhen ist gar kein Wunder, sie läuft andau­ernd sehr schnell herum, ich habe sie niemals stehend oder irgendwo sitzend ange­troffen. Unge­wöhn­lich an dieser Frau ist insbe­son­dere ein Papp­schild, welches an einem längeren Stock befes­tigt wurde. Sie trägt das Papp­schild hoch über dem Kopf, stolz scheinbar, es ist immer dasselbe Schild, geschützt von einer feinen Foli­en­haut. Auf diesem Schild nun ist mit akku­rater Schrift folgende Forde­rung aufge­zeichnet: Keine Gewalt gegen unsere Polizei! Die Verbrei­tung dieser Botschaft scheint ihr wesent­li­ches Anliegen zu sein, ich habe mehr­fach versucht, an die eilende Person heran­zu­treten, vergeb­lich, entweder war sie zu schnell oder ich war zu langsam in der Verfol­gung gewesen. Tatsäch­lich beschleu­nigt sie ihre Schritte unver­züg­lich, wenn ich versuche mich ihr zu nähern. Einmal, es war hoher Sommer, tele­fo­nierte ich gerade, als ich sie kommen sah. Ich nahm meinen Tele­fon­com­puter vom Ohr und rich­tete ihn auf die demons­trie­rende Frau, um sie zu foto­gra­fieren. Gestern, Sonntag um kurz vor Mitter­nacht: Sie scheint sehr leicht geworden zu sein, andere würden viel­leicht sagen, dass sie äußerst mager geworden ist. Sie raucht wie eine Loko­mo­tive. – stop

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pocket george

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tango : 2.58 – George schrieb vor wenigen Tagen einen hand­schrift­li­chen Brief. Er wende sich mit einer drin­genden Bitte an mich, er benö­tige etwas Geld, weil er im Moment zu wenig davon habe. Seine Tele­fon­rech­nung sei ihm über den Kopf gewachsen, außerdem habe er sich bei einem Auftrag für den Druck eines Buches vertippt, er habe anstatt 200 Exem­plaren 20000 Exem­plare seiner Geschichte vom Walfisch­or­chester bestellt. Diese wunder­bare Auflage sei prompt und ohne jede Nach­frage gelie­fert worden. Während er sich noch wunderte, wie ein Paket nach dem anderen Paket von drei oder vier Männern in seine Wohnung verfrachtet wurde, war bereits ein erheb­li­cher Betrag von seinem Konto abge­bucht, so dass er jetzt kaum noch die Möglich­keit habe, sich Brot, Käse oder Wasser zu besorgen, er sei verschuldet bis über beide Ohren hinaus bereits seit drei Monaten. Natür­lich habe er gehofft, aber sein Hoffen habe nicht gewirkt, nun seien nicht nur er selbst, sondern auch seine Archive bedroht, die er in digi­taler Sphäre auf Posi­tion POCKET gesam­melt habe. Ihm sei damit gedroht, bei weiterem Zahlungs­verzug, sein profes­sio­nelles Konto unver­züg­lich in ein nicht profes­sio­nelles Konto zu verwan­deln, seine Daten würden verloren gehen, weswegen er nun sehr verzwei­felt sei, nicht nur verzwei­felt, sondern müde, er zögere, seinen Computer über­haupt noch mit dem Internet zu verbinden, weil das Internet dann seine Daten sogleich aus seinen Spei­chern zurück­holen würde, er habe nicht geahnt, dass er einmal in eine derart verzwei­felte Lage kommen, dass sich das Internet als ein derart gefrä­ßiges Tier darstellen würde, welches seinen Computer, seine Samm­lung aus dem Web verschwun­dener Seiten an sich reißen würde, man kann mit diesen Raub­tieren nicht einmal tele­fo­nieren, schrieb George vor wenigen Tagen.- stop

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gramm

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delta : 0.55 – Das Wort Sind­schar in meinem Gehirn, sobald ich das Wort Sind­schar denke. Wie viel Gramm?
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vom zeitfalten

