Aus der Wörtersammlung: mich

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von lilli

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tan­go : 1.02 — Es ist denk­bar, dass Lil­li Tam­pe­re eine Aus­nah­me ist. Sie scheint vom frü­hen Mor­gen an bis in den spä­ten Abend hin­ein, auch wäh­rend der Nacht noch, Twit­ter­nach­rich­ten zu notie­ren. 17558 Bot­schaf­ten will sie per­sön­lich in einem Zeit­raum von 15 Mona­ten in sie­ben Spra­chen ver­fasst haben. Ich dach­te selbst­ver­ständ­lich über Zah­len, Tage, Stun­den, Minu­ten, Anschlä­ge nach, ich wun­der­te mich, ich war begeis­tert, sofort habe ich Lil­li Tam­pe­re einen Brief gesen­det. Ich habe geschrie­ben: Lie­ber red_maki, wie hei­ßen Sie wirk­lich! Ich kann nicht glau­ben, dass Sie tat­säch­lich exis­tie­ren in der Art und Wei­se, dass Sie über ein ein­zel­nes, schla­gen­des Herz ver­fü­gen, ver­mut­lich sind Sie, in Betrach­tung der unge­heu­ren Zahl der Text­nach­rich­ten, die Sie bereits gesen­det haben, ent­we­der eine Per­son, die sich aus zahl­rei­chen Per­so­nen oder Her­zen fügt, oder aber Sie sind ein Com­pu­ter! — Red_maki ant­wor­te­te umge­hend: Lie­ber Herr Lou­is, ich bin sehr begabt, ich habe klei­ne, schnel­le Hän­de, ich muss nie­mals schla­fen, ich bin kein Com­pu­ter, ich hei­ße Lil­li Tam­pe­re. Guten Mor­gen! – Ich muss das wei­ter beob­ach­ten. — stop

ping

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zwitschern

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kili­man­dscha­ro : 2.02 — Beim Ohren­arzt tre­te ich durch eine schma­le Tür in einen Saal. Vögel flie­gen her­um, sie piep­sen und pfei­fen, dass es eine wah­re Freu­de ist. Da sind Rot­kehl­chen, Sper­lin­ge, Tiger­wald­sän­ger, Sei­den­schwän­ze, Ammern, Tanga­ren, Schwanz­mei­sen, woher ich nur die­se wun­der­ba­ren Namen habe? Zwei Fin­ken lan­den auf mei­nem Kopf, sie sin­gen nicht nur, sie spre­chen, sie sagen: Sie sind zu spät, haben Sie bit­te etwas Geduld! Im Saal lie­gen zwan­zig oder drei­ßig Men­schen in Bade­wan­nen, ande­re sit­zen auf Stüh­len, tra­gen irgend­wel­che blin­ken­den Käfi­ge über dem Kopf. Grad als ich mich hei­misch füh­le, bemer­ke ich einen Korb, in dem mensch­li­che Ohren lie­gen, das war nahe der Jor­al­e­mon Street. Ich sit­ze bald auf einer Bank mit Blick auf die Upper New York Bay. Es ist frü­her Abend. Wol­ken­lo­ser Him­mel. Noch immer kann ich nicht sagen, ob ich wirk­lich wach bin. — stop
propeller

