Aus der Wörtersammlung: rom

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ein beamter unterirdischer musikabspielgeräte

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nord­pol : 0.25 — Als der Beam­te, der für das Fried­hofs­we­sen zustän­dig ist, win­kend eine Wie­se über­quer­te, stand ich mit einem Gärt­ner unter einer blatt­lo­sen Ulme. Der Mann rauch­te einen Ziga­ril­lo. Spä­ter Nach­mit­tag. Flü­gel­tie­re, gold­far­be­ne Gespens­ter, flat­ter­ten in der Luft her­um. Ich hat­te gera­de die Fra­ge gestellt, ob der Baum, unter dem wir war­te­ten, noch am Leben sei, als uns der Beam­te erreich­te. Er war etwas außer Atem und lach­te, weil ich ein altes Eisen­kreuz in mei­nen Hän­den dreh­te. Er sag­te sofort, dass die­ses Kreuz an Ort und Stel­le denk­bar sei. Das kön­nen sie hier auf­stel­len! Also waren wir sehr zufrie­den alle, wir hat­ten in gemein­sa­mer Gegen­wart kaum drei­fach geat­met und schon konn­ten wir wie­der aus­ein­an­der­ge­hen, wenn da nicht jener Baum gewe­sen wäre ohne Blät­ter, wes­we­gen wir über das Wet­ter zu spre­chen began­nen, über Win­ter­ta­ge, die kei­ne mehr sind. Und über Som­mer­zei­ten, die den Herbst­zei­ten von Jahr zu Jahr ähn­li­cher zu wer­den schei­nen. Ein Eich­hörn­chen toll­te über ein Grab in unse­rer Nähe, grub sich in die Erde, Stei­ne flo­gen durch die Luft. Viel­leicht weil sich das klei­ne Tier sicht­bar in die Tie­fe vor­an arbei­te­te, hat­te ich die Idee, mei­ne Vor­stel­lung unter­ir­di­scher Musik vor­zu­tra­gen, die ich vor Mona­ten bereits ein­mal notier­te. Und so erzähl­te ich, wie ich geschrie­ben hat­te, dass näm­lich auf mei­ner letz­ten Ruhe­stät­te ein­mal ein Wind­rad ste­hen könn­te. Das Rad wür­de, in dem es sich dreh­te, Strom erzeu­gen. Mit­tels eines Kabels wür­de die­ser Strom zu einer Bat­te­rie unter die Erde geführt. Sobald nun durch kräf­ti­ge Win­de aus­rei­chen­de Men­gen von Strom gesam­melt sein wer­den, wür­de sich ein Musikab­spiel­ge­rät in Bewe­gung set­zen, um etwas Char­lie Par­ker oder Ben­ny Good­man zu spie­len. Eine rei­zen­de Vor­stel­lung, sag­te ich, eine Über­le­gung, die mich seit dem ver­gan­ge­nen April täg­lich beglei­tet. Und wie nun der Fried­hofs­gärt­ner anfing zu lachen, ein Lachen, das wärm­te, und wie aus dem Beam­ten der klei­nen Stadt, ein Beam­ter für unter­ir­di­sche Musik zu wer­den begann. — stop