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alpha : 0.55 – Ich erin­nerte mich, ich weiß nicht warum, an eine Geschichte Julio Cortázars, die von einer Fliege erzählt, die auf dem Rücken geflogen sein soll, als der Autor sie entdeckte, Augen nach unten demzu­folge, Bein­chen nach oben, ein für Flie­gen­tiere nicht übli­ches Verhalten. Natür­lich musste diese selt­same Fliege unver­züg­lich näher betrachtet werden. Julio Cortázar erfand deshalb ein Zimmer, in welchem die Fliege fortan exis­tierte, und einen Mann, der die Fliege zu fangen suchte. Wie zu erwarten gewesen, war der Mann in seiner Beweg­lich­keit viel zu langsam, um die Fliege behutsam, das heißt, ohne Beschä­di­gung, erha­schen zu können. Er bemühte sich redlich, aber die Fliege schien jede seiner Bewe­gungen vorher­zu­sehen. Nach einer Weile machte sich der Mann daran, das Zimmer, in dem er sich mit der Fliege aufhielt, zu verklei­nern. Er faltete Papiere zu Schach­teln, die den Flug­raum der beson­deren Fliege nach und nach derart begrenzten, dass sie sich zuletzt kaum noch bewegen konnte. Fliege und Fänger waren in einem licht­losen Raum inner­halb eines Schach­tel­zim­mers gefangen, daran erin­nere ich mich noch gut, oder auch nicht, weil ich diese Geschichte bereits vor langer Zeit gelesen habe, immer wieder von ihr erzählte, weshalb sich die Geschichte verän­dert, von der ursprüng­li­chen Geschichte entfernt haben könnte. Sicher ist, dass diese Geschichte von einer Fliege erzählt, die auf dem Rücken fliegt, und auch, dass ich nicht sagen kann, warum ich mich plötz­lich an sie erin­nerte, und auch nicht, ob ich mich jemals wieder an sie erin­nern werde. – stop

mikroskop3

abschnitt neufundland

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Abschnitt Neufund­land meldet folgende gegen Küste gewor­fene Arte­fakte : Wrack­teile [ Seefahrt – 112, Luft­fahrt – 86, Auto­mo­bile – 231], Gruß­bot­schaften in Glas­be­häl­tern [ 18. Jahr­hun­dert – 0, 19. Jahr­hun­dert – 32, 20. Jahr­hun­dert – 1458, 21. Jahr­hun­dert – 532 ], Trol­ley­koffer [ blau : 5, rot : 88, gelb : 67, schwarz : 1231 ] physical memo­ries [ bespielt – 3256, gelöscht : 355 ], Seenot­ret­tungs­westen : [ 2477 ], Ameisen [ Arbeiter ] auf Treib­holz [ 5 ], Brumm­kreisel : 2, Öle [ 0.18 Tonnen ], Matroschka – Puppen von Birken­holz : 3, Prothesen [ Herz – Rhyth­mus­be­schleu­niger – 3, Knie­ge­lenke – 1455, Hüft­ku­geln – 87, Brillen – 236 ], Halb­schuhe [ Größen 28 – 39 : 778, Größen 38 – 45 : 201 ], Plas­tik­san­dalen [ 5786 ], Reise­do­ku­mente [ 1205 ], Kühl­schränke [ 3 ], Tele­fone [ 386 ], Puppen­köpfe [ 52 ] Gasmasken [ 8 ], Tief­see­tauch­an­züge [ ohne Taucher – 2, mit Taucher – 5 ], Engels­zungen [ 88 ] | stop |

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hima­laya : 2.55 – Die Beob­ach­tung vor wenigen Minuten, dass ich mir selbst niemals die Hand geben könnte, so wie ich einer Person zur Begrü­ßung meine rechte Hand entge­gen­strecke, wenn ich höflich zu sein wünsche. Wie auch immer ich je meine linke und meine rechte Hand simu­lie­rend wendete, kippte, verdrehte und verrenkte, ich schei­terte. Erstaun­lich. – stop

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