Aus der Wörtersammlung: gin

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mohn

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del­ta : 6.38 — Ges­tern erreich­te mich eine Post­kar­te aus Finn­land, die in einem Brief­um­schlag steck­te. Ein Freund hat­te sie vor fünf Tagen abge­schickt. Er notier­te Fol­gen­des: Mein lie­ber Lou­is, heu­te, mit die­ser Post­kar­te, wird eine neue Zeit ange­bro­chen sein. Ich habe soeben mei­ne E‑Mails gelöscht und mei­ne Com­pu­ter­schreib­ma­schi­ne auf den Dach­bo­den gestellt, weil ich in Zukunft nur noch Brie­fe oder Post­kar­ten per Hand schrei­ben wer­de. Was ist das doch eine ange­neh­me Vor­stel­lung, dass ich mich fort­an in einer ruhi­gen, gedul­di­gen Art mit Dir unter­hal­ten könn­te. Mor­gens der Spa­zier­gang vors Haus, um nach­zu­se­hen, ob viel­leicht eine Ant­wort ein­ge­trof­fen ist. Ich soll­te damit begin­nen, Post­wert­zei­chen zu sam­meln. Erin­nerst Du Dich an den Duft der rau­en Papie­re, sobald sie aus Indi­en zu uns kom­men, weich, san­dig, grau. Ja, ganz sicher wirst Du Dich erin­nern. Und Du wirst Dich fra­gen, war­um ich in die­ser Wei­se han­de­le. Davon ein­mal spä­ter. Habe ich schon berich­tet, dass uns end­lich gelun­gen ist, einen blau­en Pan­ther­fal­ter mit­tels einer Funk­steue­rung ein­mal durch den Gar­ten unter Bir­ken­bäu­men her­um zu diri­gie­ren? — Dein Tim­mi­nen, respekt­voll. ps. Umsei­ti­ge Foto­gra­fie zeigt Emil Nol­des Mohn aus dem Jahr 1950. — stop

polaroidmoewen

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fenster zum fluss

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sier­ra : 17.08 — Ein Freund, der sich seit län­ge­rer Zeit in Man­hat­tan auf­hält, erzählt via E‑Mail eine hei­te­re Geschich­te, die er selbst erlebt haben will. Vor eini­gen Tagen habe er dem­zu­fol­ge eine Bekann­te besucht, die ein Apart­ment in einem moder­nen Miets­haus der Upper East Side bewohnt. Es han­de­le sich um eine geräu­mi­ge Woh­nung in der 28. Eta­ge mit fas­zi­nie­ren­der Aus­sicht auf den East River. Eine Lei­den­schaft der Woh­nungs­be­sit­ze­rin, eine Pas­si­on gera­de­zu, sei die Beob­ach­tung der Schif­fe gewor­den, die den Fluss tief unten befah­ren. Der Anblick der Käh­ne und Oze­an­damp­fer beru­hi­ge sie, schon von Wei­tem kön­ne sie erken­nen, wenn sich ein grö­ße­res Schiff vom Atlan­tik her nähe­re. Nicht zu ver­ges­sen natür­lich, jene zier­li­chen, wei­ßen und gel­ben Amei­sen­schif­fe, Was­serta­xis bei Tag und Nacht, und das bestän­di­ge Blin­ken der Spie­ren­ton­nen, Pul­se, wel­che sie durch ihr Fern­glas wahr­neh­men kön­ne. Als nun mein Freund sei­nen Besuch tele­fo­nisch ankün­dig­te, wur­de er gewarnt, der Auf­zug des Hau­ses sei seit zwei Wochen defekt, wes­halb vie­le der älte­ren Bewoh­ner das Haus seit Tagen ent­we­der gar nicht oder für län­ge­re Zeit ganz ver­las­sen haben, er müs­se zu Fuß empor­stei­gen und eine hal­be Stun­de Zeit für sei­nen Auf­stieg berech­nen, er sol­le sich etwas Pro­vi­ant mit­neh­men. Mein Freund mach­te sich weni­ge Stun­den spä­ter auf den Weg nach oben. Weil er nicht trai­niert war, ging er lang­sam, zunächst zähl­te er noch sei­ne Schrit­te, aber bereits in der 6. Eta­ge muss­te er sich set­zen und sei­nen Atem beru­hi­gen. Eini­ge Boten, jun­ge Män­ner mit Ruck­sä­cken auf dem Rücken, kamen vor­über. Kurz dar­auf pas­sier­te ihn eine älte­re Dame, schla­fend oder bewusst­los, auf einer Tra­ge lie­gend abwärts. Höhe der 18. Eta­ge stand die Tür einer Woh­nung offen. Tre­ten Sie ein, war auf einem Zet­tel zu lesen. Im Wohn­zim­mer saß eine wei­te­re älte­re Dame hin­ter einem Tisch, reich gedeckt, Obst und kal­ter Fisch und Brot und Was­ser. Ein rei­zen­der Anblick, Kat­zen lagen auf dem Boden her­um. Die alte Frau war­te­te unter einem Son­nen­schirm. Sie sag­te: Komm, komm, in Zei­ten der Not muss man zusam­men­hal­ten, alles ist umsonst, aber Du darfst in der Stadt nicht davon erzäh­len! Eine Stun­de spä­ter erreich­te mein Freund end­lich die Woh­nung sei­ner Bekann­ten. Sie saßen lan­ge Zeit vor dem Fens­ter zum Fluss. Ein­mal näher­te sich ein Hub­schrau­ber. Er lan­de­te auf dem Dach. – stop

