emilia nabokov no2

2

himalaya : 5.15 — Vor län­ger­er Zeit hat­te ich von einem Fre­und erzählt, der den fotografis­chen Schat­ten ein­er Kün­st­lerin via Inter­net ver­fol­gte. Er arbeit­et selb­st seit vie­len Jahren in dig­i­tal­en Räu­men, beina­he kön­nte ich sagen, dass er seit vie­len Jahren in dig­i­tal­en Räu­men zu existieren scheint. Zahlre­iche sein­er Arbeit­en verbinden sich mit Arbeit­en ander­er Men­schen, weil man auf ihn ver­weist, weil man auf ihn wartet, auf Texte, auch auf Bilder, Filme, Geräusche, die er aufn­immt, sobald er etwas Inter­es­santes zu hören meint. Mit jed­er Minute der verge­hen­den Zeit wächst sein elek­trisch­er Schat­ten. Er macht das ähn­lich wie eine New York­er Fotografin, die stun­den­lang durch die Stadt spaziert und mit einem iPhone all das fotografiert, was ihr ins Auge fällt. Manch­mal sind es hun­derte Fotografien an einem einzi­gen Tag, die nur Sekun­den nach Auf­nahme von ihrem Fotoap­pa­rat, mit dem sie gle­ich­wohl tele­fonieren kann, an das Flickr – Medi­um gesendet wer­den. Mein Fre­und erzählte, dass er den Ein­druck habe, die junge fotografierende Frau in Echtzeit zu beobacht­en, ihr im Grunde so nah gekom­men zu sein, dass er kurz vor Wei­h­nacht­en fürchtete, etwas Ern­sthaftes kön­nte ihr wider­fahren sein, weil drei Tage in Folge keine Fotografie gesendet wurde. Am vierten Tag erkundigte er sich mit­tels ein­er E-Mail, die er an Flickr sendete, ob es der schweigsamen Fotografin gut gehe, er mache sich Gedanken oder Sor­gen. Man muss das wis­sen, mein Fre­und hat­te der Fotografin nie zuvor geschrieben, kan­nte nicht ein­mal ihren wirk­lichen Namen, son­dern nur ein Pseu­do­nym: Emil­ia Nabokov No2. Ein halbe Stunde, nach­dem die E-Mail gesendet wor­den war, erschien, als habe ihm die spazierende Kün­st­lerin zur Beruhi­gung geant­wortet, eine Fotografie ohne Titel. Diese Fotografie erzählte davon, dass sich Emil­ia Nabokov No2 ver­mut­lich nicht in New York aufhielt, son­dern in Mon­tauk, weil auf der Fotografie ein Leucht­turm auf einem ver­schneit­en Hügel zu sehen war, der ein­deutig zur kleinen Stadt Mon­tauk an der nordöstlichen Spitze Long Islands gehörte. Im Hin­ter­grund das Meer, und vorne, ob nun mit Absicht oder nicht, ein Fuß in einem Gum­mistiefel von knall­rot­er Farbe. stop Es ist jet­zt April 2014 gewor­den. Nach Erscheinen der Fotografie, die den roten Gum­mistiefel zeigt, wur­den von der Kün­st­lerin Emil­ia Nabokov No 2 weit­ere 2756 Fotografien gesendet, im Okto­ber des ver­gan­genen Jahres dann die let­zte Auf­nahme, sei­ther Stille. — stop

