Aus der Wörtersammlung: hand

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stille

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tan­go : 22.15 — Am 21. Dezem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res notiert Wolf­gang Herrn­dorf auf Posi­ti­on Arbeit und Struk­tur : Ago­ta Kris­tofs Tri­lo­gie zum drit­ten Mal nach­ein­an­der in Fol­ge gele­sen, das Per­so­nal ver­irrt sich schon in mei­ne Träu­me. Einer der ein­ei­igen Zwil­lin­ge, Klaus, Schrift­stel­ler wie im Buch, steht von Gaf­fern und Poli­zis­ten umringt auf dem Nürn­ber­ger Haupt­markt und hält ein Manu­skript mit dem Titel Die glück­li­che Stadt hoch, des­sen sofor­ti­ge Publi­ka­ti­on er ver­langt. Es hand­le von Unge­heue­rem, Skan­da­lö­sem, Ver­bor­ge­nem. Doch nie­mand, scheint ihm, nimmt ihn ernst; man behan­de­le ihn wie einen Wahn­sin­ni­gen. Ein Poli­zist sagt: War­um brin­gen Sie es nicht zur Zei­tung, um es dort ver­öf­fent­li­chen zu las­sen? / Klaus betritt ein Gebäu­de, des­sen Flu­re und Räu­me an einen vor Jahr­zehn­ten still­ge­leg­ten Büro­kom­plex der Deut­schen Post erin­nern, und gibt sein Manu­skript zusam­men mit einem klei­nen Zet­tel an der zustän­di­gen Stel­le ab. Beim Ver­las­sen der Redak­ti­on bemerkt er, dass alle ihm mit­lei­dig nach­schau­en. Er kehrt um. Ein jun­ger Mann erklärt: Sie kom­men jedes Jahr ein­mal mit Ihren Doku­men­ten hier­her und geben sie zusam­men mit einem Zet­tel ab, auf dem steht: “Bit­te neh­men Sie mein Manu­skript ent­ge­gen, tun Sie so, als ob Sie es dru­cken, und las­sen Sie mich nie­mals wis­sen, was auf die­sem Zet­tel steht.” / Das gro­ße Heft. / Der Beweis. / Die drit­te Lüge. / Die Geschich­te des zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts in einer Nuss­scha­le, die die Dimen­sio­nen eines Rie­sen­tan­kers hat, unge­heu­er, wahn­sin­nig, maxi­mal kaputt. — Stil­le. - stop

ping

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im zug

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marim­ba : 2.32 — Am Abend spät betrat ein jun­ger Mann einen Zug der Schnell­bahn­li­nie, wel­che die Stadt mit dem Flug­ha­fen ver­bin­det. Er schlepp­te ein Fahr­rad hin­ter sich her, das so schwer bepackt gewe­sen war, dass er sich, genau genom­men, nicht auf das Fahr­rad set­zen konn­te, es war kein Platz für sei­nen schma­len Kör­per. Auf der Spit­ze des Gepäck­ber­ges von Taschen und Tüten, ruh­te ein Körb­chen, dort schlief eine Kat­ze. Es war still, der Zug an die­sem Abend bei­na­he leer, ein Zug, der über Gepäck­ab­tei­le oder Nischen für Fahr­rä­der, Kin­der­wa­gen und gro­ße Kof­fer ver­füg­te. An kei­ner die­ser geeig­ne­ten Stel­len war der jun­ge Mann mit sei­nem Fahr­rad und sei­ner Kat­ze jedoch ein­ge­stie­gen, viel­mehr in ein Abteil, in wel­chem sich aus­schließ­lich Sitz­plät­ze befan­den. Nun geschah Fol­gen­des: Eine Stim­me in deut­scher Spra­che ersuch­te den jun­gen Mann an der nächs­ten Hal­te­stel­le, aus­zu­stei­gen und sich in ein Abteil zu bege­ben, das für ihn und sein Fahr­rad vor­ge­se­hen war. Da der jun­ge Mann nicht reagier­te, wie­der­hol­te die Stim­me ihr Anlie­gen in eben der deut­schen Spra­che. Auch die­se zwei­te Auf­for­de­rung blieb ohne Erfolg, wes­halb kurz dar­auf eine Anspra­che zunächst in eng­li­scher, dann in fran­zö­si­scher, schließ­lich in spa­ni­scher, zuletzt in por­tu­gie­si­scher Spra­che zu ver­neh­men war. Es han­del­te sich je um Ton­kon­ser­ven, die ver­mut­lich alle genau den­sel­ben Text ent­hiel­ten, die­sel­be Bot­schaft oder Bit­te, den Hin­weis dar­auf, dass Fahr­rä­der nur in den dafür vor­ge­se­he­nen Abtei­len beför­dert wer­den dür­fen. Die Stim­men waren freund­lich in ihrem Klang, ange­neh­me Stim­men, sie wickel­ten sich ab in einem Zeit­raum von drei oder vier Minu­ten. Es war ver­geb­lich, der jun­ge Mann beweg­te sich nicht. Nach einer kur­zen Pha­se der Stil­le hob sich die Stim­me des Fah­rers erneut. Er for­mu­lier­te nun in chi­ne­si­scher Spra­che, ich neh­me an, die­sel­be Bot­schaft wie zuvor, ein bemer­kens­wer­ter Vor­gang, ein Bei­spiel von Beharr­lich­keit. Als der Zug kurz dar­auf in einem klei­nen Bahn­hof stopp­te, erschien ein zier­li­cher Mann im Abteil. Er trug eine blaue Uni­form­ho­se und ein wei­ßes Hemd, es han­del­te sich um einen Mann chi­ne­si­scher Her­kunft. Er schien sehr auf­ge­bracht zu sein. Er näher­te sich dem jun­gen Mann, ges­ti­ku­lier­te hef­tig, deu­te­te mal auf den Besit­zer des Fahr­ra­des, dann auf das Fahr­rad selbst, hob die Hän­de zum Him­mel, um bald wie­der zu ver­schwin­den. Dann setz­te der Zug sich wie­der in Bewe­gung. Vor den Zug­fens­tern schim­mer­te Schnee in den Bäu­men. Ein Gespräch unter Rei­sen­den war zu hören. Die Kat­ze in ihrem Körb­chen hat­te für einen Moment die Augen geöff­net. — stop
polaroidmonroe