polaroidteller

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PRÄPARIERSAAL : ein arm

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gink­go : 0.18 — Pia erzählt: > Manch­mal, wenn ich abends nach dem Prä­pa­rier­kurs nach Hau­se gehe, bemer­ke ich, dass ich die Ein­drü­cke, die ich im Prä­pa­rier­saal gewon­nen habe, nicht mit der Stra­ße, über die ich spa­zie­re oder mit den Gesprä­chen der Men­schen, die ich in der U‑Bahn höre, in eine Ver­bin­dung brin­gen kann. Ich habe das Gefühl, dass der Saal frei schwebt, also ganz für sich ist, iso­liert. Ich rei­se zwi­schen zwei Wel­ten, von da nach dort und wie­der zurück, und das geht gut so hin und her. Ich wun­de­re mich, dass ich bis­her noch nie vom Prä­pa­rier­saal geträumt habe, ich kann mich jeden­falls nicht dar­an erin­nern, geträumt zu haben. Ich glau­be, ich bin in irgend­ei­ner Wei­se geschützt. Ich kann nicht genau sagen, was mich schützt, viel­leicht ist es die Freu­de an der Arbeit, die Dich­te der Auf­ga­ben, die mir gestellt sind. Ja, es ist viel zu tun. Lei­der kann ich nicht wirk­lich erzäh­len, was ich erle­be, ich mein Zuhau­se mei­nen Eltern oder mei­nen Freun­den. Die­se eine Geschich­te zum Bei­spiel, wie ich an einem Don­ners­tag in den Prä­pa­rier­saal tre­te und sehe, dass etwas grund­sätz­lich anders gewor­den ist. Ich war natür­lich nicht unvor­be­rei­tet gewe­sen, denn in der Prä­pa­rier­an­lei­tung wur­de ver­zeich­net, dass die Lei­chen auf dem Tisch von den Prä­pa­ra­to­ren an einem Mitt­woch­nach­mit­tag zer­legt wer­den. Und so war es gekom­men. Auf den Tischen lagen nur noch Arme und Bei­ne und die Hälf­ten je eines Kop­fes. Selt­sam, sage ich Ihnen, sehr selt­sam! Aber natür­lich sinn­voll. Von die­sem Moment an ist es mög­lich, einen Arm in die Hand zu neh­men und von allen Sei­ten her zu betrach­ten, oder ein Bein. Ich muss­te mich etwas über­win­den, das natür­lich, aber dann habe ich einen der bei­den Arme auf dem Tisch ange­ho­ben, bin mit ihm durch den Saal gelau­fen und habe ihn unter flie­ßen­dem Was­ser gewa­schen. Als ich auf dem Weg zurück an den Tisch war, kam mir eine Kom­mi­li­to­nin ent­ge­gen, auch sie trug einen Arm vor sich her. Der Arm war sehr groß, rich­tig schwer, eine klei­ne Frau und ein gro­ßer Män­ner­arm. Wir lächel­ten uns an, ich glau­be, weil wir bei­de in unse­ren Augen selt­sam aus­ge­se­hen haben könn­ten. Zurück an den Tisch gekom­men, habe ich das Arm­prä­pa­rat unter­sucht, Mus­keln, wo sie anset­zen, und Seh­nen. Ich erin­ne­re mich, ich habe etwas unter­nom­men, das ich nur des­halb tun konn­te, weil der Arm der Kör­per­spen­de­rin ganz für sich gewe­sen war. Ich habe näm­lich an einer Seh­ne des Unter­ar­mes gezupft und beob­ach­tet, wie sich an der Hand in nächs­ter Nähe ein Fin­ger beweg­te. Ein­mal, viel­leicht zwei oder drei Tage spä­ter, beob­ach­te­te ich, wie Kom­mi­li­to­nen an ihren Tischen, bevor sie ihr Prä­pa­rat mit Tüchern bedeck­ten, Arme und Bei­ne und die Hälf­ten der Gesich­ter, so auf dem Tisch anord­ne­ten, dass sie wie­der an einen voll­stän­di­gen Kör­per erin­ner­ten. Das hat mich beru­higt. - stop