polaroidflug

lichtbild : eine straße in manhattan

2

ulysses : 8.05 — Ein­mal ent­deckte ich nach stun­den­lan­ger Suche in den Archi­ven der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek eine Foto­gra­fie auf einem Mikro­film­strei­fen und ich wusste sofort, dass ich die­ses Licht­bild besit­zen musste. Ich bat eine Biblio­the­ka­rin, aus dem Mate­rial das Beste her­aus­zu­ho­len, höch­ste Auf­lö­sung, wes­we­gen ich bald einen klei­nen Sta­pel Papiers ent­ge­gen­neh­men kon­nte, den ich im Arbeits­zim­mer an ein­er Wand zum Bild zurücks­or­tierte, wie in der ver­gan­genen Nacht noch ein­mal, zurück zur Ansicht ein­er Straße des Jah­res 1934 prä­zise, ein­er Straße nahe des Bel­le­vue Hos­pi­tals zu New York. Stau­bige Bäume, eilende Men­schen­schat­ten, die Sil­hou­ette ein­er alten, in den Kno­chen gebeug­ten Frau, der Wagen eines Eis­ver­käu­fers, ros­tige Hydran­ten, die spröde Stein­haut der Straße, zwei Vögel unbe­kann­ter Gat­tung, Spu­ren von Hitze, und ich erin­nere mich noch gut, dass ich eine Zeile von links nach rechts auf das Papi­er notierte: Diese Straße kön­nte Mal­colm Lowry über­quert haben, an einem Tag viel­leicht, als er sich auf den Weg machte, sei­nem Kör­per den Alko­hol zu ent­zie­hen. Und weil ich schon ein­mal damit begon­nen hat­te, das Bild zu ver­fei­nern, zeich­nete ich in Wor­ten wei­tere Sub­stan­zen auf das Papi­er, Unsicht­ba­res oder Mög­li­ches. Einen Schuh notierte ich west­wärts: Hier flüch­tet Jan Gabriel, weil sie Mr. Low­rys Liebe nicht län­ger glau­ben kon­nte. Da lag ein Notiz­buch im Schat­ten eines Bau­mes und ich sagte: Die­ses Notiz­buch wird Mal­colm Lowry fin­den von Zeit zu Zeit, er wird es auf­he­ben und mit zit­tern­den Hän­den in seine Hosen­ta­sche ste­cken. Schon segel­ten fie­bernde Wale über den East Riv­er, der zwi­schen zwei Häu­sern schim­merte, ein Schwarm irrer Bie­nen tropfte von ein­er Fens­ter­bank, und da waren noch zwei Mäd­chen, bar­fuss, — oder tru­gen sie doch Strümpfe, doch Schuhe? — sie spiel­ten Him­mel und Hölle, ihre fröh­li­chen Stim­men. Ich geste­he, dass Daisy und Vio­let nicht damals, son­dern in die­ser letz­ten Stunde ein­er hei­te­ren Arbeits­nacht ins Bild gekom­men sind. — stop

ping

bonsaimenschen

picping

MELDUNG. Bon­saimen­schen, 12 Per­so­n­en jün­geren Alters a 54 cm, nahe Tin­douf [ Alge­ria ] zur Hitzeprobe eingetrof­fen. Wüsten­wan­derung [ 125 Meilen ] : Mittwoch, 5. April 2011, ab 14 Uhr mit­teleu­ropäis­ch­er Som­merzeit. Call : 00386 / 5476823 — stop

ping

o l i m a m b o

2

delta : 22.01 — Nehmen wir ein­mal an, eine noch nie zuvor gehörte Sprache wäre über Nacht, während ich schlief, wie Regen vom Him­mel gefall­en und hätte sich in meinem Gehirn ver­sam­melt, in dem sie alle dort gestern noch vorhan­de­nen Wörter und Wen­dun­gen erset­zte. Und wie ich nun erwache, sehe ich einen Lampignon, eine Lampe, aber ich denke ein Wort, das ich nicht kenne. Und so wun­dere ich mich, und auch das Wun­dern selb­st wird mit selt­samen Geräuschen beze­ich­net. Da ist ein Kühlschrank, und da sind eine Com­put­er­mas­chine und ein Tele­fon, je Erschei­n­un­gen ohne ver­trautes Wort. Ich kann sie sehen, ich kann sie berühren, aber nicht ein­deutig beze­ich­nen, wie meine Augen nicht und meine Nase und meinen Mund. In dieser ersten Stunde des Tages mit neuer Sprache ver­mag ich nur zu deuten, nicht zu erzählen. Ja, nehmen wir das ein­mal an, merk­würdi­ge Sache. mikadika­madu. — stop
ping

sahara

2

sier­ra : 3.28 — Jane Goodall erzählt eine faszinierende Geschichte von Wahrnehmung und Wirk­lichkeit in den ersten Minuten eines Doku­men­tarfilms, der ihr Leben schildert. Sie sagt fol­gen­des: Ich hat­te es ziem­lich satt, dass mich die Leute für Diane Fos­sey hiel­ten und sagten: Ihr Film Goril­las im Nebel war wun­der­voll. Ich sagte dann immer: Sie haben den Film gese­hen? — Ja! — Dann wis­sen die doch, dass die Dame getötet wurde, oder? — Ja!  -Aber ich bin doch da! — stop. Frühe Nacht. In diesem Jahr zum ersten Mal die Fen­ster nach Mit­ter­nacht geöffnet. Esmer­al­da sitzt auf dem Brett neben Kak­teen, sie scheint Sterne zu betra­cht­en. Gedämpftes Licht vom nor­dost­wärts reisenden Staub der Sahara. Gestern noch träumte ich von einem Tele­fonge­spräch mit Jules Verne, der mit sehr heller Stimme Züge eines Schachspiels meldete. Merk­würdig ins­beson­dere das Vorkom­men ein­er Ken­tau­ren­fig­ur im Spiel, welche sich durch Bewe­gung auf unsicht­bare Spielfelder in der Luft vor jedem Zugriff in Sicher­heit brin­gen kon­nte. — stop

polaroidgondeln

bafra

picping

MELDUNG. Nahe Bafra, am Strand, wur­den drei Ziegen von Wel­traumgesteinen getötet, desweit­eren ein Fis­ch­er auf seinem Boot. Ein­schläge auch in Sahlikent: Klassen­räume 4 und 5, aber nach Schulschluß gegen 6 Uhr am Nach­mit­tag. — stop

