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summenlicht

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hima­la­ya : 3.15 — Über mei­nem Schreib­tisch brennt seit einer Stun­de ein war­mes Licht, elek­tri­sches Feu­er, wel­ches einem Glas­kol­ben ent­kommt, in dem sich wei­te­re klei­ne­re Glas­kol­ben befin­den. Die­se klei­ne­ren, unsicht­ba­ren Glas­kol­ben erzeu­gen das eigent­li­che Licht, das als Sum­men­licht durch das mil­chi­ge Glas zu mir in den Raum ent­kommt. Ich dach­te gera­de eben noch, als ich eine Kon­struk­ti­ons­zeich­nung mei­ner neu­es­ten Leucht­bir­ne betrach­te­te, dass sie Licht­bee­ren ent­hält, Licht­kir­schen genau­er. Auf einem wei­te­ren Zet­tel war das schö­ne Wort Lumen ver­zeich­net, außer­dem der Hin­weis, ich könn­te mei­ne Lam­pe 12000 Male ein und wie­der aus­schal­ten, ohne dass mein neu­es Licht dar­an zugrun­de gehen wür­de. Noch viel erstaun­li­cher war mir vor­ge­kom­men, dass der Licht­kör­per, den ich erwor­ben hat­te, 25 Jah­re leuch­ten wird. Eine erstaun­li­che Aus­sa­ge. Sie ist in einer Wei­se ver­zeich­net, als wäre ihre Grund­la­ge Erfah­rung. Ich habe mir gedacht, dass man viel­leicht eine Mög­lich­keit gefun­den haben könn­te, die Zeit für Unter­su­chun­gen des Lichts der­art zu beschleu­ni­gen, dass aus 25 Men­schen­jah­ren 2 Lam­pen­mo­na­te wer­den. Ich bekom­me das bis­her nicht voll­stän­dig in mei­nen Kopf, ins­be­son­de­re den Gedan­ken nicht, dass ich nach mei­ner ers­ten schö­nen Lam­pen­bir­ne zu mei­ner Leb­zeit höchst­wahr­schein­lich nur noch eine wei­te­re Frucht die­ser Art für gute Sicht über mei­nem Schreib­tisch erwer­ben wer­de. — stop

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shakespears garden

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lima

~ : mal­colm
to : lou­is
sub­ject : BALCONY
date : aug 11 12 10.08 p.m.

Seit Tagen bereits sehen wir Fran­kie in stän­di­ger Bewe­gung. Das Eich­hörn­chen scheint zu einer Per­sön­lich­keit gewor­den zu sein, die ohne jeden Schlaf aus­zu­kom­men ver­mag. Wir haben das so nicht erwar­tet. In den ver­gan­ge­nen Tagen und Näch­ten wan­der­te Fran­kie 180 Mei­len durch den Cen­tral Park. Wir dach­ten zunächst, dass Frankie’s Unru­he sich ent­fal­tet haben könn­te, weil es reg­ne­te. Aber Fran­kie läuft noch immer und es hat schon lan­ge auf­ge­hört. Der Him­mel an die­sem Abend ist wol­ken­los. Wir befin­den uns nahe der Base­ball­fel­der Höhe 61. Stra­ße. Es ist denk­bar, dass es gleich rauf bis zur 68. Stra­ße gehen wird ohne Pau­se, eine Fra­ge der Zeit bis wir auf­ge­ben müs­sen, weil wir das Ende unse­rer Kräf­te erreicht haben wer­den. Ent­we­der wir bekom­men bald eine Ablö­sung oder es ist Schluss! Manch­mal fra­gen wir uns, war­um das not­wen­dig ist, ein Wesen zu beob­ach­ten, das über einen Sen­der ver­fügt, den wir jeder­zeit anpei­len könn­ten, um das Gespenst wie­der­zu­fin­den. Nein, es ist nicht immer leicht zu ver­ste­hen, was hier vor sich geht. Ges­tern, Frei­tag, haben wir von 2 bis 4 Uhr fol­gen­de Posi­tio­nen hin­ter uns gelas­sen > Turt­le Pond : Gre­at Lawn Soft­ball Field : Bridge No 24 : East 96th Street Play­ground : North Mea­dow : Har­lem Meer : Glen Span Arch : Sene­ca Vil­la­ge Site : Shake­spears Gar­den : Bal­c­o­ny Bridge. Ihr Mal­colm — stop / code­wort : ligu­ri­en

emp­fan­gen am
11.08.2012
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engelware