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kairo

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nord­pol : 23.56 — Kai­ro. Mitt­woch. Schlaf­los im abge­dun­kel­ten Zim­mer. Süd­li­ches Mit­tag­stun­den­licht. Drei Moni­to­re auf dem Sofa, ein Fern­seh­bild­schirm, ein Tele­fon. Beob­ach­te den Tag über aus gro­ßer Ent­fer­nung Spu­ren eines mensch­li­chen Infer­nos. Kom­men­ta­to­ren in eng­li­scher und ara­bi­scher Spra­che. Das Geräusch der Schüs­se hell. Loops, die immer wie­der die sel­ben grau­en­vol­len Bil­der zei­gen. Gigi Ibra­him, ägyp­ti­sche Akti­vis­tin, twit­tert vom frü­hen Mor­gen an in eng­li­scher Spra­che, 2 Tweets in ara­bi­scher Spra­che sind an die­ser Stel­le nicht wie­der­ge­ge­ben: 

Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug — I guess we have rea­ched the zero hour #rabaa army and poli­ce moving in to disper­se both pro-Mor­sy sit in ..this won’t be pret­ty #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug I can hear from home which is near #rabaa the gunshots being fired other than that the­re is no chan­nels cove­ring this #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Meh­war chan­nel is actual­ly airing some live foo­ta­ge by Nah­da and Rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Meh­war Tv show­ing full bodi­ed armored riot poli­ce with tear gas shot­guns get­ting rea­dy #Rabaa #Nah­da ONT­V­li­ve is airing some foo­ta­ge too / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Huge amounts of trucks army, poli­ce, and spe­cial forces floo­ding #Nah­da sitin with tear gas live on ONTVLIVE / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug A war­ning speech is being announ­ced via loud spea­k­ers with army trucks direc­ting pro­tes­ters to not resist pro­vi­ding them a safe exit #nah­da / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Big black smo­ke coming out of the sit in pro­tes­ters might have lit some tires to deter the tear gas smo­ke #nah­da / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug / If I am not mista­ken, the­se loud sharp round shots are sound shots now live in #nah­da via OnT­v­li­ve / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug This is the first time I see tho­se loud spea­k­ers for war­ning befo­re disper­sing a sit in #Rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 /14 Aug Heli­c­op­ter fly­ing over near #rabaa now I can  hear it from home ..I also can hear gun shots #NasrCi­ty / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Trucks are going into #rabaa to level all the bar­riers MB have put up huge amounts of tear gas bring fired, smo­ke ever­y­whe­re via Meh­war / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug This is Abaas el Akad st #NasrCi­ty / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Al Nahar is brin­ging clo­se up foo­ta­ge #Nah­da sitin being leve­led by trucks while gunshots are being fired in the back­ground / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug MB in #Rabaa are report­ing over 8 kil­led with live bul­lets this is uncon­firm­ed but belie­va­ble / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Non stop heli­c­op­ters fly­ing over #rabaa area / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug I have never seen the army or poli­ce disper­sing a sit-in this way, usual­ly it is shoot, kill, or/& detain still I am against the disper­se / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Meh­war TV is say­ing that Mobil gas sta­ti­on (loca­ted at Yous­sef Abbas and Nasr st) at #Rabaa sit in has explo­ded! / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug  MB pro-Mor­sy sup­port­ers are pro­test­ing at Aswan  gover­ne­ra­te buil­ding in respon­se to the attacks in #nah­da and #rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Accor­ding to aljz foo­ta­ge, army and riot poli­ce have yet to reach the cen­ter of the sitin in #Rabaa still full of peo­p­le rus­hing inju­red / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug #Rabaa stage has shiekhs in gas masks pary­ing sur­re­al loo­king / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug #rabaa field hos­pi­tal show­ing most­ly the flo­or and came­ra moving around then a few injured/dead via alja­ze­era / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Health minis­try reports no deaths yet, sta­te TV reports 2 poli­ce offi­cers kil­led, alj­ze­era now says 77 MB kil­led #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Foo­ta­ge on alj­ze­era show­ing sni­pers but honest­ly I cant con­firm whe­re exact­ly in #Rabaa or how genu­in it is..looks off but could be real too / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Alja­ze­era is strea­ming live #rabaa audio and recy­cling the same foo­ta­ge ..pret­ty much #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Now alj­ze­era jumps the kil­led from 77 to 120 via the field hos­pi­tal #rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug “@Beltrew: Live ammo being shot from poli­ce, crou­ch­ing behind car” #Rabaa #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug “@tomfinn2: Get­ting arres­ted” #Rabaa AFP repor­ter is get­ting atres­ted 8:48 am #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug “@tomfinn2: With two pho­to­graph­ers, sol­diers have taken their came­ras and dele­ting all their pho­tos.” AFP repor­ter at #Rabaa arres­ted / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug @sarahussein @tomfinn2 @FarahSaafan cor­rec­ted my bad Tom is reu­ters’ not AFP repor­ter / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Foo­ta­ge from Nah­da in Giza show­ing seve­ral arrests by poli­ce of pro­tes­ters / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug MB pro-Mor­sy sup­port­ers in #alex­an­dria are also pro­teating in respon­se to the disper­sal of Nah­da and Rabaa sit ins #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug “@tomfinn2: They let us go.” Reu­ters repor­ter let go after been arres­ted in #Rabaa but all foo­ta­ge dele­ted / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug  @MariamKirollos @cairowire ? Explain the seems part plz / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Sound of gun­fi­re con­ti­nues whe­re i live near #rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Alja­ze­era jumps from 77 to 120 to now 450 kil­led in #Rabaa via the field hos­pi­tal / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Here goes the heli­c­op­ters again abo­ve #Rabaa area whe­re I live / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Disper­sing the sitin will only get the Isla­mists more united, more orga­ni­zed and more mobi­li­zed ..now who knows what will hap­pen #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug More vio­lence and more repres­si­on is what’s expec­ted by today’s dispersal..if you think MB force will go down this easy, u r mista­ken / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14  Aug  What is hap­pe­ning in Mohand­ssi­en? / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Appar­ent­ly