ping

lissabon

2

nord­pol : 22.01 — Unter Zeitun­gen, die sich in meinem Briefkas­ten befan­den, ent­deck­te ich eine selt­same Postkarte. Auf der einen Seite des Papiers war die Stadt Liss­abon zu erken­nen, eine gelbe Tram­bahn zwis­chen Häusern ein­er steil ansteigen­den Straße. Es muss später Abend gewe­sen sein, als die Auf­nahme gefer­tigt wurde. Men­schen sitzen in beleuchteten Abteilen, einige schlafen, andere schauen aus den Fen­stern der Wag­gons her­aus. Wie ich sie betra­chtete, die Über­legung, manche der fotografierten Men­schen kön­nten vielle­icht nicht mehr unter uns Leben­den sein, weil ihr Licht bere­its Anfang der fün­fziger Jahre einge­fan­gen wurde. Das jeden­falls ist so auf der Rück­seite der Ansicht­skarte ver­merkt, Lis­boa 1952. Ihr Post­wertze­ichen, das tat­säch­lich in Liss­abon abgestem­pelt wor­den war, ist eines, wie man sie zu jen­er Zeit ver­wen­dete, so dass ich ver­mutete, die Postkarte habe eine sehr lange Reisezeit hin­ter sich gebracht. Sie ist in meinen Augen über­haupt eine erstaunliche Erschei­n­ung. In diesem Moment ruht sie im Nachtlicht auf meinem Schreibtisch. Wörter, die ich nicht kenne. Nicht ein­mal die Buch­staben, die Wörter bilden, ver­mag ich zu entz­if­fern, äußert feine Zeichen, eine Art geheimer Schrift, Malerei, die viele Stun­den Arbeit gefordert haben dürfte. Merk­würdig vor allem, auf der Postkarte ist keine Anschrift zu find­en. So sehr ich nach meinem oder einem anderen Namen suchte, nichts ist zu ent­deck­en, was eine Begrün­dung dafür darstellen kön­nte, dass ger­ade ich diese Karte erhal­ten sollte. Ich habe keine Vorstel­lung, wer sie geschrieben habe kön­nte, auch nicht, ob eine Anschrift verse­hentlich oder mit Absicht vergessen wurde. — Däm­merung. Fle­d­er­mäuse zwitsch­ern durch die Luft. Vor weni­gen Tagen ist Urs Wid­mer gestor­ben, vor genau zwei Jahren mein Vater um 17.32 Uhr. — stop
ping

münchen — aleppo

2

kil­i­mand­scharo : 2.05 — Ich über­legte, ob ich, wenn ich bei wolken­losem Him­mel in 33000 Fuß Höhe befind­lich aus einem Flugzeugfen­ster spähen würde, ein Schiff erken­nen kön­nte, ein Schiff von der Größe der Queen Mary sagen wir, einen Luxus­dampfer, der zur Zeit mein­er Geburt noch regelmäßig zwis­chen New York und Southamp­ton über den Atlantik hin und her gepen­delt war. — stop. Eine Reise von München südost­wärts in Worten: Vom Haupt­bahn­hof in Rich­tung Bay­er­straße starten 52 m weit­er gesamt 52 m 2. Rechts abbiegen auf Bay­er­straße 130 m weit­er gesamt 180 m 3. 1. Abzwei­gung rechts nehmen, um auf Paul-Heyse-Unter­führung zu wechseln300 m weit­er gesamt 500 m 4. Weit­er auf Sei­dl­straße 190 m weit­er gesamt 700 m 5. Rechts abbiegen auf Marsstraße 270 m weit­er gesamt 1,0 km 6.Weiter auf Elisen­straße Ca. 1 Minute 500 m weite gesamt 1,5 km 7. Rechts abbiegen auf Karl­splatz 160 m weit­er gesamt 1,6 km 8. Weit­er auf Son­nen­straße Ca. 1 Minute 700 m weit­er gesamt 2,3 km 9. Weit­er auf Blu­men­straße Ca. 2 Minuten 850 m weit­er gesamt 3,2 km 10. Rechts abbiegen auf Frauen­straße Ca. 57 Sekunde500 m weit­er gesamt 3,7 km 11. Rechts abbiegen auf Isar­tor­platz 120 m weit­er gesamt 3,8 km 12. Weit­er auf Zweibrück­en­straße 250 m weit­er gesamt 4,0 km 13. Weit­er auf Lud­wigs­brücke 230 m weit­er gesamt 4,3 km 14. Weit­er auf Rosen­heimer Straße 130 m weit­er gesamt 4,4 km 15. Nach rechts abbiegen, um auf Rosen­heimer Straße zu bleiben Ca. 5 Minuten 3,0 km weit­er gesamt 7,4 km 16. Weit­er auf A8 (Schilder nach Salzburg / Nürn­berg / Flughafen München) Teil­weise gebührenpflichtige Straße Ca. 1 Stunde 7 Minuten 126 km weit­er gesamt 133 km 17. Weit­er auf A1 Gebührenpflichtige Straße Ca. 1 Minute 2,1 km weit­er gesamt 135 km 18. Am Auto­bahnkreuz Knoten Salzburg rechts hal­ten und den Schildern A10/E55 in Rich­tung Vil­lach / Salzburg Süd / Ital­ien / Ljubl­jana / Slowe­nien fol­gen. Weit­er auf A10 Gebührenpflichtige Straße Ca. 1 Stunde 39 Minuten 182 km weit­er gesamt 317 km. 19. Bei Aus­fahrt A11/E61 Rich­tung Slowe­nien / Karawanken­tun­nel >
ping