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oszillieren

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marim­ba : 22.08 — Seit Mona­ten, wenn ich auf mei­nem Arbeits­so­fa sit­ze und zur Decke schaue, beob­ach­te ich den Kör­per eines Käfers, der sei­ne Posi­ti­on nicht zu ver­än­dern scheint. Genau­ge­nom­men sitzt der Käfer an der Wand, exakt dort, wo die Wand sich fal­tet, also endet. Sein Kopf ist nach unten gerich­tet, als ob er mich besich­ti­gen wür­de. Zunächst habe ich ange­nom­men, der Käfer könn­te schla­fen. Aber nach zwei Wochen muss­te ich in Betracht zie­hen, dass der Käfer viel­leicht gestor­ben ist, dass er eigent­lich her­ab­fal­len soll­te, wenn sich nicht einer sei­ner Füße in einer Spal­te der Tape­te ver­hackt haben wür­de. Selt­sam ist, dass ich kei­nen Wunsch ver­spü­re, nach­zu­se­hen, ob es sich bei dem Käfer über mir um einen Schla­fen­den oder einen Toten han­delt. Ich müss­te nur einen Stuhl holen und mich dem Käfer vor­sich­tig nähern, viel­leicht mit einem wei­chen Pin­sel. Statt­des­sen schaue ich immer wie­der gegen die Decke. Manch­mal mei­ne ich eine Bewe­gung gese­hen zu haben, oder ich glau­be, der Käfer sei etwas wei­ter nach Nor­den gezo­gen, wäh­rend ich schlief. Ich muss das im Auge behal­ten. — stop
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ai : USBEKISTAN