MB attemp­ting to start a sit in in Mohand­ssi­en in Mos­ta­fa Mah­moud sq and blo­cked some roads / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Teat gas rea­chee in front of stage in #Rabaa ..peo­p­le run­jing but most resis­ting and thro­winf back the tear gas via alja­ze­era / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug In respon­se to army & poli­ce attack of pro-Mor­sy sit-ins few churches and copts-owned shops have been bur­ned or atta­cked in upper #Egypt Many jour­na­lists are cordo­ned off, not allo­wed ent­ry to Rabaa even though they made if clear to secu­ri­ty forces they are repor­ters. / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug While all media is focu­sed on #Rabaa and #Nah­da sitins , chru­ches are being bur­nee and atta­cked in upper #Egypt ..No covera­ge!!! @Ontveg / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug I can here gun fire non­stop near #Rabaa whe­re I live ..I also smell smo­ke even though I am abt 15 min walk from the­re #NasrCi­ty / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Mean­while in Mohandssien,“civilians” some w/ beards are tearing down a poli­ce car& van­da­li­zing it bea­ting ano­ther civi­li­an drip­ping in blood  / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug I am home & I feel trap­ped insi­de it & I’m not even loo­king over #Rabaa only near it..helicopters, gunshots, smo­ke by sit­ting on the couch / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug 6 octo­ber bridge clo­sed! / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug They are too busy being MB mouth­pie­ce RT “@MalakBoghdady: 6 churches burnt down in 3 hours!! Broad­cast this if you dare @CNN #Egypt” / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 14 Aug Why the hell is NO one tal­king about churches being bur­ned in ANY media???!! A7a / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 23h News about enfor­cing a cur­few short­ly ..this is shit #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h Cur­few starts from 7 pm to 6am ..let’s see how many civi­li­ans will be tried in mili­ta­ry courts this time..down with mili­ta­ry rule !!! #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h I lite­ral­ly feel impri­so­ned and not the same fee­ling of fuck cur­few like all the first months under SCAF #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h Dic­ta­tor­ships get cemen­ted woith emer­gen­cy law and cur­fews ..it starts for just a “month” then it lasts a life time #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h @sarahlphillips email me (twit­ter name at gmail) / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h If the sitins were not atta­cked, ima­gi­ne what would have hap­pen­ed then compa­re it with what is hap­pe­ning now .. #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 20h Bey­ond depres­sed with what is hap­pe­ning ..ever­y­thing is shit #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h The­re is a small pro­test in the street behind my house chan­ting “ya rab, we are mar­tyrs by the mil­li­ons” #NasrCi­ty side streets from  #Rabaa / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h  State­ment from #Egypt Revo­lu­tio­na­ry Socia­lists on the mas­sacre in Cai­ro, Down with mili­ta­ry rule! / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 15h — Heli­c­op­ters are still hove­ring around #Rabaa area even after it is cle­ared ..annoy­ing to keep hea­ring it #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h El Bara­die resigns #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h Mor­sy remo­ved by army #Egypt pic.twitter.com/4oie8UzzyF / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h haha El Bara­die base who hate Ikhwan view him now as a coward,& the peo­p­le who saw him as a tool now respect him for resig­ning #Truesto­ry / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 19h My FB time­line is bet­ween cus­sing Bara­die and tho­se who are salu­ting him..i am indif­fe­rent, he should have known bet­ter going into SCAF gov / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h Pho­tos: #Rabaa sitin second mas­sacre http://www.flickr.com/photos / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h You know that fee­ling in your sto­mach that makes you feel like you can’t brea­the that’s all i am fee­ling right now / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h  any­thing strea­ming what is hap­pe­ning in #Rabaa now? ..have they cle­ared it all? / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h  And the cur­few starts.. #NoMil­Tri­als #NoS­CAF #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h The divi­si­ons are get­ting clea­rer and the grey area is dimi­nis­hing #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h Tho­se who are Ikwa­no­pho­bic, pro-army, secu­la­rists, “pro-revo­lu­ti­on” are the ones denoun­cing Baradie’s decis­i­on the har­dest #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h  Tho­se who are pro-revo­lu­ti­on, secu­la­rists, against SCAF’s mas­sacre, yet against MB are more wel­co­ming of Baradie’s choice #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h I hate to gene­ra­li­ze, but some­ti­mes it is nee­ded to explain com­plex situa­tions kno­wing that the­re are always excep­ti­ons #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h Cur­few has been post­po­ned to start at 9 pm ins­tead of 7 pm, ends at 6 am #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 18h Tam­rood go to fuck­in hell! coun­ter-revo­lu­ti­on at best / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 17h / Being a news repor­ter in Egypt means you are not a repor­ter rather giving us your pathe­tic opi­ni­on (on whi­che­ver side you are) #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 17h CBC reports that MB lea­ders Bel­ta­gy, Eri­an, and Hega­zy have been arres­ted by #Rabaa , anyo­ne con­firm­ed that? #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 17h  @RamyYaacoub natio­na­lism aka fascism / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h  — #Moi pres­ser is start­ing #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — Until now MOI men­tio­ned NOTHING of burnt churches #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — He just men­tio­ned 7 churches burnt but not that they fai­led to pro­tect them #Moi #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — #Moi denies the alle­ga­ti­on of the escape and arrest of Bel­ta­gy, Hega­zy and Eri­an being very vague #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — #MOI pres­ser was just cut on @ONtveg why? / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — Why was the #MOI pres­ser cut on all chan­nels when it is not over yet ? #Egypt / Gigi Ibra­him ‏@Gsquare86 16h — #MOI no sit in will be tole­ra­ted in any sq in the enti­re coun­try and will be dealt with firm­ly in coor­di­na­ti­on with mili­ta­ry forces #Egypt /// — stop  :::  gigi ibra­him on twitter