stonington island

2

whiskey : 2.32 — Das Labor der Eis­büch­er, mit dem ich vor weni­gen Minuten tele­fonierte, befind­et sich seit zwölf Wochen auf Ston­ing­ton Island, ein­er fel­si­gen Gegend am nördlichen Rand des antark­tis­chen Kon­ti­nents. Ich habe einen Text trans­feriert, der in diesen Minuten möglicher­weise von fein­sten Fräsen in Eis­blät­ter einge­tra­gen wird. Ich stelle mir vor, ein helles Geräusch ist zu vernehmen, in dem ein Robot­er äußerst behut­sam zu schreiben begin­nt. Es geht darum, das Eis­blatt nicht zu zer­brechen, das so dünn ist, dass man mit ein­er Taschen­lampe hin­ter die Zeichen meines Textes leucht­en kön­nte. Es ist kalt, der Wind pfeift um hölz­erne Barack­en, in welchen hun­derte Schreib­maschi­nen bewe­gungs­los warten, bis man sie anruft. Fol­gende Geschichte habe ich ins Tele­fon gesprochen: Draußen, vor weni­gen Stun­den noch, rauschte Wass­er vom Him­mel. Aber jet­zt ist es still. Es ist eine tat­säch­lich nahezu geräuschlose Nacht. Die let­zte Straßen­bahn ist längst abge­fahren, kein Wind, deshalb auch die Bäume still und die Vögel, alle Men­schen im Haus unter mir scheinen zu schlafen. Für einen Moment dachte ich, dass ich vielle­icht wieder ein­mal mein Gehör ver­loren haben kön­nte, ich sagte zur Sicher­heit ein Wort, das ich gestern ent­deck­te: Kaprun­biber. Das Wort war gut zu hören gewe­sen, meine Stimme klang wie immer. Aber auf dem Fen­ster­brett hockt jet­zt ein Marienkäfer, ein­er mit gelbem Panz­er, sieben Punk­te, ich habe nicht bemerkt, wie er ins Zim­mer geflo­gen war. Es ist nicht der erste Käfer dieses Jahres, aber ein­er, den ich mit ganz anderen Augen betra­chte. Ich hat­te für eine Sekunde die Idee, dieser Käfer kön­nte vielle­icht ein kün­stlich­er Käfer sein, ein­er, der mich mit dem Vor­satz besuchte, Fotografien mein­er Woh­nung aufzunehmen, oder Gespräche, die ich mit mir selb­st führe, während ich arbeite. Warum nicht auch ich, dachte ich, ein Ziel. Ich nahm den Käfer, der seine Gehw­erkzeuge unverzüglich eng an seinen Kör­p­er legte, in meine Hände und trans­portierte ihn in die Küche, wo ich ihn in das grelle Licht ein­er Tis­chlampe legte. Wie ich ihn betra­chtete, bemerk­te ich zunächst, dass ich nicht erken­nen kon­nte, ob der Käfer in der kün­stlichen Hel­ligkeit seine Augen geschlossen hat­te. Wed­er Herz­schlag noch Atmung war zu erken­nen, auch nicht unter ein­er Lupe, nicht die ger­ing­ste Bewe­gung, aber ich fühlte mich von dem Käfer selb­st beobachtet. Also drehte ich den Käfer auf den Rück­en und suchte nach einem Zugang, nach einem Schräubchen da oder dort, ein­er Kerbe, in welche ich ein Messer­w­erkzeug ein­führen kön­nte, um den Panz­er vom Käfer zu heben. Man stelle sich ein­mal vor, ein sehr klein­er Motor wäre dort zu find­en, Mikro­phone, Sender, Lin­sen, es wäre eine unge­heure Ent­deck­ung. Im Moment zögere ich noch, den ersten Schnitt zu set­zten, es reg­net wieder, jawohl, ich werde am Besten zunächst noch ein wenig den Regen beobacht­en, es ist kurz nach drei. – stop