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luftgespräch

pic

tan­go : 15.01 — Eine Notiz wie­der­ge­fun­den, die Mr. Sal­ter vor eini­gen Jah­ren unter dem Titel Ele­phan­tis­land notier­te. Er schrieb Fol­gen­des: Kurz nach acht Uhr. Kal­te, tro­cke­ne Luft, ich notie­re mit klam­men Hän­den. Um 7 Uhr heu­te Mor­gen haben wir bei stür­mi­scher See Ele­phan­tis­land erreicht. Suche nach Mil­ler unver­züg­lich auf­ge­nom­men. Süd­west­li­che Bewe­gung die Küs­te ent­lang. Gegen 9 Uhr ers­te grö­ße­re See­ele­fan­ten­grup­pen gesich­tet. Hef­ti­ger Schnee­fall. Mit­tags dann auf mensch­li­che Spu­ren gesto­ßen. Eine Mul­de von zwei Fuß Tie­fe im gro­ben Unter­grund, hüft­ho­her Stein­wall nord­wärts. Im Wind­schat­ten: drei gebleich­te Wal­kno­chen, ein hal­bes Dut­zend fin­ger­di­cker Haut­stü­cke, ein Kamm, zwei ros­ti­ge Kugel­schrei­ber, eine Blech­t­as­se, zwölf Pin­gu­in­schnä­bel, fünf Bat­te­rien, drei Klum­pen ran­zi­gen Fet­tes, Bruch­stü­cke eines Son­nen­eil­lek­tors und einer Schreib­ma­schi­ne. Das Werk­zeug war in einer Wei­se sorg­fäl­tig demo­liert, als sei eine Dampf­wal­ze dar­über hin und her gefah­ren. Dann wei­te­re zehn Minu­ten die Küs­te ent­lang, dann auf Mil­ler gesto­ßen. Der Dich­ter stand mit dem Rücken zu einem Fel­sen hin und rich­te­te ein Mes­ser gegen einen See­ele­fan­ten. Das Tier, das sehr gewal­tig vor unse­rem Mann in den Him­mel rag­te, war nur noch zwei Armes­län­gen ent­fernt und scheu­er­te mit dem Rücken über den Fel­sen. Eigen­ar­ti­ge Geräu­sche. Geräu­sche wohl der Lust. Geräu­sche, als habe das Tier eine ver­beul­te Trom­pe­te ver­schluckt. Geräu­sche auch von Mil­ler. Hel­le Geräu­sche, krei­schen­de, irre Töne. Wir haben zu die­sem Zeit­punkt das Fol­gen­de über Mil­ler zu sagen: Unser Mann ist ent­kräf­tet und stark ver­schmutzt. Zwei Fin­ger der lin­ken Hand sind erfro­ren. Kopf­wärts wan­dern­de Spu­ren von Dehy­dra­ti­on. Mil­ler spricht nur einen Satz: All for not­hing. Wir haben den Rück­weg ange­tre­ten, indes­sen, bei genaue­rer Betrach­tung unse­rer Umge­bung, auf Fels­for­ma­tio­nen ent­lang der Küs­te Frag­men­te von Zei­chen­ket­ten ent­deckt. Ein­deu­tig Mil­lers Hand­schrift. Brin­gen Dich­ter Mil­ler jetzt nach Hau­se. — Mitt­woch: Ein wis­pern­der, knat­tern­der, sin­gen­der, knir­schen­der, lirr­pen­der, pfei­fen­der, sir­ren­der Bauch. Tie­re von Luft sind zu Besuch gekom­men, hüp­fen, sprin­gen, sei­len unter dem Zwerg­fell­dach. Gesprä­che tat­säch­lich, die ich hören kann. — stop

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mississippi

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alpha : 6.15 — Wäh­rend ich Stun­de um Stun­de in Ste­wart O’Nan’s Roman Last Night at the Lobs­ter lese, immer wie­der das Wort Mis­sis­sip­pi im Kopf. Die Idee, dass das Wort Mis­sis­sip­pi in der Fort­set­zung der Lek­tü­re nach und nach alle wei­te­ren Wör­ter und Gedan­ken ersetz­ten könn­te. stop. In einem Wort ver­schwin­den. – stop