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MENSCH IN GEFAHR : “Abdu­mav­lon Abdu­rakhmo­nov ist seit April ohne Zugang zu sei­ner Fami­lie in Usbe­ki­stan inhaf­tiert. Sei­ne Fami­lie befürch­tet, dass ihm Fol­ter und ande­re Miss­hand­lun­gen dro­hen. / Der 38-jäh­ri­ge Tadschi­ke Abdu­mav­lon Abdu­rakhmo­nov ist am 25. April in Usbe­ki­stan ange­kom­men, um sein Kind aus ers­ter Ehe zu besu­chen. Er hät­te am 28. April wie­der nach Tadschi­ki­stan zurück­keh­ren sol­len. Am 29. April erhielt Abdu­mav­lon Abdu­rakhmo­novs Bru­der in Tadschi­ki­stan einen Anruf von des­sen Ex-Frau, die ihn dar­über in Kennt­nis setz­te, dass Abdu­mav­lon Abdu­rakhmo­nov am 27. April vom usbe­ki­schen natio­na­len Sicher­heits­dienst fest­ge­nom­men wor­den war. Sei­ne Ange­hö­ri­gen hat­ten seit­dem kei­nen Kon­takt mehr zu ihm. Berich­ten zufol­ge wur­de er zwei Tage lang auf einer Poli­zei­wa­che in Beko­bod in Ost-Usbe­ki­stan, 150 km von der Haupt­stadt Tasch­kent ent­fernt, fest­ge­hal­ten. Am 10. Juni erhielt die Fami­lie einen Anruf von einem Mann, der angab, in einer vor­über­ge­hen­den Haft­ein­rich­tung in Tasch­kent inhaf­tiert gewe­sen zu sein, in der auch Abdu­mav­lon Abdu­rakhmo­nov inhaf­tiert war. Abdu­mav­lon Abdu­rakhmo­novs Fami­lie weiß nicht, ob er Zugang zu einem Rechts­bei­stand hat. / Sein Bru­der kon­tak­tier­te das tadschi­ki­sche Kon­su­lat in Tasch­kent, um sich über die Grün­de für die Inhaf­tie­rung von Abdu­mav­lon Abdu­rakhmo­nov zu erkun­di­gen. Das tadschi­ki­sche Kon­su­lat bat das usbe­ki­sche Außen­mi­nis­te­ri­um um Aus­kunft und erhielt am 30. Mai die Rück­mel­dung, dass Abdu­mav­lon Abdu­rakhmo­nov nicht von der Poli­zei in Beko­bod fest­ge­nom­men wor­den war. Abdu­mav­lon Abdu­rakhmo­novs Vater schrieb dar­auf­hin im Juni an den tadschi­ki­schen Men­schen­rechts­om­buds­mann, um Unter­stüt­zung und Hil­fe bei der Auf­klä­rung des Ver­bleibs sei­nes Soh­nes zu erhal­ten. Der tadschi­ki­sche Ombuds­mann lei­te­te die Anfra­ge an den usbe­ki­schen Ombuds­mann wei­ter. Bis­her hat der tadschi­ki­sche Ombuds­mann jedoch kei­ne Ant­wort erhal­ten. / Men­schen, die ohne Kon­takt zur Außen­welt inhaf­tiert sind, dro­hen unab­hän­gig von der Län­ge der Inhaf­tie­rung Fol­ter und ande­re Miss­hand­lun­gen.” — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­le­ne schrift­li­che Aktio­nen, mög­lichst unver­züg­lich und nicht über den 2. Okto­ber 2013 hin­aus, unter »> ai : urgent action