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am schalter

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marim­ba : 0.08 — Ich hat­te fol­gen­den Traum. Ich war gestor­ben. Ich saß mit zahl­rei­chen Men­schen in einer Hal­le, die mich an den War­te­saal eines Bahn­ho­fes erin­ner­te. Tat­säch­lich hör­te ich Zug­ge­räu­sche, das Schnau­fen alter Loko­mo­ti­ven. Alle Men­schen in der Hal­le waren tot wie ich, zugleich aber sehr leben­dig, ja fröh­lich. Sie lager­ten auf höl­zer­nen Bän­ken. Libel­len in allen mög­li­chen Far­ben has­te­ten durch den Raum. War­mes Licht ström­te durch Jalou­sien zu uns her­ein. Laut­spre­cher­stim­men ver­la­sen Namen, man­che waren ver­traut, ande­re klan­gen fremd. Ich erin­ne­re mich an Kin­der, sie toll­ten her­um, man­che spiel­ten mit Pup­pen oder Bäl­len. Sobald ein Name auf­ge­ru­fen wur­de, erhob sich eine Per­son und ging zu einem der Schal­ter. Bald wur­de auch mein Name ver­le­sen. Eine Frau stand am Schal­ter vor mir. Die Frau scherz­te mit einem Mann, der hin­ter einer Glas­schei­be saß. Sie sag­te, sie sei erschos­sen wor­den. In den Kopf, frag­te der Mann. Die Frau nick­te und der Mann ant­wor­te­te sofort: Das müs­sen wir mel­den. Plötz­lich rich­te­te er sei­nen Blick auf mich und frag­te: Sie auch? Sie auch in den Kopf? — stop
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bumerang