ping

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jackson avenue

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romeo : 1.28 — New York. Sub­way Linie 7 Rich­tung Queens. Ein Herr mit Akten­kof­fer steigt Sta­ti­on Jack­son Ave­nue in den Zug, setzt sich, legt sei­nen Kof­fer auf die Knie, öff­net den Kof­fer und ent­nimmt ein Gerät, das nicht sehr viel grö­ßer ist als eine Streich­holz­schach­tel. Bald wer­den Bat­te­rien sicht­bar, eine Ver­samm­lung von vier Bat­te­rien, 1.5 Volt, die mit­tels eines Gum­mi­ban­des anein­an­der befes­tigt sind. Dräh­te füh­ren in die Luft, sie beben in der Bewe­gung des Zuges, wer­den in die­sem Moment von gleich­falls beben­den Fin­gern des Man­nes ein­ge­fan­gen, mehr­fach verz­wir­belt und vor­sich­tig mit dem klei­nen Gerät, das der Mann sei­nem Kof­fer zunächst ent­nom­men hat­te, ver­bun­den. Ein Jun­ge mit Gitar­re schlen­dert indes­sen musi­zie­rend durch den Zug, breit­bei­nig, in der Art der Matro­sen auf hoher See. Fahr­gäs­te in der Nähe des Man­nes mit dem Akten­kof­fer beob­ach­ten inter­es­siert wie der Mann aus der lin­ken Tasche sei­nes Jacketts eine Kur­bel hebt, fili­gra­nes Werk­zeug, Wel­le von Metall, höl­zer­ner Griff. Er steckt die Kur­bel in den Streich­holz­kas­ten und beginnt vor­sich­tig an ihr zu dre­hen. Jetzt schließt er sei­ne Augen, kur­belt wei­ter. Eini­ge Meter ent­fernt sitzt ein Mäd­chen auf einer grell­bun­ten Rei­se­toi­let­te. Auch das Mäd­chen, wäh­rend es war­tet, beob­ach­tet den Mann und sei­ne Kur­bel­ma­schi­ne vol­ler Hin­ga­be. In die­ser Sekun­de schließt auch das Mäd­chen, wie der Mann, andäch­tig die Augen. – stop

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handohren

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sier­ra

~ : oe som
to : louis
sub­ject : HANDOHREN
date : may 27 12 3.05 a.m.

Lie­ber Lou­is, Mit­ter­nacht ist längst vor­über. Ich bin ruhig, aber ich kann nicht schla­fen. Seit Tagen geht das so mit mir, dass ich die Augen schlie­ße und doch wach lie­ge, zumin­dest nicht wirk­lich auf die ande­re Sei­te gelan­ge. Ich spü­re wie sich das Schiff auf und ab bewegt, manch­mal erhe­be ich mich und gehe spa­zie­ren an Deck, oder ich besu­che Lin, die sich für den Monat Mai in Nacht­schicht befin­det. Seit drei Tra­gen sitzt sie in der Werk­statt an der Über­tra­gung des Romans Mol­loy von Samu­el Beckett. Ich darf ihr zuse­hen, wie sie Zei­chen für Zei­chen aus dem papie­re­nen Buch kopiert, eine geschmei­di­ge Bewe­gung, sie schreibt, ohne ihren Blick auf den Stift zu rich­ten. Jedes Wort, das sie in Angriff nimmt, wird zunächst in den Raum geflüs­tert: Wach­tel­kö­nig. Als ob sie eine Anwei­sung geben wür­de, als ob ihre schrei­ben­de Hand über gehei­me Ohren ver­füg­te. Ich wünsch­te mir, ich könn­te ihre Hän­de ein­mal ein­ge­hend unter­su­chen, einen Bericht schrei­ben über die Ent­de­ckung der Hand­oh­ren kurz nach Mit­ter­nacht auf einem Schiff vor Neu­fund­land. Eigent­lich, lie­ber Lou­is, woll­te ich Dir von mei­nem ers­ten Besuch bei Noe in der Tie­fe berich­ten, was ich dort gese­hen habe, sei­ne Augen wie sie mei­ne Augen betrach­te­ten durch das Pan­zer­glas. Ich den­ke, ich bin noch nicht so weit. Ich wer­de Dir aus­führ­lich notie­ren, sobald ich ein­mal eine Nacht durch­ge­schla­fen habe. Es ist mög­lich, dass ich das Tau­chen nicht ver­tra­ge oder Noe’s hel­len Blick viel­leicht, der mich ver­folgt, ich gebe das zu, Noe’s Blick ver­folgt mich. Manch­mal den­ke ich, dass nicht rich­tig ist, was wir tun. Gute Nacht! Ahoi! Dein OE SOM

gesen­det am
27.05.2012
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oe som to louis »