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nord­pol : 6.50 — Fan­gen wir noch ein­mal von vorn an. stop. Jener war­me Som­mer­tag. stop. Mein Vater trägt hel­le Hosen, ein wei­ßes Hemd, Turn­schu­he, Hosen­trä­ger. Immer wie­der erhebt er sich, geht über­le­gend auf und ab, weil ich ihm Fra­gen stel­le, vie­le, schwie­ri­ge Fra­gen. An eine die­ser Fra­gen kann ich mich noch gut erin­nern. Ich woll­te wis­sen, ob es grund­sätz­lich mög­lich sei, die Dau­er eines Momen­tes mathe­ma­tisch in einer For­mel dar­zu­stel­len, in wel­chem ein Trop­fen, der von einem Was­ser­spiel gegen den Him­mel gewor­fen wird, in der Luft ver­harrt, ohne sich wei­ter auf­wärts oder schon abwärts zu bewe­gen, also ohne Schwe­re ist. Lei­der kann ich mich an die Ant­wort mei­nes Vaters nicht erin­nern, aber an eine Geschich­te, die mein Vater an genau jenem Tag der Was­ser­trop­fen erzähl­te. Die­se Geschich­te han­del­te von mir selbst. Sie soll sich ereig­net haben, als ich noch sehr jung und klein gewe­sen war. Ich konn­te damals schon lau­fen und spre­chen, das wohl, und ich wuss­te, dass Weih­nachts­fes­te sich wie­der­ho­len, dass zur hei­li­gen Nacht Geschen­ke unter einem Baum zu fin­den sind, und dass die­se Geschen­ke von Engeln her­bei­ge­bracht wer­den. Der Geschich­te mei­nes Vaters zur Fol­ge kau­er­te ich an einem Dezem­ber­tag meh­re­re Stun­den vor einem Fens­ter zum Gar­ten. Schnee war gefal­len und es schnei­te immer wei­ter ohne Unter­bre­chung. Mei­ne Eltern beob­ach­te­ten mich genau, sie wun­der­ten sich, weil ich mich kaum beweg­te und weil ich in mei­ner Obser­va­ti­on der Schnee­land­schaft kei­ne Pau­sen mach­te. Nach einer gewis­sen Zeit kam mein Vater zu mir. Er frag­te, was ich da tue, ob ich viel­leicht etwas Beson­de­res ent­deckt haben wür­de. Ich ant­wor­te­te, dass ich auf das Erschei­nen eines Engels war­ten wür­de. Wie ich denn dar­auf kom­me, dass ich gera­de an die­sem Tag oder über­haupt je einen Engel sehen kön­ne, woll­te mein Vater wis­sen. Ich erklär­te, dass ich hör­te, jene Geschen­ke, die bald unter unse­rem Weih­nachts­baum lie­gen wür­den, sei von Engeln gelie­fer­te Ware, ich kön­ne also sicher sein, dass Engel den Luft­raum vor dem Fens­ter zum Wohn­zim­mer in Stun­den­zeit pas­sie­ren wür­den, ich müss­te nur lan­ge genug war­ten, um die Erschei­nung eines oder meh­re­rer Engel beob­ach­ten zu kön­nen. Eine Wei­le, erzähl­te mein Vater, habe er sich dann neben mich gesetzt, zwei gedul­di­ge Beob­ach­ter des Schnees, Schul­ter an Schul­ter. — stop