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echo : 2.25 — Weni­ge Minu­ten nach Mit­ter­nacht lan­de­te ein Mari­en­kä­fer auf mei­ner lin­ken Wan­ge. Ich kann nicht ent­schei­den, ob das ein Zufall gewe­sen war oder nicht. Indem ich das rech­te Auge schloss, aber mit dem lin­ken Auge so weit wie mög­lich nach unten sah, konn­te ich die halb­ku­gel­för­mi­ge Wöl­bung sei­nes Rückens erken­nen. Und ich spür­te eine leich­te Bewe­gung, der Käfer schien mich zu betas­ten. Natür­lich über­leg­te ich sofort, ob es sich bei die­sem Käfer nicht um ein fern­ge­steu­er­tes Wesen han­deln könn­te, das mich besuch­te, um Pro­ben von mei­ner Kör­per­ober­flä­che auf­zu­neh­men. Nach eini­gen Minu­ten ver­än­der­te der Käfer sei­ne Posi­ti­on, er ging zu Fuß, klet­ter­te an mir her­ab, saß für eini­ge Minu­ten an mei­nem Hals, dort konn­te ich ihn weder sehen noch spü­ren, um kur­ze Zeit spä­ter auf mei­nem Hemd zu erschei­nen, wo er sich sehr wohl­ge­fühlt haben moch­te, weil er dort eine gute Stun­de sei­ner Lebens­zeit ver­brach­te. Viel­leicht hat­te der Käfer geschla­fen, oder sich von Stra­pa­zen erholt, die mir unbe­kannt. In die­sem Moment nun, da ich mei­nen Text notie­re, sitzt der in Wör­tern ver­merk­te Käfer am lin­ken unte­ren Rand des Bild­schir­mes mei­ner Schreib­ma­schi­ne. Er presst sich fest an das Gehäu­se. Wei­te­re Käfer sit­zen an den Wän­den, es sind ein gutes Dut­zend, auch Käfer mit gel­bem Gehäu­se sind dar­un­ter. Ges­tern habe ich beob­ach­tet, dass gel­be Käfer mit vier­und­zwan­zig Punk­ten, wenn ich sie behut­sam in eine mei­ner Hän­de set­ze und in die Dun­kel­heit wer­fe, sofort wie­der zurück­kom­men. Man könn­te sagen, dass es sich bei die­ser Art um Bume­rang­kä­fer han­deln könn­te. — stop
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ai : MEXICO

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MENSCHEN IN GEFAHR : “Der Men­schen­recht­ler Herón Six­to López ist im mexi­ka­ni­schen Bun­des­staat Oaxa­ca ver­schleppt und getö­tet wor­den. Amnes­ty Inter­na­tio­nal befürch­tet, dass auch sei­ne Fami­lie und Kol­le­gIn­nen in Gefahr sind. Am 20. Juli wur­de die Lei­che des Men­schen­rechts­ver­tei­di­gers Herón Six­to López nahe der Gemein­de San Sebas­tián Teco­maxt­la­huaca im Bun­des­staat Oaxa­ca im Süden Mexi­kos gefun­den. Sie wies min­des­tens sechs Schuss­wun­den auf. Herón Six­to López war am 15. Juli als ver­misst gemel­det wor­den; an die­sem Tag war er zuletzt in sei­nem Büro des Ori­en­tie­rungs- und Bera­tungs­zen­trums für indi­ge­ne Völ­ker (Cen­tro de Ori­ent­a­ción y Ase­so­ría a Pue­blos Indí­ge­nas — COAPI) gese­hen wor­den. Sein Ver­schwin­den wur­de bei der Staats­an­walt­schaft von Oaxa­ca in Jux­tla­huaca offi­zi­ell ange­zeigt. / Herón Six­to López setz­te sich in loka­len Gemein­den für die Rech­te indi­ge­ner Grup­pen ein. So ver­trat er bei­spiels­wei­se das indi­ge­ne Volk der Mix­te­ken in Land­strei­tig­kei­ten. In den letz­ten Mona­ten sei­nes Lebens hat­te er zahl­rei­che anony­me Anru­fe erhal­ten. Einer der Anru­fer sag­te ihm offen­bar, dass man ihn “ver­schwin­den” las­sen wür­de. Seit sei­nem Tod haben sei­ne Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen Vor­fäl­le ange­zeigt, die den Schluss nahe­le­gen, dass sie sich eben­falls in Gefahr befin­den. Am 21. Juli wur­de die Fami­lie nach der Beer­di­gung von Herón Six­to López von einem Auto ver­folgt. / Die Umstän­de, die zum Tod von Herón Six­to López führ­ten, müs­sen noch in vol­lem Umfang geklärt wer­den. Dabei ist es aller­dings wich­tig, dass ein etwa­iger Zusam­men­hang mit sei­ner Men­schen­rechts­ar­beit umfas­send unter­sucht wird.” — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­le­ne schrift­li­che Aktio­nen, mög­lichst unver­züg­lich und nicht über den 5. Sep­tem­ber 2013 hin­aus, unter »> ai : urgent action