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gelb

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nord­pol : 0.12 — Wie gut, dass digi­ta­le Such­ma­schi­nen exis­tie­ren, die in der Lage sind, die­sen Ort : par­tic­les : zu durch­su­chen, sobald ich eine Fra­ge an ihn rich­te, zum Bei­spiel, wie oft ich das Wort Blau ver­wen­det habe in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ( : 53 Mal ), oder das Wort Rot ( : 35 Mal ), das Wort Oran­ge ( : 10 Mal, eher sel­ten ), auch mit dem Wort Gelb war ich spar­sam gewe­sen ( : 18 Mal ). Als ich das Wort Gelb, die Häu­fig­keit sei­nes Vor­kom­mens prüf­te, erin­ner­te ich mich an einen wun­der­ba­ren Text, Uwe John­sons Brief aus New York, in dem das Wort Gelb eine her­vor­ra­gen­de Rol­le spielt. Der Text beginnt so: Über was hier anders ist / in New York im Staat New York / weißt du es ist eine von jenen Städ­ten in die die west­ber­li­ner Zei­tungs­ver­le­ger klei­ne Klin­geln aus Por­zel­lan schi­cken an Fami­li­en denen ein Ange­hö­ri­ger umge­bracht wur­de bei dem Ver­such Ange­hö­ri­ge ande­rer Fami­li­en umzu­brin­gen / in Viet­nam das ist noch hin­ter der Tür­kei / ein Brief über was hier anders ist über einen Unter­schied / Ende der Über­schrift // Gelb, zum Bei­spiel / Gelb ist hier anders­wo / ich mei­ne die gan­ze Far­ben­fa­mi­lie / was noch gelb ist oder so nahe an Gelb wie Ocker oder Kana­ri­en­vo­gel oder über­haupt alles im Bereich zwi­schen Rot und Grün / nicht nur any of the colors nor­mal­ly seen when the por­ti­on of the phy­si­cal spec­trum of wave lengths 571,5 to 578,5 mil­li­mi­crons employ­ed as a sti­mu­lus wie Webs­ter sagt / son­dern auch was mal gelb war / Gelb ist hier anders­wo / nicht nur im Ei in den Mon­go­len in der Gelb­sucht in Schwäm­men Schmet­ter­lin­gen But­ter­blu­men / nie so viel Gelb gese­hen wie hier … / — stop. Ich habe die­sen Text in dem Buch Eine Lite­ra­ri­sche Land­kar­te ent­deckt, das von Hans Magnus Enzens­ber­ger im Jahr 1999 her­aus­ge­ge­ben wur­de. Gleich werd ich mich an mei­nen Schreib­tisch set­zen und mit Blei­stift aus­ge­rüs­tet, das Wort Gelb zu zäh­len begin­nen. — stop
ping

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julia : letzte position 29°05’22.3“N 12°25’35.9“E

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tan­go : 2.01 — Vor weni­gen Stun­den erreich­te mich die Nach­richt von der Exis­tenz wei­te­rer Foto­gra­fien, die ent­haup­te­te Men­schen zei­gen sol­len. Ein Ver­weis, der zu den Auf­nah­men im Netz füh­re, sei auf Posi­ti­on Twit­ter zu lesen. Ich über­leg­te eine Wei­le, ob ich dem bei­gefüg­ten Link fol­gen soll­te. Ich dach­te, wie nah wir doch immer wie­der Höl­len­an­sich­ten kom­men, die mög­li­cher­wei­se nur des­halb pro­du­ziert wer­den, weil zu ver­mu­ten ist, dass Mil­lio­nen Men­schen welt­weit sie betrach­ten wer­den. Ich notier­te einen Brief­ent­wurf: Mein lie­ber Maxi­mi­li­an, vie­len Dank, dass Du mich wie­der ein­mal auf schreck­li­che Ereig­nis­se, die sich in der liby­schen Wüs­te ereig­net haben, auf­merk­sam machst. Noch ein­mal will ich Dich bit­ten, auf wei­te­re Hin­wei­se die­ser Art zu ver­zich­ten, da ich leb­lo­se Köp­fe nicht wei­ter besich­ti­gen möch­te, sie wir­ken so hilf­los, müde, und ent­setzt von der unge­heu­ren Gewalt, die in der letz­ten Sekun­de ihres Lebens auf sie wirk­te. Ich weiß, Du kannst selbst nicht damit nicht auf­hö­ren, Du zählst mensch­li­che Köp­fe ohne Leib, Du ver­gleichst leb­lo­se Gesich­ter, Du sicherst Bewei­se, ich neh­me an, Du wirst Dich in die­ser Arbeit weni­ger hilf­los füh­len. Wie trau­rig, dass noch immer kei­ne Nach­richt von Julia bei Dir ein­ge­trof­fen ist, kei­ne Spur in der Wüs­te, kein Hin­weis, es ist eine Tra­gö­die. Viel­leicht willst Du mich ein­mal besu­chen! Wir könn­ten spa­zie­ren, Du könn­test mir erzäh­len, ich könn­te Dir zuhö­ren. Im bota­ni­schen Gar­ten wird gera­de der Honig der Wild­bie­nen geern­tet. Herz­li­che Grü­ße sen­det Dir Dein Lou­is – stop
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im park