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PRÄPARIERSAAL : ein arm

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gink­go : 0.18 — Pia erzählt: > Manch­mal, wenn ich abends nach dem Prä­pa­rier­kurs nach Hau­se gehe, bemer­ke ich, dass ich die Ein­drü­cke, die ich im Prä­pa­rier­saal gewon­nen habe, nicht mit der Stra­ße, über die ich spa­zie­re oder mit den Gesprä­chen der Men­schen, die ich in der U‑Bahn höre, in eine Ver­bin­dung brin­gen kann. Ich habe das Gefühl, dass der Saal frei schwebt, also ganz für sich ist, iso­liert. Ich rei­se zwi­schen zwei Wel­ten, von da nach dort und wie­der zurück, und das geht gut so hin und her. Ich wun­de­re mich, dass ich bis­her noch nie vom Prä­pa­rier­saal geträumt habe, ich kann mich jeden­falls nicht dar­an erin­nern, geträumt zu haben. Ich glau­be, ich bin in irgend­ei­ner Wei­se geschützt. Ich kann nicht genau sagen, was mich schützt, viel­leicht ist es die Freu­de an der Arbeit, die Dich­te der Auf­ga­ben, die mir gestellt sind. Ja, es ist viel zu tun. Lei­der kann ich nicht wirk­lich erzäh­len, was ich erle­be, ich mein Zuhau­se mei­nen Eltern oder mei­nen Freun­den. Die­se eine Geschich­te zum Bei­spiel, wie ich an einem Don­ners­tag in den Prä­pa­rier­saal tre­te und sehe, dass etwas grund­sätz­lich anders gewor­den ist. Ich war natür­lich nicht unvor­be­rei­tet gewe­sen, denn in der Prä­pa­rier­an­lei­tung wur­de ver­zeich­net, dass die Lei­chen auf dem Tisch von den Prä­pa­ra­to­ren an einem Mitt­woch­nach­mit­tag zer­legt wer­den. Und so war es gekom­men. Auf den Tischen lagen nur noch Arme und Bei­ne und die Hälf­ten je eines Kop­fes. Selt­sam, sage ich Ihnen, sehr selt­sam! Aber natür­lich sinn­voll. Von die­sem Moment an ist es mög­lich, einen Arm in die Hand zu neh­men und von allen Sei­ten her zu betrach­ten, oder ein Bein. Ich muss­te mich etwas über­win­den, das natür­lich, aber dann habe ich einen der bei­den Arme auf dem Tisch ange­ho­ben, bin mit ihm durch den Saal gelau­fen und habe ihn unter flie­ßen­dem Was­ser gewa­schen. Als ich auf dem Weg zurück an den Tisch war, kam mir eine Kom­mi­li­to­nin ent­ge­gen, auch sie trug einen Arm vor sich her. Der Arm war sehr groß, rich­tig schwer, eine klei­ne Frau und ein gro­ßer Män­ner­arm. Wir lächel­ten uns an, ich glau­be, weil wir bei­de in unse­ren Augen selt­sam aus­ge­se­hen haben könn­ten. Zurück an den Tisch gekom­men, habe ich das Arm­prä­pa­rat unter­sucht, Mus­keln, wo sie anset­zen, und Seh­nen. Ich erin­ne­re mich, ich habe etwas unter­nom­men, das ich nur des­halb tun konn­te, weil der Arm der Kör­per­spen­de­rin ganz für sich gewe­sen war. Ich habe näm­lich an einer Seh­ne des Unter­ar­mes gezupft und beob­ach­tet, wie sich an der Hand in nächs­ter Nähe ein Fin­ger beweg­te. Ein­mal, viel­leicht zwei oder drei Tage spä­ter, beob­ach­te­te ich, wie Kom­mi­li­to­nen an ihren Tischen, bevor sie ihr Prä­pa­rat mit Tüchern bedeck­ten, Arme und Bei­ne und die Hälf­ten der Gesich­ter, so auf dem Tisch anord­ne­ten, dass sie wie­der an einen voll­stän­di­gen Kör­per erin­ner­ten. Das hat mich beru­higt. - stop

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kairo

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nord­pol : 23.56 — Kai­ro. Mitt­woch. Schlaf­los im abge­dun­kel­ten Zim­mer. Süd­li­ches Mit­tag­stun­den­licht. Drei Moni­to­re auf dem Sofa, ein Fern­seh­bild­schirm, ein Tele­fon. Beob­ach­te den Tag über aus gro­ßer Ent­fer­nung Spu­ren eines mensch­li­chen Infer­nos. Kom­men­ta­to­ren in eng­li­scher und ara­bi­scher Spra­che. Das Geräusch der Schüs­se hell. Loops, die immer wie­der die sel­ben grau­en­vol­len Bil­der zei­gen. Gigi Ibra­him, ägyp­ti­sche Akti­vis­tin, twit­tert vom frü­hen Mor­gen an in eng­li­scher Spra­che, 2 Tweets in ara­bi­scher Spra­che sind an die­ser Stel­le nicht wie­der­ge­ge­ben: 

Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug — I guess we have rea­ched the zero hour #rabaa army and poli­ce moving in to disper­se both pro-Mor­sy sit in ..this won’t be pret­ty #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug I can hear from home which is near #rabaa the gunshots being fired other than that the­re is no chan­nels cove­ring this #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Meh­war chan­nel is actual­ly airing some live foo­ta­ge by Nah­da and Rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Meh­war Tv show­ing full bodi­ed armored riot poli­ce with tear gas shot­guns get­ting rea­dy #Rabaa #Nah­da ONT­V­li­ve is airing some foo­ta­ge too / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Huge amounts of trucks army, poli­ce, and spe­cial forces floo­ding #Nah­da sitin with tear gas live on ONTVLIVE / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug A war­ning speech is being announ­ced via loud spea­k­ers with army trucks direc­ting pro­tes­ters to not resist pro­vi­ding them a safe exit #nah­da / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Big black smo­ke coming out of the sit in pro­tes­ters might have lit some tires to deter the tear gas smo­ke #nah­da / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug / If I am not mista­ken, the­se loud sharp round shots are sound shots now live in #nah­da via OnT­v­li­ve / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug This is the first time I see tho­se loud spea­k­ers for war­ning befo­re disper­sing a sit in #Rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 /14 Aug Heli­c­op­ter fly­ing over near #rabaa now I can  hear it from home ..I also can hear gun shots #NasrCi­ty / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Trucks are going into #rabaa to level all the bar­riers MB have put up huge amounts of tear gas bring fired, smo­ke ever­y­whe­re via Meh­war / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug This is Abaas el Akad st #NasrCi­ty / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Al Nahar is brin­ging clo­se up foo­ta­ge #Nah­da sitin being leve­led by trucks while gunshots are being fired in the back­ground / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug MB in #Rabaa are report­ing over 8 kil­led with live bul­lets this is uncon­firm­ed but belie­va­ble / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Non stop heli­c­op­ters fly­ing over #rabaa area / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug I have never seen the army or poli­ce disper­sing a sit-in this way, usual­ly it is shoot, kill, or/& detain still I am against the disper­se / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Meh­war TV is say­ing that Mobil gas sta­ti­on (loca­ted at Yous­sef Abbas and Nasr st) at #Rabaa sit in has explo­ded! / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug  MB pro-Mor­sy sup­port­ers are pro­test­ing at Aswan  gover­ne­ra­te buil­ding in respon­se to the attacks in #nah­da and #rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Accor­ding to aljz foo­ta­ge, army and riot poli­ce have yet to reach the cen­ter of the sitin in #Rabaa still full of peo­p­le rus­hing inju­red / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug #Rabaa stage has shiekhs in gas masks pary­ing sur­re­al loo­king / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug #rabaa field hos­pi­tal show­ing most­ly the flo­or and came­ra moving around then a few injured/dead via alja­ze­era / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Health minis­try reports no deaths yet, sta­te TV reports 2 poli­ce offi­cers kil­led, alj­ze­era now says 77 MB kil­led #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Foo­ta­ge on alj­ze­era show­ing sni­pers but honest­ly I cant con­firm whe­re exact­ly in #Rabaa or how genu­in it is..looks off but could be real too / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Alja­ze­era is strea­ming live #rabaa audio and recy­cling the same foo­ta­ge ..pret­ty much #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Now alj­ze­era jumps the kil­led from 77 to 120 via the field hos­pi­tal #rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug “@Beltrew: Live ammo being shot from poli­ce, crou­ch­ing behind car” #Rabaa #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug “@tomfinn2: Get­ting arres­ted” #Rabaa AFP repor­ter is get­ting atres­ted 8:48 am #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug “@tomfinn2: With two pho­to­graph­ers, sol­diers have taken their came­ras and dele­ting all their pho­tos.” AFP repor­ter at #Rabaa arres­ted / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug @sarahussein @tomfinn2 @FarahSaafan cor­rec­ted my bad Tom is reu­ters’ not AFP repor­ter / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Foo­ta­ge from Nah­da in Giza show­ing seve­ral arrests by poli­ce of pro­tes­ters / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug MB pro-Mor­sy sup­port­ers in #alex­an­dria are also pro­teating in respon­se to the disper­sal of Nah­da and Rabaa sit ins #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug “@tomfinn2: They let us go.” Reu­ters repor­ter let go after been arres­ted in #Rabaa but all foo­ta­ge dele­ted / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug  @MariamKirollos @cairowire ? Explain the seems part plz / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Sound of gun­fi­re con­ti­nues whe­re i live near #rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Alja­ze­era jumps from 77 to 120 to now 450 kil­led in #Rabaa via the field hos­pi­tal / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Here goes the heli­c­op­ters again abo­ve #Rabaa area whe­re I live / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Disper­sing the sitin will only get the Isla­mists more united, more orga­ni­zed and more mobi­li­zed ..now who knows what will hap­pen #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug More vio­lence and more repres­si­on is what’s expec­ted by today’s dispersal..if you think MB force will go down this easy, u r mista­ken / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14  Aug  What is hap­pe­ning in Mohand­ssi­en? / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Appar­ent­ly MB attemp­ting to start a sit in in Mohand­ssi­en in Mos­ta­fa Mah­moud sq and blo­cked some roads / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Teat gas rea­chee in front of stage in #Rabaa ..peo­p­le run­jing but most resis­ting and thro­winf back the tear gas via alja­ze­era / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug In respon­se to army & poli­ce attack of pro-Mor­sy sit-ins few churches and copts-owned shops have been bur­ned or atta­cked in upper #Egypt Many jour­na­lists are cordo­ned off, not allo­wed ent­ry to Rabaa even though they made if clear to secu­ri­ty forces they are repor­ters. / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug While all media is focu­sed on #Rabaa and #Nah­da sitins , chru­ches are being bur­nee and atta­cked in upper #Egypt ..No covera­ge!!! @Ontveg / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug I can here gun fire non­stop near #Rabaa whe­re I live ..I also smell smo­ke even though I am abt 15 min walk from the­re #NasrCi­ty / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Mean­while in Mohandssien,“civilians” some w/ beards are tearing down a poli­ce car& van­da­li­zing it bea­ting ano­ther civi­li­an drip­ping in blood  / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug I am home & I feel trap­ped insi­de it & I’m not even loo­king over #Rabaa only near it..helicopters, gunshots, smo­ke by sit­ting on the couch / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug 6 octo­ber bridge clo­sed! / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug They are too busy being MB mouth­pie­ce RT “@MalakBoghdady: 6 churches burnt down in 3 hours!! Broad­cast this if you dare @CNN #Egypt” / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Why the hell is NO one tal­king about churches being bur­ned in ANY media???!! A7a / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 23h News about enfor­cing a cur­few short­ly ..this is shit #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h Cur­few starts from 7 pm to 6am ..let’s see how many civi­li­ans will be tried in mili­ta­ry courts this time..down with mili­ta­ry rule !!! #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h I lite­ral­ly feel impri­so­ned and not the same fee­ling of fuck cur­few like all the first months under SCAF #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h Dic­ta­tor­ships get cemen­ted woith emer­gen­cy law and cur­fews ..it starts for just a “month” then it lasts a life time #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h @sarahlphillips email me (twit­ter name at gmail) / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h If the sitins were not atta­cked, ima­gi­ne what would have hap­pen­ed then compa­re it with what is hap­pe­ning now .. #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h Bey­ond depres­sed with what is hap­pe­ning ..ever­y­thing is shit #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h The­re is a small pro­test in the street behind my house chan­ting “ya rab, we are mar­tyrs by the mil­li­ons” #NasrCi­ty side streets from  #Rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h  State­ment from #Egypt Revo­lu­tio­na­ry Socia­lists on the mas­sacre in Cai­ro, Down with mili­ta­ry rule! / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 15h — Heli­c­op­ters are still hove­ring around #Rabaa area even after it is cle­ared ..annoy­ing to keep hea­ring it #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h El Bara­die resigns #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h Mor­sy remo­ved by army #Egypt pic.twitter.com/4oie8UzzyF / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h haha El Bara­die base who hate Ikhwan view him now as a coward,& the peo­p­le who saw him as a tool now respect him for resig­ning #Truesto­ry / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h My FB time­line is bet­ween cus­sing Bara­die and tho­se who are salu­ting him..i am indif­fe­rent, he should have known bet­ter going into SCAF gov / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h Pho­tos: #Rabaa sitin second mas­sacre http://www.flickr.com/photos / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h You know that fee­ling in your sto­mach that makes you feel like you can’t brea­the that’s all i am fee­ling right now / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h  any­thing strea­ming what is hap­pe­ning in #Rabaa now? ..have they cle­ared it all? / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h  And the cur­few starts.. #NoMil­Tri­als #NoS­CAF #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h The divi­si­ons are get­ting clea­rer and the grey area is dimi­nis­hing #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h Tho­se who are Ikwa­no­pho­bic, pro-army, secu­la­rists, “pro-revo­lu­ti­on” are the ones denoun­cing Baradie’s decis­i­on the har­dest #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h  Tho­se who are pro-revo­lu­ti­on, secu­la­rists, against SCAF’s mas­sacre, yet against MB are more wel­co­ming of Baradie’s choice #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h I hate to gene­ra­li­ze, but some­ti­mes it is nee­ded to explain com­plex situa­tions kno­wing that the­re are always excep­ti­ons #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h Cur­few has been post­po­ned to start at 9 pm ins­tead of 7 pm, ends at 6 am #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h Tam­rood go to fuck­in hell! coun­ter-revo­lu­ti­on at best / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 17h / Being a news repor­ter in Egypt means you are not a repor­ter rather giving us your pathe­tic opi­ni­on (on whi­che­ver side you are) #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 17h CBC reports that MB lea­ders Bel­ta­gy, Eri­an, and Hega­zy have been arres­ted by #Rabaa , anyo­ne con­firm­ed that? #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 17h  @RamyYaacoub natio­na­lism aka fascism / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h  — #Moi pres­ser is start­ing #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — Until now MOI men­tio­ned NOTHING of burnt churches #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — He just men­tio­ned 7 churches burnt but not that they fai­led to pro­tect them #Moi #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — #Moi denies the alle­ga­ti­on of the escape and arrest of Bel­ta­gy, Hega­zy and Eri­an being very vague #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — #MOI pres­ser was just cut on @ONtveg why? / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — Why was the #MOI pres­ser cut on all chan­nels when it is not over yet ? #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — #MOI no sit in will be tole­ra­ted in any sq in the enti­re coun­try and will be dealt with firm­ly in coor­di­na­ti­on with mili­ta­ry forces #Egypt /// — stop  :::  gigi ibra­him on twitter