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zeitjazz

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sier­ra : 3.32 — An einer ande­ren Stel­le habe ich bereits von mei­nem Wunsch erzählt, man möge auf mei­ner letz­ten Ruhe­stät­te ein­mal ein Wind­rad errich­ten. Ich hat­te notiert, das Rad, indem es rotier­te, könn­te Strom erzeu­gen. Mit­tels eines Kabels wür­de die­ser Strom zu einer Bat­te­rie unter die Erde geführt und ein Musikab­spiel­ge­rät in Bewe­gung gesetzt, um etwas Char­lie Par­ker oder Ben­ny Good­man zu spie­len. Eine fas­zi­nie­ren­de Vor­stel­lung immer noch, eine Idee, die mich in Gedan­ken jedes Mal gegen einen Zeit­raum führt, der nicht ganz ein­fach vor­zu­stel­len ist, weil ich in ihm nicht wirk­lich vor­kom­men wer­de, es sein denn als eine Per­son, die man zu den Toten zählt. Man wird viel­leicht irgend­wann ein­mal sagen, die­ser hier, der dort unter Erde liegt, war einer, der zur Lebens­zeit die Idee ver­folg­te, ein Wind­rad auf sei­nem Grab zu errich­ten. Sein Name ist Lou­is gewe­sen, er konn­te sich vor­stel­len, wie das Wind­rad sich dre­hen wird und Strom erzeu­gen, aber er konn­te sich nicht wirk­lich vor­stel­len, wie es sein wird, in der Nähe die­ses Wind­ra­des ohne Leben zu sein. Gera­de fällt mir ein, dass ich ein­mal hör­te, es wer­de viel­leicht bald mög­lich sein, das Wis­sen, das Bewusst­sein, das Wesen einer Per­son in das digi­ta­le Gehirn eines Com­pu­ters zu über­tra­gen. Dem­zu­fol­ge ist denk­bar gewor­den, neben orga­ni­schen Bestand­tei­len eines Ver­stor­be­nen sein Bewusst­sein bei­zu­set­zen und mit­tels eines Wind­ra­des mit Strom zu ver­sor­gen. Wenn nun Wind­stil­le herrsch­te, wür­de das Bewusst­sein schla­fen, und wenn es stür­misch gewor­den ist, da drau­ßen, da oben im Herbst, bei­spiels­wei­se, wür­de es im rasen­den Den­ken ver­ge­hen vor Glück. – Es ist kurz nach drei Uhr. Auto­mo­bi­le der Poli­zei schlei­chen in Kolon­nen mit Blau­licht durch die Stra­ße, in der ich woh­ne. — stop

ping

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zezito lopes

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india : 0.05 —  Wäh­rend Zug­fahrt nach einer Text­stel­le in Pete L. Mun­kis Roman Nau­ti­lus gesucht, die ich vor eini­gen Tagen mar­kiert hat­te, um sie bei Gele­gen­heit noch ein­mal lesen zu kön­nen. Der Erzäh­ler der Geschich­te, ein jun­ger Mann namens Zezito Lopes, ruh­te im 10. Stock eines Hau­ses in der Lex­ing­ton Ave­nue auf einer Trep­pen­stu­fe. Frü­her Nach­mit­tag. Ein schwe­rer Behäl­ter von gepan­zer­tem Glas, in dem sich zwei Mol­lus­ken­fi­sche der Gat­tung Nau­ti­lus befan­den, stand neben dem war­ten­den Mann auf dem Boden. Ich erin­ne­re mich, dass der jun­ge Mann, er war ein gut trai­nier­ter Trä­ger, sich kurz dar­auf erhob, um an einer der Woh­nungs­tü­ren, die auf den Flur führ­ten, zu klin­geln und nach einem Glas Was­ser zu fra­gen. Unver­züg­lich wur­de geöff­net, ein Gespräch ent­wi­ckel­te sich, in des­sen Fol­ge Zezito Lopes sich bück­te, sei­nen gepan­zer­ten Behäl­ter in die Hän­de nahm und mit ihm in der Woh­nung ver­schwand. So weit, so gut. Als ich nun aber das Buch im Zug öff­ne­te, konn­te ich die mar­kier­te Text­stel­le nicht fin­den. Sofort der Gedan­ke, ich hät­te mög­li­cher­wei­se fan­ta­siert, eine beun­ru­hi­gen­de Vor­stel­lung. Nicht min­der beun­ru­hi­gend scheint mir in die­sem Moment der Gedan­ke zu sein, das Buch selbst könn­te sich ver­än­dert haben, wei­ter- oder umge­schrie­ben wor­den sein, obwohl sich das Buch, auch nachts, immer in mei­ner Nähe auf­ge­hal­ten hat­te. Eine Nacht leich­ter Ver­wir­rung. Das Bes­te ist, ein­fach wei­ter­zu­ma­chen. — stop