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whis­key : 2.54 — Im Park in der Däm­me­rung hör­te ich eine höchst selt­sa­me Unter­hal­tung. Drei Män­ner und eine Frau saßen in mei­ner Nähe auf einer Bank. Sie waren bereits in ihr Gespräch ver­tieft, als ich mich set­ze. War­me und schwü­le Luft über dem See im Pal­men­gar­ten. Fal­ter opfer­ten sich Abend­seg­lern, deren Schat­ten durch die blau­en Fin­ger der Nacht husch­ten, eine Maus hetz­te zwi­schen unse­ren Füßen her­um, zwei Enten schlie­fen auf dem Was­ser. Die jun­gen Men­schen in mei­ner Nähe, davon woll­te ich eigent­lich erzäh­len, über­leg­ten, wie lan­ge Zeit man ein Nil­pferd über einem Feu­er an einem Dreh­spieß erhit­zen müss­te, bis es gar gewor­den sein wür­de. Das war ein erstaun­li­ches Gespräch, auch die Spe­ku­la­ti­on dar­über, wo genau man am bes­ten einen Nil­pferd­kör­per anschnei­den soll­te, wie vie­le Men­schen von einem Nil­pferd satt wer­den wür­den, wel­chem wei­te­ren Tier das Nil­pferd im Geschmack ähn­lich sein könn­te. Ich spa­zier­te dann nach Hau­se. — stop
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leon grog abends

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echo : 2.55 — Am Flug­ha­fen, in einem War­te­saal unter dem Ter­mi­nal 1, hock­te ein älte­rer Mann am spä­ten Abend auf einer Bank. Neben ihm stand eine Fla­sche Milch auf dem Boden, sowie eine klei­ne, arg ram­po­nier­te Leder­ta­sche, die man frü­her viel­leicht ein­mal über die Schul­ter hän­gen konn­te, aber der Rie­men der Tasche war vom lan­gen Tra­gen zer­schlis­sen, bau­mel­te zu Tei­len von den Sei­ten der Tasche, die leicht geöff­net war, sodass ein Blick mög­lich wur­de auf einen Sta­pel von Luft­post­brie­fen, die sich in die Tasche füg­ten, als wären sie genau für die­se Tasche gefer­tigt oder aber die Tasche für genau die­se Samm­lung schein­bar weit gereis­ter Brie­fe. Sie waren viel­fach geöff­net wor­den, viel­leicht gele­sen, das war deut­lich zu erken­nen. Einen der Brie­fe hielt der Mann gera­de in dem Moment, da ich ihn auf der Bank bemerk­te, an sein Ohr, er schien zu lau­schen. Sei­ne Augen hat­te er geschlos­sen, er wirk­te kon­zen­triert, ja andäch­tig. Als ich von dem alten Mann in die­ser Hal­tung eine Foto­gra­fie mit mei­nem Tele­fon­ap­pa­rat machen woll­te, sah er mich plötz­lich an und hob in einer reflex­ar­ti­gen Bewe­gung den Brief in die Höhe, sodass sein Gesicht nun bei­na­he ganz ver­deckt war. Da ging ich wei­ter, um nicht zu stö­ren, aber der Mann rief mir zu: War­ten sie, set­zen sie sich! Er über­reich­te mir den Brief, mit dem er kurz zuvor noch sein Gesicht mas­kiert hat­te, und for­der­te mich auf, das Kuvert an mein Ohr zu hal­ten. Der Brief knis­ter­te, als ich ihn in mei­ne Hän­de nahm. Auf der Anschrift­sei­te des Brie­fes war mit fei­nen Zei­chen fol­gen­der Schrift­zug auf­ge­tra­gen: Leon Grog, Av. Rovis­co, 26, Lis­boa. Der Mann lach­te und deu­te­te auf sich selbst: Das bin ich, sag­te er, Leon. Er wies mit einer groß­zü­gi­gen Ges­te auf eine Brief­mar­ke hin, die akku­rat am rech­ten obe­ren Rand des Brie­fes befes­tigt wur­de, ein Stück Him­mel war zu erken­nen von hel­lem Blau, und ein blit­zen­des Flug­zeug, eine Cara­vel­le, die soeben zu star­ten schien. Als ich selbst die Brief­mar­ke an mein Ohr leg­te, hör­te ich ein hel­les Rau­schen, ich hör­te die Moto­ren des Flug­zeu­ges und schloss die Augen, wie der Herr zuvor sei­ne Augen geschlos­sen hat­te. Als ich sie wie­der öff­ne­te, bemer­ke ich einen wei­te­ren Brief, der gleich­falls an Herrn Leon Grog adres­siert wor­den war, wie­der­um nach Lis­sa­bon, wäh­rend der ers­te Brief aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten gesen­det wor­den war, kam die­ser hier von Kolum­bi­en her, eine Brief­mar­ke zeig­te etwas Regen­wald und einen Nas­horn­vo­gel von präch­ti­gem Gefie­der. — stop