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stimmen zu st. georg

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echo : 0.28 — Ein Spa­zier­gang über den alten Münch­ner Fried­hof St. Georg. Ich stand vor Liesl Karl­stadts Grab, plötz­lich hör­te ich ihre Stim­me, die von irgend­wo her aus den Kas­ta­ni­en­bäu­men in nächs­ter Nähe zu kom­men schien. Oran­ge­far­be­ne Blü­ten, Fuchs­köp­fen ähn­lich, lun­ger­ten auf dem klei­nen Karl­stadt­hü­gel. Blaue Füh­ler­kä­fer hetz­ten über san­di­gen Boden. Wald­bie­nen, Moo­shum­meln, Rau­pen­flie­gen, es sirr­te und brumm­te in allen mög­li­chen Tönen. Auf dem Gedenk­stein für Rai­ner Wer­ner Fass­bin­der hock­te ein Mari­en­kä­fer von Holz, der Schirm eines Fächer­ahorns spen­de­te Schat­ten. Auch an Fass­bin­ders Stim­me konn­te ich mich sofort erin­nern, ohne einen kon­kre­ten Satz aus sei­nem Mun­de zu ver­neh­men. Es war ganz so, als wür­den die Stim­me in mei­nem Kopf eine Stim­me simu­lie­ren. Erich Käst­ner aller­dings war mir ent­we­der abhan­den­ge­kom­men oder ich habe sei­ne Stim­me tat­säch­lich noch nie in mei­nem Leben gehört. Aber den Sedl­mayr, Wal­ter, erin­ner­te ich unver­züg­lich und auch die ange­nehm war­me Stim­me Bernd Eichin­gers, der so plötz­lich gestor­ben war. Som­mer­fä­den schweb­ten durch die Luft. Das Rascheln der Eich­hörn­chen unter dem Efeu. Über mir ein blau­grau­er, blit­zen­der Him­mel. Es duf­te­te nach Zimt, war­um? Irgend­wo in mei­nem Kopf, ich spür­te das genau, muss eine Erin­ne­rung an die Stim­me Oskar Maria Grafs zu fin­den sein. Und wenn ich nun noch zwei oder drei Stun­den auf mei­nem Sofa sit­ze und lau­sche in die­ser stil­len Nacht, wird sie viel­leicht hör­bar wer­den. — stop

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buenos aires

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oli­mam­bo : 6.42 — Ich stel­le mir eine Maschi­ne vor, die flie­gen kann, eine klei­ne Maschi­ne, nicht grö­ßer als eine Mur­mel in Kin­der­hand. Zar­tes­te Räd­chen und Schrau­ben und Gewin­de sind in ihrem Innern zu fin­den, Bat­te­rien von der Grö­ße eines Berg­schne­cken­her­zens wei­ter­hin, sowie eine äußerst fili­gra­ne Funk­an­ten­ne, ein Lin­sen­au­ge und Mikro­fo­ne oder Ohren, die in der Nähe des Auges der­art mon­tiert wor­den sind, dass sie in der Lage sein könn­ten, eben genau jene Geräu­sche auf­zu­zeich­nen, die sich vor dem Auge des Flug­we­sens ein­mal abspie­len wer­den. Viel­leicht darf ich ver­ra­ten, dass es vor­neh­me Auf­ga­be der Maschi­ne sein wird, zu schau­en und eben zu flie­gen. Man fliegt mit­tels Pro­pel­lern, die sich so schnell bewe­gen, dass kein mensch­li­ches Auge sie wahr­neh­men kann. Ein hel­les Sum­men oder Pfei­fen ist in der Luft, und ich dach­te, man könn­te sich viel­leicht an Mos­kit­o­f­lie­gen erin­nert füh­len, sobald sich eine der klei­nen Maschi­nen näher­te, obgleich sie nie­mals ste­chen, nur Licht­pro­ben neh­men. Dar­über hin­aus gehend stell­te ich mir Läden vor, die sich wie Stütz­punk­te für Flug­ma­schi­nen beneh­men, Maga­zi­ne, die über­all in unse­rer Welt exis­tie­ren wer­den. Für drei oder vier Dol­lar die Stun­de könn­te ich mir von mei­nem Com­pu­ter aus ein flie­gen­des Auge lei­hen, um an einem schö­nen Som­mer­abend, im Novem­ber zum Bei­spiel, in Bue­nos Aires durch die Luft zu spa­zie­ren. – stop