polaroidtapete

cadillac

picping

MELDUNG. Auto­mo­bile, fol­gende, wur­den nach einem Kaufhaus­be­such zu Lon­don in Martha B., 87, vorge­fun­den : Magen — 1 Cadil­lac Fleet­wood 75 [ 1962 ], 1 Alfa Romeo Sprint [ 1950 ], Dün­ndarm – 1 Cit­roen Avant [ 1942 ], Dick­darm — 1 Nash Ramm­ler Com­bo [ 1952 ]. Wiederum wurde die Durch­suchung des hochbe­tagten Bauch­es von den Roy­al Courts of Jus­tice zwin­gend ange­ord­net. — stop

ping

habitat

9

ulsysses : 5.08 — Ich kam ins Gespräch mit einem Mann, der vom Pro­jekt ein­er Men­schengestal­tung erzählte. Das war inmit­ten der Nacht im Café gewe­sen. Ich erin­nere mich, dass ich ihn fragte, ob er Forsch­er oder Design­er sei, weil er anatomis­che Zeich­nun­gen mit­tels eines iPads studierte. Eine der Zeich­nun­gen stellte einen Unter­arm dar, wie er in der Wirk­lichkeit von oben her zu sehen sein würde. Auf diesem geze­ich­neten Arm waren Erhe­bun­gen zu erken­nen, waben­för­mige For­ma­tio­nen von einem Zen­time­ter Höhe, die mich an pock­e­nar­tige Gebilde erin­nerten, aber doch regelmäßig und eben kün­stlichen Ursprungs waren, mit Vor­satz erstellt. Ich hörte, dass es sich bei diesen Gebilden um kleine Häuser han­deln soll, in welchen Tiere ange­siedelt wer­den kön­nten, Zwerg­bi­enen, jedoch bevorzugt Ameisen oder sehr kleine Fliegen. Stellen sie sich vor, sagte der Mann, was sie hier sehen an dieser Stelle, sind von Haut bewach­sene Habi­tate, dort existierten tausende Tiere, die nur darauf warten, bei bester Gele­gen­heit auszuschwär­men, sagen wir so. Unverzüglich flat­terte ein Nacht­fal­ter von dunkel­blauer Farbe um den Kopf des Mannes herum. Weit­ere kamen hinzu, bald waren es so viele, dass ich sie nicht zählen kon­nte. Sie klet­terten unter dem Hemd des Mannes her­vor, an den Armen und am Kra­gen. Ein leis­es Rauschen war zu vernehmen und die Luft schmeck­te bit­ter. Ich hörte noch wie sich der Mann erkundigte, ob ich nicht doch beein­druckt sei. Ich berichtete ihm aus­führlich von mein­er Begeis­terung, von meinem Wun­sch, selb­st über Habi­tate dieser Art ver­fü­gen zu dür­fen, es war eine nach­drück­liche Art und Weise zu sprechen, und doch weiß ich nicht, ob der Mann mich zu diesem Zeit­punkt noch sehen kon­nte oder hören, so dicht war die Wolke flat­tern­der Tiere gewor­den. Nach weni­gen Minuten stand ich auf und ging davon und erwachte. Und weil noch Nacht war, schlief ich gle­ich wieder ein. — stop

ping

regengefäß

pic

sier­ra : 0.05 — Kurz nach Mit­ter­nacht: Leichter Regen. Aber nicht wirk­lich Regen, son­dern Regen, weil ich in mein Notizbuch notierte: 18. April — Regengeräuschwörter sam­meln. Also spaziere ich durch die Woh­nung und ver­suche, man­gels wirk­lichen Regens, Regen vorzustellen. Das ist eine sehr angenehme Übung: Regen in den Wäldern, Regen im Gebirge, Regen in der Stadt. Oder Nachtre­gen, Herb­stre­gen, Regen, der auf ein Fährschiff fällt. Gestern Abend habe ich Regengeräusche gehört, die durch ein Tele­fon über­tra­gen wur­den. Als ich noch Kind war, ver­ließ ich gern das Haus ohne Schirm, wenn es reg­nete. Kaum war ich auf der Straße, kamen Sch­neck­en unter den Bäu­men her­vor. Der Regen machte sie schnell und mutig. Sie kan­nten den kleinen Sch­neck­en­jäger noch nicht, der sie sam­melte, der sie in Gläs­er steck­te. Wenn ich sie betra­chtete, hat­te ich den Ein­druck, ihr schim­mern­der Kör­p­er würde sich mit Regen gefüllt haben. Sei­ther ist die Farbe des Regens von der Farbe der Sch­neck­en­füße. — stop