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tabak

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nord­pol : 5.52 — Saß am Strand, schleu­der­te Stei­ne ins Was­ser. Für jeden der geschleu­der­ten Stei­ne klet­ter­te ein Mensch aus dem Was­ser, es waren unge­fähr zwan­zig Stei­ne, die ich warf, also zwan­zig Men­schen. Die­se Men­schen waren von leich­ter Gestalt, Men­schen, deren Haut aus Per­ga­ment zu bestehen schien, sie raschel­ten, indem sie sich beweg­ten. In der Nähe eines Wal­des, der den Strand zum Lan­des­in­ne­ren begrenz­te, knie­ten sie nie­der und began­nen ein­an­der aus der Haut zu hel­fen. Sie gin­gen sehr behut­sam vor und sie summ­ten und wur­den immer lei­ser, denn unter ihrer tro­cke­nen Haut, einer ers­ten Schicht, lag eine wei­te­re, auch die­se Schicht leg­ten sie ab, und immer so fort, bis sie kaum noch zu sehen waren. Zuletzt konn­te ich nur noch eine ein­zel­ne tabak­far­be­ne Gestalt erken­nen, die die Häu­te der ver­schwun­de­nen Men­schen sorg­fäl­tig auf­ein­an­der­schich­te­te und mit Stei­nen beschwer­te. Dann setz­te sie sich neben mich. Sie schien zu war­ten. Ich wach­te auf. — stop
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lufteis

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ulys­ses : 0.22 — Ob es geheim­dienst­li­chen Ana­ly­se­ma­schi­nen mög­lich ist, zwi­schen fik­tio­na­len Tex­ten und nicht fik­tio­na­len Tex­ten zu unter­schei­den? — Wei­ter­hin Wär­me in den Zim­mern. Kaum Flie­gen, viel­leicht weil es drau­ßen schön kühl ist. Gewit­ter­duft, wür­zig nach Moos und Frö­schen. Ich erin­ne­re mich in die­sem Moment vor eini­gen Jah­ren einen beson­de­ren Kühl­schrank in Emp­fang genom­men zu haben, einen Behäl­ter von enor­mer Grö­ße. Ich wie­der­ho­le, dass die­ser Kühl­schrank, in wel­chem ich pla­ne im Som­mer wie auch im Win­ter kost­ba­re Eis­bü­cher zu stu­die­ren, eigent­lich ein Zim­mer für sich dar­stellt, ein gekühl­tes Zim­mer, das wie­der­um in einem höl­zer­nen Zim­mer sitzt, das sich selbst in einem grö­ße­ren Stadt­haus befin­det. Nicht dass ich in der Lage wäre, in mei­nem Kühl­schrank­zim­mer auf und ab zu gehen, aber es ist groß genug, um einen Stuhl in ihm unter­zu­brin­gen und eine Lam­pe und ein klei­nes Regal, in dem ich je zwei oder drei mei­ner Eis­bü­cher aus­stel­len wer­de. Dort, in nächs­ter Nähe zu Stuhl und Regal, habe ich einen wei­te­ren klei­ne­ren, äußerst kal­ten, einen sehr gut iso­lier­ten Kühl­schrank auf­ge­stellt, einen Kühl­schrank im Kühl­schrank sozu­sa­gen, der von einem Not­strom­ag­gre­gat mit Ener­gie ver­sorgt wer­den könn­te, damit ich in den Momen­ten eines Strom­aus­fal­les aus­rei­chend Zeit haben wür­de, jedes ein­zel­ne mei­ner Eis­bü­cher in Sicher­heit zu brin­gen. Es ist näm­lich eine uner­träg­li­che Vor­stel­lung, jene Vor­stel­lung war­mer Luft, wie sie mei­ne Bücher berührt, wie sie nach und nach vor mei­nen Augen zu schmel­zen begin­nen, all die zar­ten Sei­ten von Eis, ihre Zei­chen, ihre Geschich­ten. Seit ich den­ken kann, woll­te ich Eis­bü­cher besit­zen, Eis­bü­cher lesen, schim­mern­de, küh­le, uralte Bücher, die knis­tern, sobald sie aus ihrem Schnee­schu­ber glei­ten. Wie man sie für Sekun­den lie­be­voll betrach­tet, ihre pola­re Dich­te bewun­dert, wie man sie dreht und wen­det, wie man einen scheu­en Blick auf die Tex­tu­ren ihrer Gas­zei­chen wirft. Bald sitzt man in einer U‑Bahn, den lei­se sum­men­den Eis­buch­rei­se­kof­fer auf dem Schoß, man sieht sich um, man bemerkt die begeis­ter­ten Bli­cke der Fahr­gäs­te, wie sie flüs­tern: Seht, dort ist einer, der ein Eis­buch besitzt! Schaut, die­ser glück­li­che Mensch, gleich wird er lesen in sei­nem Buch. Was dort wohl hin­ein­ge­schrie­ben sein mag? Man soll­te sich fürch­ten, man wird sei­nen Eis­buch­rei­se­kof­fer viel­leicht etwas fes­ter umar­men und man wird mit einem wil­den, mit einem ent­schlos­se­nen Blick, ein gie­ri­ges Auge, nach dem ande­ren gegen den Boden zwin­gen, solan­ge man nicht ange­kom­men ist in den fros­ti­gen Zim­mern und Hal­len der Eis­ma­ga­zi­ne, wo man sich auf Eis­stüh­len vor Eis­ti­sche set­zen kann. Hier end­lich ist Zeit, unter dem Pelz wird nicht gefro­ren, hier sitzt man mit wei­te­ren Eis­buch­be­sit­zern ver­traut. Man erzählt sich die neu­es­ten ark­ti­schen Tief­see­eis­ge­schich­ten, auch jene ver­lo­re­nen Geschich­ten, die aus purer Unacht­sam­keit im Lau­fe eines Tages, einer Woche zu Was­ser gewor­den sind: Haben sie schon gehört? Nein! Haben sie nicht? Und doch ist kei­ne Zeit für alle die­se Din­ge. Es ist immer die ers­te Sei­te, die zu öff­nen, man fürch­tet, sie könn­te zer­bre­chen. Aber dann kommt man schnell vor­an. Man liest von uner­hör­ten Gestal­ten, und könn­te doch nie­mals sagen, von wem nur die­se fei­ne Luft­eis­schrift erfun­den wor­den ist. — stop