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glück

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india : 6.00 — Am Flug­ha­fen arbei­tet ein zier­li­cher Mann. Er kommt aus Indi­en, aus Kal­kut­ta genau­er, lebt aber schon lan­ge Zeit hier im Exil. Euro­pa ist gut, sagt er, nicht so anstren­gend wie mei­ne Hei­mat. Er heißt Singh, so muss das sein, und steht hin­ter dem Tre­sen einer schi­cken Bar, Ter­mi­nal 2. Mr. Singh arbei­tet seit zehn Jah­ren immer nur nachts, jede Nacht, Jahr ein Jahr aus, weil ihm der klei­ne Laden zur Pacht gehört. Hier kann man Rauch­wa­ren kau­fen und Zei­tun­gen in allen mög­li­chen Spra­chen und Bour­bon trin­ken, lei­se Jazz­mu­sik im Hin­ter­grund kommt aus Laut­spre­chern, man­che Men­schen schla­fen an den Tischen ein und wer­den nie­mals geweckt, der klei­ne Mann ist gern ein Wäch­ter der Schla­fen­den, der Gestran­de­ten. Wenn er die eng­li­sche Spra­che spricht, dann hört sich das an, als wür­de sei­ne Zun­ge auf Stel­zen gehen. Deutsch kann er nicht sehr gut, muss er auch nicht, weil er am Flug­ha­fen arbei­tet, weil hier inter­na­tio­na­ler Luft­raum ist, auch nachts, wenn nichts fliegt, außer im Som­mer ein paar Fal­ter, die sich in die Hal­len ver­irr­ten. Men­schen wie ich, sagt Mr. Singh, die nachts arbei­ten und am Tag schla­fen, fal­len die Augen aus dem Kopf. Glau­ben Sie mir, jun­ger Mann, das ist schon mein fünf­tes oder sechs­tes Paar Augen, das Sie hier vor sich sehen. Mit die­sen Augen, die frisch und jugend­lich zu sein schei­nen, schaut er mir seit gerau­mer Zeit zu, wie ich mei­ne Schreib­ma­schi­ne bear­bei­te. Er scheint sehr auf­merk­sam und tat­säch­lich inter­es­siert zu sein. Ich erzäh­le ihm vom Erfin­den. Dass das ein wenig wie Flie­gen sei. Sobald man ein­mal los­ge­flo­gen ist, kann man nicht ein­fach wie­der auf­hö­ren, das wäre eine Kata­stro­phe. Also, sage ich, dass ich mich sehr frei füh­le, indem ich notie­re. Und ich den­ke: Die­se schö­nen Augen, wie sie mich sanft betrach­ten. Und ich erzäh­le wei­ter davon, dass ich einen Mann erfun­den habe, der Bie­nen beob­ach­tet. Der Mann füh­re ein Funk­ge­rät mit sich, er mel­de an ein Wett­bü­ro, das sich im See­bad Brigh­ton an der eng­li­schen Küs­te befin­det, wel­che Stre­cken die Bie­nen flie­gen, dar­auf kön­ne man sein Glück set­zen, gro­ße Beträ­ge, klei­ne Beträ­ge. Wel­che Blu­me wird die nächs­te sein, die Blü­te einer Mohn­blu­me oder die Blü­te eines Löwen­zahns? Feu­er­nel­ken und Berg­le­ber­blüm­chen sind sel­ten, mit Feu­er­nel­ken und Berg­le­ber­blüm­chen kann man wohl­ha­bend wer­den. Und wie­der die­se schö­nen Augen, wie sie mich betrach­ten, dun­kel­gol­de­ne, gro­ße Augen, Augen in einem zier­li­chen Män­ner­ge­sicht, Augen, die Augen einer Frau sein könn­ten. Augen­äp­fel. — stop