ping

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five dollars

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romeo : 0.05 — In einer Sub­way Sta­ti­on unter dem Times Squa­re kau­er­te im Febru­ar ein dun­kel­häu­ti­ger Mann, der sei­ne Hän­de so schnell über eine Bat­te­rie von Eimern beweg­te, dass sie kaum noch wahr­nehm­bar waren, Schat­ten in der Luft, Unschär­fen. Der Mann war etwa 50 Jah­re alt, Drum­mer, ein Per­kus­sio­nist von Bedeu­tung. Hun­der­te Men­schen umring­ten ihn, klatsch­ten, tanz­ten, san­gen zu sei­nen wil­den Rhyth­men. Auf dem Boden vor dem Mann aus­ge­brei­tet lag ein Tuch der New Yor­ker Metro­po­li­tan Trans­por­ta­ti­on Aut­ho­ri­ty, Arts for Tran­sit, Muny, ein Zei­chen, das ihn als einen von der Stadt geschütz­ten Künst­ler aus­wies. Die­ser zier­li­che Schlag­zeu­ger nun ist mir nicht allein sei­ner Kunst wegen in Erin­ne­rung geblie­ben, son­dern auch des­halb, weil er eine sehr wir­kungs­vol­le Metho­de ent­deckt hat­te, Geld ein­zu­neh­men. Sobald näm­lich einer der Zuhö­rer sei­ne Foto­ka­me­ra auf ihn rich­te­te, unter­brach er sein Spiel, deu­te­te mit einem Fin­ger auf den Appa­rat und rief: 5 Dol­lars. Man kann sich das viel­leicht vor­stel­len, die­se Stil­le, die von einer Sekun­de zur ande­ren Sekun­de herrsch­te, wie der Foto­gra­fie­ren­de vom Publi­kum mah­nend ins Auge genom­men wur­de, wenn die Zah­lung nicht unver­züg­lich erfolg­te. Indes­sen war auch eine Flucht mit Kame­ra für die ver­sam­mel­te Gemein­schaft der Genie­ßen­den nicht wirk­lich nütz­lich, weil selbst dann, wenn einer der ange­spro­che­nen Räu­ber mit sei­nem digi­ta­len Bild in der Auf­nah­me­ma­schi­ne flüch­te­te, spiel­te der Schlag­zeu­ger nicht wei­ter. Er hielt so lan­ge inne, bis ein wei­te­rer, ein Zuhö­rer ohne Kame­ra viel­leicht, die offe­ne Rech­nung des Ver­schwun­de­nen bezahl­te. Ein klei­nes Wun­der, eine Art Geld ansau­gen­der Pum­pe, die einen Unter­druck mit­tels aus­blei­ben­dem Geräu­sches erzeug­te. It works. — stop