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lydia

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echo : 0.01 — In der Stra­ßen­bahn tref­fe ich eine jun­ge Dame. Ich erken­ne sie zunächst nicht, aber als sie mich grüßt, erin­ne­re ich eine Begeg­nung vor vie­len Jah­ren an der­sel­ben Stel­le, in einer Stra­ßen­bahn. Aus dem klei­nen Mäd­chen, das mich mit einer Bemer­kung für den Rest mei­nes Lebens rühr­te, ist tat­säch­lich eine jun­ge Frau gewor­den. Sie sagt, sie habe unser Gespräch, das wir führ­ten, nie ver­ges­sen, es han­del­te von ihren Ohren, von einem Gedan­ken, der mir zu erklä­ren such­te, wes­we­gen ihre Ohren etwas grö­ßer sei­en als die Ohren ihrer bes­ten Freun­din. Das wäre näm­lich so, dass ihre Ohren des­halb grö­ßer sei­en, weil sie viel weni­ger spre­chen wür­de als ihre Freun­din übli­cher­weise. Sie könn­te, sag­te sie damals, mit ihren Ohren sogar ihre eige­ne Stim­me hören, obwohl sie gar nichts sage. Zum Glück haben mei­ne Ohren inzwi­schen auf­ge­hört zu wach­sen, ich könn­te sonst mit ihnen her­um­flie­gen, dann hät­ten Sie mich ver­mut­lich nie wie­der­ge­se­hen. Sie lacht jetzt sehr fröh­lich. Drau­ßen fällt gera­de viel Was­ser vom Him­mel. — stop

ping

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nachts gegen drei

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sier­ra : 3.01 — Um kurz vor drei Uhr nachts stand ich vor dem geöff­ne­ten Fens­ter und schau­te zu den Ster­nen. Ich hat­te die Nach­richt erhal­ten, am Him­mel über mir wer­de die Inter­na­tio­na­le Raum­sta­ti­on ISS sicht­bar wer­den ( Time: Thu May 26 3:01 AM, Visi­ble: 6 min, Max Height: 69°, Appears: 10° abo­ve WNW, Dis­ap­pears: 11° abo­ve E ) ein Pünkt­chen, das sich, von der bald auf­ge­hen­den Son­ne beleuch­tet, rasend schnell über das Fir­ma­ment bewe­gen wür­de, genau so war es berich­tet wor­den von einem Beob­ach­ter, der mehr­fach Augen­zeu­ge gewe­sen sein will. Aber der Him­mel war bedeckt, es reg­ne­te leicht. Wie ich mich gera­de abwen­den woll­te, ent­deck­te ich eine Flie­ge, die auf schnur­ge­ra­der Bahn mein Fens­ter pas­sier­te. Sie kam von rechts, also von Nor­den her, und ich frag­te mich, wie das mög­lich sei, weil es doch reg­ne­te, schwe­re Trop­fen. Kaum hat­te ich mei­ne Fra­ge im Kopf so for­mu­liert, dass ich sie wahr­neh­men konn­te, war die Flie­ge, ohne eine Spur zu hin­ter­las­sen, ohne einen Beweis ihrer Exis­tenz, in der Dun­kel­heit ver­schwun­den gewe­sen. — stop