ping

am telefon

pic

sier­ra : 6.05 — Mein Fre­und Louis erzählte eine Geschichte von einem Mann, dem er vor weni­gen Jahren in New York begeg­net sein will. Ich werde kurz bericht­en, obwohl es schon spät gewor­den ist. An dem Tag, an dem Louis’ Geschichte sich ereignete, wan­derte er durch die Stadt ohne Ziel. Manch­mal stieg er in einen Zug der Sub­way und fuhr irgend­wohin. Ein­mal, es war Abend gewor­den, erre­ichte er Brighton Beach, aber anstatt den Strand zu besuchen, fuhr er sofort wieder zurück. Das war ein großes Glück gewe­sen, denn hätte er nur einen oder zwei spätere Züge nach Man­hat­tan genom­men, wäre er dem Mann, von dem er mir erzählte, ver­mut­lich nie begeg­net. Dieser Mann war ein klein­er, schmächtiger Herr, der bre­it­beinig vor ein­er Tür stand und zu tele­fonieren schien. Er sprach, ohne eine Pause zu machen, mit lauter Stimme Wörter, die Louis nicht ver­ste­hen kon­nte. Als der Zug nach ein­er hal­ben Stunde Fahrt über den Däch­ern Brook­lyns in den Unter­grund tauchte, geschah etwas Selt­sames, denn der Mann sprach weit­er in sein Tele­fon, obwohl jede Funkverbindung im Tun­nel­sys­tem sofort unter­brochen wurde. Kaum jemand unter den Fahrgästen schien den kleinen Mann zu bemerken. Eine Fünf-Mann-Band betrat den Wag­on, sie spielte einen Brasstan­go, der Zug bebte und der schmächtige Mann tele­fonierte und lachte und spendete einen Dol­lar. In der Lex­ing­ton Avenue, Höhe 63. Straße, stieg der Mann aus, fuhr mit der Roll­treppe in das Zwis­chengeschoss, stieg zur Straßenebene hin­auf und lief weit­er nord­wärts. Er hat­te bis dahin, eine Stunde war seit sein­er Ent­deck­ung ver­gan­gen, nie aufge­hört zu sprechen, und auch jet­zt, im Gehen, set­zte er seine Rede fort. An der Ecke zur 83. Straße besuchte der Mann eine Pizze­ria, auch Louis trat in den düsteren Laden ein. Er hörte dem Mann weit­er zu, wie er mit vollem Mund seinen Text vol­l­zog, als kön­nte er unmöglich aufhören, als würde etwas Schreck­lich­es geschehen, wenn er nur ein­mal für eine Sekunde eine Pause machte. Bald trat der kleine, sprechende Mann wieder auf die Straße und set­zte seinen Weg in Rich­tung Harlem fort. Es war inzwis­chen später Abend gewor­den, die Luft küh­ler, Men­schen saßen ent­lang der Häuser­wände auf Klapp­stühlen. Um kurz nach Mit­ter­nacht plöt­zlich hielt der Mann an und ver­s­tummte. Er stand einige Minuten ganz still. Er schien zu über­legen. Dann legte er das Tele­fon auf den Boden ab, drehte sich um und machte sich auf den Weg zurück. Er ging zunächst süd­wärts über die Lex­ing­ton Avenue, Höhe der 60. Straße bog er nach links ab, schlen­derte langsam zur Tramway — Sta­tion, gegen drei Uhr löste er ein Tick­et. — stop
polaroidtram

ai : IRAN

aihead2

MENSCHEN IN GEFAHR : “Berichte über Gefäng­niswär­terIn­nen, die im Trakt 350 des Evin-Gefäng­niss­es in Teheran, in dem viele poli­tis­che Gefan­gene inhaftiert sind, eine Razz­ia durch­führten, ver­stärken die Sorge um die Sicher­heit der Gefan­genen. Infolge der Unruhen haben einige Gefan­gene offen­bar Ver­let­zun­gen, darunter Rip­pen­brüche, erlit­ten. Bericht­en zufolge wur­den min­destens 32 Per­so­n­en aus Trakt 350 in Einzel­haft in Trakt 240 des Gefäng­niss­es ver­legt. / Medi­en­bericht­en zufolge drangen am Mor­gen des 17. April Mitar­bei­t­erIn­nen des iranis­chen Nachrich­t­en­di­en­stes sowie etwa 100 Wär­terIn­nen in Kamp­faus­rüs­tung in den Trakt 350 des Evin-Gefäng­niss­es ein, möglicher­weise um eine Durch­suchung durchzuführen. Die genauen weit­eren Geschehnisse sind nicht bekan­nt, doch es kam offen­bar zu ein­er Kon­fronta­tion mit Gefan­genen, die die Razz­ia zu ver­hin­dern sucht­en, wobei einige Gefan­gene ver­let­zt wor­den sein sollen. Min­destens vier der ver­let­zten Gefan­genen wur­den in ein Kranken­haus außer­halb des Gefäng­niss­es ein­geliefert. Bericht­en zufolge wur­den weit­ere 26 Gefan­gene ver­let­zt, doch ob sie inner­halb des Gefäng­niss­es eine medi­zinis­che Behand­lung erhiel­ten, ist nicht bekan­nt. Min­destens zwei Gefan­gene, Esmail Barze­gari und Akbar Ami­ni, sollen sich Rip­pen­brüche zuge­zo­gen und ein drit­ter einen Herz­in­farkt erlit­ten haben. Let­zter­er wurde auf die Inten­sivs­ta­tion eines Kranken­haus­es außer­halb des Gefäng­niss­es gebracht. / Weit­ere 32 Per­so­n­en wur­den in Einzel­haft ver­legt, darunter der Anwalt Abdol­fat­tah Soltani, der Aktivist für die Rechte von Min­der­heit­en Sa’id Met­inpour, der selb­st der aser­baid­sch­a­nis­chen Min­der­heit im Iran ange­hört, der ehe­ma­lige Staat­san­walt Moham­mad Amin Hadavi, der Arbeit­srecht­sak­tivist Behnam Ebrahimzadeh und die poli­tis­chen Aktivis­ten Behzad Arab­gol und Hootan Dolati. All diejeni­gen, die in Einzel­haft ver­legt wur­den, sollen während der Ver­legung von Wär­terIn­nen mit Schlagstöck­en geschla­gen wor­den sein. ” — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­lene schriftliche Aktio­nen, möglichst unverzüglich und nicht über den 29. Mai 2014 hin­aus, unter »> ai : urgent action