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sandbox

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echo : 22.05 — Durch einen Zufall bekom­me ich einen Brief in die Hän­de, der mit einer bemer­kens­wer­ten Bot­schaft ver­se­hen wur­de. Die­se Bot­schaft ist, ob vor­ge­se­hen oder nicht, in Anschrift und Absen­der­an­ga­be auf Vor­der- und Rück­sei­te des Brie­fes ent­hal­ten. Leicht oszil­lie­ren­de Schrift­zei­chen wei­sen auf eine älte­re Per­son hin, die mit Tin­te notier­te in leuch­tend blau­er Far­be. ANSCHRIFT: An den bri­tisch israe­li­ti­schen Ver­tre­ter des USA – Geheim­diens­tes Ysol­de de Kreis / Als­ter Col­lege / 99 Char­letstreet / Lon­don W11CH / Gre­at Bri­tain. ABSENDER: Chos­mo Lager 260754-L-10618 / NATO secret Trup­pen-Nach­rich­ten­dienst Olden­burg P3 / Neu­in­s­ter­bur­ger­weg 14 / Kiel. – Man könn­te nun mei­nen, dass es sich bei die­sem Brief um den Brief eines Ver­rück­ten han­deln könn­te, vor allem des­halb, weil der Brief in authen­ti­schem Auf­trag gesen­det zu sein scheint, ein Brief, der zu einem Irr­läu­fer wer­den könn­te, nicht zustell­bar, aber auch ohne die Mög­lich­keit, sei­nen Absen­der wie­der­zu­fin­den, wes­halb jene Per­son, die notier­te, davon aus­ge­hen kann, dass der Brief sei­nen Emp­fän­ger erreich­te und dass die­ser nun, in der Art der Geheim­diens­te, unfreund­li­cher Wei­se nicht ant­wor­te­te. Eine wun­der­vol­le, sehr wir­kungs­vol­le Sand­box, die sich belie­big oft wie­der­ho­len lässt und immer wie­der zu dem­sel­ben, sich selbst bestä­ti­gen­dem Ergeb­nis füh­ren wird. — Ja, so könn­te das sein. Es ist Sonn­tag, es ist Abend. Ich soll­te ein­mal einen oder zwei Tage in dem fes­ten Vor­satz ver­brin­gen, mich selbst für eine Erfin­dung zu hal­ten. — stop
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lichtluftnetz

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india : 2.05 — Ich habe das Haus ver­las­sen. Es ist Nacht. Der Wind raschelt in den Blät­tern der Kas­ta­ni­en­bäu­me. Gera­de eben ist die letz­te Stra­ßen­bahn des Abends an mir vor­über­ge­fah­ren, ein lee­res Gehäu­se, nur der Fah­rer war zu sehen gewe­sen. Ich sit­ze in einem Häus­chen einer Hal­te­stel­le, weil ich nach einer Erschei­nung suche. Ich hal­te mei­nen klei­nen Com­pu­ter in der einen Hand, mit der ande­ren navi­gie­re ich den Maus­zei­ger über den Bild­schirm, auf dem schon ein paar zar­te, stau­bi­ge Fal­ter sit­zen. Wenn ich die Anwei­sung gebe, Netz­werk­ver­bin­dun­gen anzu­zei­gen, die sich in mei­ner Nähe befin­den, ist da eine, die einen beson­de­ren Namen trägt: Licht­luft­netz. Die­ses Netz­werk exis­tiert seit unge­fähr drei oder vier Wochen. Es ist mit­tels eines Pass­wor­tes geschützt. Irgend­je­mand muss also das Wort Licht­luft­netz als Bezeich­nung für ein neu­es Netz­werk ein­ge­ge­ben haben. Eine fei­ne Erfin­dung. Wenn ich auf und ab gehe, kann ich sehen, dass sich die Signal­stär­ke des Netz­wer­kes ver­rin­gert oder ver­grö­ßert, ein nicht sehr star­ker Sen­der. Ich hat­te für einen Moment die Idee, dass viel­leicht über mir in den Bäu­men eine Per­son mit einem Com­pu­ter heim­lich woh­nen könn­te. Ich habe, man wird mich viel­leicht für ver­rückt erklä­ren, geru­fen: Hal­lo! Ist da jemand? Bis­her war mein Rufen ver­geb­lich gewe­sen. Und so sit­ze ich nun ganz still und ver­su­che, mich mit jenem Netz­werk in Ver­bin­dung zu set­zen. Ich habe den Ver­dacht, dass ich bereits beob­ach­tet wer­de. Es ist eine wirk­lich schö­ne Nacht. So fried­lich. — stop
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