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ein seltsames buch

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echo : 1.18 — Seit zwei Stun­den beob­ach­te ich ein Buch, das kein gewöhn­li­ches Buch ist, son­dern ein selt­sa­mes Buch. Dass es sich um ein selt­sa­mes Buch han­delt, ist dem Buch zunächst nicht anzu­se­hen, weil es sei­ner äuße­ren Gestalt nach, ein übli­ches Buch zu sein scheint. Die­ses hier auf mei­nem Tisch ist von einer blau­en Far­be. Sobald man das blaue Buch in die Hän­de nimmt, wird man aber spü­ren, dass das Buch atmet, weil an sei­ner Rück­sei­te durch fei­ne Lamel­len war­me Luft aus­zu­tre­ten scheint. Das ist des­halb so, weil sich in dem Buch eine Rechen­ein­heit befin­det, ein win­zi­ger Com­pu­ter, der sich mit dem Text oder mit der Geschich­te, die sich in dem Buch befin­det, beschäf­tigt. Es han­delt sich bei dem Buch­kör­per bei genau­er Betrach­tung näm­lich um eine Ver­samm­lung hauch­dün­ner Bild­schir­me, auf wel­chen sich Zei­chen befin­den, Bild­schir­me, die man umblät­tern kann. Was zunächst zu sehen ist, gleich auf wel­cher Sei­te das Buch auf­ge­schla­gen wird, sind eben erwähn­te Buch­sta­ben oder Zif­fern, die sich rasend schnell bewe­gen, sodass man nicht lesen, viel­mehr nur ahnen wird, was sich dort befin­den könn­te. Es ist dies der Moment, da der Com­pu­ter des Buches jenen Text, den man mit eige­nen Augen ger­ne sofort lesen wür­de, zu ent­schlüs­seln beginnt. Ein mög­li­cher­wei­se auf­wen­di­ges, zeit­rau­ben­des Ver­fah­ren. Als ich das Buch kauf­te, konn­te mir der Händ­ler der ver­schlüs­sel­ten Bücher nicht sagen, wie lan­ge Zeit ich war­ten müs­se, bis der Text des Buches für mich sicht­bar wer­den wür­de. Es berei­te­te ihm Freu­de, ich bin mir sicher, aus­zu­spre­chen, was ich längst dach­te, dass die Ent­schlüs­se­lung des Tex­tes eine Stun­de, einen Tag oder zwei­hun­dert Jah­re dau­ern könn­te, das sei immer­hin das Prin­zip, wes­halb man ein Buch die­ser Art erwer­ben woll­te, dass man ein Buch besitzt, von dem man nicht sagen kön­ne, ob es jemals les­bar wer­den wird. — Kurz nach Mit­ter­nacht. — stop

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