ping

odessa

picping

MELDUNG. Odessa, Lafa Hos­tel nahe Here’tska St., 3. Etage, stein­ernes Zim­mer : Kirsche No 1024 [ Mar­mor, Car­rara : 3.77 Gramm ] vol­len­det. — stop

ping

safranmantel

2

echo

~ : oe som
to : louis
sub­ject : SAFRANMANTEL
date : april 24 14 10.55 p.m.

Es war, lieber Louis, vor zwei Tagen gewe­sen, als Noe die Lek­türe der Meta­mor­pho­sen Ovids von ein­er Sekunde zur anderen Sekunde unter­brach. Er las noch fol­gende Sätze des 10. Buch­es: Durch die unendliche Luft, vom Safran­man­tel umhül­let, geht Hymenäus ein­her, zu dem kalten Gebi­et der Ciko­nen, wo ihn umson­st anfle­het der Ruf des melodis­chen Orpheus. Jen­er erscheint ihm zwar; doch nicht heil­jauchzende Worte bringt er, noch fröh­lichen Blick, noch Ahnun­gen glück­lich­er Zukun­ft. Selb­st die gehal­tene Fack­el erzis­cht in beträ­nen­dem Dampfe immer­dar und gewin­nt nicht einige Glut von Bewe­gung. Schreck­lich­er war der Erfolg, wie die Deu­tun­gen. Durch die Gefilde Schweifte die jüngst Ver­mählte, vom Schwarm der Najaden begleit­et, ach, und starb, an der Ferse ver­let­zt von dem Bisse der Nat­ter. Als zu dem Him­mel empor der rhodopeis­che Sänger lange die Gat­tin beweint, jet­zt auch zu ver­suchen die Schat­ten. — Plöt­zlich Stille, auch keine Atemgeräusche, Nacht. Marlen hat­te Dienst. Nach­dem sie, trotz mehrfach­er Ver­suche, keinen Kon­takt zu Noe aufnehmen kon­nte, weck­te sie uns. Wir lauscht­en gemein­sam in die Tiefe unge­fähr eine Stunde lang. Es war nichts Ungewöhn­lich­es um uns her zu bemerken, auch auf dem Radar kein Hin­weis auf Fis­chschwärme oder Wale, die Noe nahegekom­men sein kön­nten. Am frühen Mor­gen, Tauch­er Noe hat­te seine Lek­türe nicht wieder aufgenom­men, aber er atmete gle­ich­mäs­sig und hat­te getrunk­en, machte sich Bob auf den Weg in die Tiefe. Zwei Stun­den dauerte sein Abstieg, dann meldete er mit flüstern­der Stimme: Ein U-Boot in unser­er Nähe. Es scheint uns zu umkreisen, ein dun­kler Schat­ten, ein beein­druck­end großes Schiff. Ich habe mich Noe genähert. Er lachte mich an. Das U-Boot trägt kein­er­lei Hoheit­sze­ichen. Ein fein­er Strahl von Licht bewegt sich in unsere Rich­tung wie ein Fin­ger, ohne uns zu berühren. — stop. — Es ist Don­ner­stag gewor­den, später Abend. Bob befind­et sich noch immer in 800 Fuß Tiefe bei Noe. Auch das U — Boot kreist weit­er­hin unter uns. Vor ein­er Stunde nahm Noe seine Lek­türe wieder auf, unsichere Stimme, aber immer­hin eine Stimme, die liest. Wir sind froh darum. Der Him­mel über uns, ohne Wolken. Sterne. Prächtig. — Dein OE SOM

gesendet am
24.04.2014
2155 zeichen

oe som to louis »