ping

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tiefsee : 38. etage

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hima­la­ya : 0.08 — Hef­ti­ge Gewit­ter. Regen­ge­räu­sche auf dem Dach. Gehe auf und ab und lese oder sit­ze im Ses­sel, der sich nord­wärts zu bewe­gen scheint. Auf mei­nem Sekre­tär, weni­ge Meter ent­fernt, leuch­tet der Bild­schirm eines hand­li­chen Com­pu­ters. Hun­dert­tau­sen­de Wör­ter und ihre Über­set­zun­gen befin­den sich im klei­nen Kas­ten. Run­ning lus­ter. Gegen drei Uhr die Lek­tü­re Pete L. Munki’s Roman Nau­ti­lus wie­der auf­ge­nom­men. Eine sich äußerst lang­sam vor­wärts erzäh­len­de Bewe­gung. Die Geschich­te eines Man­nes, der einen Kof­fer in den 38. Stock eines Wohn­hau­ses wuch­tet. Alle Auf­zü­ge des Hau­ses sind seit Tagen aus­ge­fal­len. Es ist Sams­tag. Hoch­som­mer. Lex­ing­ton Ave­nue Ecke 58. Stra­ße. Im Kof­fer des Man­nes ein Glas­be­häl­ter, in wel­chem zwei leben­de Tief­see­fi­sche sit­zen. Fol­ge eine Stun­de lang dem Gespräch des Kof­fer­trä­gers mit sich selbst. Ein lei­ses Buch, ein Buch wie geflüs­tert. — stop

ping

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von den glücksgeräuschen der froschvögel

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ulys­ses : 4.18 — Frü­her Mor­gen. Wind­stil­le. Licht noch schwach. Die Luft ist kühl gewor­den über die Nacht. Vor dem Teich im Gar­ten die Spu­ren mei­ner Füße im Gras. Am Ufer des klei­nen Sees ruht ein Molch, äußerst lang­sam geht sein Herz­schlag, da muss doch ein Geräusch zu hören sein. Ich erin­ne­re mich, ges­tern wur­de die Ent­de­ckung eines neu­en Teil­chens im Atom bekannt gege­ben. Das Teil­chen trägt den Namen: Xi_b^0. Hät­te ich von sei­ner Ent­de­ckung nicht gele­sen, wäre ich in der Beob­ach­tung mei­ner Hand, die auf mei­nem Knie ruht, nicht so auf­merk­sam wie an die­sem frü­hen Mor­gen. Ich fra­ge mich, wie vie­le Teil­chen der Bezeich­nung Xi_b^0 sich in mei­ner halb­schla­fen­den Hand wohl befin­den mögen, wie alt sie sind und woher sie viel­leicht gekom­men waren. Es ist still am Mor­gen heu­te. Die Amseln schla­fen noch. Ein Was­ser­läu­fer über­quert den Teich. In die­sem Moment bemer­ke ich ein bal­lon­ar­ti­ges Wesen, das hoch über mir am Him­mel schwebt. Es nähert sich lang­sam, in dem es tie­fer kommt. Das Wesen ist hell, es ist weiß, es ver­fügt über Flü­gel, die sich sehr schnell bewe­gen, Füh­ler­au­gen, wie die Augen der Lun­gen­schne­cken, es ist ein Vogel. Der Vogel scheint den See unter ihm auf­merk­sam zu betrach­ten. Jetzt öff­net sich sein Bauch an erd­na­her Stel­le, ein Mund spitzt sei­ne fahl­ro­sa Lip­pen, Beu­tel fal­len her­aus aus die­sem Mund, sie schla­gen hohe Wel­len im Teich. Der Molch ver­schwin­det im Gras, Was­ser­läu­fer, die bewe­gungs­los an See­ro­sen­blatt­spit­zen däm­mer­ten, flit­zen auf und davon. Jene Beu­tel­chen, das kann ich von mei­ner Posi­ti­on aus gut erken­nen, die aus dem Vogel her­aus­ge­fal­len sind, haben sich geöff­net, Kaul­quap­pen, tau­sen­de, schwär­men nach allen Rich­tun­gen aus. Noch immer schwebt der Vogel über mir über dem See über der Wie­se. Ein fas­zi­nie­ren­des Geräusch ist von sei­nem Kör­per her zu ver­neh­men, ein Hupen, das Trom­pe­ten­ge­räusch eines Zwerg­ele­fan­ten. Es ist nun denk­bar, dass ich als ers­ter Mensch die Glücks­ge­räu­sche der Frosch­vö­gel wahr­ge­nom­men habe. — stop

für mei­ne Mutter,
für mei­nen Vater

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