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bumerang

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echo : 2.25 — Weni­ge Minu­ten nach Mit­ter­nacht lan­de­te ein Mari­en­kä­fer auf mei­ner lin­ken Wan­ge. Ich kann nicht ent­schei­den, ob das ein Zufall gewe­sen war oder nicht. Indem ich das rech­te Auge schloss, aber mit dem lin­ken Auge so weit wie mög­lich nach unten sah, konn­te ich die halb­ku­gel­för­mi­ge Wöl­bung sei­nes Rückens erken­nen. Und ich spür­te eine leich­te Bewe­gung, der Käfer schien mich zu betas­ten. Natür­lich über­leg­te ich sofort, ob es sich bei die­sem Käfer nicht um ein fern­ge­steu­er­tes Wesen han­deln könn­te, das mich besuch­te, um Pro­ben von mei­ner Kör­per­ober­flä­che auf­zu­neh­men. Nach eini­gen Minu­ten ver­än­der­te der Käfer sei­ne Posi­ti­on, er ging zu Fuß, klet­ter­te an mir her­ab, saß für eini­ge Minu­ten an mei­nem Hals, dort konn­te ich ihn weder sehen noch spü­ren, um kur­ze Zeit spä­ter auf mei­nem Hemd zu erschei­nen, wo er sich sehr wohl­ge­fühlt haben moch­te, weil er dort eine gute Stun­de sei­ner Lebens­zeit ver­brach­te. Viel­leicht hat­te der Käfer geschla­fen, oder sich von Stra­pa­zen erholt, die mir unbe­kannt. In die­sem Moment nun, da ich mei­nen Text notie­re, sitzt der in Wör­tern ver­merk­te Käfer am lin­ken unte­ren Rand des Bild­schir­mes mei­ner Schreib­ma­schi­ne. Er presst sich fest an das Gehäu­se. Wei­te­re Käfer sit­zen an den Wän­den, es sind ein gutes Dut­zend, auch Käfer mit gel­bem Gehäu­se sind dar­un­ter. Ges­tern habe ich beob­ach­tet, dass gel­be Käfer mit vier­und­zwan­zig Punk­ten, wenn ich sie behut­sam in eine mei­ner Hän­de set­ze und in die Dun­kel­heit wer­fe, sofort wie­der zurück­kom­men. Man könn­te sagen, dass es sich bei die­ser Art um Bume­rang­kä­fer han­deln könn­te. — stop
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ein mantel

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papa : 2.45 — Kurz nach Mit­ter­nacht war ich zum Kühl­schrank gelau­fen, um für eini­ge Minu­ten mei­ne rech­te Hand ins Eis­fach zu legen. Als ich wie­der zurück­kehr­te in mein Arbeits­zim­mer, konn­te ich sie ange­nehm deut­lich zu spü­ren, kühl, und auch die war­me, feuch­te Luft auf der Haut mei­nes Kör­pers, ein schwe­rer Man­tel, den ich in die­ser Nacht ein- und aus­at­me, jeder Zug eine flüch­ti­ge Bewe­gung im Hals. Da war noch etwas Selt­sa­mes. An mei­nem Unter­arm ent­deck­te ich ein Gebiet, das ich sehen, jedoch nicht erfüh­len konn­te, als wäre mei­ne Eis­fach­hand nicht län­ger mit mir ver­bun­den. – stop