drohne25

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von den katzenschnecken

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alpha : 4.05 — Ich will, ehe es hell wer­den wird, noch schnell von einer beson­de­ren Schne­cken­gat­tung erzäh­len, von den Kat­zen­schne­cken näm­lich. Ich geste­he, ich habe kein Tier die­ser Art mit eige­nen Augen gese­hen, aber ich habe von ihnen gehört, man erzähl­te, nein, man ver­si­cher­te, sie wür­den tat­säch­lich bereits wirk­lich exis­tie­ren. Das Beson­de­re an die­sen Mol­lus­ken­tie­ren soll sein, dass sie mensch­li­cher Schöp­fung sind, jemand muss eine gewöhn­li­che Wein­berg­schne­cke mit­tels eines spe­zi­el­len gene­ti­schen Codes so ver­edelt haben, dass sie sich sehr schnell, in etwa so schnell und hek­tisch wie grö­ße­re Amei­sen bewe­gen. Aber war­um, frag­te ich mich, soll­te man Schne­cken, die doch von Natur aus eher gemüt­li­che Per­sön­lich­kei­ten sind, beschleu­ni­gen? Man erklär­te, man habe über­legt, dass Schne­cken, wenn man sie beschleu­ni­gen wür­de, für die Augen der gemei­nen Land­kat­zen sicht­bar wer­den wür­den und somit zur Beu­te. Kat­zen wür­den fort­an aller­hand Pro­ble­me lösen, die sich für Gar­ten­be­sit­zer im Früh­ling nach und nach ent­fal­ten. Ist das nicht wun­der­bar, rasen­de Sche­cken, ein paar Hun­dert von Ihnen sol­len sich bereits in den Ber­gen auf einer streng behü­te­ten Wie­se tum­meln? Von den Kat­zen, die man vor drei Tagen ins Schne­cken­frei­luft­ge­he­ge warf, soll noch kei­ne ein­zi­ge zurück­ge­kehrt sein. — stop
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louis im gebirge

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nord­pol : 0.02 — Wie­der wäh­rend der Nacht lan­ge sit­zen. Nichts tun. Nur atmen. Gegen zwei Uhr Abstieg über eine stei­le Trep­pe aus der Kam­mer unter dem Dach, wo im Win­ter Tau­ben woh­nen. Die Stu­fen der Trep­pe knar­ren bei jedem Schritt, seuf­zen, spre­chen. Auf dem stei­len, gefähr­li­chen Pfad in der Nähe des Abgrunds vor der Hüt­te leich­ter, küh­ler Höhen­wind. In den Bäu­men Geräu­sche, als wür­den die Vögel mur­meln im Schlaf. Es ist aber des­halb, weil es nie wirk­lich dun­kel wird unterm Him­mel vol­ler Ster­ne. Stun­den­lang kann man sich von hier aus über das Nahen des Mor­gens strei­ten. Wie ich zurück­kom­me, Licht weit oben, ein klei­nes Fens­ter, alle wei­te­ren Fens­ter sind ohne Licht. Plötz­lich bin ich wie­der bei mir, tre­te in die Kam­mer, die vor Kur­zem noch ohne mich gewe­sen ist. Mein Heft auf dem Tisch. Drau­ßen, von den Wie­sen her, die Nacht­glo­cken der Kühe, lei­se, lei­se. Ich notie­re: Beob­ach­te­te unlängst eine japa­ni­sche Rei­sen­de, die im Flug­ha­fen­su­per­markt mit ihrem Mobil­te­le­fon 1 hal­be Stun­de lang Scho­ko­la­den­en­gel film­te. — stop

louisimgebirge2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

lou­is im
gebirge
22. mai
2016



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