ping

MELDUNGEN : OE SOM TO LOUIS / FIN

vögel

pic

lima : 0.57 — Düstere Straße, düsteres Haus, düstere Treppe. Ich klin­gelte an ein­er Tür, ein Mann, der nicht mehr ganz jung gewe­sen war, öffnete. Kräftiger, bit­ter­er Geruch strömte aus der Woh­nung. Die Luft war warm, war feucht und dicht, meine Bewe­gun­gen, wie ich durch den Flur der Woh­nung ging, mühevoll, als würde ich unter Wass­er laufen. Ich trat in ein Zim­mer, ein Tisch, ein Sofa, zwei Stüh­le, keine Vorhänge vor den Fen­stern, hin­ter den Scheiben Kas­tanien­bäume, die blüht­en. An den Wän­den des Zim­mers klebte eine Tapete mit Kirschmo­tiv­en. Sie war an der ein oder anderen Stelle von der Wand gefall­en. Auf hölz­er­nen Stan­gen, dicht unter der Decke, hock­ten hun­derte Vögel ohne Fed­ern. Ihre Haut war von hellem Braun, ihre Schnä­bel zitro­nen­gelb. Der Mann, der mich in das Zim­mer geführt hat­te, nahm einen der Vögel in seine Hände. Der Vogel lag auf dem Rück­en ganz still. Er hat­te seine Augen geschlossen, feine hell­blaue Häutchen wie Schirme. Ich sollte an dem Vogel riechen, und so nahm ich ihn in die Hand. Der Leib des Vogels war warm. Er zit­terte als ich mich mit mein­er Nase näherte, als würde er frieren. Der Mann, der mich an das Zim­mer der Vögel geführt hat­te, sagte, dass sie noch nicht ganz reif seien. Der Vogel duftete nach gebran­nten Man­deln. In ein­er Ecke des Zim­mers auf dem Boden ein Schallplat­ten­spiel­er, ein uraltes Gerät, das Tom­my Dorsey spielte: I’m Get­ting Sen­ti­men­tal Over You. — stop
polaroidsleep1

überlandfahrt

pic

whiskey : 2.12 — Ein äußerst geduldig dahin­fahren­der Zug : 2.5 mm / Stunde. Indem der Zug eine Stadt ver­lässt, um in eine 5 Kilo­me­ter ent­fer­nte Stadt weit­er zu fahren, wird er für 228 Jahre ohne Bahn­hof sein. Wer kön­nte in dieser Zeit die Geleise behüten, wer garantieren, dass der Zug jemals einen von Men­schen bewohn­ten Ort erre­ichen wird? Wie schnell wür­den sich reisende Per­so­n­en im Zug in den Augen eines Beobachters bewe­gen? Wären ihre Bewe­gun­gen über­haupt sicht­bar? 5 Herz­schläge von Win­ter zu Win­ter. — stop

ping

ping
ping
ping

rem­ing­ton : 6.56 — Beobachtete wieder ein­mal meinen Fernse­hbild­schirm, der so flach ist, dass ich meine, das bewegte Bild, welch­es er empfängt, müsste trans­par­ent sein wie ein Schmetter­lings­flügel. Ich kön­nte in dieser Vorstel­lung durch das Zim­mer laufen, um jene Sequen­zen, die von einem begin­nen­den Krieg, von Brand­bomben, prügel­nden Men­schen, mask­ierten Sol­dat­en erzählen, von der anderen Seite her zu betra­cht­en. Erin­nere mich an Bohu­mil Hra­bal, von dem berichtet wird, er würde bevorzugt hin­ter seinem Fernse­hgerät Platz genom­men haben. Das muss zu ein­er Zeit gewe­sen sein, als Bild­schirme in den Rah­men mon­strös­er Appa­ra­turen hock­ten, Röhren­bild­schirme genauer, die noch explodieren kon­nten. Indem Hra­bal seinen Bildempfänger von hin­ten betra­chtete, han­delte er mit dem Aus­druck äußer­ster Ver­weigerung, er saß dort und kon­nte sich darauf ver­lassen, keines der emp­fan­genen Bilder sehen zu kön­nen, er war genau dort hin­ter jen­er Mas­chine, die die Bilder erzeugte, vor den Bildern sich­er. Vielle­icht hat­te er überdies das Fernse­hgerät aus­geschal­tet, ich weiß es nicht, gern würde ich ihn fra­gen, ihm erzählen, wie ich das mache in diesen Tagen, da ich nicht mehr sich­er bin, Lüge von Halb­wahrheit oder Wahrheit unter­schei­den zu kön­nen. Ich höre Stim­men der Kom­men­ta­toren vom Arbeit­sz­im­mer her, die weit­er sprechen, obwohl ich nicht da bin. Und ich höre den Regen, es reg­net tat­säch­lich, dann hört es wieder auf. Nachtvögel oder Fle­d­er­mäuse fliegen vorüber. — stop

ping

Top