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seepocken

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oli­mam­bo : 2.18 — Sonn­tag. Gro­ße Hit­ze. — Zum ers­ten Mal habe ich eine Serie Foto­gra­fien betrach­tet, die ich mit einer Kame­ra auf­ge­nom­men hat­te, wäh­rend ich die Fifth Ave­nue in Man­hat­tan süd­wärts spa­zier­te. Ich hat­te nur eine vage Idee, was auf die­sen Foto­gra­fien ein­mal zu sehen sein könn­te, weil ich den Foto­ap­pa­rat mit der rech­ten Hand fest­hielt, die an mei­ner Sei­te bau­mel­te. Ich stell­te mir vor, mei­ne Hand wür­de sich in eine Kame­ra ver­wan­delt haben, die in einem regel­mä­ßi­gen Abstand von etwa 5 Sekun­den je eine Auf­nah­me mach­te. Wie erwar­tet, waren Taschen und Bei­ne, Schu­he, Hosen, Röcke, Papier­kör­be, Ampeln, der Asphalt, Rand­stei­ne, Him­mel, Wol­ken und Tau­ben zu sehen, Dächer sehr hoher Häu­ser, gleich­wohl Kli­ma­an­la­gen, die wie See­po­cken an den Fas­sa­den der Häu­ser sit­zen, Feu­er­lei­tern, Dampf­wol­ken, Gesich­ter von Men­schen, die mir ent­ge­gen­ge­kom­men waren, sie sahen mich an, nicht die Kame­ra, son­dern mich selbst viel­leicht, oder sie sahen vor sich hin, lach­ten, träum­ten. Man­che der Men­schen aßen, eini­ge tru­gen dunk­le Bril­len, weil die Son­ne sehr tief in die Stra­ße leuch­te­te, ande­re hat­ten Hüte auf dem Kopf, es waren ein paar aus­ge­spro­chen müde Gesich­ter dar­un­ter, kaum jemand rauch­te. Ich habe in die­ser Art und Wei­se des Gehens 1524 Auf­nah­men gemacht. Kei­ner der foto­gra­fier­ten Men­schen schien indes­sen bemerkt zu haben, dass ich ihn abge­bil­det hat­te. Aber es ist denk­bar, dass der ein oder ande­re der foto­gra­fier­ten Men­schen mein Tun bemerk­te, nach­dem ich längst vor­über­ge­gan­gen war, ein Gedan­ke, ein Gefühl, ein Ver­dacht, lang­sam, sehr viel lang­sa­mer als das Licht, das ich gera­de noch ein­ge­fan­gen hat­te. — stop

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ein seltsames buch

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echo : 1.18 — Seit zwei Stun­den beob­ach­te ich ein Buch, das kein gewöhn­li­ches Buch ist, son­dern ein selt­sa­mes Buch. Dass es sich um ein selt­sa­mes Buch han­delt, ist dem Buch zunächst nicht anzu­se­hen, weil es sei­ner äuße­ren Gestalt nach, ein übli­ches Buch zu sein scheint. Die­ses hier auf mei­nem Tisch ist von einer blau­en Far­be. Sobald man das blaue Buch in die Hän­de nimmt, wird man aber spü­ren, dass das Buch atmet, weil an sei­ner Rück­sei­te durch fei­ne Lamel­len war­me Luft aus­zu­tre­ten scheint. Das ist des­halb so, weil sich in dem Buch eine Rechen­ein­heit befin­det, ein win­zi­ger Com­pu­ter, der sich mit dem Text oder mit der Geschich­te, die sich in dem Buch befin­det, beschäf­tigt. Es han­delt sich bei dem Buch­kör­per bei genau­er Betrach­tung näm­lich um eine Ver­samm­lung hauch­dün­ner Bild­schir­me, auf wel­chen sich Zei­chen befin­den, Bild­schir­me, die man umblät­tern kann. Was zunächst zu sehen ist, gleich auf wel­cher Sei­te das Buch auf­ge­schla­gen wird, sind eben erwähn­te Buch­sta­ben oder Zif­fern, die sich rasend schnell bewe­gen, sodass man nicht lesen, viel­mehr nur ahnen wird, was sich dort befin­den könn­te. Es ist dies der Moment, da der Com­pu­ter des Buches jenen Text, den man mit eige­nen Augen ger­ne sofort lesen wür­de, zu ent­schlüs­seln beginnt. Ein mög­li­cher­wei­se auf­wen­di­ges, zeit­rau­ben­des Ver­fah­ren. Als ich das Buch kauf­te, konn­te mir der Händ­ler der ver­schlüs­sel­ten Bücher nicht sagen, wie lan­ge Zeit ich war­ten müs­se, bis der Text des Buches für mich sicht­bar wer­den wür­de. Es berei­te­te ihm Freu­de, ich bin mir sicher, aus­zu­spre­chen, was ich längst dach­te, dass die Ent­schlüs­se­lung des Tex­tes eine Stun­de, einen Tag oder zwei­hun­dert Jah­re dau­ern könn­te, das sei immer­hin das Prin­zip, wes­halb man ein Buch die­ser Art erwer­ben woll­te, dass man ein Buch besitzt, von dem man nicht sagen kön­ne, ob es jemals les­bar wer­den wird. — Kurz nach Mit­ter­nacht. — stop

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